Reviergestaltung im Niederwildrevier

Anzeige
Mitglied seit
20 Okt 2006
Beiträge
12.181
Gefällt mir
7
#16
Heiko 84 hat gesagt.:
Also müsste ich dicke Äste in die Kästen legen die dann nach draußen führen...
Ja. auf keinen Fall vergessen!

Was noch (besser) geht:
Ein Stück alten Feuerwehrschlauch /Textilschlauch als "Rampe" -ist super griffig!
Seit wir das machen, lag nicht mal eine tote Maus in der Wasserstelle.

WH
BArry
 
Mitglied seit
16 Jan 2008
Beiträge
278
Gefällt mir
17
#17
In NRW werden seit diesem Jahr Blühstreifen sehr attraktiv gefördert.
Die Streifen müssen zwischen 6 und 12 mtr. breit sein und max. 20% der Gesamtfläche ausmachen.
So kann man schnell ein paar ha zusammen bekommen.
 
Mitglied seit
14 Feb 2006
Beiträge
9.359
Gefällt mir
15.489
#18
Dompfaff hat gesagt.:
neben Wegen.

- Sich nach regionalen Fördermöglichkeiten für überwinternde Stoppelbrache erkundigen und diesbezüglich das Gespräch mit den Landwirten suchen

Dompfaff
Aufpassen, Stoppelbrache ist nicht gleich Stoppelbrache, bei uns liegen in diesem Jahr übern Winter einige solcher Flächen, trotzdem so gut wie wertlos da vorher die Roundupdusche drübergegangen ist. Da ist keine Grünpflanze, z. B. für Hühner mehr drinn, auch hat es keine Samen gegeben.
 
Mitglied seit
3 Dez 2008
Beiträge
427
Gefällt mir
3
#19
barry08 hat gesagt.:
Nicht umsonst nennt man Wasser den "Quell des Lebens".

.

Ja, oder umgekehrt!!

So sieht das in unserem Niederungsrevier aus, wenn es mal in bißchen mehr geregnet hat. Im Jahr 2005 gab es so eine leichte Überschwemmung Mitte Mai.
Und was dann mit den Gelegen passiert ist, kann sich ja jeder denken.

Wh

Mongolicus
 
Mitglied seit
23 Feb 2004
Beiträge
2.123
Gefällt mir
1
#21
Hochspannendes Thema. Wir haben schon fast alles ausprobiert im Bereich Lebensraumverbesserung. Bewährt haben hat sich vor allem die Aufgleiderung von großen Schlägen mit mehrjährigen Streifen und Schwarzbracherandbereich. Ist eine abgewandelte Lebensraum 1 Mischung. Akteuell haben wir 13 ha und jetzt kommen nochmal
10 ha plus x im Frühjahr. Alles in meiner Hegezone 1.



Anbei ein Bild, wenn ich mal dazu kommen sollte stell ich mal eine ganze Serie ein. Habe einige Hundert Bilder zu allen Jahreszeiten habe aber aktuelle noch nicht hochgeladen.





 
Mitglied seit
30 Jul 2009
Beiträge
2.736
Gefällt mir
6
#22
barry08 hat gesagt.:
Stehendes Wasser ist viel wertvoller. Einerseits ist der Zugang zum Schöpfen meist besser, andererseits siedeln viel mehr Insekten in/an stehenden Gewässern, die wiederum als Nahrung für Küken dienen.
Ja und bedenke, dass damit auch viele andere Lebewesen ins Revier kommen. Frosche, Molche, Salamander etc.
Und vom Fuchs bis zum Uhu lässt sich keiner einen leicht zu ergatternden Lurch entgehen.
Man könnte fast sagen natürliche Ablenkkirrung.
 
Mitglied seit
20 Okt 2006
Beiträge
12.181
Gefällt mir
7
#23
Beizjägerin hat gesagt.:
Und vom Fuchs bis zum Uhu lässt sich keiner einen leicht zu ergatternden Lurch entgehen.
Man könnte fast sagen natürliche Ablenkkirrung.
:arrow: Ansitz am Wasserloch auf Fuchs :lol:
Uhu gibt es bei uns nur in der Tube...

In unserem Trockenklima sind Wasserstellen ein Schlüsselkriterium.
Wir haben beste Erfahrung mit vielen kleinen Wasserstellen im Revier.
Man wundert sich immer wieder, wie viel Niederwild von solchen Stellen angezogen wird.

Dass man davor die Hausaufgaben bei der Prädatorenbekämpfung gemacht hat, ist Voraussetzung,
sonst baut man mit solchen Anlagen "biologische Fallen", wo der Fuchs sich den Wanst vollschlagen kann.
Ebenfalls wichtig: so anlegen, dass die Greifvögel entweder nicht in der Nähe aufbaumen können
oder dass die Wasserstellen im Gebüsch mit entsprechender Deckung angelegt sind.

Wh
Barry
 
Mitglied seit
5 Aug 2006
Beiträge
298
Gefällt mir
1
#24
HIer ein eine fläche auf der vorher nur disteln und brenesseln wuchsen.
eingesät haben wir hier die wildapotheke.die fläche ist wie ein magnet für fasanen, hasen, rebhühner und rehe.
links im bild verläuft ein bach. rechts ein bischen busch und tannen und dahinter befindet sich ein großer teich der von birken und heideflächen umgeben ist.
wir werden versuchen mehrere solcher kleinen wildackerinseln einzurichten.
z.b.zwischen weihnachtsbaumanpflanzungen und bächen wo 5m platzt für den grabenräumer gelassen wurde. oder feldecken die mit den großen maschinen nicht gut bearbeitet werden können.
desweiteren wollen wir in einer 500m langen benjeshecke büsche einsetzen,weil es sonst wohl noch ewig dauern wird bis da was wächst.
]
 
Mitglied seit
1 Dez 2005
Beiträge
1.680
Gefällt mir
4
#25
Schön das der Thread so gut angenommen wird.
Ich würde mich freuen, wenn ihr zu den Maßnahmen die ihr durchgeführt habt noch den Zeitaufwand sowie die Kosten pro ha benennen könntet.
Interessant währe auch ob und wenn ja wie die Maßnahmen gefordert wurden.

Wir sind z.Z. am Hecken pflegen, leider lassen uns die Sauen nicht viel Zeit.
Bin am Bilder machen und werde da später was zu schreiben.

Eine Maßnahme die ich zu Hause durchgeführt habe, ist die Aufwertung von Zwischenfruchtschlägen.
Die Landwirte haben immer Ölrettig oder Senf genommen, ich konnte erreichen das auf ca. 30ha Ölrettig, Senf und Raps im Verhältnis 2:1:1, dabei sollten aber max. 15 Kg/ha ausgebracht werden.
Die Flächen wurden von Fasan und besonders von Rehwild sehr gut angenommen.
Das Rehwild hat in den Flächen dann Deckung und Äsung bis ins Frühjahr und muss die Flächen nicht verlassen, wodurch auch Wildunfälle verringert werden können.
Der größte Vorteil liegt darin das keine Mehrkosten zum "normalen" Zwischfruchtanbau entstehen.
WH Paul
 
Mitglied seit
5 Aug 2006
Beiträge
298
Gefällt mir
1
#26
bei der zwischenfruchtsaat einfach jedes zweite rohr dichtmachen.
dann können die fasanen und rebhühner besser drin laufen.
bei uns hat auch einer senf ölrettich und bischen raps vermischt und gesät.
wird vom wild gut angenommen.
zudem wurde bei uns um die zwischenfruchtschläge einmal mit der fräse rumgefräst. so hat man es einfacher die sauen zu fährten.
 
A

anonym

Guest
#27
Auf dem ersten Bild vom Alten Lohhäuser sieht man die Grenzlinienstrukturen sehr schön.

Höhere Deckung zum Nisten und Verstecken grenzt an sonnige, offene Schwarzbrache mit aufgelaufenen Wildpflanzen.

( also Grenzlinienreichtum wie in der Dreifelderwirtschaft von früher, bzw. lichte Hackfrucht - grenzt an Wintergetreide-Strukturen ).
Strukturen wie sie auch die Rebhuhnstreifen von Jaques Hicter im Rebhuhntreat aufweisen.

Die Gesperre haben sonnige , `lichte` Bereiche zum Hudern und zur Nahrungssuche direkt neben den Deckungsflächen. In den sonnigen Bereichen gelangt die Sonnenstrahlung zum Boden und erwärmt ihn, was insbesondere nach Regenschauern wichtig ist. Und die Küken haben dort Lauffreiheit.

Wohingegen man in manchen Revieren den schönsten Wildacker zwischen einer dichten Feldkultur sieht und der Wildacker seinerseits ist
granaten - hageldicht, damit das Unkraut gut unterdrückt wird. Was dann aber fehlt sind die offenen , sonnigen Grenzlinien für die Gesperre.

Diese also nicht vergessen !! ;)

( Mongolicus : Vielleicht war das auch bei Dir der Grund ? Zum einen sagte den Hühnern anfangs die hohe Hecke nicht zu, wegen fehlender Übersicht oder Greifvogelanwarten darin ?! Und es fehlte anfangs eventuell die offene sonnige Grenzlinie, die erst nach halbseitigem Brachliegenlassen vorhanden war ?! Meine bescheidene Spekulation zum Foto .)
 
A

anonym

Guest
#28
Mongolicus:

Du könntest übrigens deine Brachfläche für die Rebhühner ( bzw. Fasane) dieses Jahr wieder aufwerten, indem du vor der Brut- und Setzzeit einen Streifen in die Brache reingrubberst oder eggst.

Dieser Streifen wird dann wieder lückig und offen mit Wildpflanzen bis in den Sommer als Brachfläche zuwachsen. Aber dennoch diese wichtige lückige offene Grenzlinie im Sommer bieten . Denn es könnte sein, dass deine Brachfläche dieses Jahr sonst insgesamt zu dicht wird, so dass der sonnige offene Bereich wieder fehlt.

:wink:
 
Mitglied seit
16 Okt 2006
Beiträge
5.974
Gefällt mir
13
#29
Paul Rößler hat gesagt.:
Eine Maßnahme die ich zu Hause durchgeführt habe, ist die Aufwertung von Zwischenfruchtschlägen.
Die Landwirte haben immer Ölrettig oder Senf genommen, ich konnte erreichen das auf ca. 30ha Ölrettig, Senf und Raps im Verhältnis 2:1:1, dabei sollten aber max. 15 Kg/ha ausgebracht werden.
Die Flächen wurden von Fasan und besonders von Rehwild sehr gut angenommen.
Das Rehwild hat in den Flächen dann Deckung und Äsung bis ins Frühjahr und muss die Flächen nicht verlassen, wodurch auch Wildunfälle verringert werden können.
Der größte Vorteil liegt darin das keine Mehrkosten zum "normalen" Zwischfruchtanbau entstehen.
WH Paul
Moin,

die Erfahrung haben wir mit dem Senf auch gemacht. Senf friert auch kaputt, da muss nicht die Roundup-Dusche ran.

WH Michael
 
Mitglied seit
23 Feb 2004
Beiträge
2.123
Gefällt mir
1
#30
Die Aufwertung von Senfschlägen ist eine sehr gute und vor allem kostengünstige Lösung, die wir schon lange betreiben. Allerdings sind die Pflanzen die Äsung bieten winterfest und in der Regel wird bei uns Mulchsaat betrieben. Also direkt in die abgefrorenen Senfschläge. Ein Landwirt ist natürlich nicht bereit einen ganzen Schlag dann im Frühjahr totzuspritzen und ggf noch mechanisch zu bearbeiten. Wir gehen wie folgt vor. Wir machen in die Senfschläge bevor der Landwirt den Senf säht maximal 3 Streifen a 3 m rein. Ist eine Mischung aus Sonnenblumen ( früh nehmen die die Hasen und Rehe die als Saftäsung super an ), Winterraps, Wnterrüpsen, Winterwicke, Stoppelrübe, Seradella etc. Im Frühjahr spritzen wir die Streifen tot und Grubern unter. Ist ja nur eine Arbeitsbreite. Der Landwirt ist so gestellt wie vorher und die Äsungsmenge reicht trotzdem 3 mal.
Es geht ja darum diese Streifen möglichst in jeder Zwischenfruchtfläche zu haben. ggf reicht sogar ein Streifen aus.

Wenn der Landwirt mitspielt mulchen wir an den Streifen jeweils an einer Seite eine Arbeitsbreite Senf runter. Die Streifen lege ich bevorzugt mitten in Schläge möglichst weit weg von der nächsten Deckung. Im Feld sind die Fasanen im Winter am Sichersten. Auf dem Mulchstreifen neben der auch vom Rehwild sehr gut angenommenen
Mischung ( im Senf stecken sie ja eh ) kann man die Rehe auch sehr effektiv bejagen. Im Senf fühlen Sie sich sicher und bummeln den ganzen Tag auf den Schneisen rum.
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben