Reviergestaltung im Niederwildrevier

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#1
Da immerwieder gefragt wird was man auser Predatorenbejagung und Füttern noch fürs Niederwild tun kann, möchte ich einen Thread eröfnen, in dem Praktiker ihre Maßnamen vorstellen können.
Freuen würde ich mich wenn dies mit mölichst vielen Bildern gemacht wird.
Zudem halte ich es für wichtig, dass nicht zu viele zwischenfragen gestellt werden.
colchicus würde ich bitten etwas über Heckenpflege zu schreiben.
Mongolicus könnte über seine Wildäcker und Randstreifen berichten.
Rebhuhn, Perdixeinbürgerer, Björn20 haben sicher auch viel zu erzählen und alle die sonst noch aus der Praxis berichten können sollen das gerne tun.

Ich habe gehört oder gelesen interessiert nicht, was zähl sind Erfahrungen aus der Praxis.

WH Paul
 
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#3
Bei uns sammelt die Landjugend zu Anfang Januar gegen kleine Spenden die Weihnachtsbäume ein. Die Mädels und Jungs sind immer froh, wenn sie einen Platz finden um die gesammelten Bäumchen zu entsorgen. Wir haben gerne unser Revier angeboten. Die Bäume werden jetzt an einigen Stellen unter jene Hecken gezogen, die wir auf andere Art und weise nicht so schnell dicht bekommen. Also: Gutes tun für die Weihnachtsbaumnutzer, die Landjugend und das Niederwild.

btw: Ich finde die Idee zu einem solchen Thread gut. Freue mich auf die Tipps.

Wmh, Skogman
 

steve

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#4
Skogman hat gesagt.:
Bei uns sammelt die Landjugend zu Anfang Januar gegen kleine Spenden die Weihnachtsbäume ein. Die Mädels und Jungs sind immer froh, wenn sie einen Platz finden um die gesammelten Bäumchen zu entsorgen. Wir haben gerne unser Revier angeboten. Die Bäume werden jetzt an einigen Stellen unter jene Hecken gezogen, die wir auf andere Art und weise nicht so schnell dicht bekommen.
Da wird Dir colcicus bestimmt gute Tipps geben können, er zieht allerhand dorniges in seine Hecken ein, teilweise noch mit Gerüsten drunter, damit es drüberanken kann und unten frei bleibt zum laufen, hudern, wasweißichnochalles.

@ Paul: Ich mache Fotos, versprochen. :wink:
 
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#5
Ich weiß nicht ob ich es schaffe, bin übers Wochenende weg aber ein paar Bilder hab ich. Wer was in Papierform will:
Biotopverbesserung im Feld durch Heckenpflege, erschienen bei
Heintges Lehr- und Lernsystem, nicht nur für Jungjäger.
Wir haben 11 km Hecken im Revier, davon 7 km zwischen den Feldern. Wir mussten vor 15 Jahren die Bauern erst wieder überreden, dass sie Hecken pflegen müssen und auch dürfen. Die Angst vor dem Naturschutz saß tief im Nacken.
Wir haben aus den Baumreihen Zug um Zug niederwildtaugliche Deckungen geschaffen, heute die Grundlage für die Winterdeckung des Rebhuhnes bei dieser Schneelage. Anfangs bauten wir zuviel Reisig ein,da steckte sich dann der Fuchs im freien Feld.
Das mit den Christbäumen mache ich auch, sie werden verkehrt herum in den Boden geschlagen, ein paar Brombeeren dazwischengesetzt und los gehts.
Während früher ich selbst die Motorsäge herumschleppte, bin ich inzwischen mehr zum Manager geworden mit der Farbsprüdose. Hackschnitzel sind begehrt und die Bauern machen es mit schwerem Gerät so wie wir es uns vorstellen. Wir bestimmen was stehen bleibt und wegkommt. Ziel ist die Förderung der Artenvielfalt und Beseitigung von vermeidbaren Beieinträchtigungen der Landwirtschaft.
Natürlich gibts mal wieder Unstimmigkeiten mit dem Naturschutz aber ich sage nur, wir machen eine Nesterzählung nach Laubabfall bei mir und bei Euch, dann ist gleich Schicht im Schacht. Da wird schon mal gehäckselt und in die Hecke geblasen.
Schlimm ist es wenn Kommunen mit der Heckenpflege anfangen, das geht königlich in die Hose. Die sollen im Stadtpark bleiben.
Wie gesagt ein paar Bilder später.
 
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#6
Das ist interessant. Hab erst letztens mit einem Bekannten über die Wirksamkeit und Wichtigkeit von Tümpel und Teichen im Niederwildrevier gesprochen. Nun würde mich interessieren, gibt es bei euch eigentlich noch so etwas oder wurden alle stillen Gewässer komplett trocken gelegt?
 
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#7
Ich habe in der Heimat letzten Herbst erstmals damit angefangen Tränken zu installieren. dazu sind zwar noch kleine Teiche in dem Revier aber die sind eben nicht so flächig verteilt.
Ich habe dazu nachher einfach lange Blumenkästen eingegraben.
So sammelt sich dann entweder das Regenwasser und bleibt so vielleicht etwas länger, oder man hat die Möglichkeit per KAnister Wasser rauszubringen.

Insekten sind zum Teil schließlich an stehendes Wasser gebunden...NAhrung für die Küken.
 
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#8
Hat mal jemand versucht im HAnggelände vorhandene Entwässerungsgräben teilweise anzustauen ? KAnn das Probleme in angrenzenden Wiesen geben?
Womit macht man das am Besten? Teichfolie rein und nen kleinen DAmm aus Holz dachte ich....Volumen wohl nicht mehr als 100-200Liter
 
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#9
Nicht umsonst nennt man Wasser den "Quell des Lebens".

Leider wird von vielen die Notwendigkeit von permanenten Wasserstellen im Revier ignoriert. Wasserstellen sollten flache Zugänge haben. Ein Bachlauf kann oft von Jungtieren gar nicht genutzt werden, weil die Böschungen und Überhänge nicht zu bewältigen sind.
Stehendes Wasser ist viel wertvoller. Einerseits ist der Zugang zum Schöpfen meist besser, andererseits siedeln viel mehr Insekten in/an stehenden Gewässern, die wiederum als Nahrung für Küken dienen.

Bewässerungs"niederschläge" halte ich aus meiner Erfahrung für absolut kontraproduktiv. Eiskalter Platzregen, der für das Niederwild kaum nutzbar ist.
 
A

anonym

Guest
#10
Ich habe dazu nachher einfach lange Blumenkästen eingegraben.
Ich hätte bedenken, dass darin mal ein Küken ersäuft, weil halt kein flacher Zugang gegeben ist ?! Vielleicht ist meine Sorge auch unbegründet ?! Aber so ein Eintagsküken ?
 
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#11
Ich habe die Erde aus dem Auswurf zum Teil in den KAsten gepackt und damit die eigentlich Höhe also schon veringert...nebenbei entwickelt sich durch die erde bzw Biomasse im Wasser ja auch so allehand Mikroorganismen wie Räderund Pantoffeltierchen
 
A

anonym

Guest
#12
...und damit die eigentlich Höhe also schon verirngert.
Das Problem ist, dass ein reingefallenes Küken an der Randkante nicht hochkommt und ersäuft, auch wenn die Höhe verringert ist. Es kann sich ja nirgens abdrücken.

Es ist schon so mancher Igel im Gartenteich ersoffen, wegen steiler Kanten. In der Nachbarschaft sind vor Jahren jemandem ausgewachsene und schwimmfähige !! Hausenten in eine eingegrabenen Badewanne ersoffen, weil sie an der Randkante nicht hochkamen.

;)
 
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#14
Also müsste ich dicke Äste in die Kästen legen die dann nach draußen führen...
 
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#15
Was häufig vergessen wird:

- Bei der Heckenpflege wird meist fast alles runtergenommen und wenige Überhälter stehengelassen. Fast nie sieht man die "Produktion" von lebendem Totholz obwohl das ganz einfach geht: Statt den Baum zu fällen den Stamm breit ringeln und je nach Weggefährdung evtl. hoch die Krone ausdünnen bzw. köpfen. Am besten eignen sich Bäume mit vielen Seitenästen (das gibt später viele potentielle Löcher). Freut jeden Höhlenbrüter mehr als alle Nistkästen. Geht aus Verkehrssicherungsgründen natürlich nicht bei Hecken neben Wegen.

- Sich nach regionalen Fördermöglichkeiten für überwinternde Stoppelbrache erkundigen und diesbezüglich das Gespräch mit den Landwirten suchen

Dompfaff
 
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