Rewilding

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#46
Nein, werden sie nicht. Der Wolf ist hier flächendeckend und dei Landschaft ist nciht umgestaltet und die Wisente stehen knapp hinetr der Grenze in Polen und da sieht es auch noch verdammt nach mitteleuropäischer Agrarlandschaft aus. Veränderungen gibt es im Kleinen.
Veränderungen gibt es im Wald, wolltest Du sagen. Bis das auch für den Laien nicht mehr zu übersehen ist, dauert's noch a weng.


Das hat nichts mit Elfenbeinturm zu tun, sondern direkte Auswirkungen auf z.B. "naturgemäße" oder sonstige Waldbau- und Naturschutzvorstellungen.
Vorstellungen, Du sagst es. Den Praktiker interessiert die Praxis, nicht ob Buchen-Klimax-Wälder natürlich oder nicht natürlich waren vor 1.000 enden Jahren.

Du machst aber nichts "so gut wie möglich" wenn Du eindeutige Belege dafür, dass das zu wenig ist was Du tust, ignorierst.
Ich rede davon, was das Ziel sein sollte, nicht über den Status quo. Daß der unbefriedigend ist, darüber müssen wir nicht streiten. Ich sage nur, großflächige Einbürgerung von Megaherbivoren ist bei uns nicht hilfreich. Was die Polen mit ihrem Wald machen ist deren Sache. Werden auch noch schlau werden.
 
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#47
Veränderungen gibt es im Wald, wolltest Du sagen. Bis das auch für den Laien nicht mehr zu übersehen ist, dauert's noch a weng.
Nein, Veränderungen gäbe es auch im Offenland, und zwar auch dort im Kleinen, z.B. durch solche Wisent"bäder". Dass die in Naturschutzgebieten eher geduldet werden als auf Getreideäckern ist klar.

Vorstellungen, Du sagst es. Den Praktiker interessiert die Praxis, nicht ob Buchen-Klimax-Wälder natürlich oder nicht natürlich waren vor 1.000 enden Jahren.
Das entscheidet aber mit darüber, wo der Praktiker hin soll oder darf oder was er zur Verfügung hat. Für den Forstwirt ist es irrelevant, für die strategische und Entscheidungsebene aber nicht.
 
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#48
Ich faß es nicht. Du willst nicht ernsthaft ne Suhle im Getreidefeld mit komplett geschälten Wertholz-Beständen vergleichen? Von wegen "im kleinen". Diminutive sind Propaganda-Sprech. Wen willst Du damit verarschen?
Das entscheidet aber mit darüber, wo der Praktiker hin soll oder darf oder was er zur Verfügung hat. Für den Forstwirt ist es irrelevant, für die strategische und Entscheidungsebene aber nicht.
Das sind Worthülsen. Wir stehen aktuell vor der Situation, daß keiner weiß, wie lange wir überhaupt noch was haben, was man als Wald bezeichnen kann. Man zerbricht sich den Kopf, wie wir das, was noch steht retten können. Und Du erzählst mir, daß "Entscheider" wissen wollen, was Megaherbivoren mit den Resten ihres anvertrauten Gutes machen könnten? Die wollen wissen, wie sie ihre ungeplanten Kulturen mit ungewohnten Baumarten vor dem Rehwild-Äser schützen können. Das letzte was die brauchen, sind republikweite Wisentprojekte. Und zwar auf allen Ebenen, vom Kleinprivatwaldbesitzer bis zum Ministerpräsidenten. Sorry, Du hast den Schuß nicht gehört.
 
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#49
Ich glaube, da werden jetzt verschiedene Ebene vermengt.

Unabhängig davon: wer jetzt von Rotwildwaderungsgedöns anfängt und dem „Wappentier“ das ganze Land als Lebensraum öffnen will, dem sage ich nur: bis zur letzten Patrone werde ich das zu verhindern wissen. Steckt RW sein Äser über die Grenze und hat Jagdzeit, hängt es alsbald in der Kühlung.
 
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#50
Ich faß es nicht. Du willst nicht ernsthaft ne Suhle im Getreidefeld mit komplett geschälten Wertholz-Beständen vergleichen? Von wegen "im kleinen". Diminutive sind Propaganda-Sprech. Wen willst Du damit verarschen?
Uih, "komplett geschälte Wertholzbestände" , verallgemeinesrt Du da nicht ein wenig zu arg?

Das sind Worthülsen. Wir stehen aktuell vor der Situation, daß keiner weiß, wie lange wir überhaupt noch was haben, was man als Wald bezeichnen kann.
Man muss hier wohl Einiges relativieren! Selbstverständlich werden wir auch künftig etwas haben, was "man als Wald bezeichnen kann" - er wird aber zweifelsohne erstens sich oftmals aus anderen Baumarten zusammensetzen (erklärtes Ziel: mehr Lh) und dadurch zweitens bis zu einem gewissen Grad am Holzmarkt vorbei produzieren, der eben für vielen Verwendungen Nh benötigt (DAS ist übrigens ein rein forstliches Problem, an dem die Wildschadensfrage vollkommen vorbei geht!).

Man zerbricht sich den Kopf, wie wir das, was noch steht retten können. Und Du erzählst mir, daß "Entscheider" wissen wollen, was Megaherbivoren mit den Resten ihres anvertrauten Gutes machen könnten? Die wollen wissen, wie sie ihre ungeplanten Kulturen mit ungewohnten Baumarten vor dem Rehwild-Äser schützen können. Das letzte was die brauchen, sind republikweite Wisentprojekte. Und zwar auf allen Ebenen, vom Kleinprivatwaldbesitzer bis zum Ministerpräsidenten. Sorry, Du hast den Schuß nicht gehört.
Wer spricht denn eigentlich von "republikweiten Wisentprojekten" oder fordert solche???

Als aktuelles republikweit bereits laufendes "rewilding-Projekt" könnte man aber i.w.S. das bezeichnen, was derzeit in Deutschland in Sachen Wolf veranstaltet wird.

Und es ist schon erhellend, zu erleben, wie auch hier plötzlich rumgeeiert und differenziert wird, zwischen den verschiedenen "Projekten", die bekämpft werden, sobald sie den eigenen Säckel bedrohen und denen man bestenfalls gleichgültig gegenüber steht, wenn´s Andere betrifft.
 
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#51
Ja, dem ist wohl so. Sorry.

Du willst nicht ernsthaft ne Suhle im Getreidefeld mit komplett geschälten Wertholz-Beständen vergleichen?
DU hast davon gesprochen, es gäbe nur im Wald Veränderungen und das ist halt definitiv falsch. Du hast auch übergangen, dass es eben nicht um eine flächendeckende Wiederansiedlung geht, sondern um die Wirkprinzipien und deren Implikationen. Sollten Wisente aus Polen wieder zuwandern wird man sehen, wie man damit umgeht. Die klassische "stört mich, muss weg"-Ansicht wie von manchen Viehhaltern zum Wolf oder OVS zum Rotwild ist da insgesamt eher nicht zukunftsfähig und rückt die Landnutzung in die Industrie-Ecke.

Wir stehen aktuell vor der Situation, daß keiner weiß, wie lange wir überhaupt noch was haben, was man als Wald bezeichnen kann. Man zerbricht sich den Kopf, wie wir das, was noch steht retten können. Und Du erzählst mir, daß "Entscheider" wissen wollen, was Megaherbivoren mit den Resten ihres anvertrauten Gutes machen könnten?
Die Entscheider auf einer gewissen Ebene haben mit dem Konstrukt der "Naturnähe" zu tun. Was daran alles hängt solltest Du wissen und wie sehr man sich da gewisse Diskussionen erleichtern kann wenn man eben nicht der klassischen Standort-->Vegetation-Lehre folgt sollte Dir auch klar sein oder werden, wenn Du mal etwas in Ruhe drüber nachdenkst.

Die wollen wissen, wie sie ihre ungeplanten Kulturen mit ungewohnten Baumarten vor dem Rehwild-Äser schützen können.
Ganz andere Frage ...

Das letzte was die brauchen, sind republikweite Wisentprojekte.
Wie gesagt: #34 lesen und verstehen.

Und zwar auf allen Ebenen, vom Kleinprivatwaldbesitzer bis zum Ministerpräsidenten. Sorry, Du hast den Schuß nicht gehört.
Ich feuere solche Schüsse ab und bisher war die Resonnanz ganz gut. ;) Aber wie @OVS sagt spielt das auf einer ganz anderen Ebene als Deinem Alltagsgeschäft. Das betrifft weder Kleinprivatwaldbesitzer noch Ministerpräsidenten direkt, eher die Ebene( -n) oberhalb der FAL.
 
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#52
DU hast davon gesprochen, es gäbe nur im Wald Veränderungen und das ist halt definitiv falsch
Nein. Du hast von Landwirtschaftlichen Auswirkungen gesprochen, woraufhin ich festgestellt habe, daß es erstens Auswirkungen im Wald hat, welche zweitens den landwirtschaftlichen in nichts nachstehen. Ist ja wohl auch Sinn und Zweck dieser Projekte, Wald zu vernichten oder gar nicht erst entstehen zu lassen.
dass es eben nicht um eine flächendeckende Wiederansiedlung geht, sondern um die Wirkprinzipien und deren Implikationen.
Es geht sehr wohl um Flächendeckung, weil die Wirkprinzipien eben nur großräumig zum Tragen kommen können. Daß Rindvieh schält weiß man auch ohne Projekt. Es geht darum, was großflächig passiert, und dafür braucht man Fläche. Ich sage nur Wolf. Rotwild. Luchs. Beim Wolf reden wir über europaweite Populationen. Noch Fragen?

Die Entscheider auf einer gewissen Ebene haben mit dem Konstrukt der "Naturnähe" zu tun.
Ich weiß. Mein Alltagsgeschäft. Die sollen auf der einen Seite Holz liefern und auf der anderen Seite nachweisen, daß sie kein Holz produzieren. Die Begehrlichkeiten des Käseglockennaturschutzes sind mir nur zu vertraut. Daß der rationelle Bewirtschafter Naturnähe schon aus Gründen des Betriebsrisikos anstrebt, und das in der Fläche ökologisch auch erheblich sinnvoller ist als irgendwelche Inseln im Status quo zu konservieren, oder einen aufgrund mangelnder Fläche ständig zu bedokternden Prozeßschutz zu veranstalten, der klimatechnisch noch dazu voll nach hinten losgeht, ist in diese verbretterten Köpfe nicht reinzubekommen.
 
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#53
Nein. Du hast von Landwirtschaftlichen Auswirkungen gesprochen,
Nein, ich sprach von landschaftlichen, ohne "wirt".

Es geht sehr wohl um Flächendeckung, weil die Wirkprinzipien eben nur großräumig zum Tragen kommen können.
Nein, geht es eben nicht! Es geht darum, dass der "naturnahe" Wald eben nicht so aussähe wie sich Klein-Nabuist oder Groß-BMUB das vorstellt und damit darum, dass die Leitbilder diesbezüglich in die Tonne gehören ODER man eine andere Begründung für deren Verfolgung finden muss. Wenn die sich aber auf die Schiene einlassen haben sie verloren, dann kann man nämlich die ganze Prozessschutzideologie damit beerdigen.

Daß der rationelle Bewirtschafter Naturnähe schon aus Gründen des Betriebsrisikos anstrebt, und das in der Fläche ökologisch auch erheblich sinnvoller ist als irgendwelche Inseln im Status quo zu konservieren, oder einen aufgrund mangelnder Fläche ständig zu bedokternden Prozeßschutz zu veranstalten, der klimatechnisch noch dazu voll nach hinten losgeht, ist in diese verbretterten Köpfe nicht reinzubekommen.
Nur ist das, was Du anführt, eben ohne die Berücksichtigung der Tiere keine Naturnähe, sondern das ist "greenwashing". Mit dieser "Naturnähe" wird in der Anpassungsdiskussion nämlich auch viel verhindert und deshalb gehört dieser rein vegetationskundliche Ansatz in den Geschichtsunterricht.
 
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Touché.

Wir reden aber auch aneinander vorbei. Ich rede von Megaherbivoren, sprich in Herden auftretenden großen Widerkäuern. Die unweigerlich bei einigermaßen artgerechter "Haltung" Flächen in der Dimension von Staaten bräuchten. Wenn ein Wisent nix mehr zu fressen hat, zieht er weiter.

Nur ne Nummer kleiner, Rotwild, funktioniert ja schon nicht mal mehr auf Nationalparkniveau. Oder warum werden die nochmal in BGL bejagt?

Wir haben doch genug Beispiele, wie es aussieht, wenn die Natur werkelt wie sie mag. Wer nur ein bissel Phantasie entwickelt, kann sich das Ergebnis ungestörten Zusammenwirkens von Fauna und Flora ausmalen. Was genau für Erkenntnisse soll eine weitere Versuchsfläche bringen, die Berufsschützer überzeugen könnten?

Fakt ist, daß gefeilscht wird auf Teufel komm raus. Und mit jedem Schritt, den man ihnen entgegenkommt, werden sie gieriger. Es geht nicht darum, wie wir diesen Planeten bewohnenswert erhalten, sondern darum, recht zu behalten, egal wie man es hindrehen muß.
 
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