Raubwild 2019/2020

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Die Schonzeit ist schon fast da. Innerlich schon lange mit dem Winter abgeschlossen, saß ich gestern mal wieder bei sehr tristem Wetter im Büro.
Regen über Regen. Die Wintermonde konnte ich nicht sonderlich gut nutzen, jedoch konnte ich wenigstens an den Luderplätzen den ein oder anderen Räuber bekommen. Wie das so ist als Begeher, man muss ja auch drauf achten, dass die Sauen nicht den kompletten Weizen oder die Wiesen umdrehen. Da hängt die gezielte Raubwildjagd leider manchmal hinterher.

In der Mittagspause wanderte der Blick erneut nach draußen und, oh Wunder, jetzt regnet es so viel, dass die Wolken tatsächlich mit vom Himmel fallen. ;)

Der neue Kollege vom afrikanischen Kontinent war ganz verblüfft: „ I’ve never seen snow before.“ Naja. Ich hatte ihn diesen Winter auch nur im Skiurlaub in Österreich gesehen. Hier im Südwesten zwischen Eifel und Mosel nichts. :cautious: Es wurde mehr und mehr. Nur bei 2-3°C ist das nicht so schön. Die Luft weiß, die Erde grün/braun. Die Hoffnung versucht sich gegen die Ernüchterung.

Gegen 15 Uhr wurde der Boden gezuckert. “Sollte das doch noch was werden?“ Ich versuchte mich immer noch in meiner Euphorie zu bremsen. Muss ich ja auch noch die 30km nach Hause. Da kann das ja alles wieder anders aussehen. 16.15 fiel der Hammer. In den Straßen der Stadt mal vorerst wenig bis garkein Schnee.

Jedoch wurde es immer mehr und zu Hause hab ich mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd!:love: Erstmal Schnee geschippt vorm Haus. Klamotten an und ab ins Revier. Das sind zum Glück nur 3 Minuten. Alles weiß, ca. 3-5 cm. Kirrung kontrolliert und geschaut, wo der Wind für heute Abend passt. An der Pferdekoppel leider nicht. Nordwest, wo gibt’s denn sowas….Plan ist trotzdem geschmiedet. Heute geh ich erst heim, wenn ein roter Freibeuter zur Strecke kommt.

Um kurz vor 19 Uhr mach ich mich auf den Weg. Die eben noch weißen Straßen sind doch schon wieder besser befahrbar. Es regnet wieder. Man merkt deutlich, dass es stark taut. Rauf auf die Kanzel, rein in den Ansitzsack und die .223 in Schussrichtung ausgerichtet. Die Familie ist auch schon unterwegs und sitzt, sagt die Whatsapp Jagdgruppe.:geek:

Erster Blick durch die Wärmebildkamera: Ernüchterung…bei der kaltnassen Witterung erkennt man nur grau und warm. Keine Konturen. Ist ja hell genug, denke ich mir und lege die Kamera zur Seite. Keine Minute später erscheint auf 60m ein Schatten und will über die 25m breite Schneise Richtung Schwarzdorn wechseln.
Die Waffe wandert sofort in den Anschlag – FUCHS! Mitfahren, entsichern und Pfiff, platsch – das TM Geschoss macht seine Arbeit und der Rüde lässt nach 2 Sekunden die Lunte in den Schnee fallen. Ich bleibe noch etwas im Anschlag, sichere wieder und beginne mächtig zu zittern. Wow, ging das schnell. Keine 10 Minuten auf dem Sitz. Ich denke meine Freude können einige hier nachvollziehen.

Die Zeit vergeht, ein Bruder hat mittlerweile zwei Rote auf der Habenseite, der andere noch garkeinen Anblick. Der Wind dreht und steht nun nicht mehr ganz so gut. :rolleyes::poop: Ein weiterer Fuchs um kurz vor 9 zeigt mir dies auch und kommt nicht erst auf die Fläche, sondern verzieht sich im Gestrüpp nach hinten – kein Chance. Der hatte wohl was mitbekommen. Ich baume ab, bringe den Ansitzsack ans Auto und schnappe mir meinen Pirschstock. Die Schwarzdorn umschlagen, öffnet sich einen Senke mit einer Weide. Darauf ist nichts zu sehen. Das ist schon mal gut. Ich richte mich vor einem kleinen Busch ein, damit meine Silhouette nicht ganz gegen den Horizont zu sehen ist. Der Blatter aus Rehbockgehörn ;)wandert in den Mund und ich versuche mal wieder einen Hasen sterben zu lassen. Es Dauert keine 5 Sekunden und aus dem Gestrüpp am unteren Ende sprintet ein Schatten auf mich zu. Als er kurz überriegelt ist, mach ich mich fertig. Fuchs oder Hase?

Da kommt er, FUCHS. Er sichert spitz auf 50m. Zum zweiten mal an diesem Abend geht das kleine Geschoss auf die Reise und lässt mich auch mit einem satten Kugelschlag wissen, das es sicher auf dem Stich der kleinen Fähe eingeschlagen ist. Diese hat davon nichts mehr vernommen und liegt in ihrer Fährte verendet. Ich kanns kaum fassen, dass es mal wieder mit der Klage funktioniert hat. Kein Ausschuss macht die Fähe zu einem guten Objekt für die Hundeausbildung.

Danach nehme ich auch den Rüden in Besitz. Das Fell um Fang und Lichter sieht schwer zerrupft aus und es fehlt. Ich vermute Kampf und Bisspuren durch die Ranz. Räude zeigt sich doch meist zuerst an der Lunte oder?

Der weitere Abend bringt auf meiner Pirsch nur noch zwei Füchse jenseits der bzw. meiner Reichweite und auch Hasenklage oder Vogelangstgeschrei bringen die beiden nicht nah.
So endet die Raubwildsaison für mich mit 24 Roten. Mein persönliches Ziel knapp verpasst, warte ich nun auf den Mai. Die Story ist nun etwas länger, und viel eher über meine Gefühlswelt als vom Jagen, allerdings wollte ich sie euch doch nicht vorenthalten und mein Glück von gestern gerne teilen.

Anbei einige wenige Bilder. Die zwei im Schnee von gestern Abend.
 

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Ich sehe nur noch sehr wenige Füchse , Januar/Februar 2019 dachte man es gäbe einen eBay Fuchshändler im Revier , dieses Jahr sieht man mal einen .... es wurden aber auch gute 100 zu zweit erlegt ausserhalb der Schonzeit . mal sehen wie das mit dem Feldhasen wird
 
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