Sauer & Sohn BBF Mod. 54 - Fanclub

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Bei meiner S54 ist das oben genannte "Problem" ebenfalls vorhanden, allerdings werden hier Vermutungen aufgestellt, die damit wohl nichts zu tuen haben.

Wenn ich mich recht entsinne ist dieser leicht federnde Wiederstand beim abkippen des Verschlusses bei der Sauer und anderen Bockwaffen eine Sicherheitsfunktionen, um zu gewährleisten, dass beim spannen der Schlosse die Sicherungsrast am Schlagstück auch tatsächlich einrastet!
(Ich bin allerdings kein Büchsenmacher, vielleicht kann hier noch jemand sein Wissen zu preisgeben)

Mich hat es bisher noch nicht großartig gestört, ganz im Gegenteil. Benutze ich nur den Schrotlauf, kann ich die leere Hülse auskippen, ohne dass die Kugelpatrone mit heraus fällt😉
 
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@Mauser 1998 #501:

Dr. Eesbach kommt der Sache schon näher:
Beim Akkippen des Laufbündels werden die in den seitlichen Baskül-Flanken liegenden Spannhebel in dem Sinne bewegt, dass sie die Schlagstücke nach hinten unten drücken, dabei die Schlagstückfedern spannen und die hinten liegenden Abzugsstangen dazu bewegen, sich an die Hiterseiten der Schlagstrücke anzupressen und sich in deren Rasten zu "verfangen". Damit diese Abzugsstangen sicher in die Aussparungen der Schlagstückrasten eingreifen, arbeiten sie mit "Überzug" , d.h. sie rutschen nicht mal so gerade eben in die Rasten, sondern sie sind so angelenkt, dass etwas "Luft" (im zehntel- bis 1mm-Bereich)zwischen den Rasten bleibt, solange das Laufbündel vollständig abgeknickt ist, erst beim loslassen rutschen die Rasten ineinander und halten sich fest (bis sie beim Losschießen-wollen per Fingerdruck auf die Abzüge mit etwa 0,8 bis 1,5 Kg getrennt werden und das Schlagstück nach vorne geschleudert wird unter dem Druck der Schlagstückfedern). So ist immer etwas "Auf- und Ab-spiel beim Öffnen einer Kipplaufwaffe.
Sind die Schlagstückfedern stark und der Druck auf die vorne liegenden Spannhebel zu stark, werden diese versuchen das Laufbündel nach oben zu drücken - die Kugelpatrone wird nicht entnehmbar - es sei denn, man drückt, wie der Fadenstarter schreibt, dagegen an (er "überdehnt" - was er aber nicht tut, er hält nur bei vollem Abkippen fest). Gleicher Effekt tritt auf, wenn der Überzug der Rasten zu groß bemessen ist - die Schlagfeder kann die Schlagstücke nach vorne drücken, bevor sie "irgendwann" doch noch mit den Abzugsstangen-Rasten in Kontakt kommen und können dabei die vorderen Schlaghebel drücken, die ebenfalls den Vorderschaft anheben, die Patrone kann nicht raus...
Ursache also kein Dreck am Ausschieber sondern einfach eine nicht optimale Abstimmung der miteinander sich bewegenden Teile Spannhebel- Schlagstück-Schlagstückfeder-Abzugsstange.
Es gibt verschiedene Abhilfsmöglichkeiten , wenn man die Ursachen beseitigen will - alles für nen erfahrenen Büchsenmacher, nix für Autoschrauber & Co.
Ein Bild zum verdeutlichen des M54-Blitzschlosses:
Die vorderen Spannhebel noch in der Baskülflanke, bis auf das vordere Kontaktstück. welches auf den Vorderschaft/ das Laufbündel wirkt.
vor Zusammenbau - Kopie.JPG
 
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@Mauser 1998 #501:

Dr. Eesbach kommt der Sache schon näher:
Beim Akkippen des Laufbündels werden die in den seitlichen Baskül-Flanken liegenden Spannhebel in dem Sinne bewegt, dass sie die Schlagstücke nach hinten unten drücken, dabei die Schlagstückfedern spannen und die hinten liegenden Abzugsstangen dazu bewegen, sich an die Hiterseiten der Schlagstrücke anzupressen und sich in deren Rasten zu "verfangen". Damit diese Abzugsstangen sicher in die Aussparungen der Schlagstückrasten eingreifen, arbeiten sie mit "Überzug" , d.h. sie rutschen nicht mal so gerade eben in die Rasten, sondern sie sind so angelenkt, dass etwas "Luft" (im zehntel- bis 1mm-Bereich)zwischen den Rasten bleibt, solange das Laufbündel vollständig abgeknickt ist, erst beim loslassen rutschen die Rasten ineinander und halten sich fest (bis sie beim Losschießen-wollen per Fingerdruck auf die Abzüge mit etwa 0,8 bis 1,5 Kg getrennt werden und das Schlagstück nach vorne geschleudert wird unter dem Druck der Schlagstückfedern). So ist immer etwas "Auf- und Ab-spiel beim Öffnen einer Kipplaufwaffe.
Sind die Schlagstückfedern stark und der Druck auf die vorne liegenden Spannhebel zu stark, werden diese versuchen das Laufbündel nach oben zu drücken - die Kugelpatrone wird nicht entnehmbar - es sei denn, man drückt, wie der Fadenstarter schreibt, dagegen an (er "überdehnt" - was er aber nicht tut, er hält nur bei vollem Abkippen fest). Gleicher Effekt tritt auf, wenn der Überzug der Rasten zu groß bemessen ist - die Schlagfeder kann die Schlagstücke nach vorne drücken, bevor sie "irgendwann" doch noch mit den Abzugsstangen-Rasten in Kontakt kommen und können dabei die vorderen Schlaghebel drücken, die ebenfalls den Vorderschaft anheben, die Patrone kann nicht raus...
Ursache also kein Dreck am Ausschieber sondern einfach eine nicht optimale Abstimmung der miteinander sich bewegenden Teile Spannhebel- Schlagstück-Schlagstückfeder-Abzugsstange.
Es gibt verschiedene Abhilfsmöglichkeiten , wenn man die Ursachen beseitigen will - alles für nen erfahrenen Büchsenmacher, nix für Autoschrauber & Co.
Ein Bild zum verdeutlichen des M54-Blitzschlosses:
Die vorderen Spannhebel noch in der Baskülflanke, bis auf das vordere Kontaktstück. welches auf den Vorderschaft/ das Laufbündel wirkt.
Anhang anzeigen 142871
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.
dann werde ich doch einmal zu einem guten Büchsner gehen..
kann mir jemand einen im Raum Osthessen empfehlen?
Kenne hier sonst nur „Waffenverkäufer“...
 
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