Quer: Auftragskiller? Jäger erzürnt über neues Jagdgesetz.

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#46
Genau das ist die Jagd nicht mehr, wenn man auf Tiere schießt, auf die nicht geschossen werden müsste, weil der erweiterte Sinn über reinen Jagdspaß hinaus fehlt! Der Grund dafür ist die menschliche Fehlbarkeit. Wäre zu 100% sichergestellt, dass bei reiner Spaßjagd JEDER Schuss das Wild auf der Stelle schmerzfrei töten würde, könnte auch reine Spaßjagd als "ethisch sauber" bezeichnet werden. So ist es aber nicht. Deshalb muss man bei reiner Spaßjagd jedes krank geschossenen Wild als sinnloses Leid bezeichnen und das ist m. E. nicht gut vertretbar.
Die Gesellschaft (er)duldet in Schlachthöfen eine Quote von nichtbetäubtem Vieh. In Prozent hört sich das nicht so schlimm an, in totalen Zahlen geht es in zehntausende Stück. Da gruselt es einen schon. Da sind auch keine Spaß- oder Hobbyleute am Werk, sondern zumindest angelernte Arbeiter, überwacht von studierten Veterinären.
 
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#47
Die Gesellschaft (er)duldet in Schlachthöfen eine Quote von nichtbetäubtem Vieh. In Prozent hört sich das nicht so schlimm an, in totalen Zahlen geht es in zehntausende Stück. Da gruselt es einen schon. Da sind auch keine Spaß- oder Hobbyleute am Werk, sondern zumindest angelernte Arbeiter, überwacht von studierten Veterinären.
Das wird nicht geduldet.
 
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#48
..., er erkennt einfach an, dass man sein Tun ständig reflektieren und sich den gesellschaftlichen und kulturellen Erfordernissen in angemessener Weise anpassen muss ...
Ich fahre Motorrad. Aus Spaß, seit Jahrzehnten, mit anderen Leuten, häufig ohne bestimmtes Ziel, ganz sicher ohne jede gesellschaftliche Notwendigkeit und nicht zum Zwecke der Dienstleistung gegenüber der Gesellschaft. Nur aus Freude an der Sache selbst.

Folgte ich Deiner Argumentationslogik, so gäbe mir der gesellschaftliche und kulturelle Mainstream wenigstens vor, diese Fahrten auf jenes unbedingt notwendige Maß zu beschränken, welches die einzelne Fahrt sinn- und zweckstiftend für die Gesellschaft macht.

Besser aber wäre - im Sinne Deiner Denkrichtung - ich ließe von diesem Tun ganz ab. Schließlich dient es ja nur meiner Zerstreuung und nicht dem Dienst an den kulturellen und gesellschaftlichen Erfordernissen.

Wo und wie wird eine solche Grundhaltung enden?

Die Welt wurde nie heftiger erschüttert, als in jenen Phasen, in welchen alle ihr Tun so reflektiert haben, dass es sich den jeweils aktuellen "gesellschaftlichen und kulturellen" Erfordernissen anpassten.
 
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#50
Weil man zumindest bei vernunftbegabten Menschen nicht mit dem albernen Versuch durchkommt, sie mit (nicht vermittelbaren) Scheinargumenten für dumm zu verkaufen.



Weil wir Jäger zur Ausübung unserer Passion politische Unterstützung nötig haben und deshalb auf ein gewisses Maß an Sympathie, oder besser auf ein möglichst geringes Maß an Ablehnung, durch die Bevölkerung angewiesen sind. Was glaubst Du, wird ständig schlechte Presse über "reine Spaßjäger", also Leute, die in freilebenden Tieren zuerst eine Zielscheibe sehen, auf dauer für politische und jagdrechtliche Auswirkungen haben? Stichwort "Kanton Genf"!



Eben - und die ändern sich!
Sogar recht schnell, wenn eine Interessengruppe, die gern Tiere erschießt, nur noch auf stur schaltet.



Genau das ist die Jagd nicht mehr, wenn man auf Tiere schießt, auf die nicht geschossen werden müsste, weil der erweiterte Sinn über reinen Jagdspaß hinaus fehlt!

Der Grund dafür ist die menschliche Fehlbarkeit. Wäre zu 100% sichergestellt, dass bei reiner Spaßjagd JEDER Schuss das Wild auf der Stelle schmerzfrei töten würde, könnte auch reine Spaßjagd als "ethisch sauber" bezeichnet werden. So ist es aber nicht. Deshalb muss man bei reiner Spaßjagd jedes krank geschossenen Wild als sinnloses Leid bezeichnen und das ist m. E. nicht gut vertretbar.



Das ist auch nicht nötig, es reicht ein Schnittmenge, bei der die verpachtenden Grundeigentümer ihre Flächen gut behandelt sehen, bei denen die Bevölkerung IHRE HERRENLOSEN freilebenden Tiere SINNVOLL bejagt und tierschutzgerecht behandelt sieht und bei der ein pachtender Jäger IMMER NOCH einen Nutzen in Form von Jagdspaß für seine Pachtsumme hat.



Nein, er erkennt einfach an, dass man sein Tun ständig reflektieren und sich den gesellschaftlichen und kulturellen Erfordernissen in angemessener Weise anpassen muss, wenn man den geliebten "Bloodsport" weiterhin erlaubt bekommen möchte.
Weder war ich bisher in.meinem langen Jägerleben auf einer "Spaßjagd" noch betreibe ich "bloodsport". Alle Jagden waren bisher direkte Umsetzung en behördlicher Vorgaben. Stichwort Abschussplan bzw. Quoten/ Lizenzen.
 
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#51
wenn man den geliebten "Bloodsport" weiterhin erlaubt bekommen möchte.
Das Jagdausübungsrecht ist an das Eigentum gebunden. So schnell wird da in der Fläche nix abgeschafft. Eher werden die Regeln auf ein Erreichen des nötigen fokussiert. Und das geht in der Fläche nicht mit zu bezahlenden Berufsjägern, da sind wir uns doch einig. Das Geld wird schlicht nicht da sein, und die potentiellen Arbeitnehmer noch weniger.
 
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#52
Nein. Es gibt auch Jagdgenossenschaften, die rechnen können. Und es werden mehr. Mit der aktuellen Aussicht auf zu schützende Kulturen und ASP wird sich das in vielen Gegenden eher noch beschleunigen.
Dann sollten sie besser mal anfangwn sich daran zu gewöhnen dass Dienstleister die Weisungsgebunden arbeiten Geld kosten.
 
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#56
Hauptsache ein ausgewogenes Altersklassen und Geschlechterverhältnis beim Rehwild. Unzählbar. :rolleyes:
 
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#57
Wie macht man das eigentlich bei Hasen? Die kann man doch so wunderbar zählen? Gibbet da auf die Pfoten, wenn ein Braver Rammler zuviel geschossen wurde?
 
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#58
Du das kann ich Dir auch rechtsschwarzökonomisch für den "bayerischen Mischwald" erklären und zwar ganz logisch.

Wir Bayern haben bei unserem Volkseigentum in der Ausprägung der Bayerischen Staatsforsten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust i. H. v. 36 Mio. Euronen schmerzlich erleiden müssen. Das hat vordergründig weniger etwas mit "Monokulturwald" zu tun, den soo monokulturlich sind wir in Bayern gar nicht überall, sondern mit der Trockenheit, den Stürmen und dem Borkenkäfer.

Natürlich haben wir auch viele Freizeitjunkies, darunter jede Menge (viel zu viele) Hobbyjäger, die durch ständige Hinausfahrerei bzw. Ansitzerei das Wild stressen, oft weit mehr als sonstige Erholungssuchende, die auch ein Recht haben, die Natur zu nutzen, wie auch die Hobbyjäger das wollen.

Vor allem aber sitzen die gerne gemütlich nach Feierabend an den Waldrändern an und erlegen das Wild dort, wo es eigentlich Ruhe vor den Jägern haben könnte, d. h. das Wild tritt immer später oder seltener bis gar nicht aus und verbeißt dann im Wald, wo es natürlich auch noch von anderen Naturnutzern gestört wird, wenn sich die nicht an die Regeln halten.

Dennoch müssen wir schauen, dass wir den Wald schützen und erhalten. Darüber hinaus brauchen wir in Zeiten des Klimawandels auch noch Holz als Rohstoff. Der Boss der Förster hat nämlich auch schon gesagt, dass die Nachfrage nach diesem wertvollen heimischen Rohstoff wieder anziehen wird.

Jetzt wollen wir in Bayern nachhaltig wirtschaften, d. h. wir wollen weniger Holz schlagen, als nachwächst. Ergo muss viel Holz wachsen und der neue Finanzvorstand hat keine viele Geld, sondern nur einen Haufen Schulden abzubauen.

Woher soll er also das viele Geld nehmen, welches nötig wäre, um die ganzen Zäune zu bauen, damit so viel WIld herangehegt werden könnte, wie wir für die vielen Jäger bräuchten? Die ganzen Bäume, die uns Hr. Söder zukommen lies, alle einzäunen, das ginge doch unmöglich.

Was machst denn Du, wenn Du kein Geld mehr hast? Du sparst dort, wo es Dir am Leichtesten fällt. Genauso wie der Waldeigentümer lässt Du lieber weg, was unnötig ist.

Schau, schon hast Du rechtsschwarzökonomisch gelernt, dass man am Besten dort spart, wo es am einfachsten ist und dem Ökosystem Wald tut es auch gut. ;)
So laut hab ich schon lange nicht gelacht ! Danke für die Persiflage ! Oder war das vielleicht doch keine ?:ROFLMAO:
 
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#59
Wie macht man das eigentlich bei Hasen? Die kann man doch so wunderbar zählen? Gibbet da auf die Pfoten, wenn ein Braver Rammler zuviel geschossen wurde?



Auch beim Hasen bewegen wir uns nicht im luftleeren Raum!
Wir müssen in Hessen z. B. die Hasen im Frühjahr und im Herbst zählen, und nach der Auswertung der Zählergebnisse im Herbst (Zuwachs) richtet sich die Anzahl der erlegbaren Hasen!
Die vorliegenden Daten zeigen, das die maximal möglichen Hasenstrecken in Hessen nicht ausgenutzt wurden und werden!
Also nix mit "ein Braver Rammler zuviel geschossen"!
Das nenne ich mal, im Gegensatz zum sonst hier von einigen häufig gerne nur faktenbefreit kolpotiertem Begriff "Wildtiermanagement", ein wissenschaftlich fundiertes Agieren im Umgang mit Wildtieren und eine auf Fakten basierte, sinnvolle (den inflationär benutzten Begriff "nachhaltig" wähle ich bewusst nicht) Bejagung von Wildtieren!
Kann man übrigens auch alles unter Wildtiermonitoring Hessen ergoogeln und nachlesen!
 
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#60
Du hast die Zielrichtung meiner Frage fehlinterpretiert. Warum achtet man bei Hasen (Beispiel) im Gegensatz zu anderen Wildarten weder auf Geschlecht noch Altersklasse? Und warum gedeihen die Hasenpopulationen trotzdem?
 
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