Rückgang der Welpenzahlen bei den Jagdhunderassen

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Guten Morgen,

in der letzten W&H wird berichtet, dass die Welpenzahlen gerade beiden Jagdhunderassen immer weiter sinken.
Wie seht ihr die Entwicklung bzw. die Ursachen.
Nachdem die Anzahl der Jagdscheininhaber ja seit Jahren steigt.

Können oder wollen sich viele den Jagdhund nicht mehr leisten?
Wird in der JJ-Ausbildung zu wenig darauf eingegangen?
Ist es für viele nicht mehr wichtig einen guten Hund zu führen?
Wird das Hundewesen sich in Zukunft auf wenige Spezialisten ausrichten (z.B.Schweiß,Meutehunde)?

Also mir persönlich würde bei der Jagd ohne Hund etwas fehlen!

Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder von uns das Umfeld (Familie, Wohnsitz, Zeit, Revier!!) hat um sich auch einen halten zu können.

Trotzdem finde ich das Thema interessant und auch Zukunftsweisend für die Jagd.

Wie seht ihr die Entwicklung??

Grüße und WMH
Tobias
 
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Hat wer den Artikel und die Zahlen zur Hand?


Ich kann das schon nachvollziehen...
Vor allem weil doch jedem JJ, der nach nem Hund fragt, sofort entgegnet wird, dass er keinen eigenen bräuchte.

Da wird von mangelnder Auslastung gesprochen und fehlenden regelmäßigen Jagdgelegenheiten...
Gemeinhin wird doch gemeint, ein Jagdhund müsse 365 Tage im Jahr bejagt werden oder, wenn das nicht gewährleistet ist, mindestens 40 Drückjagden oder 160 Nachsuchen im Jahr machen...

In unserem Kurs damals in '07/'08 wurden nur die Rassen erleutert und Ende.



Der Rückgang des Niederwildes geht den Vorsteherzahlen an den Kragen, könnte ich mir vorstellen.
Nicht jeder Bauernhof hat mehr nen Hund im Zwinger.

Die Zahlen von Bracken (zumindest 2 Rassen) ist glaub ich aber nicht sinkend.
Dort wird im Verein jedenfalls von zunehmender Nachfrage gesprochen, was aber nicht gleichbedeutend mit zunehmenden Welpenzahlen sein muss.

Die Zahl der Jagdscheininhaber dagegen zu halten, halte ich für nicht aussagekräftig.
Wieviele Jagdscheininhaber gehen denn überhaupt regelmäßig jagen?
 
Zuletzt bearbeitet:
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So, nachdem ich den Artikel nun gelesen habe...

-Absolute Zahlen der Vorsteher bleiben wohl auf realtiv gleichem Level. (DD zieht 99 Würfe aus Amerika mit in die Statistik...)
-Stöberhunde (Bracken, Wachtel, etc.) steigen.
-Terrier, Teckel haben abwärtstrend.

Im Prinzip kann man sich das ja denken, wenn man sich die Entwicklung der Jagdpolitik, Wildvorkommen, bzw. bevorzugten Jagdpraktiken anschaut.
Vorsteher kann man auch auf Bewegungsjagd mitnehmen.
Ich wüsste jetzt auch nicht wozu ich noch nen Terrier, Teckel brauchen soll...

Der rasseübergreifende Rückgang der Welpenzahlen ist sicher auch durch die Kosten und die Zeit zu begründen, wie im Artikel steht.
Aber ich sehe da mein Argument ebenfalls als starke Stellschraube.
Denn der Trend hier im Forum setzt sich im reallife fort.
Es wird JJ abgeraten vom Hund und ob der dann irgendwann dann noch mal auf den Hund kommt, wenn der bestätigte Nachsuchenführer doch auch für die Todsuche anreist und mit 20€ Spritgeld zufrieden ist, wofür dann nen eigenen holen?
 
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......Wie seht ihr die Entwicklung bzw. die Ursachen.......

Die Gründe stehen ja in der Umfrage drin.

Denke insgesamt hat sich die Gesellschaft halt verändert, viele Jäger wohnen heute auch in der Stadt.
Die Partygesellschaft will wenig Verantwortung und ein Maximum an Spaß.

Ein Hund ist ein "extremer Klotz" am Bein.

Schlußendlich muß man sein ganzes Leben nach dem Hund einrichten. Wenn ich alleine wohne und 10h arbeite wirds schwierig, egal ob ich mal eben zu Freunden fahren möchte, eine Wochenendtour oder selbst nur mal eben zum Einkaufen fahren, der Hund muß immer gut untergebracht sein. Wenn dann ein Urlaub ansteht wird es schon richtig schwierig, Fernreisen sind ohne genaue Planung und ggf enorme Zusatzkosten nicht möglich.

Im täglichen Leben muß ich mehrfach am Tag mit dem Hund raus, die Wohnung is ständig mehr oder weniger dreckig und wenn der Hund krank ist "tschüß Kohle".....

Der Partner muß Bock drauf haben, der Vermieter muß zustimmen usw. ...tausend Gründe warum man keinen Hund halten sollte/kann.

Hunde die man toll findet taugen nicht für die eigene Jagdart, Hunde die taugen sind häßlich :31:

Niederwild wird LEIDER weniger - Drückjagden sind Trendy. Hochwild ist mehr oder weniger weiter im Aufwind und entsprechend werden mehr Welpen gefordert die eben für deren Bejagung taugen. Einige Rassen lassen sich z.B. vom Niederwild- zum Hochwildjäger "umerziehen" und werden auch künftig gefragt sein, andere Rassen werden wahrscheinlich mit den Welpenzahlen weiter zurückgehen, da die Jagdarten nicht mehr möglich sind. Siehe z.B. auch Baujagd in NRW...das wird sich sicherlich in den Welpenzahlen für die speziellen Bauhunderassen niederschlagen.

Trotzdem gibt es kaum "Dinge" auf dieser Welt die noch geiler sind als der eigene Hund, aber das weiß man natürlich nur wenn man selbst einen hat.

WMH

scharssen
 
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Die Eingangsfrage ist ja schon hinreichend beantwortet worden.

Vielleicht ist es garnicht schlecht wenn es weniger Hunde in Jägerhand werden...

Ich selber habe jedenfalls keinen Hund wegen der Jagd, Hunde waren schon vor der Jagd ein Thema für mich. So ist es jetzt halt grade ein Jagdhund bei mir geworden. Meine Frau hat noch andere Sporthunde.

Ich fnde es auch gut zusagen das nicht jeder einen Hund braucht, stimmt halt einfach. Aber wer einen Hund will, soll sich ruhig einen kaufen. Das mit dem Auslasten versteh ich auch nicht. Als ich in einem Schweizer Kanton mit Patentjagd gelebt habt war die Jagdzeit im Jahr ein Witz. Ein paar Wochen. Man muss sich halt so mit dem Hund beschäftigen.
 
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Ich fnde es auch gut zusagen das nicht jeder einen Hund braucht, stimmt halt einfach. Aber wer einen Hund will, soll sich ruhig einen kaufen. Das mit dem Auslasten versteh ich auch nicht.

Es ist ja was völlig anderes wenn jemand selbst für sich entscheidet ob er einen Hund haben will, oder halt nicht. Als wenn er nach einer Rassehilfe fragt, gesagt bekommt, dass er keinen braucht!

Ich habe das in der Vergangenheit auch schon 1-2x gesagt, weils wirklich offensichtlich war, dass derjenige keinen braucht. Aber ich rede keinem einen aus oder fasele irgendwas von mangelnder Auslastung.
 
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Hallo,

sinkende Welpenzahlen sind ja nicht per se schlecht.
Die Probleme, die man mit einem Hund hat, hat scharssen ja deutlich dargestellt. Gerade als junger Mensch muss man da teilweise ganz schön rudern/verzichten. Das ist aber kein Problem, weil Jagd und Hund nun einmal keinen hohen Stellenwert hat, sondern den höchsten!
(Fast) nur Arbeit/Studium dürfen da Einfluss haben, und das auch nur, weils dazu dient, das Jagen zu ermöglichen.

wenn der bestätigte Nachsuchenführer doch auch für die Todsuche anreist und mit 20€ Spritgeld zufrieden ist, wofür dann nen eigenen holen?

Diese Fragestellung zeigt genau dieses Problem auf (nicht gegen jemanden hier persönlich gerichtet!).
Es gibt zwar mehr Jagdscheininhaber, aber nicht mehr Jäger. Jagd ist ein Hobby neben vielen, da ist ein Hund einfach nicht drin.
Und selbst wenn es ein Stück weiter geht, tuts ja teilweise auch ein Hund aus Schwarzzucht. Soll ja sogar "lustige Gestalten" geben, die darauf noch stolz sind. Werden die Schwarzzuchten in dem Artikel mit erwähnt?

Es ist einfach eine gesellschaftliche Entwicklung, bei der viele Werte auf der Strecke bleiben, natürlich hat das auch Einfluss auf die Hunde.

Zu den anderen Eingangsfragen:
In der Ausbildung waren Hunde auch kein großes Thema, Rassen erkennen/einteilen/Einsatzgebiete nennen, fertig.
Das mit dem sich leisten können (finanziell) ist meiner Meinung nach seltener der Fall. Bestes Beispiel ist das Forum, unter einem gewissen Standard an Waffen (Herstellern) geht garnichts, "ohne meine Wärmebildkamera gehe ich nicht mehr raus" etc.

Grüße und Wmh
 
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Hallo,
(...)
Diese Fragestellung zeigt genau dieses Problem auf (nicht gegen jemanden hier persönlich gerichtet!).
Ich habe es genau deswegen in den Raum geworfen!
Das das nicht meine eigene Überzeugung darstellt sollte klar sein, oder?
Nehme das deshalb auch nicht persönlich, falls du mich meinst, ich hab ja 2 Hunde.
Es gibt zwar mehr Jagdscheininhaber, aber nicht mehr Jäger. Jagd ist ein Hobby neben vielen, da ist ein Hund einfach nicht drin.
Und selbst wenn es ein Stück weiter geht, tuts ja teilweise auch ein Hund aus Schwarzzucht. Soll ja sogar "lustige Gestalten" geben, die darauf noch stolz sind. Werden die Schwarzzuchten in dem Artikel mit erwähnt?
Nein werden sie nicht, ich kenne auch keine Erhebungen die Zahlen führen. Wohl aber EINIGE Führer solcher Hunde.
Die Hunde können nix dafür...
Es ist einfach eine gesellschaftliche Entwicklung, bei der viele Werte auf der Strecke bleiben, natürlich hat das auch Einfluss auf die Hunde.

Grüße und Wmh

(...)
 
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Wenn ich sehe, was so angeboten wird, kann ich mir kaum vorstellen, dass es wenig Welpen gibt.

Jeder Jagdhundwelpe, der an einen Nichtjäger verkauft wird/(werden muss), ist einer zu viel!

TH
 
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beim lesen habe ich mir folgende frage gestellt:

wie sieht die entwicklung bei nichtjagdlich hunden aus? ähnlich?
hat da jmd. zahlen zu?
 
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beim lesen habe ich mir folgende frage gestellt:

wie sieht die entwicklung bei nichtjagdlich hunden aus? ähnlich?
hat da jmd. zahlen zu?

Schwerig mit den Zahlen. Da gibs ja noch viel mehr "Schwarzzüchter", ich hasse das Wort.
Ähm gefühlt werden es in der Stadt aber mehr Hunde. Sagen meine Eltern jedenfalls und wenn ich mal zu Besuch würde ich das bestätigen.
 
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1 Jun 2015
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Jeder Jagdhundwelpe, der an einen Nichtjäger verkauft wird/(werden muss), ist einer zu viel!
TH

Damit geh ich überhaupt nicht konform.

Warum soll man jemandem der sich gut um seine Hunde kümmert keinen (Jagd)hund geben nur weil er nicht jagt?
Viele Menschen brauchen keinen Hund, wollen aber einen. Wo ist dabei das Problem wenn es ein Jagdhund sein soll?

Zu beurteilen ob jemand als Hundehalter geeignet ist, ist Sache des Züchters.

PS: Schwarzzüchter ist ein doofes Wort, "Vermehrer" passt IMHO besser.
 
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8 Jan 2008
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Damit geh ich überhaupt nicht konform.

Warum soll man jemandem der sich gut um seine Hunde kümmert keinen (Jagd)hund geben nur weil er nicht jagt?
Viele Menschen brauchen keinen Hund, wollen aber einen. Wo ist dabei das Problem wenn es ein Jagdhund sein soll?

Zu beurteilen ob jemand als Hundehalter geeignet ist, ist Sache des Züchters.

PS: Schwarzzüchter ist ein doofes Wort, "Vermehrer" passt IMHO besser.

Das Problem liegt in den Anlagen und der Rasse.

Sicherlich mag es gutgehen wenn eine weniger "scharfer" Hund wie z.B. ein Labbie an einen Nichtjäger vermittelt wird, aber schau mal wieviele Probleme es mit z.B. Weimaranern, verschiedene Terrier und auch Bracken gibt, weil die einfach nicht ausgelastet werden oder mal eben Nachbars Katze killen.

Weiterhin sind diese Hunde für die Jagdhundezucht verloren und gerade bei kleinerer Zuchtbasis tut jeder Hund weh, der sich nicht mit einbringen kann.

Die Tierheime und Tierschutzorganisationen sind voll mit armen, bedauernswerten Geschöpfen, da sollten die Jagdhund doch besser bestimmungsgemäß vermittelt werden.

Liegt aber natürlich auch an den Jagdhunde -Züchtern, wenn die auf Deubel komm raus vermehren ohne Abnehmer zu haben, da kann der Hund nix für.

WMH

scharssen
 
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