Rebhühner haben zu wenig Lebensraum

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Um jedes größere Feldgehölz oder parallel zum Waldrand muss man eine Abstandszone von mindestens 200 m ziehen, die eigentlich kein Hühnerlebensraum sind.
Zuerst mal ein Problem in dem ganzen Zshg.: 1. Der beste Wille taugt nichts,wenn erstmal der Biotop einen Bestand nicht wirklich hergibt.Inseldenken bringt auf Dauer nichts !2. Der Versuch,Feldhühner anzusiedeln funzt nicht,wenn es eine gutgewollte Einzelaktion bleibt. 3.Feldhuhnbestände auf Dauer zu erhalten,bedarf ein totales Umdenken der Landwirtschafts-,Naturschutz- und Förderpolitik.
4. Da z.Z. kaum zu erwarten ist,daß sich von Brüssel her da was Grundlegendes ändern wird,sind alle derartigen Versuche langfristig zum Scheidern verurteilt und rausgeschmissenes Geld.5.Dies trifft übrigens auf die gesamte Niederwildhege zu. 6. Was der einzelne Enthusiast tun kann,ist Raubwildbejagung,die den ganzen Negativprozeß hinausschiebt,in der Hoffnung,daß irgendwann bei den Entscheidungsträgern eine erkenntnis reift. Und das kann dauern oder bleibt ein frommer Wunsch.
So einfach kann man es sich ja auch machen. Nur als Beispiel: Der Fasan war bei uns nachweislich seit 27 Jahren ausgestorben. Heute haben wir einen Besatz der sich selbst trägt und eine Nutzung ermöglicht. Natürlich keine Bombenfasanenjagd, sondern einfach Edelsteine auf der bunten Strecke. Auch hier gab es genug Unkenrufe, Ausreden von Reichsbedenkenträgern.
Bei den Hühnern ist es komplizierter, da hat das Greening 2015 den Genickschlag versetzt. Von der Landwirtschaft braucht man nix erwarten. Selbst wenn Landwirte wollen, scheitern sie an einer hirnrissigen Bürokratie. Nun, dann muss man eben andere Flächen mobilsieren, sog. "eh da" Flächen. Wir haben eine städtische Fläche mit Buntbrache ohne dass da irgendwer mitschnabelt. Dann eine Ausgleichsfläche für Industrieerweiterung. Heuer bekommen wir den Lagerplatz/Abraumplatz eines Steinbruches welcher nicht mehr benötigt wird.
 
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12m und mit Raupenfahrwerk, auf der Straße bis 4O kmh, Der Drescher wird von 2 Betrieben genutzt und mäht jede Ernte um 1.OOO ha. Getreide, Raps, Erbsen, Bohnen, Sonnenblumen und in diesem Jahr evtl. auch Körnermais?




Bei uns kommen Sie mit 3 von den Riesen. Aaaaaber, gedroschen wird bei uns ( Gott sei Dank) nur im hellen. Meist ist der Schlag auch an dem Tag runter. Ausser bei dem 120ha Maisschlag, der hat 3 Tage gedauert aber da war auch so 21.00 Schluss mit mähen.
 
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Die letzten Sommer setzte Abends kein Tau ein, da wurde meistens bis Mitternacht gemäht. Mein Mitpächter und sein Sohn, halten dann auch mal an und versuchen etwas zu verscheuchen, aber so taghell, wie der Tisch durch LED beleuchtet wird, sind die Taubengroßen geblendet.
 
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12m und mit Raupenfahrwerk, auf der Straße bis 4O kmh, Der Drescher wird von 2 Betrieben genutzt und mäht jede Ernte um 1.OOO ha. Getreide, Raps, Erbsen, Bohnen, Sonnenblumen und in diesem Jahr evtl. auch Körnermais?
Siehst Du, ich bin ein kleiner armer Bauer, wir haben nur einen MEDION 310 mit 4.5 m Schneidwerk, da hat man deutlich weniger Probleme damit.
 
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Der Eine hat einen großen Lexion, der Andere hat Reithallen, so hat jeder eine andere Ausrichtung. Mein Mitpächter hält den immer 3 Ernten, dann hat der ca. 3OOO ha gesehen und die Bleche werden dünn etc.
 
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Um jedes größere Feldgehölz oder parallel zum Waldrand muss man eine Abstandszone von mindestens 200 m ziehen, die eigentlich kein Hühnerlebensraum sind.

So einfach kann man es sich ja auch machen. Nur als Beispiel: Der Fasan war bei uns nachweislich seit 27 Jahren ausgestorben. Heute haben wir einen Besatz der sich selbst trägt und eine Nutzung ermöglicht. Natürlich keine Bombenfasanenjagd, sondern einfach Edelsteine auf der bunten Strecke. Auch hier gab es genug Unkenrufe, Ausreden von Reichsbedenkenträgern.
Bei den Hühnern ist es komplizierter, da hat das Greening 2015 den Genickschlag versetzt. Von der Landwirtschaft braucht man nix erwarten. Selbst wenn Landwirte wollen, scheitern sie an einer hirnrissigen Bürokratie. Nun, dann muss man eben andere Flächen mobilsieren, sog. "eh da" Flächen. Wir haben eine städtische Fläche mit Buntbrache ohne dass da irgendwer mitschnabelt. Dann eine Ausgleichsfläche für Industrieerweiterung. Heuer bekommen wir den Lagerplatz/Abraumplatz eines Steinbruches welcher nicht mehr benötigt wird.
Du bist ein hervorragender Kenner der Materie ,aber vermutlich kein Stratege.Deine lobenswerten Aktionen bezüglich Fasan z.B. ,kann man nicht hoch genug anerkennen,aber sie bleiben immer nur das,was Inseldenken ausmacht,nämlich eine Wildart auf einer Insel zu etablieren und dort dann einigermaßen aufrecht zu erhalten. Bei Fasan und Kanin hab ich mich auch schon versucht und Teilerfolge erreicht,die lediglich örtlich begrenzt wirkten und wirken,in steten Auf und Ab. Bleibt man da nicht dran,ists bald vorbei mit der Herrlichkeit. Das kann aber nicht Sinn und Sache von Bestandssicherung bis zu Bestandsvermehrung sein ! Und beim Rebhuhn,das weißt Du genau,ist die BestandsERHALTUNG unter den jetzigen Bedingungen auf Dauer großflächig nicht machbar.Es muß ein generelles Umdenken vorgenommen und landwirtschaftspolitisch und Umweltpolitisch Einfluß geltend gemacht werden. das ganze System der Europäischen Fördertöpfe steht da z.Z. einer positiven Entwicklung im Wege. Potential wäre genug da. Allein in meinem Pachtrevier könnten im 6.Jahr 40ha tote Schwarzbrache niederwildgerecht umgestaltet werden.Ehemalige Feldwege,meist im Gemeindebesitz, könnten
zu Hecken und Remiesen umgestaltet werden und ,und,und...Erst dann kann man den Nachbarn auf den Schlips treten und zum Mitmachen animieren. Dann lohnen sich auch wirklich Aussetzaktionen und jegliche Bestandsmaßnahmen mit Erfolg.
 
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Wie viele Tierarten haben wir, die nur auf einer "Insel" vorkommen? Eigentlich egal wenn es genug Inseln gibt. Kaninchen hatten wir früher hier auch nur inselhaft. Flächendeckend werden wir keine Hühner wie vor 50 Jahren haben. Aber man kann auch bei solchen Inselaktionen was lernen, z.B. das es funktioniert. Wenn ich dann Details über die ganzen Aktionen sehe, welche mißlungen sind, dann wurden einfach Grundsätze missachtet. So zum Beispiel den direkten Zusammenhang zwischen mehrjährigen Buntbrachen und Hühnern. Wir hatten um die Stadt davon 40 ha überwiegend LR I. Der Hühnerbestand ist steil nach oben. Da müssen wir ansetzen und es ist nicht notwendig die Landwirte wieder mit dem Pferdepflug in die Dreifelderwirtschaft zu treiben.
Man kann es sich auch einfach machen: "Geht nicht, wird nix, hama schon probiert" und noch jede Menge Ausreden als Futter für den inneren Schweinehund.
Also gut, vielleicht legt irgendwann was mir den Schalter um. Ja vielleicht verschwinden die Hühner dann wieder. Aber es bleibt die Tatsache, das es funktioniert hat. Mit den Teilflächen anggrenzender Reviere kommen schon so 2.000 ha Feld zusammen. Und es wird ein Niederwildbegeisterter - der vielleicht jetzt noch die Windeln schei...t - diese Erkenntnis aufnehmen und zu neuen Leben verhelfen.

Wie hoch ist er Anteil von Zweiflern, Reichsbedenkenträgern im Gegensatz zu Machern? Ich denke das ist das Hauptproblem welches das Niederwild hat.

Dieses Video hatten wir hier schon mal verlinkt die Tage:
Auch ein Macher! Hat jetzt mehr Hasen als in den "seeligen Zeiten"!
bei uns übrigens auch so. Und auch bei uns wimmelt es nur so von bösen Bauern. Das Offenland hat Luft nach oben, nicht nur bildlich. Ja es könnte vieles besser laufen, oder lief mal besser. Auf was warten? Das den ganzen landw. Bürokraten ein Licht aufgeht?
Bevor ich mich selbst bemitleide, versuche ich mein ganzes Leben schon diesen Umstand abzustellen bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen.
 
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Wenn ich eine anständige Herkunft hätte, würde ich erstmal noch einen Grundantrag AUM „doppelter Saatreihenabstand ohne Pflanzenschutz“ stellen.
Nur macht das nur Sinn, wenn ich gute Feldhühner finde.
Ach so meine Voliere ist eine sechs Meter hohe Flugvoliere.
Ich sagte ja, es gibt keine zu kaufen. Man muss sehen wie man an Wildgelege rankommt. Dann ist die Haltung der Hühner alles andere als einfach. So als Kind hab ich mich immer bei den alten Ziergeflügelzüchtern rumgetrieben. "Bub merk Dir Huhn und Hase sind am schwersten zu halten von allem Wild". Naja die Raufusshühner sind noch ein paar Etagen höher in Sachen Anspruch. Es genügt nicht, einfach eine Voliere zu besetzen. Waren dort mal Fasane oder andere Hühnervögel? Kannst vergessen, die Larven des Luftröhrenwurmes halten im Regenwurm vier Jahre aus.
Ich denke mal dass ein Anfänger ohne Grundkenntnisse in der Ziergeflügelzucht so drei Jahre braucht, bis er einen Fuß in die Tür bekommt. Nebenbei vielleicht Haltung von Zwerghühnern zum Brüten.
Küken aus ausgemähten Gelegen sauber und trocken aufziehen
Dann in eine Grünvoliere die auf "frischen Boden"aufgestellt ist.
Das Überwintern der Zuchthühner erfolgt wegen der Parasiten unter Dach. Dann sollte man sich überlegen wo man anderes Blut noch herbekommt.
Ab Mitte Februar beginnt in der Voliere Mord und Totschlag, also müssen die Paare getrennt werden. So werden sie bis zum Umsetzen in die Brutvoliere gehalten. Jedes Paar eine Voliere zum Halten für den Rest des Winters und dann eine extra Brutvoliere. Diese sollten ungestört liegen. Meine Wildfangnachzuchten toben wie wild wenn ich hingehe.
Aufzucht der Junghühner mit den Altvögeln, artgerechte Nahrung.....
Also wenn ich alles zusammenrechne, dann glaube ich nicht dass ein Junghuhn auf unter 50 Euro kommt.
Na klar kann ich auch mit Kunstbrut arbeiten, einmal geht das schon. Aber auch da sind Spezialkenntnisse notwendig, einschalten und Eier kochen geht schief. Hausgeflügel zu brüten ist einfach.
Meine alten Zuchtvolieren für Hühner: 3 x 3 x 1,40, oben Netz mit StromzaunIMG_3945.JPG
Die Inneneinrichtung:IMG_3947.JPG
Hier für die Fasane mit Büschen im Hintergrund
IMG_4107.JPG
Hier die Aufzuchtvoliere für Jungfasane und -rebhühner aus Ammenbrut. Da kommt mir keine Haushuhnglucke mit rein. 6 x 6 x 2 m
IMG_5452.JPG
Die neue Generation für die Zuchthühner: Silonetz hat sich bewährt. Oben Netz mit Maschenweite 2 x 2 cm denn Spatzen dürfen wie auch immer keine reinkommen.IMG_6880.JPG
Jetzt im Frühahr ist der Kleintiermarkt mit Anfragen nach Rebhuhnbruteiern übervoll, bekomme wöchtentlich Anfragen. Ja ich mache den ganzen Zirkus und verkaufe dann Eier für 2,50 Euro das Stück und die Post schlägt neuerdings alles kaputt und es gibt nur Scherereien mit dem Käufer. Die Hühner stammen meist aus den Niederlanden.
 
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Wir haben ohne zusätzliche Fütterung permanent Rebhühner im Revier.
Die Bilder sind vom letzten Sommer.
Das mit der Fütterung soll noch geändert werden. Die Zeit ist aber leider begrenzt.

IMG_20200822_195620.jpg
IMG_20200608_125432.jpg
 
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Wenn die Zuckerrüben gerodet werden, dürften Fasanengesperre und Hühnervölker groß genug sein und eher rechtzeitig verstreichen :unsure:
Dann sprich mal mit einem Roder Fahrer der ehrlich ist. Die Hühnervögel sitzen gut gedeckt unter den Rübenblättern und wenn der Roder dann da ist, sind die von dem hellen Licht geblendet und bleiben sitzen, natürlich werden auch welche weg kommen, aber ein Teil findet hier seinen Tod, gerade Nachgelege sind davon betroffen weil sie eben noch kleiner sind.
 
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Okay GB wird immer angeführt. Was glaubt Ihr wieviel Jungfasane oder -hühner kommen im Land der Dauerpisse aus Naturbrut und wie viele werden ausgesetzt?
Ausgesetzte Vögel kann ich auf Automaten und Pressfutter prägen. Also schon mal gute Voraussetzungen.

In der Natur fresssen Rebhuhnküken das was ihnen die Alten zeigen. Das sind nur lebende Insekten, die sich noch bewegen. In der Frühe wenn sie noch klamm sind, geht es leicht. Oder wenn sie halb vergiftet sind (Rapskäfer) und sich noch ein wenig bewegen. Tote Insekten werden normal auch nicht genommen oder nur selten. Woher soll das Rebhuhn wissen, das die Würstchen aus dem Automat nahrhaft und auch noch "gesund" (Kokzidenmittel) sind?
Wilde Hühner könnnte man im Winter durch Beimischung prägen, wenn sie an den Automaten hingehen.

Rebhuhnküken fressen vom ersten Tag an unheimlich viel Grünäsung. Aber sie wachsen damit halt nicht. Dazu braucht es Insekten. Habe zu diesem Zweck auch schon mal mit Genehmigung Feldraine abgebrannt. In Bulgarien waren die Hühner immer auf den abgeflammten Flächen zu finden, bzw. jede Menge Gestüber.

Auch hier muss es eine Prägung durch die Alten geben. Aber was ist wenn diese kein Pressfutter nehmen?

Achja noch was zur Raubwildbejagung eines Gamekeepers: Ich denke mal die Schonzeiten fürs Raubwild sind dort "leicht überschaubar". Habichte gab es früher wenig, aber ich hab in Schottland einen gesehen, der beim Frettieren mitmachen wollte. In Südengland hat mir einer fast den Hut wegeflogen beim Ansitz auf Grauhörnchen. Hat im Feldgehölz auf 5 Fasanhennen gewartet die dort aufbaumen wollten, was nicht immer von Vorteil ist. Also es gibt auch welche.
 
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Ob GB mit seiner Vielzahl an Fasanerien jetzt als Beispiel für nachhaltige Hege taugt ;) Wir können kleine Verbesserungen des Lebensraums vornehmen, Zurück drehen können wir die Zeit nicht, weder werden die Felder wieder kleiner, noch wird es wieder Futterbau und Weideland , in Landstrichen ohne Viehhaltung, geben. Prädatorenjagd Fuchs, Dachs, Waschbär, aber mit jagdlichen Mitteln, konnten Wir weder die räumliche Ausbreitung der Sauen, noch der Waschbären unterbinden.
 
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Meine Voliere sieht derzeit so aus. Der Schnee hat das Netz zerrissen, das muss neu und ich ersetze gerade das Holzhäuschen zum Aufziehen der Küken gegen eine etwas robustere Variante.
Für Fasane habe ich die seit ein paar Jahren schon nicht mehr gebraucht, da die sich im Feld sehr gut selbst vermehren.
 
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