Rettung für den Wald naht

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#16
OK, es sind sich hier wohl offensichtlich alle einig, dass das was die Grünen fordern "süß" und "stümperhaft" ist. Aber was ist der richtige Weg? Der jetzige wohl kaum. Dass der Wald umgebaut werden muss, darüber besteht hoffentlich Einigkeit. Welchen Weg schlagen denn die PROFIS vor? Konstruktive Kritik ist angebracht, keine Parolen.
Im Grundsatz geht der Appell der Grünen in die richtige Richtung. Über Gelder, Verbote (Brache) und dergleichen lässt sich sicher streiten.

Der Appell-Fuchs
 
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#18
Welchen Weg schlagen denn die PROFIS vor?
"adaptive forest management": mehr Mischung (auch innerartlich), "assisted migration", "neo-native forests" mit Beteiligung sorgfältig ausgesuchter standortgeeigneter, aber nicht standortheimischen Baumarten, je nach Standort und Hauptrisikofaktor (Sturm, Käfer, Trockenheit / Hitze) angepasste Pflegekonzepte, ...
 
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#19
... mit Beteiligung sorgfältig ausgesuchter standortgeeigneter, aber nicht standortheimischen Baumarten,...
Muss das nicht heißen "nicht zwingend standortheimischen Baumarten"? ... oder steckt das in dem spezifischen "neo-native forests"?
 
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#20
"adaptive forest management": mehr Mischung (auch innerartlich), "assisted migration", "neo-native forests" mit Beteiligung sorgfältig ausgesuchter standortgeeigneter, aber nicht standortheimischen Baumarten, je nach Standort und Hauptrisikofaktor (Sturm, Käfer, Trockenheit / Hitze) angepasste Pflegekonzepte, ...
*lol* Du könntest auch einem Eskimo 'nen Kühlschrank verkaufen! (y)

Nee, mal ehrlich, das ist doch nix anderes, als es "guter Waldbau" schon immer war.
Auf der Höhe der Zeit und eben nur mit ein paar schicken Anglizismen aufgepimpt.

basti
 
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#21
Du hast teilweise Recht - der Umgang mit sich ändernden Rahmenbedingungen ist für Förster "business as usual". Aber das Konzept geht deutlich über das bisher in den Waldbaurichtlinien der Landesforstverwaltungen z.B. niedergelegte hinaus. Alleine die Ansätze im Bereich "Saat- und Pflanzgut" sind bis heute für viele insbesondere traditionelle Naturschützer ein absolut rotes Tuch.
 
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#22
Kannst du mal den Unterschied zwischen "traditionellen" Naturschützer und den offenbar existierenden "anderen" Naturschützer erläutern? Ich weiss nämlich nicht wo ich mich einsortieren darf.

Den von dir beschrieben Waldbau haben wir -natürlich ohne neudeutsche Worthülsen- schon immer betrieben. Dafür gab es sogar das Tätigkeitsbild des Standorterkunders, der mit seiner wissenschaftlich-fachlichen Kompetenz die Forstbetriebe in Sachen Waldbau beriet und Erfolgskontrollen vornahm.
 
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#23
Du hast teilweise Recht - der Umgang mit sich ändernden Rahmenbedingungen ist für Förster "business as usual". Aber das Konzept geht deutlich über das bisher in den Waldbaurichtlinien der Landesforstverwaltungen z.B. niedergelegte hinaus. Alleine die Ansätze im Bereich "Saat- und Pflanzgut" sind bis heute für viele insbesondere traditionelle Naturschützer ein absolut rotes Tuch.
Geschieht den Umweltschützern recht, dass sie sich jetzt mit den Klimaschützern rumkloppen müssen.:devilish: :evil:

Die späte Rache der Pseudotsuga...... :cool:

basti
 
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#24
"adaptive forest management": mehr Mischung (auch innerartlich), "assisted migration", "neo-native forests" mit Beteiligung sorgfältig ausgesuchter standortgeeigneter, aber nicht standortheimischen Baumarten, je nach Standort und Hauptrisikofaktor (Sturm, Käfer, Trockenheit / Hitze) angepasste Pflegekonzepte, ...
Also im Wesentlichen was MdB Klöckner will. Und die Grünen wollen Anreize schaffen, dass das auch angegangen wird und würzen das Ganze mit einem Schuss Darwinismus in der Hoffnung, dass sich die widerstandfähigsten Bäume im "Urwald" durchsetzen.

Der Darwin-Fuchs
 
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#25
Da saß man bei mir in der Gegend schon größtenteils auf blanker Heide und hat sich gegenseitig mit großem Enthusiasmus mit nem Haumesser den Schädel eingeschlagen. Das lassen wir also lieber....
Das ist ja ganz im Sinne des Klimaschutzes so wurde der Bestand auf natürliche Weise geringer gehalten, für die Natur war es gar nicht das schlechteste :whistle:
 
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#26
Die Klimaschützer sind Umweltschützer ;), es leiden die Naturschützer, insbesondere die, die in der Tradition der statischen Ansätze eine pnV anbeten, die so nie existiert hat und die wegen der Vernachlässigung von Dynamik sowieso unnatürlich wäre. Die haben ein Problem damit, dass man die Funktion eines Systems über dessen Bestandteile setzt und z.B. die Douglasie fördert, nicht die Buche. Oder gar Hopfenbuche oder Silberlinde ausprobiert statt auf die Buche zu setzen. Das sind die Traditionalisten, @Jon, die ich meine, im Gegensatz zu Pragmatikern, die z.B. das große Problem der FFH-Richtlinie, nämlich die da enthaltene Annahme des Konstantbleibens der Umweltbedingungen, erkannt haben.

@Le Renard :
Die Grünen sind da auf dem Tripp vieler Naturschutz-NGOs: "Die Natur wirds schon am Besten richten" (ja, aber ob wir Menschen mit dem Ergebnis leben können oder wollen ist fraglich - wer braucht schon 100% Traubenkirsche als Wald?). Die Klöckner hat (hoffentlich) begriffen, dass Wald noch andere Aufgaben hat als einfach nur irgendwie da zu sein.
 
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#27
Die Klimaschützer sind Umweltschützer ;), es leiden die Naturschützer, insbesondere die, die in der Tradition der statischen Ansätze eine pnV anbeten, die so nie existiert hat und die wegen der Vernachlässigung von Dynamik sowieso unnatürlich wäre. Die haben ein Problem damit, dass man die Funktion eines Systems über dessen Bestandteile setzt und z.B. die Douglasie fördert, nicht die Buche. Oder gar Hopfenbuche oder Silberlinde ausprobiert statt auf die Buche zu setzen. Das sind die Traditionalisten, @Jon, die ich meine, im Gegensatz zu Pragmatikern, die z.B. das große Problem der FFH-Richtlinie, nämlich die da enthaltene Annahme des Konstantbleibens der Umweltbedingungen, erkannt haben.

@Le Renard :
Die Grünen sind da auf dem Tripp vieler Naturschutz-NGOs: "Die Natur wirds schon am Besten richten" (ja, aber ob wir Menschen mit dem Ergebnis leben können oder wollen ist fraglich - wer braucht schon 100% Traubenkirsche als Wald?). Die Klöckner hat (hoffentlich) begriffen, dass Wald noch andere Aufgaben hat als einfach nur irgendwie da zu sein.

Mooooment, mein Lieber.
So ja nun nicht.
Das Problem ist nicht die FFH - Richtlinie, das Problem sind die UNB`s und der NLWKN um Herrn von D.
Die Basiserfassung zur Ausweisung von FFH - Gebieten wird alle 5 Jahre überarbeitet. Ändern sich die Gegebenheiten, erlischt die Einstufung.

Das umzusetzen, wäre für unsere UNB`s tödlich, man stelle sich vor, die Damen und Herren müssten alle 5 Jahre die VO`s zu den NSG`s überarbeiten und die ganze Beteiligungsmaschinerie anlaufen lassen. Also nimmt man als Grund der Ausweisung die FFH - Einstufung und wendet bei der Ausweisung selbst das BNatschG an und schon ist die Sache rund.

Hier pennen ganz eindeutig die Politiker der Kreise, die das ganze Spielchen entweder mitmachen oder nicht durchschauen oder Flächennutzungen Dritter als Bauernopfer ( in des Wortes wahrester Bedeutung) zur Erreichung anderer Ziele aus der Hand geben.

Ansonsten finde ich das, was die Grünen fordern, gar nicht schlecht, vor allem die Stillegung des Landeswaldes. Ich mag es, wenn die Konkurrenz ihr Warenangebot auf Null setzt.

KGE und Habeck hätte ich übrigens soviel Selbstironie gar nicht zugetraut. Das zum Ende des letzten Jahrhunderts von den Grünen vorhergesagte erste Waldsterben ist ja nun ausgefallen; jetzt von Waldsterben 2.0 zu reden, ist entweder besagte Selbstironie oder gnadenlos geoutetes Unwissen.

Das Verlangen, Fördermittel an nachgeprüfte ökologische Vorgaben zu koppeln, finde ich ebenfalls sehr gut. Nachprüfen müssen wir auf Grund geltenden Förderrechtes sowieso schon seit Jahrzehnten und die ökologische Ausrichtung ist seit ebenso vielen Jahrzehnten in den Förderrichtlinien fest geschrieben. Da es nicht jeder wissen kann: Weniger Laubholz, weniger Fördermittel. So steht es geschrieben, so wird es getan.

Extrem charmant finde ich den Hinweis auf die angepassten Wildbestände. Jahrzehntelang prügeln die Grünen auf die Jäger ein und jetzt sollen die es auf einmal richten? Na, schönen Dank auch. Ich lasse ja gerne mit mir reden, aber dann reden wir zuerst mal über Wölfe, über Hundearbeit in Kunstbauten, über Gänsejagd an der Küste, über jagdliche Beschränkungen in Naturschutzgebieten und noch einiges andere. Und zu allerletzt reden wir dann über Sinn und Unsinn von Verbissgutachten.

Und zum Schluß ein Kostenvergleich, wie ihn jeder aufstellt, dessen Wald zur Verjüngung ansteht:

1565829048436.png
Quelle Waldwirtschaft 09 BFW
Die Zahlen sind soweit repräsentativ, dass man sie auch für die BRD anwenden kann.

Bei der künstlichen Verjüngung und Einhaltung der Förderrichtlinie erhalten Waldbesitzer eine Förderung von 80 %.
Beim Wechsel von Fichte als Vorbestand zu Buche mit Eiche als Verjüngungsziel ergibt das für den Waldbesitzer bei Kulturkosten von 10.000 Euro eine Netto-Förderung von 8.000.- Euro. On Top obendrauf kommen Gebühren und vor allem die MWST in Höhe von 1.900.-, macht in toto rund 4.400.- € Eigenanteil.
 
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#30
10% Urwald in Deutschland. Der ist dann für grüne Waldaffen vorgesehen, oder wie?
Und plötzlich soll auch noch "der Tierbestand Reguliert werden"? Etwa von Jägern?Oder gibts die Pille für´s Reh als Kassenleistung?
 
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