Schiesskino = Schiessfehler

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#204
Ich selbst merke an mir, dass ich -seit ich den Jagdschein habe- regelmäßig intuitiv beschossene Tontauben, Hasen und Fasan auf Treibjagd oder schnelle Sauen auf Drückjagden IMMER leichter treffe, als langsam ziehendes oder verhoffendes Wild oder Ziele, auf die ich konzentriert "ziele".

Wenn das der Fall ist, sollte man nicht das "pflegen" wo man glaubt gut zu sein, sondern daran arbeiten, dass das geübt wird, was in der jagdlichen Praxis am meisten vorkommt.
Auf verhoffendes Wild konzentriert zu "zielen", sollte keinem Jäger schwerer fallen, als der flüchtige Schuss.

Das ist eine ganz persönliche Ansicht ohne jeden Anspruch auf Deutungshoheit.
Schönen Sonntag.
 
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In viele Bereichen überschneiden sich die Begriffe und so innerhalb der Jägersprache wie etwa bei "lösen" eben auch.
Von Begriffen aus der Umgangssprachen ohnehin.
 
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Servus miteinander,
mir geht es hier um die Untauglichkeit von Schiesskinos zum trainieren des Schusses auf flüchtiges Wild.
Seit ein paar Jahre wird das Schiesskino als Allheilmittel zu Vorbereitung auf den flüchtigen Schuss angepriesen. Leider - wie so oft im Leben - ist das leider nicht so einfach .

Man wird erzogen auf (meist) 25m zu schiessen und, ohne auf die physikalischen und ballistischen Gründe einzugehen (gibt sicher endlose Themen im Forum dazu), trainiert man sich so 100%tig einen Fehler an. Man trifft auf 25m jede hochflüchtige Maus, aber kommt ein Frischling im richtigen Leben auf 60m schiesse ich den mit Glück, wenn er hoch-flüchtig ist, hinten vorbei oder - wenn er etwas langsamer ist - auf die Keule oder weich.

Schiesskino haben ihre Vorzüge, keine Frage (zB Umgang mit der Waffe, Repetiervorgang etc.), aber zum trainieren und lernen wie man flüchtiges Wild sauber erlegt sind eigentlich völlig untauglich.

Was meint Ihr dazu?
Wie löst man das Problem?
Der laufende Keiler ist wohl kaum geeignet, um komplexe Drückjagdsituationen zu simulieren.

Vielen Dank für Eure Antworten.
Wies ich vor Jahren schon drauf hin, dass der alte lfd. Keiler auf 50m m.m. nach weniger fehleranfällig ist...
 
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Genau das ist beim Marksmann TS2 erfolgt. Ich habe es auf der IWA vor einigen Jahren getestet und gehe seitdem regelmäßig. Das "Laserkino" macht folgendes aus:

-Training mit der eigenen Waffe
System/Laser wird an der Waffe fixiert (Montage dauert 2min) und dann kurz "eingeschossen"=kalibriert
Das Marksman ST-2 ist kein Laserschießkino. Am Lauf wird eine Kamera befestigt.
Die Kameratechnik soll ein großer Vorteil des ST-2 sein.
Ich bin von dem System auch sehr angetan, weil halt viele DInge visualisiert werden können, die man vorher nur theoretische beschreiben kann, wie z.B. halt das Schwungverhalten.
Wobei aber auch hier wichtig ist, dass ein erfahrener Trainer dabei ist, der den Schützen im Blick hat und die Daten vom Kino auch im Kontext damit verwerten kann. So lässt sich dann sehr effektiv trainieren, ohne Schussbelastung.
Dann sitzen Abläufe sicherer und bleiben besser erhalten, wenn der scharfe Schuss dazu kommt.
Darum finde ich es auch einen sehr guten Einstieg für Jagdscheinanwärter. Die können die Abläufe lernen, ohne durch den Schuß abgelenkt zu werden.
 
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Servus miteinander,
mir geht es hier um die Untauglichkeit von Schiesskinos zum trainieren des Schusses auf flüchtiges Wild.
Seit ein paar Jahre wird das Schiesskino als Allheilmittel zu Vorbereitung auf den flüchtigen Schuss angepriesen. Leider - wie so oft im Leben - ist das leider nicht so einfach .

Man wird erzogen auf (meist) 25m zu schiessen und, ohne auf die physikalischen und ballistischen Gründe einzugehen (gibt sicher endlose Themen im Forum dazu), trainiert man sich so 100%tig einen Fehler an. Man trifft auf 25m jede hochflüchtige Maus, aber kommt ein Frischling im richtigen Leben auf 60m schiesse ich den mit Glück, wenn er hoch-flüchtig ist, hinten vorbei oder - wenn er etwas langsamer ist - auf die Keule oder weich.

Schiesskino haben ihre Vorzüge, keine Frage (zB Umgang mit der Waffe, Repetiervorgang etc.), aber zum trainieren und lernen wie man flüchtiges Wild sauber erlegt sind eigentlich völlig untauglich.

Was meint Ihr dazu?
Wie löst man das Problem?
Der laufende Keiler ist wohl kaum geeignet, um komplexe Drückjagdsituationen zu simulieren.

Vielen Dank für Eure Antworten.
Da Du nach Meinung fragst.
Ich halte Deine Aussage für Blödsinn!

Ende der Durchsage!
 
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Geeenau - das ist DEINE Meinung.
Die Ansicht, nach dem Besuch eines Schießkinos und dem verballern von 100 oder noch mehr Patronen, die Nachsuchenbilanz zu verbessern, ist eine ebenfalls weit verbreitete "Meinung".
Würde man das auf flüchtiges Schwarzwild beschränken, wie kommt es dann dazu, dass verhoffendes Rehwild auf die moderaten DJ-Schussweiten nachgesucht werden muss.
 
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Geeenau - das ist DEINE Meinung.
Die Ansicht, nach dem Besuch eines Schießkinos und dem verballern von 100 oder noch mehr Patronen, die Nachsuchenbilanz zu verbessern, ist eine ebenfalls weit verbreitete "Meinung".
Würde man das auf flüchtiges Schwarzwild beschränken, wie kommt es dann dazu, dass verhoffendes Rehwild auf die moderaten DJ-Schussweiten nachgesucht werden muss.
Ich war auch mal Anhänger dieser weit verbreiteten "Meinung" und habe selbst gemerkt, das man so auf der DJ nicht oder nur selten trifft. Nach einem Besuch im Marksmann ST-2 Kino habe ich meine Fehler erkannt, dank der ausführlichen Analyse nach jedem Schuss. Seitdem treffe ich wesentlich besser bei der DJ. Ich bin der Ansicht, dass man durch dieses Training allein nicht zu einem guten Schützen wird, aber es zeigt doch schon eine Menge Fehler auf. Klar kostet das Geld und Aufwand, aber mir ist es das Wert, da ich nicht auf ein Sauenfoto schieße, sondern auf ein Lebewesen.

Andere können das gerne als Quatsch oder Blödsinn oder sonst wie bezeichnen, ist nicht mein Problem. Ich würde jedem solch einen Besuch empfehlen, nicht vorschreiben.
Wenn der Besuch hilft nur einen Fehler abzustellen und dadurch besser auf Wild geschossen wird, hat es schon was gebracht. Und ein Besuch im Jahr kann sich jeder Jäger auch leisten, da man die Munition gegenüber dem "normalen Schießkino" spart.

WmH
Schorse
 
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