Rehböcke 2019/2020

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Ich hatte gestern auch wieder Waidmannsheil!

Gegen 19 Uhr bin ich zum ersten Blattstand, bei dem sich aber gar nichts tat. Ich haderte schon mit mir selbst, da der Platz eigentlich sehr vielversprechend ist aber bisher noch so gar nichts einbrachte. Nach einer Stunde zog es mich zum zweiten Platz an den Rand eines Feldgehölzes. Vor mir an Wiese, angeschlossen daran wieder Gehölz, Hecken, und weitere Wiesen. Schon beim Angehen habe ich den Platzbock, einen schwarzen Sechser, vertreten, denn er trat gerade aus als ich ohne Deckung auf der Wiese stand. Aber ihm galt es heute sowieso nicht.

Ich nahm hinter dem Austrieb einer abgesägten Birke und begann die ersten Strophen. Ich wussten, dass hier noch zwei Böcke gehen. Ein schwacher Jährling und ein 2-3 jähriger Gabler. Beides sind Abschusskandidaten für mich. Nach der dritten Arie kam der Gabler plötzlich aus der Hecke raus. Der Zielstock stand bereit und das Absehen ruhte hinter dem Blatt des Bockes. Der Schuss war dann keine Kunst mehr.

Der Bock zeichnete gut, sprang gut einen Meter in die Luft und schlug aus und machte eine rasante Flucht zurück in die Hecke. Ein Krachen verriet mir, dass er im nächsten Graben verendet sein musste. Also rief ich meinen Jagdfreund damit dessen zwei Teckel noch eine richtige Nachsuche machen durften, was sie auch mit Bravour machten.

Leider habe ich dann kein Bild mehr gemacht.

Für die Statistiker

Entfernung ca. 50m
9,3x62 Geco TM kurz hinterm Blatt rein und kurz hinterm Blatt raus, nichts kaputt außer Einblutungen bei den Rippen, damit kann ich leben.

Gruß Waidgerecht
 
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Sonntag Abend konnte ich das Versprechen, dass ich meinem alten KLM Eddi beim Sauenansitz an seinem 12. Geburtstag Anfang Juli gegeben hatte, einlösen.

Wir beide haben den Bock in seinem Einstand, einem kleinen Feldgehölz neben einem großen Maisschlag und umgeben von jetzt abgeerneteten Rapsfeldern zuerst Anfang Mai vor gehabt.

Dann jeweils, wenn ich dem Wäldchen wieder in der Hoffnung auf Raps-Sauen einen Besuch abgestattet habe, kam er immer mal wieder in Anblick.
Ende Mai, den Juni hindurch und auch Anfang Juli, wo mich zwei treu braune Augen aus einem mir über die langen Jahre so ans Herz gewachsenen Gesicht vorwurfsvoll-bittend anflehten "Siehst Du den nicht ? Schieß doch endlich, ich bibbere hier vor Jagdlust und Du schaust nur die Botanik an!".

Nun, es war Eddis Geburtstag und ich hätte den etwa 4- maximal 5-Jährigen Bock, der auf Schrotschussentfernung scheibenbreit vor uns aus dem Wäldchen in den Raps wechselte, problemlos erlegen können.
Aber wenn man der Jagdgruppe und sich selbst auferlegt hat, "das die Sauen jetzt Priorität haben" dann hält man sich auch dran und so konnte ich meinem still und abgelegt verharrenden aber vor gezügelter Passion mit den Zähnen klapperndem Freund diesen dringenden Wunsch damals nicht erfüllen.

Jetzt am Samstag Abend passte es: Der neben mir auf einem kleinen Wall abgelegte KLM bemerkte den langsam einer Ricke und ihren Kitzen folgenden Bock zuerst und machte mich mit einem Schulterblick, der soviel wie "Gesehen ? Mach Dich bereit und dieses Mal keine Ausreden!" hätte heißen können, auf die Situation und seine Wünsche aufmerksam.

Im Knall der 30.06 verendete der für einen Augenblick auf 110 Meter verhoffende Bock.

Nachdem Ricke und Kitze abgesprungen waren habe ich dann meinem alten, pensionierten Nachsuche-Spezi früherer Zeiten den Vortritt gelassen, so dass er "seinen" Bock nun endlich in Besitz nehmen konnte.
Seine Stangen erinnern mich eines spürbar näher kommenden Tages an dieses Erlebnis mit meinem treuen Freund und aufmerksamem Jagdbegleiter...und an (s)ein verspätetes Geburtstagsgeschenk.

Eddi Bock2.JPG Eddis Bock.JPG
 
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So der Bock auf den ich schon zwei Jahre jage ist gestern zur Strecke gekommen.

Unser Jungjäger wollte eigentlich auf Fuchsansitz gehen.
Doch als er auf der Kanzel ankam stand der Bock schon am Waldessaum und wurde mit einem sauberen Schuss erlegt.

IMG-20190815-WA0013.jpg

Erlegt mit der 8×57 Geco plus und lag im Feuer.

An dieser Stelle nochmal Waidmannsheil.

Wir freuen uns richtig mit unserem Jungjäger.
So macht gemeinsam jagen Freude.
 
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Obwohl ich den Blatter eigentlich schon in den Schrank geräumt habe, denke ich mir ich probiere es heute noch ein letztes mal. So fahr ich also gegen halb 9 ins Revier und beziehe einen Drückjagdbock im offenen Stangenwald. Dickungen sind ringsherum etwa 100m entfernt.
Ich warte nur etwa 5 Minuten und beginne direkt mit dem Pia-Laut. 3 Serien innerhalb von 10 Minuten. Nichts tut sich.
Dann eine Serie Sprengfiep und plötzlich sehe ich eine Bewegung links von mir.
Ich bleibe wie erstarrt und drehe nur ganz langsam den Kopf. Ein Bock steht am Dickungsrand und sofort erhöht sich mein Herzschlag. Er äugt spitz genau in meine Richtung und ich habe null Deckung auf dem Drückjagdbock. Die Waffe steht noch neben mir.
Ich verharre weiter und male mir aus wie es ablaufen könnte.
Er steht mehrere Minuten einfach nur da. Ich habe das Gefühl er traute der ganzen Sache nicht so ganz. Plötzlich wird er unruhig und mich packt das Jagdfieber. Als er in Bewegung kommt und sein Haupt kurz hinter einem starken Fichtenstamm verschwindet greif ich schnell nach meiner Waffe und gehe in Anschlag. Wenn er jetzt hinter dem Baum vorkommt sehe ich meine Chance. Hochspannende Sekunden für mich. Sie kommen mir ewig vor. Dann tut er mir den Gefallen und macht die nötigen 3 Schritte. Er bricht im Schuss zusammen.
Erleichterung.

Blattjagd so ziemlich die spanneste Jagdart für mich. Wenn man dann noch vor einem alten heimlichen Waldbock steht und ihm den letzten Bissen übergibt, vollkommene Jagdfreude.
 

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