Rettung für den Wald naht

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#31
(ja, aber ob wir Menschen mit dem Ergebnis leben können oder wollen ist fraglich - wer braucht schon 100% Traubenkirsche als Wald?).
Wie willst Du 100% Traubenkirsche kriegen bei 10% Darwin-Wald? Und vorallem woher weißt Du, dass es so sein wird? Selbst probiert? In einer Banjeshecke wächst auch nicht nur Traubenkirsche.

Der Banjes-Fuchs
 
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#33
@Le Renard: Dass das ein Beispiel war sollte ein Fuchs wie Du schon erkennen. ;)

@pudlich:
Die FFH-Richtlinie ist im Kern bei den Lebensraumtypen statisch angelegt, auch wenn der Richtlinie nach eine dynamische Betrachtung möglich wäre. Die Umsetzung ist aber, nachdem man 30 Jahre um die RL gekämpft hatte, den meisten Naturschützern nicht vermittelbar. Ein nicht ganz unbekannter Naturschutz-Prof hat das vor über 10 Jahren schon kommentiert mit: "Da tut sich ein neues Berufsfeld auf: Naturschutz-Psychiater.".

@Swerve: Du warst schneller. ;)
Ich meinte weiter oben wirklich nur "nicht standortsheimisch", weil die Forderung nach standortsheimischen Baumarten nicht überall absolut steht, das ist "nur" bei manchen Naturschutz-NGOs und deren Musterbetrieben so eng umgesetzt.
 
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#34
10% Urwald in Deutschland. Der ist dann für grüne Waldaffen vorgesehen, oder wie?
Und plötzlich soll auch noch "der Tierbestand Reguliert werden"? Etwa von Jägern?Oder gibts die Pille für´s Reh als Kassenleistung?
Zumindest im Kern des NPs Schwarzwald soll der Tierbestand ja nun NICHT mehr reguliert werden......:whistle:

basti
 
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#35
@Le Renard: Dass das ein Beispiel war sollte ein Fuchs wie Du schon erkennen. ;)

@pudlich:
Die FFH-Richtlinie ist im Kern bei den Lebensraumtypen statisch angelegt, auch wenn der Richtlinie nach eine dynamische Betrachtung möglich wäre. Die Umsetzung ist aber, nachdem man 30 Jahre um die RL gekämpft hatte, den meisten Naturschützern nicht vermittelbar. Ein nicht ganz unbekannter Naturschutz-Prof hat das vor über 10 Jahren schon kommentiert mit: "Da tut sich ein neues Berufsfeld auf: Naturschutz-Psychiater.".

@Swerve: Du warst schneller. ;)
Ich meinte weiter oben wirklich nur "nicht standortsheimisch", weil die Forderung nach standortsheimischen Baumarten nicht überall absolut steht, das ist "nur" bei manchen Naturschutz-NGOs und deren Musterbetrieben so eng umgesetzt.
Ein nicht ganz unbekannter Standort - Kunde- und Forstpolitik - Prof sagte vor nunmehr - lass mich rechnen, 32 Jahren - wörtlich:
"Sie, meine Herren, werden einen nicht unbeträchtlichen Anteil Ihrer Dienstzeit damit verbringen, den Wald gegen die Begehrlichkeiten des Naturschutzes zu verteidigen."

Ich zitiere dazu meinen Urgroßvater: "Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht."
:devilish: :evil::devilish: :evil::devilish: :evil:


"Standortheimisch" ist gut - die Mädels aus den NGO`s sind bei der Definition äusserst elastisch.
Neulich las ich einen VO - Entwurf, da hatte man bei der Stellungnahme zum VO - Entwurf mal eben als Textvorschlag ersetzt wie folgt:
"Das aktive Einbringen nicht standortheimischer Baumarten ist in den in der Karte zur VO schraffiert dargestellten Flächen untersagt" durch
"Das aktive Einbringen nicht autochthonen Saat - und Pflanzmaterials ist in den in der Karte zur VO schraffiert dargestellten Flächen untersagt."

Abschließend biete ich dir eine Wette an:
Die Einhaltung der Bindung an ökologische Voraussetzungen, wie sie KGE & Co fordern, erfolgt selbstredend NICHT durch die für die Förderung zuständige Behörde, das machen die Mitarbeiter der NGO`s.
 
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#36
Die Förderung ist doch in der Falle, dass sie entweder als Mitnahme genutzt wird, dann hat sie wenig Lenkungswirkung, oder sie wird nicht in Anspruch genommen, wenn die Auflagen in Relation zur Einnahme zu restriktiv sind. Ich kenne mehrere Privatwaldbesitzer (größere), die hier in BB auf Förderung komplett verzichten und Minsterialbeamte, die nahezu verzweifelt sind, weil sie ohne Förderung keinen Einfluss mehr auf Waldbesitzer haben und keine Politik umsetzen können. ;)

Die NGOs versuchen das doch jetzt schon. Es gibt ein Portal, wo man "schlechte Waldwirtschaft" melden kann ... :rolleyes:
 
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#38
Und plötzlich soll auch noch "der Tierbestand Reguliert werden"? Etwa von Jägern?Oder gibts die Pille für´s Reh als Kassenleistung?
Nein, Jäger wird es dort nicht geben. Wahlweise aber "Ranger" oder von "Wildtiermanager". Jedenfalls alle im Öffentlichen Dienst. Ob das nachher mit Waidgerechtigkeit zu tun hat oder erst entsprechende Videos veröffentlicht werden müssen, die diverse Sauereien aufdecken kann nur die Zukunft zeigen.
 
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#39
tja es ist kaum zu glauben, aber so einfach ist es!!!
MfG
D.T.
So sonderbar und plakativ diese Aussagen tatsächlich sind, so belegen sie leider den Zeitgeist: Einfache Lösungen für komplexe Zusammenhänge.

Wobei wir tatsächlich eine Angenda-Wald benötigen. Die bisherigen Förderprogramme, zumindest hier in Brandenburg, sind viel zu bürokratisch. Gerade kleine Waldbesitzer, die sich am Waldumbau weg von Kiefern-Monokultur beteiligen wollen, werden quasi daran gehindert. Wobei Geld eigentlich, zumindest noch, genug im System ist.
 
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#40
10% Urwald in Deutschland. Der ist dann für grüne Waldaffen vorgesehen, oder wie?
Mit dem wird sorgfältig konterkariert, was man mit den ganzen Fördermaßnahmen auf dem Rest der Fläche erreichen möchte: CO2-Speicherung.

Der Ruf nach noch mehr Laubholz insbesondere in den Wäldern der öffentlichen Hand ist genauso absurd. Die haben jetzt schon mehr Laubholz in der Pipeline, als (volks-)wirtschaftlich grade noch vertretbar wäre. Von der minderen CO2-Speicher-Kapazität ganz zu schweigen. Flächendeckende Plenterwälder sind feuchte Träume von Studienabsolventen, der Waldbau der Zukunft wird vor allem maschinengerecht sein müssen. Wenn man denn fördern muß, sollte bei den Erstdurchforstungen angefangen werden, DA liegt der Hund begraben.
 
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scaver

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#41
Für D Eucalyptus scoparia, flächendeckend und alle Probleme sind beseitigt. Kein Borkenkäfer, feuerresistent, gut für Lutschbobons, ist neo (bei uns) native tree in Australia und forest sowieso. Bei dem Klima, das wir bekommen demnächst standortgeeignet. Verrückt? Ja. Alles andere ist aber auch nur Spekulation.

P.s. Meine Mischwälder aus Eiche 50 %, Zitterpappel /Birke 20%, Hasel 5%, Linde 1% Kastanie 1% Obstbaum Einmischungen Rest Kiefer hat jetzt zwei Dürreperioden gut überstanden. Besonders die Naturverjüngung der Eiche ist prächtig ohne Verbiss mit viel Rotwild.

sca
 
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#44
Das in den Vorposts kommentierte ist ja nicht das Problem.

Sondern etwas ganz anderes:

Was glaubt Frau Schulz denn sonst noch so alles (zu wissen)?

Ich vermute da etwas ganz ganz Übles:
Wenn (ganz vorsichtig formuliert) der Klimawandel wie befürchtet stattfindet, dann fliegen den Landkreisen landauf landab in absehbarer Zeit alle NSG - Verordnungen um die Ohren, in denen die Baumartenwahl so eingeschränkt ist wie wir es kennen. Die Landkreise reichen diese Problematik, schließlich haben sie ja nur das Bundesnaturschutzgesetz angewendet, mit spitzen Fingern an BMU weiter. Samt der anhängenden Schadenersatzklagen.

Dann ist es natürlich ganz besonders hilfreich, wenn man sich im Vorfeld den Zugriff auf die Flächen gesichert hat.

Der Nebensatz bezüglich der nicht - heimischen Baumarten spricht Bände...
 
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#45
Mooooment, mein Lieber.


Und zum Schluß ein Kostenvergleich, wie ihn jeder aufstellt, dessen Wald zur Verjüngung ansteht:

Anhang anzeigen 88060
Quelle Waldwirtschaft 09 BFW
Die Zahlen sind soweit repräsentativ, dass man sie auch für die BRD anwenden kann.

Bei der künstlichen Verjüngung und Einhaltung der Förderrichtlinie erhalten Waldbesitzer eine Förderung von 80 %.
Beim Wechsel von Fichte als Vorbestand zu Buche mit Eiche als Verjüngungsziel ergibt das für den Waldbesitzer bei Kulturkosten von 10.000 Euro eine Netto-Förderung von 8.000.- Euro. On Top obendrauf kommen Gebühren und vor allem die MWST in Höhe von 1.900.-, macht in toto rund 4.400.- € Eigenanteil.
Ich will jetzt nicht alle Zahlen hinterfragen. Aber die 1.500 Euro für einen Hektar Zaun sind völlig unrealistisch. Das Doppelte bis Dreifache kommt wohl eher hin. Jährlicher Unterhalt, Abbau und Entsorgen sollten in einer ehrlichen Kalkulation enthalten sein.

Ich habe letztes Jahr allein fürs Geflecht (160cm Knotengeflecht, wir wollen nur gegen Rehwild schützen und haben ziemlich viel Schnee) 600 Euro je Hektar gezahlt - und das war eine Sammelbestellung über unsere Forstbetriebsgemeinschaft, also günstig. Kosten für Scheren/Pfähle, Häringe, Überstiege, Lohnkosten kommen noch dazu bis der Zaun endlich steht.

Und wenn dann noch Rotwild ins Spiel kommt wird es nochmal deutlich teurer.

Auch wenn 09 ggf. für 2009 und damit niedrigere Kosten steht kommen mir die 1.500 €/ha als pauschaler Durschnittsansatz viel zu niedrig vor.

Ach ja, nicht dass einer meint, der Zaun würde gefördert. In Bayern bleiben die Kosten komplett an mir als Waldbesitzer hängen - egal ob ich eine Naturverjüngung oder eine Kultur schützen muss.
 
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