Rechnungshof entlarvt "Lübecker Modell extensiver Waldbewirtschaftung als Flop

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AW: Rechnungshof entlarvt "Lübecker Modell extensiver Waldbewirtschaftung als Flop

Das hat ziemlich lange gedauert, ich war im Referendariat* mal dort, der betreuende Förster war nur dienstlich begeistert vom Konzept.:unbelievable:
Die ertragreichsten Flächen wurden aus der Nutzung genommen, um dort einige Millionen Euro verrotten und vergammeln zu lassen. :evil:

CdB

...betriebswirtschaftlich konsequent wäre es gewesen, auch das dazu gehörige Personal aus der Nutzung zu nehmen, und vergammeln und verrotten zu lassen..

Gruß

HWL
 

z/7

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Ich grab den Faden mal wieder aus...

(...)während bei vergleichbaren natürlichen Voraussetzungen die Kreisforsten Herzogtum Lauenburg Gewinne erzielen ( 2011: 42€/ha; 2012 58€/ha; 2013: 61€/ha) steigt das Deifizit des Lübecker Stadtwaldes jährlich (2011: -37€/ha; 2012: 152€/ha; 2013: 177€/ha), ohne dass es eine Strategie gäbe entgegenzusteuern
...inzwischen sollen die Kreisforsten auch stillgelegt werden, nachdem man vorher "erfolgreich" den halben Hiebsatz vergammeln ließ.
 
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Diese kleinkarierte und rein profitorientierte Mäkelei des Holzzentralblattes hat es aber noch nicht in Wikipedia geschafft : lollol.gif

Und die DBU ist auch ganz begeistert, da verbietet sich doch jede Kritik ! :

"... Hinsichtlich der nicht-marktfähigen Leistungen erfüllt das Lübecker Konzept in hohem Maße die Anforderungen aus der Convention on Biological Diversity (CBD), den Verpflichtungen aus dem "Naturerbe Buchenwälder" in Deutschland, dem Mindeststandard für "Gute Fachliche Praxis", den Zertifizierungssystemen von "Naturland e.V." und Forest Stewardship Council (FSC), an Speicherung des klima-relevanten CO2, an Anpassung an eine bevorstehende Klimaänderung und an naturorientierte ("Wildnis") Erholung. ..."
 
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z/7

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Daß keine Bewirtschaftung stattfindet.

Das können die überhaupt nur so machen, weil es ein Laubholzbetrieb ist. Da fällt es dem Laien nicht so schnell auf, daß die Karre in den Dreck fährt. Wir reden hier von Jahrzehnten.
 
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Die Lübecker nutzen extrem wenig, was zu gewissen Problemen führt. Die Bilanzen werden dann durch die Hinzurechnung von Sachen aufgefüllt, die in anderen Betrieben ausgelagert oder gar als "betriebsfremd" nicht berücksichtigt werden dürfen. Deshalb ist das nicht repräsentativ für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die auch "woanders" laufen könnte, aber das verschweigen GP und Co. gerne.
 
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Instabiltät und ein - bei ökonomischer Betrachtungsweise - Zuwachs an Bestandesteilen, die keinen Wert darstellen
 
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Inwiefern äußert sich diese Instabilität ?
Frage deshalb weil Urwälder etc ja auch nicht auf Bewirtschaftung warten um nicht kaputt zu gehen.
Haben diese ökonomisch wertlosen Bestandteile auch keinen wert für den Wald ? Irgendeinen Grund muss es doch geben das sie gibt ?
 
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Die Bäume wachsen aufgrund starker Konkurrenz zwar hoch, aber dünn und sind damit instabil gegen z.B. Windwurf*. Beim Urwald ist das egal, der soll ja nur "da sein" und braucht sonst keine Leistungen zu erbringen. Der Verzicht auf aktive Verjüngung erzeugt in der Zukunft Nutzungsausfälle und die geringe Nutzung bei hohem Personalstand belastet die kommunale Kasse. Das kann sich der Betrieb nur leisten, weil er querfinanziert wird, die Laubholzbestände nicht auf dürregefährdeten Standorten stocken und auch nicht durch Insektenkalamitäten gefährdet sind.

*Es gab vor Jahren mal eine Doku im Fernsehen, in der sich gewisse Leute über die im Vergleich zu bewirtschafteten Beständen höhere Bäume mit hoch angesetzten Kronen freuten und damit zeigten, dass sie in Waldwachstumskunde gepennt haben. Diese Baumform begünstigt Windwurf oder -bruch und so extrem wie da will das heute niemand mehr haben - eben aus Risikogründen.
 

z/7

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OK und was bedeutet Karre im Dreck? Was genau werden die Auswirkungen in vielen Jahren sein ?
Durch mangelnde Pflege werden im Laubholz die astigen stark und nehmen den guten Schaftqualitäten die Ressourcen. Der Unterstand wächst in die Kronen der Hauptschicht, sorgt für absterbende Totäste und damit Fäulnis von oben, sowie Zuwachseinbußen. Alternativ setzt der Unterstand zurück und fehlt dann bei Durchforstungen als Schaftschutz, so daß Wasserreiser wiederum für Qualitätseinbußen sorgen. Genenerell drückt mangelnde Durchforstung den Lichtungszuwachs. Mangelnde Nutzung verhindert rechtzeitige Naturverjüngung und verursacht damit ebenfalls Zuwachseinbußen. Nicht genutztes Holz wird irgendwann mürbe, und kann zu gar nix mehr verarbeitet werden.

Zuwachs immer auch als CO2-Speicherung zu lesen. Wir reden hier also nicht nur über ein ökonomisches Problem, sondern auch über ein ökologisches. Viele Habitatbäume und Totholz ist zwar erst mal nett, aber langfristig ist die Speicherung von CO2 in Nutzholz effizienter. Zum einen durch mittelfristigen Entzug aus dem Kreislauf, zum anderen durch Substitutionseffekte für fossile Energiequellen.
 

z/7

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Inwiefern äußert sich diese Instabilität ?
Frage deshalb weil Urwälder etc ja auch nicht auf Bewirtschaftung warten um nicht kaputt zu gehen.
In Urwäldern sind die Voraussetzungen für eine inter- und intraspezifische Selektion ganz andere. Das fängt schon damit an, wo welche Art keimt und hochwächst. Wer den Auslesebedingungen nicht gewachsen ist, geht sehr viel schneller unter.

In stammzahlschwachen, gepflanzten Monokulturen auf häufig besserem Standort haben auch schwächere Individuen gute Chancen, mitzuziehen. Wenn der Mensch nicht selektiv eingreift, wächst man so lang, bis es zu spät ist.
 
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Eines Tages, wenn der letzte Baumbestand

unter Naturschutz gestellt ist, wird auch ein Grüner begreifen, dass man Holz auch aus dem Amazonas und vom Kongo importieren kann.

Mbogo
 
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