Rat zum Tot-verbell Training

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Das kann vielleicht ein versierter Führer von Bracken oder anderen Hunden der Folge beantworten. Da habe ich keine Erfahrung sammeln können . Ich habe vor allem in Niederwildregionen gejagt. Jeder Hundeführer wird doch immer versuchen, mit seinem Hund eine für beide passende Methode zu finden. Meine Lehrmeister haben mich immer dazu angehalten weiter zu üben, wenn es nicht so klappen wollte. Man muss einen Durchhaltewillen entwickeln und natürlich ausreichend Möglichkeiten für den Hund schaffen.
 
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Das kann vielleicht ein versierter Führer von Bracken oder anderen Hunden der Folge beantworten. Da habe ich keine Erfahrung sammeln können . Ich habe vor allem in Niederwildregionen gejagt. Jeder Hundeführer wird doch immer versuchen, mit seinem Hund eine für beide passende Methode zu finden. Meine Lehrmeister haben mich immer dazu angehalten weiter zu üben, wenn es nicht so klappen wollte. Man muss einen Durchhaltewillen entwickeln und natürlich ausreichend Möglichkeiten für den Hund schaffen.

"Ein versierter Führer von Bracken oder anderen Hunden der Folge" wird das nicht beantworten, weil sich "ein versierter Führer von Bracken oder anderen Hunden der Folge" eher nicht mit derartigen jagdlichen "Agility-Spielchen" aufhält!
 
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Als Student hatte ich eine Klm-Hündin zur Nachsuche, auf damals nur Rehwild, ausgebildet. Ein Nachbar beschoss einen schwarzen Rehbock, der aber leider nachgesucht werden musste. Nun war ich als junger Mann gefragt. Hund findet den laufkranken Bock... geschnallt ...weg waren beide. Nun war guter Rat teuer. Wir suchten in der ungefähren Richtung der Hetze. Nach ca. 10 Minuten Horchen und Suchen kommt ein Spaziergänger und erzählt von einem Hundegebell im Dickicht ca. 1 km entfernt im Bruchgelände. Wir natürlich dort nachgeschaut und hören die Hündin . Sie umkreiste das verendete Wild und gab Laut, als wenn sie eine Katze auf dem Baum verbellte und mich rief. Daraus hat sich bei mir damals die Idee entwickelt, dieses Verbellen zu nutzen. Ich habe dann Apportiergegenstände hochgelegt und es hat nicht langer Übungen bedurft bis diese Hündin verknüpfte....Hilfe zu rufen. Erst war es mehr ein Jaulen aus Verzweiflung...sie wollte/musste ja unbedingt apportieren ...später war es ein Verbellen. Mit dieser Hündin hatte ich aber auch sonst ein unwahrscheinlich gutes Einvernehmen. Leider war ihre Raubzeugschärfe nicht ausgeprägt. Aber sie hatte ja mich als Helfer. Später hatten wir etwas Schwarzwild. Da musste ja ein Jagdterrier angeschafft und abgeführt werden. Diese Hündin hat auch sehr schnell verknüpft . Was ich nicht bringen kann.... Herrchen rufen. Es war aber nur ein Jaulen. Sie hat einfach immer selbst alles erledigen wollen. Jagdterrier sind wohl so...selbst ist der Hund. Später dann DK und DL sowie DD ausgebildet. Alle über den Apport haben bald begriffen ....was ich nicht bringen kann ... Jagdkumpel holen. Daraus hat sich dann bei vielen Jagdgelegenheiten ein Verweisen , mal als Bringselverweiser oder eben heute dann das Hin- und Herpendeln als Verweiser ergeben. Wie ich schon früher erwähnte...heute schnalle ich den Hund nur noch mit mulmigem Gefühl wegen der Jagd im Wolfsgebiet.


Man darf übrigens durchaus erstaunt sein...

Ob dem Lehrer denn eigentlich bewusst ist, was Totverbellen überhaupt ist???

Wohl eher nicht, liest man die obigen Zeilen. Wie kommen ich ansonsten auf den Gedanken, einem "Natur-Totverbeller" das Totverbellen über Spielchen mit Apportiergegenständen beibringen zu wollen??? :what:
 
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Die Spielchen haben dem BWL-Studenten aber großen Spaß und Erfolg auf der Jagd gebracht.... Ich find es lustig hier.
 
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Erfolge bei der Jagd sind sicherlich nicht dadurch zu erziehlen, dass man Totverbeller einsetzt :cool:
 
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Totverbellen ist die Weiterführung des Apports. Was der Hund nicht tragen kann, wird verbellt.


Aha, werde immer irritierter! Totverbellen hat ja wohl irgendetwas mit der Nachsuche zu tun - habe ich zumindest in Lehrbüchern gelesen. Habe mich gerade mal bei einem Nachsuchenführer erkundigt - seine Hunde apportieren nicht und verbellen auch nicht "tot"! Wenn sie ausnahmsweise alleine an das verendete Stück kommen, dann fangen sie einfach an zu fressen (so die Aussage)!
 
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Der Totverbeller

Voraussetzung
1. Hund
lockerer unangestrengter voller Hals, wesensfest und nervenstark

2. Führer
geduldig, bereit sehr viel Zeit zu investieren, konsequent, in der Lage sich in den Hund und sein Wesen hineinzudenken ( nicht unbedingt für Erstlingsführer geeignet)

Ablauf
1. Erziehung zur absoluten Sauberkeit am Wild (Decke/Schwarte) zupfen, rupfen, oder lecken darf unter keinen Umständen geduldet werden.

2. bedingungsloses Verbleiben am Stück "HALT" gegf. "Halt voran" zurück zum Stück.

3.animieren zum Lautgeben durch Brocken, Futterschüssel, Lob und Stimmlage bis zum Verstehen des Begriffs "gib oder sags Laut" dann auch Einfordern durch Zwang. Jede Trainingseinheit mit einem Erfolg beenden. Auch einmal mit wenig zufrieden geben und Rückschläge einkalkulieren.

4.den Hund zur Rehdecke führen und zum verbellen bringen.

5.das Kommando "zum Bock" durch hinführen an der kurzen später an der langen Leine lernen.

6.Entfernung langsam vergrößern und darauf achten, das sich der Hund hinter die Decke stellt oder setzt (nicht legt) und auf das Kommando "sags laut" unverzüglich in die Richtung seines Herrn bellt (ihn ruft)

7.bis der Hund freudig zur Decke läuft und selbständig mit bellen beginnt, ohne das Sichtkontakt zum Herrn besteht, wird Monate dauern. Wie bereits geschrieben mit geringen Fortschritten zufrieden geben und auch einmal ein oder zwei Stufen zurückgreifen.

8.Dauer des Verbellens bis zu einer1/2 Stunde und länger steigern.

9.Jede Möglichkeit, am frisch erlegten Stück zu üben, nutzen.
Allgemeines

Die Abrichtung zum verlässlichen Totverbeller wird bei fast täglichem üben bis zu 2 Jahre dauern. WICHTIG:
solange der Hund nicht freudig zum Stück (Decke) läuft und ebenso freudig und anhaltend verbellt, nicht mit künstlicher oder natürlicher Rotfährte verbinden. Die Riemenarbeit würde darunter leiden da am Ende ein "MUSS" auf unseren Lehrling wartet.

Gruß und Waidmannsheil

Sinn oder Unsinn des Totverbellers ergibt sich aus den Revierverhältnissen.

Ich habe einen zur Prüfung geführt und er hat bestanden.

War deutlich mehr Arbeit nur das Totverbellen als die gesamte VGP zusammen.

Ich werde eher die Verbandsschweisprüfung im I Preis bestehen und dafür weniger Üben müssen.

Es mag Hunde geben die es aus Veranlagung tun, sie sind selten und noch seltener verbellt davon einer über 10 Minuten.

Es ist eine Dressurarbeit die aus meiner Sicht ohne Zwang nur selten funktioniert.

Maria hat das Grundprinzip gut dargestellt.

Übrigens ist der Unterschied zwischen Totverbeller und Bringselverweiser ungefähr wie Elbphilharmonie mit der Heimatbühne.:lol:
 
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Erfolge bei der Jagd sind sicherlich nicht dadurch zu erziehlen, dass man Totverbeller einsetzt :cool:
Anfang Januar DJ in einem Revier der Bayrischen Staatsforsten. Ein Bekannter meines Vaters ist Angrenzer. Am Tag danach wird unser DL an der Reviergrenze zur freien Suche geschnallt. Ergebnis nach ca. 2 Stunden: 3 verluderte Rehe mit schlechten Schüssen die ohne den verläßlichen Totverbeller nicht gefunden worden wären.
Nur soviel zur Praxistauglichkeit.
 
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...... die wären bei sachgerechter Nachsuche mit ziemlicher Sicherheit in verwertbarem Zustand gefunden worden!
Die bösen Staatsförster!

Wenn es tatsächlich so war, wäre das Grund für eine gerechtfertigte Anzeige!
 
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Anfang Januar DJ in einem Revier der Bayrischen Staatsforsten. Ein Bekannter meines Vaters ist Angrenzer. Am Tag danach wird unser DL an der Reviergrenze zur freien Suche geschnallt. Ergebnis nach ca. 2 Stunden: 3 verluderte Rehe mit schlechten Schüssen die ohne den verläßlichen Totverbeller nicht gefunden worden wären.
Nur soviel zur Praxistauglichkeit.

na klar, ein verweiser hätte die nie gefunden :-D :-D :-D
 
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Ein bisschen Spaß darf sein .......... aber waidgerechtes Jagen kommt nicht von allein. Es führen auch wohl viele Wege zum Ziel.;-)
 
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Der Totverbeller
Voraussetzung
1. ...
2. ...

Ablauf
1. ...
2. ...
3. ...
4. ...
5. ...
6. ...
7. ...
8. ...
9....

Allgemeines

Die Abrichtung zum verlässlichen Totverbeller wird bei fast täglichem üben bis zu 2 Jahre dauern. WICHTIG:
...


Einarbeitung für die "einfachere" Nachsuche/Totsuche in Form der Arbeit am langen Riemen durch einen "brauchbaren" Jagdhund: 1/2 Jahr, beginnend ungefähr in dem Alter, in dem der o.g. Ablauf Nr. 1. und 2. ebenfalls startet.

Weshalb sollte irgend ein/e klar denkender Jäger/In sich also derartigen "Spielchen" hingeben? Ich versteh´s einfach nicht, vielleicht kann mich Jemand aufklären...

Und zum Vergleich Elbphilharmonie vs. Heimatbühne: Ja, das trifft´s fast - wobei "Elbphilharmonie" in diesem Fall für "Kunst nur der Kunst wegen" steht, weitgehend ohne Praxisbezug!
 
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Auch einen Totverbeller muß man zu führen wissen.
Was hilft es einem, wenn er in sich in irgendeiner Klinge die Seele aus dem Hals kläfft und Du ihn nicht hörst.
Mein alter DJT hat auch angewölft totverbellt.
Man kann es nutzen, wenn einem Anschuß oder Schweißfährte sagen, daß es nicht oder nicht mehr lange dauern kann und man sich selber Zeit oder Wege sparen will. Ein Zeichen wären zum Beispiel, sich zunehmend verkürzende Wundbettabstände. Aber auch dabei ist es sicher schon oft zu Irrtümern gekommen.
Man kann aber durchaus auch Gefahr laufen, daß der Hund das Wild noch lebend antrifft und böse geschlagen wird oder sich die Suche durch Aufmachen aus dem Wundbett deutlich verlängert.
Ein unerfahrener Nachsuchenführer kann mit einem Totverbeller vieles falsch machen.
Ich komme lieber mit meinem Hund zusammen beim Stück an, auch wenn es manchmal etwas mühselig ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Auch einen Totverbeller muß man zu führen wissen.
Was hilft es einem, wenn er in sich in irgendeiner Klinge die Seele aus dem Hals kläfft und Du ihn nicht hörst.
Mein alter DJT hat auch angewölft totverbellt.
Man kann es nutzen, wenn einem Anschuß oder Schweißfährte sagen, daß es nicht oder nicht mehr lange dauern kann und man sich selber Zeit oder Wege sparen will.

Den Satz verstehe ich nicht, bin vielleicht zu doof dazu; aber wenn ich am Anschuss oder im Verlauf der Fährte merke, "daß es nicht oder nicht mehr lange dauern kann", was spare ich dann an Zeit und/oder Weg? Zum Stück muss ich doch sowieso?!?!

Ein Zeichen wären zum Beispiel, sich zunehmend verkürzende Wundbettabstände. Aber auch dabei ist es sicher schon oft zu Irrtümern gekommen.
Man kann aber durchaus auch Gefahr laufen, daß der Hund das Wild noch lebend antrifft und böse geschlagen wird oder sich die Suche durch Aufmachen aus dem Wundbett deutlich verlängert.

DAS passiert natürlich ziemlich regelmäßig auch dann, wenn man mit dem Hund zusammen an das (noch lebende) Stück kommt...

Ein unerfahrener Nachsuchenführer kann mit einem Totverbeller vieles falsch machen.

ein Grund mehr, einen solchen Quatsch einfach Sport-/Prüfungsführern zu überlassen...

Ich komme lieber mit meinem Hund zusammen beim Stück an, auch wenn es manchmal etwas mühselig ist.

so ist das wohl...
 
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