Rettungspunkte Forst

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#1
Moin!

Ich stelle das mal hier ein - wenn jemand eine bessere Position dafür hat ...

In der Forstwirtschaft werden seit einiger Zeit sog. Rettungspunkte vermerkt und beim Kuratorium für Waldarbeit und Frosttechnik zentral gesammelt und verwaltet. Diese Punkte können von jedem genutzt werden und sollten (!) den lokalen Rettungskräften bekannt sein. Für den Fall des Falles kann man so schnell und einfach Hilfe herbeirufen und verliert sich nicht in Wegbeschreibungen. Die Abdeckung ist nach der mir gerade vorliegenden Karte in weiten Teilen Süd- und Westdeutschlands sehr gut, Thüringen, Sachsen und MVP sind wie weite Teile NRWs "weiss" und die waldfreien Gebiete in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind naturgemäß ebenfalls nicht besonders gut versorgt, aber für alle anderen könnte sich ein Blick in die Daten lohnen. Die Daten sollen laufend aktualisiert werden, also wenn in eurer Ecke zwar Wald aber keine Punkte sind - später wieder reinschauen.

Es gibt die Koordinaten als shape-file für GIS oder als KML-Datei für z. B. Google Earth oder Navis (?).

Links:

zum Projekt:

http://www.kwf-online.org/rettungspunkte.html

zu den Daten:

http://www.kwf-online.org/rettungspunkte/rettungspunkte-daten.html

Ich hoffe, ihr braucht das nie. Aber Murphy sagt: man braucht immer das, waas man nicht hat.

Viele Grüße

Joe
 
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#2
Bei der diesjährigen EEH-A* Auffrischung habe ich die beiden SanFw (beide fahren als Nebenjob Rettung) danach gefragt. Aussage war: "Bei uns kennt die Leitstelle die Rettungspunkte Forst und kann auch mit GPS-Koordinaten umgehen."




* Einsatzersthelfer Alpha -> BwSprech für Erste Hilfe Lehrgang
 
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#3
Moin!

Die Datenweitergabe an das Projekt und an die Rettungsstellen erfolgt nicht zwingend simultan. Es kann deshalb den (unwahrscheinlichen, aber möglichen) Fall geben, dass die Leitstelle einen Punkt nicht kennt, der in den bundesweiten Daten enthalten ist. Deshalb mein "sollten". Wenn das bei Euch schon alles bekannt ist: :thumbup:

Viele Grüße

Joe

(kein SanFw aber trotzdem EH ;-) )
 
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#4
Ist eine sinnvolle Einrichtung.
Ich bin einmal zu einem Reiterunfall dazugekommen. Reiterin war vom Pferd gestürzt und klagte über starke Schulterschmerzen.
Der Rettungsleitstelle habe ich die Nummer des Rettungspunktes durchgegeben und den RTW dort abgeholt.
Die Nummer hat lange Wegerklärungen gespart.
Seit letztem Jahr weiße ich auch in den Richtlinien für die Standschützen auf unserer DJ auf die Rettungspunktnummer hin.
Zumindest für den Droiden gibt es auch eine kostenlose App in der die Rettungspunkte markiert sind: "Hilfe im Wald".
 
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#5
Zumindest für Bayern hier ein Link, der auch erklärt:
http://www.stmelf.bayern.de/wald/waldbesitzer/038467/index.php



Zum Ausdrucken auch noch ein netter Flyer, den man sich gerne ins Auto legen kann/sollte:
http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000020?SID=1519887081&DIR=stmug&ACTIONxSETVAL%28artdtl.htm,APGxNODENR:283767,AARTxNR:08000414,USERxBODYURL:artdtl.htm,KATALOG:StMELF,AKATxNAME:StMELF,ALLE:x%29=X

Normalerweise liegen die Flyer auch beim AELF aus oder werden gelegentlich auch bei Motorsägenkursen für Privatwaldbesitzer vom AELF ausgegeben.

Übrigens entstand das erste derartige - besitzartenübergreifende Rettungstreffpunktesystem im Landkreis Miltenberg (bayerischer Odenwald) unter der Federführung von einem Rotkreuzler und einem Revierleiter des ehemaligen Forstamtes Miltenberg. Inzwischen ist das System bayernweit in der Umsetzung (evtl. auch schon fertig...?) und die Schilder der RTP hängen an vielen Orten schon. Wo sie Landkreisweit noch nicht hängen, ist die Integrierte Leitstelle noch beim Einpflegen der Daten.

Der Ehrlichkeit halber muss man erwähnen, dass uns andere Bundesländer bei der Umsetzung überholt haben. Für die Bayernweite Umsetzung haben wir vier Jahre lang eine Projektgruppe mit Vertreter vom Forst- und Innenministerium, der Feuerwehr, der ingegrierten Leitstelle, der Rettungsdienste, der Bergwacht, regionaler Tourismusverbände etc. ... mit bis zu 22 Teilnehmern und 2-4 Sitzungen im Jahr eingerichtet. Teilweise haben wir diskutiert, ob ein Rotes Kreuz, ein grünes Kreuz oder ein Feuerwehrhelm auf des Schild soll (Kindergarten, fast wie hier im Forum, wenn es um Hunde oder Kaliber geht...) Zum Schluss hat die oberste Baubehörde alle Vorschläge von uns kathegorisch abgelehnt (Grünes Kreuz = Verbandskasten, Rotes Kreuz ist Werbung für einen Rettungsdienst, Feuerwehrhelm - was will jemand mit der Feuerwehr, wenn er nen Notarzt braucht... etc. Der Kollege vom Forstministerium war sehr diplomatisch, ich wäre da schon lange durch die Decke gewesen...) Zum Schluss ist es auf das internationale Zeichen für Sammelpunkt hinausgelaufen, wobei das auch nicht unbedingt das richtige ist.


Die bereits zitierte App "Hilfe im Wald" funktioniert in Bayern recht gut, ich weiß aber nicht, ob das auch für alle Bundesländer mit einem Netz aus Rettungstreffpunkten gilt. Allerdings sollte man sich VOR der Arbeit/Jagd/Aufenthalt im Wald/was auch immer, über den aktuellen Rettungstreffpunkt informieren. Wenn der Kollege bereits umgefallen ist, erscheinen Dir die zwei bis drei Minuten, bis die App nen RTP ausspuckt wie eine Ewigkeit. Zudem muss der in Luftlinie nächstgelegene RTP nicht der günstigste sein!

In Bayern ist das System so aufgestellt, dass es erweitert werden kann. Sollte also jemand einen markanten, sinnvollen oder "besonders unfallträchtigen" Punkt in der Landschaft wissen, wäre das evtl. einen Vorschlag an das Zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wert.

Grüße
DWS
 
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#6
Moin!

Die Datenweitergabe an das Projekt und an die Rettungsstellen erfolgt nicht zwingend simultan. Es kann deshalb den (unwahrscheinlichen, aber möglichen) Fall geben, dass die Leitstelle einen Punkt nicht kennt, der in den bundesweiten Daten enthalten ist. Deshalb mein "sollten". Wenn das bei Euch schon alles bekannt ist: :thumbup:

Viele Grüße

Joe

(kein SanFw aber trotzdem EH ;-) )
Kann nur für Bayern sprechen: Sehr unwahrscheinlich! Es ist zwingend vorausgesetzt, dass die ILST die Punkte eingepfleget und analog (in Papierform) hinterlegt hat, bevor diese der Öffentlichkeit präsentiert, im Internet veröffentlicht und die Schilder montiert werden. Die angrenzenden Rettungsleitstellen - auch in angrenzenden Bundesländern und dem benachbarten Ausland sind vor der Veröffentlichung informiert. Gleichzeitig ist zu jedem RTP auch ein Hubschrauberlandeplatz hinterlegt, der per GPS-Daten in die Navi-systeme der Rettungshelis eingespeichert ist. Die Rettungswägen sollten ebenfalls ein navi mit den RTPs im Einsatzgebiet haben.

War bei der Umsetzung relativ stark eingebunden, kann da durchaus mitreden!

Gruß

DWS
 
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#7
Seit letztem Jahr weiße ich auch in den Richtlinien für die Standschützen auf unserer DJ auf die Rettungspunktnummer hin.
Halte ich in den meisten Fällen für überflüssig!
Bei kleinen DJen mit ausschließlich Schützen, die das Revier (und die Örtlichkeit der Rettungspunkte ("Ortseingang A-Dorf, Bushaltestelle")) kennen mag das noch funktionieren, bei weit angereisten und ortsunkundigen funktioniert das m. E. nicht.
Bei großen (50+ Schützen), weit abgestellten DJen sind oft mehrere Rettungspunkte im Spiel und die wenigsten Teilnehmer werden sich im Ernstfall daran erinnern welches der nächste RP ist und wie sie dort hinkommen.
Kartenlesen ist auch nicht (mehr) jedermanns Sache.

Die Ansteller müssen sich auskennen und deren und des Jagdleiters Handy-Nr. gehören auf die Standkarte.
Und hoffentlich hat man dort auch das entsprechende Netz!
Notruf geht zwar in jedes Netz (wenn man denn mindestens eins hat), aber die Info "Ich stehe hier irgendwo im Wald, wir sind von A-Dorf aus in den Wald gefahren ..." hilft der Leitstelle auch nicht weiter.
Es gibt halt Situationen, in denen unsere "Sicherheitsmentalität" nicht befriedigt wird ...
Ich stelle mir gerade so eine Jagdeinladung vor:

JAGDEINLADUNG
...
...
Netzabdeckung vorhanden, Leitstelle ist informiert, Rettungshubschrauber kann in 10 Minuten vor Ort sein.


WaiHei
 
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#8
Danke für die Info!
Ein Rettungspunkt liegt 15m vor meiner Haustür...
Gruß-Spitz
 
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#9
Übrigens entstand das erste derartige - besitzartenübergreifende Rettungstreffpunktesystem im Landkreis Miltenberg ...
Inzwischen ist das System bayernweit in der Umsetzung (evtl. auch schon fertig...?) und die Schilder der RTP hängen an vielen Orten schon. Wo sie Landkreisweit noch nicht hängen, ist die Integrierte Leitstelle noch beim Einpflegen der Daten.
IIRC entstand die erste Diplomarbeit in Bayern dazu Anfang der 90er.
Und dann ist das bis heute noch nicht landesweit umgesetzt?!
Wenn das dann an dem von Dir beschriebenen "Kindergarten" liegt - um so schlimmer!


Gleichzeitig ist zu jedem RTP auch ein Hubschrauberlandeplatz hinterlegt, ...
Die Rettungswägen sollten ebenfalls ein navi mit den RTPs im Einsatzgebiet haben.
Wie genau sind denn die Hubschrauberlandeplätze zu dem RP hinterlegt?
"RP hubschraubergeeignet" oder "nächster Hubschrauberlandeplatz zu RP xxx hat die Koordinaten GPS ..."?
Ein Landeplatz oder mehrere zu jedem RP?

Hier hat man die erste Variante gewählt, was m. E. völlig unsinnig ist:
Die Rettungspunkte sind Treffpunkte, an denen straßengebundene Rettungsfahrzeuge abgeholt werden.
Genau nach diesem Aspekt wurde sie ausgewählt.
Zwar ist es möglich, dass an manchen davon ein Hubschrauber landen könnte (manchmal jedenfalls, s.u.), aber was soll der dort?

Nehmen wir doch mal den Fall, dass jemand im Wald so schwer verletzt ist, dass der Hubschrauber nötig ist ...
Dann soll der Hubschrauber am Rettungspunkt warten, bis der RTW (die m.W. meist nicht mal Allrad haben) aus dem Wald "gekrochen" kommt und dort den Schwerstverletzten aufnehmen?
Wäre es in dem Fall nicht besser, der Heli landet auf der viel näheren Waldwiese und nimmt den Verletzten gleich dort auf?

Ich habe zu dem Thema sowohl mit dem KBI, als auch mit Hubschrauberpiloten gesprochen:
KBI:
Die Rettungskräfte können direkt mit dem Heli in Kontakt treten und beide verwenden dasselbe Koordinatensystem, können also den Heli auch zum Unfallort lotsen.

Piloten:
Der Pilot entscheidet WO und OB er landen kann.
Wiese, auch mit hohem Gras, o. Getreidefeld ist kein Problem, liegt das Gras als Heu auf der Wiese - No way!
Waldwiesen oder Wegekreuzungen sind oft möglich, aus der Luft meist bessere Übersicht wo AKTUELL möglichst nah am Unfallort gelandet werden kann.

Edit:
Werden die Rettungspunkte eigentlich bundesweit mit Landkreis (KFZ-Kennzeichen) und lfd. Nr. bezeichnet?


WaiHei
 
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#10
Edit:
Werden die Rettungspunkte eigentlich bundesweit mit Landkreis (KFZ-Kennzeichen) und lfd. Nr. bezeichnet?


WaiHei
Negativ. Bei uns ist das eine 7 Stellige Nummer nach dem Schema: XXXX-YYY
XXXX gibt dir die Kartennummer und YYY ist die Punktnummer. Alle Punkte sind auf der ILST georeferenziert hinterlegt. Rettungsmittel bekommen die soweit vorhanden direkt aufs RecueTrack. Auch der RTH. Bei uns ist es dann so, dass der RTH sich meist eigenständig einen Landeplatz in der Nähe sucht (ersteintreffend) oder von der Feuerwehr einen bekommt und das med. Personal dann per Feuerwehr weiter zur E-Stelle gebracht wird.
 
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#11
Wo ist "bei uns" und was für eine Kartennummer, Nummer der TK25 oder welche Karte?
Wie funktioniert das im Bereich des Blattschnittes, da sind die Punkte ja auf mehreren Kartenblättern?

Bei dem System Landkreis muss man sich nur in den seltenen Ausnahmefällen, bei denen der Punkt genau auf einer Kreisgrenze liegt einigen wie der Punkt heißt.


WaiHei
 
Y

Yumitori

Guest
#12
N'Abend zusammen,


i c h finde es ausgezeichnet, dass es ein solches Projekt bzw. eine solche Einrichtung gibt.

Unabhängig davon muß ich gestehen, dass ich kein GPS besitze und nur ein sehr altes Cellphone; dafür habe ich aber mal gelernt, mit einem Kompass umzugehen und eine Karte zu lesen.
Aber das können wirklich nur noch wenige Menschen. Und das ist traurig.
Wäre doch mal was für einen "Event-Abend" in der Kreisgruppe :cool: oder ?

Ich fürchte, das wollen auch nicht mehr allzu viele lernen - und ebenso fürchte ich, dass bald einer auf die Idee kommt, dass DJen nur dort durchgeführt werden dürfen, wo sowohl für Sauen als auch für Jäger eine "erste Hilfe - Station" eingerichtet ist... .
(Nicht furchtbar ernst nehmen, nur so ein kleines Fitzelchen....)

Habe die Ehre und
Waidmannsheil
 
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#13
Wo ist "bei uns" und was für eine Kartennummer, Nummer der TK25 oder welche Karte?
Wie funktioniert das im Bereich des Blattschnittes, da sind die Punkte ja auf mehreren Kartenblättern?

Bei dem System Landkreis muss man sich nur in den seltenen Ausnahmefällen, bei denen der Punkt genau auf einer Kreisgrenze liegt einigen wie der Punkt heißt.


WaiHei
Ups sorry. Hatte vergessen zu schreiben, dass das RLP ist. Wir als BOS haben spezielle Karten (Rettungskarte Forst) darauf bezieht sich die Nummer. Und soweit mir bekannt sind die Ausschnitte so gewählt, dass jeder Punkt nur auf einer Karte liegt.
 
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#14
Letzteres dürfte schwierig sein, wenn alle Kartenblätter rechteckig und gleich groß sind - es sei denn man lässt dann Teile des Blattes weiß.
Die Punkte sind ja auch nicht gleichmäßig verteilt, sondern je nach Topographie und Bewaldung unterschiedlich.


WaiHei
 
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#15
In Zeiten, in denen mittlerweile praktisch jeder Autoschlüssel einen GPS-Empfänger eingebaut hat, sind diese "Rettungspunkte" genauso "sinnvoll" wie Notrufsäulen an Autobahnen - und kommen immerhin rund 100 Jahre später.
Aber Hauptsache, wieder mal ein paar zusätzliche Planstellen rausgeschunden.
 
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