Reviergestaltung im Niederwildrevier

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Ja er muss größtenteils Blödsinn machen auf den echten ÖVF, wie z.B. das Mulchen. Er will das nicht, kostet ja Treibstoff und Arbeitszeit. Das haben sich unsere Agrarbürokraten so ausgedacht.
Daher gehen viele den einfachen Weg und erbringen ihre ÖVF über den Zwischenfruchtanbau. Fläche ist genug vorhanden, da tut der Faktor 0,3 nicht weh.
 
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Für was? Rehwild und teilweise Schwarzwildeinstand. Die Farben im Feld beruhigen das Gewissen. Sicher auch Deckung für Fasan und Hase.

Aber es kann nur das an Niederwild Deckung finden, was im Frühjahr groß geworden ist. Zwischenfrucht hilft nicht dem Junghasen vor landwirtschaftlichen Maschinen wenn diese im Frühjahr eingearbeitet wird. Denn grad da liegen sie drin. Zwischenfrucht hilft nicht den Rebhuhn und Fasan wenn sie Insekten für die Küken brauchen. Zwischenfrucht hilft nicht in den Insekten, denn wenn die blühen ist der Zug schon durch. Es gibt Untersuchungn des LBV die gaben damals genau meine Erfahrungen wieder. Zwischenfrüchte werden in ihrer Wirkung für Offenlandarten überbewertet. Das Rehwild lasse ich jetzt einfach mal außen vor.

Wir wollen immer alles auf dersellben Fläche und bleiben daher auch nur zweiter Sieger.
Wenn die Zwischenfrucht wegen Erosionsvermeidung, Humusanreicherung gemacht wird, dann ist das richtig, aber bitte nicht mehr hineininterpretieren als wahr ist.

Ich hab nichts gegen Zwischenfrüchte, aber bitte nicht als "Supersache" gegen den Artenschwund im Offenland verkaufen. Dafür brauchen wir Flächen die komplett in Ruhe gelassen werden, mit Umbruch alle 5 Jahre. Da finden die Offenlandarten: Insekten, Äsung (unbehandelt) und Brutplatz/Setzplatz im Frühjahr. Im Herbst und Winter Deckung. Das sind die echten ÖVF, und nicht diese Augenauswischerei.

Ziehen wir doch mal einen Summenstrich um all die Bemühungen den Artenrückgang zu stoppen:
Und dann überlegen wir wie wirkungsvoll die bisherigen Maßnahmen gewesen sind.
Als wir um die Stadt hier 40 ha Buntbrachen hatten, explodierten die Rebhühner förmlich. Natürlich muss die Raubwildbejagung auch passen.

Warum bringen die derzeitigen Vorgehensweise bei der Heckenpflege praktisch überhaupt keinen Nutzen? Warum bringen die neu angelegte Hecken - geplant von Äxpertn wie Landschaftspflegern, -architekten - keine Artenvielfalt?

Nur so nebenbei: Wir haben im Revier wenig Zwischenfrucht in Form von Senf, der aber frühzeitg eingearbeitet wird (650 ha Feld) aber Hecken die nach unseren Grundsätzen gepflegt werden. Dazu die Buntbrachen und das gebetsmühlenhafte Reden mit dem Bauern wegen dem Mulchen der Ackerränder und Wegböschungen und Wiesenstilllegungen (Altgrasflächen). Wir haben einen sehr hohen Erholungsdruck. Das hohe Netz der Feldwege ist öffentlich für jeden befahrbar. Fallenjagd ist sehr erschwert, jede Falle "wird gefunden". Bei uns im Landkreis "liegt der Hase am Boden. Mit einem Bestand von vielleicht 0,5 -1 pro 100 ha. Warum sieht es in unserem Revier anders aus? So ganz daneben kann ich mit meinen Behauptungen nicht liegen. Ich kann sie jedem in der Praxis beweisen und wir können durch andere Reviere fahren wo man außer Füchsen nichts sieht.

Ich rede hier nicht über Wunschvorstellungen, theoretischen Bewertungen von Parametern oder betreibe Kaffeesatzleserei. Mir kommt es darauf an, Beispiele aus der Praxis zu zeigen immer mit den Fragen "was wurde gemacht" und "was ist daraufhin passiert?"
Ich tue mich halt schwer wenn mir ein Theoretiker sagt wo es lang geht.
 
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Wie sagtest du selbst: wir leben alle auf der gleichen Erde, aber wir haben nicht den gleichen Horizont.

Zwischenfrüchte sind gut für das Grundwasser und die zig Milliarden Lebewesen im Boden, sie sind generell gut für die Bodenfruchtbarkeit und damit für die kommenden Generationen im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft. Sie schützen den Boden vor Wind- und Wassererosion, damit auch unsere Urenkel noch da Mutterboden finden, wo wir ihn genutzt haben.
 
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Wie sagtest du selbst: wir leben alle auf der gleichen Erde, aber wir haben nicht den gleichen Horizont.

Zwischenfrüchte sind gut für das Grundwasser und die zig Milliarden Lebewesen im Boden, sie sind generell gut für die Bodenfruchtbarkeit und damit für die kommenden Generationen im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft. Sie schützen den Boden vor Wind- und Wassererosion, damit auch unsere Urenkel noch da Mutterboden finden, wo wir ihn genutzt haben.
Lesen ist nicht so Deins?
Wenn die Zwischenfrucht wegen Erosionsvermeidung, Humusanreicherung gemacht wird, dann ist das richtig, aber bitte nicht mehr hineininterpretieren als wahr ist.
 
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Hmm nun ham wir ja auch einige Blühflächen/Buntbrachen im Revier. Davon haben sie in dem Jahr auch einige umgebrochen und wieder neu angesät.

Jetzt frag ich mich gerade warum die das gemacht haben. Wennst dem Wilackerer glauben schenken kannst dann hätten die das ja nicht machen müssen.
Meine Landwirte haben mir es anders erklärt und auch da kam die 5 Jahres Klausel dazu.
Nun würde ich schon sagen das ich einen guten Draht zu unseren Bauern habe.
Beim größten, der mir das auch erklärt hat, bin ich mir sicher das er es nicht gemacht hätte wenn's nicht hätte sein müssen. Warum auch Material, Sprit und Arbeitszeit vergeuten wenn es nicht sein muss.

Na ja sind neu angesät und laufen gerade auf. Brutdeckung fehlte zwar jetzt bisschen aber dafür ist wieder 5 Jahre Ruhe auf den Flächen.

Wenn ich's schaffe mach ich mal paar Bilder.
 
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Wir wollen immer alles auf dersellben Fläche und bleiben daher auch nur zweiter Sieger.
Ich bin der festen Überzeugung, daß dies der entscheidende Satz ist!

Das Märchen der multifunktionellen Landwirtschaft. Kommt in etwa so, als ob in der Halbleiterfabrik nebenbei Fahrräder montiert werden.

Da wo Lebensmittel produziert werden müssen (oder wollen wir das Menschen verhungern?) ist das die A-Priorität und alles andere hat sich unterzuordnen.

Allerdings spricht aber nichts dagegen, andere Flächen mit der A-Priorität "Lebensraum" inmitten der "Agrarwüste" (ich benutze einfach mal den Kampfbegriff) zu schaffen, oder?

Nur mal als Gedankenspiel:

10% der Fläche werden tatsächlich als "Lebensraum" bereit gestellt:
- Waldränder
- Gewässerrandstreifen
- Feldraine zwischen den Ackerflächen
- schlecht zu bearbeitende Ecken oder Dreiecke von Feldern
- ...

Alle diese Flächen werden den Landwirten mit dem Deckungsbeitrag vergütet, welche er auf seinen anderen Flächen auch hat = selber Ertrag mit "Lebensraum" wie mit "Agrarproduktion" und die Flächen brauchen eine Mindestgröße / -breite die tatsächlich Sinn macht.
Bei Feldrainen z.B. 5 Meter je Landwirt = zwischen zwei Feldern wäre plötzlich 10 Meter "Lebensraum" vorhanden, der nur alle paar Jahre wechselweise "gepflegt" werden dürfte.
Eventuell dürfen auch Flächen in der gleichen Gemarkung (!) kumuliert werden, um bearbeitungswürdige Agrarflächen zu erhalten = große Brachen am Stück oder vernetzte Struktur, je nach Belieben!

Ich denke, das wäre sinnvoller und nützlicher als der ganze Eiertanz der seit Jahrzehnten mit Stilllegung / Brache / ÖVF / Greening und Agrarumweltprogrammen gemacht wird.

Aber das sind nur Gedankenspiele eines ahnungslosen Jägers u. Landwirtes, die Experten in den Behörden wissen es sicherlich besser...
 
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Eventuell dürfen auch Flächen in der gleichen Gemarkung (!) kumuliert werden, um bearbeitungswürdige Agrarflächen zu erhalten = große Brachen am Stück oder vernetzte Struktur, je nach Belieben!
vollste Zustimmung @wernerzwo (y)
Aber das fett markierte halte ich für bedenklich, denn dann haben wir irgendwo im Revier eine Fläche mit mehreren Ha und im Rest der Gemarkung spielt sich nichts ab:unsure:
 
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vollste Zustimmung @wernerzwo (y)
Aber das fett markierte halte ich für bedenklich, denn dann haben wir irgendwo im Revier eine Fläche mit mehreren Ha und im Rest der Gemarkung spielt sich nichts ab:unsure:
Gleiche Gemarkung UND gleicher Bauer!

Damit will ich verhindern, daß z.B. Bördestandorte ihre Flächen auf schlechte Pachtflächen weit weg auf Grenzstandorten kumulieren. Wenn ein Landwirt 20 ha in einer Gemarkung bewirtschaftet, dann müsste er in dieser Gemarkung 2 ha Lebensraum machen. Wie und wo ist dann relativ gleichgültig, da entweder eine große Fläche oder viele vernetzte Strukturen entstehen.

Und ob ein Landwirt 20 / 200 oder 2000ha in einer Gemarkung bewirtschaftet - der Effekt bleibt gleich 10% werden Lebensraum. Eine Gemarkung ist bei mir in der Gegend eine ehemalige Gemeinde vor der Gebietsreform, welche hier meist zwischen 1000 und 2000 ha umfassten. Das sind auch die heute noch gültigen Grenzen der Jagdgenossenschaften. Mein Revier hat ca. 700 ha - davon geht ca. 1/3 weg für Wald / Straße usw. - d.h. bei der Lösung hätte ich bei mir ca. 50 ha Randstreifen, Feldraine oder Brachflächen auf meine ganze Jagd verteilt. Mehr könnte ich mir eigentlich nicht wünschen, oder?

Im Gegenzug erwarte ich aber als Landwirt, daß ich von Bürokratie und unsinnigen Auflagen "befreit" werde - d.h. keine Vorschriften wann ich was zu "pflegen" habe, keine unnötigen Abstandsauflagen bei Pflanzenschutz (d.h. Behandlung randscharf zum Feldrand), die Flächen werden mir voll für die Düngebilanz u. GV Grenzen mit berechnet, wo und wie ich die 10% in der jeweiligen Gemarkung anlege ist meine Sache, usw.

Wäre eine echte Win-Win Situation für Landwirt / Natur / Jäger und Gesellschaft!
 
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Kleinere Wiesen sind bei uns fast wertlos. Die pachtet niemand mehr wenn da kein großer Maschineneinsatz sinnvoll ist. Inzwischen gibt es auch ein Grünlandumbruchsverbot für Biobetriebe. Wer trotzdem will, hier die bayerischen Hürden.
https://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/agrarpolitik/dateien/m_dauergruenland.pdf
Auch das Bayerische Naturschutzgesetz schützt das Grünland
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayNatSchG-3
Es gab schon Ärger wenn ein Landwirt eine stark von Schwarzwild geschädigte Wiese mit Maschinen repariert hatte.
Alles Dinge, die unseren wilden Ackerer überhaupt nicht bewußt sind.
danke! das kannte ich so noch nicht. geht dann mit sog. "ausgleichsflächen" auch nixn mehr?

so wie ich das lese, darfst noch nicht mal mehr aus ner wiesn ne schöne neue wildblumenwiesn machen ohne genehmigung, wenn die fläche in den letzten 5 jahren keiner fruchtfolge unterlegen war und du mit maschinen die grasnarbe zerstörst.....
 
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so wie ich das lese, darfst noch nicht mal mehr aus ner wiesn ne schöne neue wildblumenwiesn machen ohne genehmigung, wenn die fläche in den letzten 5 jahren keiner fruchtfolge unterlegen war und du mit maschinen die grasnarbe zerstörst.....
Dazu muß man nicht ackern. Nicht düngen und spät mähen genügt. Hier wird viel Roßheu gemacht, die Wiesen sind eine andere Welt.
 
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Dazu muß man nicht ackern. Nicht düngen und spät mähen genügt. Hier wird viel Roßheu gemacht, die Wiesen sind eine andere Welt.
Ja da wo es immer so gemacht wird und noch solche Flächen vorkommen kann es sein dass durch
Samenflug oder Verschleppung über Traktorreifen in artenarme Grünlandgesellschaften wieder andere Pflanzen einwandern.
Ein Schwarzwildschaden kann da manchmal auch botanische Wunder bewirken. Neben Löwenzahn kommt auch der Wiesenpippau und der Wiesenbocksbart mit ihren Flugsamen wieder zurück. Sie müssen aber auch die Fähigkeit haben, sich im dichten ursprünglichen Bewuchs zu behaupten.
Es gibt aber auch Flächen, wo eine Nachhilfe sinnvoll wäre. Es wäre zu prüfen, inwieweit ein leichtes Aufkratzen schon etwas bewirken kann, ohne dass die Agrarbürokraten nach Strafe rufen. Da dürfte eigentlich nichts im Wege stehn. Damit habe ich mich noch nicht befasst, denn unsere Wiesen sehen ganz gut aus.
Auf den Wiesen werden im Frühjahr auch die Maulwurfshaufen eingeebnet, auch eine gute Chance zum Nachsäen.
Ich habe aber erlebt, wie die Stadt im Nachbarrevier aus einer sehr artenreichen Talsohle eines Regenrückhaltebeckens inzwischen durch Maht eine Wiesenfuchsschwanzwiese gemacht hat, die Hochstauden sind alle verschwunden...
Die Fläche hatte ich damals angesäht, liegt zwar im Nachbarrevier aber egal. Neben LRI habe ich authochtone Wildpflanzen (Mädesüß, Engelwurz, u.a. selbst gesammelt) eingebracht, Magerstandorte wurde ausgespart. IMG_1867.JPG
Winterkresse, Färberkamille und Wundklee
IMG_8367.JPG
IMG_3736.JPG
Der Sumpfschotenklee war ein erstklassige Bienenweide, kann Euch auch ein Bild dieses gemulchten Bestandes einstellen. Großer Wiesenknopf ist schon wieder weitgehend verschwunden. Wiesenstorchschnabel kämpft ums Überleben.
Die Talsohle des Beckens muss angeglich gemäht werden, sagt der für Grünflächen verwantwortliche Mitarbeiter. Das Wasserwirtschaftsamt sagt nein, nur die Böschungen.
Ein sehr gutes Biotop auch für unsere Fasane, auch mit Braunkehlchen hätte es klappen können. Aber es fehlen die vorjährigen Stängel...
Wenn ich so sehe wie mit unserer Natur umgegangen wird - und das völlig unnötig, dann fallen mir jeden Morgen fünf Leute ein, die schon beim Aufstehen eine Watschn kriegen müssten, damit vielleicht der Denkprozess in Gange kommt.
Sie sollen einfach mal nichts tun, anstatt immer diesen Blödsinn zu verzapfen. Es geht uns immer noch zu gut, Diesel ist noch zu billig für diese Leute.
 
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