Rehbockjagd in Englang

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#1
Fliege mit meiner Frau Ende Juli 1 Woche auf Rehbockjagd nach England. Wir werden beim Jagdpächter wohnen. Ich war zwar schon viel im Ausland jagen, aber vielleicht ist gerade in England etwas anders und sollte beachtet werden. Auf Pfefferminzsauce etc. habe ich mich gedanklich allerdings schon eingestellt!

Weihei, at
 
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#2
Freu dich drauf. Wird garantiert ein schönes Erlebnis.

Ich selbst war das letzte mal im Mai 2000 mit zwei Jagdfreunden in Südengland (Dorset) zur Bockjagd. Auch wir haben beim Pächter gewohnt und dies hat sich bewährt. Der Pächter und seine Frau waren sehr nett und freundlich und wir fanden uns problemlos zurecht. Dennoch spürt man deutlich, dass England nicht nur im Straßenverkehr, sonders auch in zahllosen Kleinigkeiten „anders gestrickt“ ist. Aber dies macht ja gerade auch den Reiz solcher Reisen aus.

Wir sind mit dem Auto (Kanaltunnel) gefahren und dies hat sich, trotz Linksverkehr auf der Insel bewährt, da man im Gepäck nicht so limitiert ist. Auch ist man vor Ort mobil und kann leichter auf eigene Faust kleine Besichtigungsfahrten machen.

Wir haben ausschließlich morgens und abends Pirschjagd betrieben, - und diese erforderte eine Woche lang eine Umstellung des Tagesablaufs:

Aufstehen um 3 Uhr morgens. Schnell eine Tasse Kaffee, vielleicht noch einen Apfel eingesteckt und ab mit dem Auto ins Revier. In den beginnenden Tag hinein Pirschen und dann gegen neun Uhr zurück nach Hause und ausgiebig frühstücken. Hierbei wird dann ausführlich „geklönt“. Dann ist´s meist schon 11 Uhr. Anschließend wird ein ausgiebiges Mittagsschläfchen gehalten. Um 2 Uhr landfein machen und die Gegend mit dem Auto erkunden. Dabei hat uns die Frau des Pächters oft begleitet und gleichzeitig ihre Einkäufe erledigt. So haben wir einiges Interessante gesehen, an dem wir alleine achtlos vorbeigefahren wären. Dann wurde „Mittag“ gegessen (war also zeitlich irgendwann am Nachmittag) und so ganz gemütlich machte man sich dann für die Abendpirsch fertig. Also wieder ins Auto und in´s Revier gefahren. Der Pächter hatte mehrere Reviere in der ganzen Grafschaft verteilt. Dadurch kamen zwar Fahrstrecken auf, aber es war sehr abwechslungsreich für uns. Im Dunkeln wieder zurück und Abendessen. Anschließend ab in die Falle, denn um 3 Uhr klingelt der Wecker wieder unbarmherzig.

Gejagd wurde überwiegend durch Pirsch. Hierbei orientiert man sich meist an den im ganzen Landkreis zahlreich vorhandenen Hecken. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen von den Landwirten nicht gerodet werden. Diese Hecken haben natürlich nichts mit normalen Gartenhecken gemein, sondern sind nichts anderes als oft mehrere Meter breite langgestreckte Dickungen. Das Rehwild lebt in diesen Dickungen und teilweise kleinen Wäldchen. Als Rehbiotop ideal und die Böcke sind nicht grundlos meist deutlich stärker als bei uns. Der Jagdführer trug nur sein Fernglas und seinen selbstgebauten Schießstock (2-Bein).
Hat man Anblick, wird eine Taktik festgelegt um in eine aussichtsreiche Position zu gelangen und meist letztendlich vom Schießstock geschossen. Je nach Situation kann´s aber auch sein, dass es plötzlich schnell gehen muss.

Ich konnte auf dieser Reise meine „Lebensbock“ schießen und werde die Umstände und Einzelheiten seiner Erlegung bis zu dem Tag an dem ich in die ewigen Jagdgründe abwandere, nie vergessen. War sehr spannend, da alte starke Böcke meist nicht grundlos alt und stark werden
.


Also fahr mit einer in Kleinigkeiten kulanten Einstellung hin und übe noch etwas das Schiessen vom Schießstock.

Die Briten sind in manchen Dingen ein kurioses Völkchen, aber dennoch liebenswert. Mir hat´s jedenfalls dort gefallen.

Weihei
Wurzelsepp

[ 23. Mai 2006: Beitrag editiert von: wurzelsepp ]
 
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#3
Vielen Dank lb. Wurzelsepp für deinen so ausführlichen Bericht! Nachdem meine Frau nicht mehr sehr lange sitzen kann, haben wir uns entschlossen das Flugzeug zu nehmen und uns dort ein Auto zu mieten. Muß daher leider auch mein einziges zerlegbares Gewehr mitnehmen, ist eine M66 in 8*68, also für das Rehwild schon etwas zu stark. Über den Schießstock zu schießen ist für mich kein Problem, bei Entfernungen über 150m wird es dann schon etwas haarig, da hätte ich schon lieber eine bessere Auflage.

Das Aufstehen um 3:00 Früh ist mir auch gleichgültig, nur meine Frau wird jammern, denn sie schläft gerne lang.

Ich bin überhaupt kein Jäger, der starken Trophäen nachjagt, wer aber wie ich in seinem Revier jahraus und jahrein 250g Böcke zu betreuen hat, der möchte, so wie du, auch einmal seinen Lebensbock schießen.

Ich danke dir nochmal für deinem Bericht und

Weihei, at
 
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#4
Moin Alaskatom,

alles klar und viel Spass. Aber überlege dir die Wahl deiner Büchse noch mal. Vorgestern hat ein Jungjäger bei uns ein Schmalreh mit einer 8x68 geschossen und der Pächter war darüber nicht gerade glücklich. Praktisch die ganze vordere Hälfte des Stücks war zerschossen.

Dein Jagdführer in England möchte das von dir erlegte Stück(e) sicher verwerten, bzw. verkaufen. Deshalb versuche doch, ob du nicht trotzdem eine leichtere Büchse mitnehmen kannst. Deine 8x68 wird der Jagdführer zwar sicher akzeptieren, aber froh wird er darüber nicht sein.

Ich mach´s so, dass ich die zwei Systemschrauben herausdrehe und die Büchse zerlege. Die Einzelteile werden mit Kreppband einfach gegen Auseinanderfallen fixiert. So auseinandergeschraubt passen fast alle normalen Repetierer für Flugreisen in einen kurzen Waffenkoffer. In den Koffer kommt noch der Schraubendreher mit hinein. Vor Ort schraube ich dann das ganze zusammen. Ist überhaupt kein Problem und nenneswerter Mehraufwand, da du ja sowieso vor der Jagd Kontrollschüsse machen wirst.

Weihei
Wurzelsepp
 
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#5
Ja, natürlich hast du mit der 8*68S recht, das Kaliber ist etwas heftig. Ich habe aber nur ein zerlegbares Gewehr und dies ist ein M66 mit 8*68S, eben meine Flugreisewaffe (und eine DB in 9,3*74R möchte ich nicht mitnehmen). Ich reise heute nicht mehr gerne mit den sperrigen Repetierern, je älter man wird, desto mehr ist die eigene Bequemlichkeit ein Thema. Ich habe aber vor mit den Möllergeschossen auf die Jagd zu gehen und die sollen ja wildbretschonender sein als Konkurrenzprodukte (ich sage jetzt nicht Impala). Habe ich zwar noch nicht verwendet, aber wir werden sehen.
Danke für deine Nachricht,

Weihei, at
 
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#6
Ich würd drauf achten wie die mit deinen Tröphäen umgehen, Engländer legen da nicht immer so großen Wert drauf wie vielleicht der Jagdgast.
Ausserdem hat mir ein guter Freund berichtet, das die ihn am Flughafen ganz schön haben stramm stehen lassen weil er 40 Schuss Munition für eine Woche Jagd dabei hatte. Mag sein dass das Zufall war, aber ich würde drauf achten, dass alle Papiere dabei sind. Dafür hat er sechs Böcke geschossen, 660gr.,507gr, einen abnormen und drei so um die 300gr. Also, viel Waidmannsheil bei den Insela....!!
 
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#7
Das klingt ja sehr gut, allerdings wären mir 6 Böcke etwas zu viel, ich bin eher ein beschaulicher Jäger, außerdem fährt meine Frau mit.......

Weihei, at
 
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