Schlechter Wind

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#31
Jetzt bin ich aber aweng geknickt, so wenig Jagdverstand, wurde mir noch nie nicht abgesprochen. Der Sitz sei hoch gewählt, nicht um aus dem Wind zu kommen, sondern aus der Sicht, wenn ich schon nach unten stinke, will ich wenigstens nicht unten gesehen werden. Das ist der Trick. Einfach mal probieren.
sca

M.E. ist der grösste Vorteil von hohen Sitzen der, dass man bessere Sicht hat und besseren Kugelfang. Der Wind MUSS passen, ganz besonders bei Schwarzwild! Gesehen wird man auch auf einem niedrigen Sitz nicht so leicht, wenn man nicht herumzappelt.

Und dass Sauen nachts besser sehen als ich glaube ich nie im Leben. Ich habe dafür schon viel zu viele Sauen nachts bis auf 30 Meter völlig deckungslos angepirscht und in den Sauenhimmel (wo der Mais ewig milchreif ist und nie gedroschen wird) befördert.
 
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#32
Servus,
was für Methoden gibt es bei schlechtem Wind? Wir haben seit Wochen drehenden Wind, so dass wir wenig bis gar nicht raus können.
Ich habe bei uns im Revier ein paar Ecken, da ist das mit dem küselnden Wind auch immer ein Thema, das ganze Jahr lang.
Wir haben zwar das Glück, dass unsere Revier quasi eine große Waldschneise in Haupwindtrichtung ist (860 ha , im Norden und Süden jeweils 300 ha Waldanteil, Tal unbewaldet in der Mitte), aber wenn man Richtung Waldkanten kommt und ein paar Geländekanten drin hat, wirds eklig mit dem Wind. Sitze direkt an der Waldkante sind also sehr mit Vorsicht zu genießen.

Die einfachste Lösung ist bei unseren Schwarzwildansitzen einfach auf den Hauptwegen zu bleiben, die durch Verkehr und Besucherverkehr eh "vertreten" sind. Dann gehen wir die Sauen an je nachdem wie der momentane Wind an. Also Schiessstock ist Standardausrüstung. Haben jetzt seit Oktober so 8 Sauen erlegt, keine Kirrung, keine von einer Ansitzeinrichtung aus.

Auf Rehwild klappt das morgens auf dem Rückwechsel gut, wenn der Wind so gar nicht will. Einen Pirschweg im Bestand entlang und das Wild beim Einwechseln erlegen. Geht auch mal bei schlechtem Wind.
 
Zuletzt bearbeitet:
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#33
Über, unter oder außer Wind zu bleiben, gehört zu den simpelsten jagdlichen Fertigkeiten.
Geht aber hin und wieder nicht, aber selbst dann lassen sich Erfahrungen sammeln.
Auch Wild kann nicht immer in den Wind ziehen und wird auch nicht immer Wind holen können.
 
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#34
Hi,
aus meiner Erfahrung:
wenn du im Wind bist, nimmt die Sau deine Witterung auf. Der einsame Keiler haut ab, die führende Bache macht "wuff" und alle hauen ab.

Wegen unserer eigenen Fährte - gerade bei Hunden nachgewiesen: die Tiere können aufgrund der Stärke der Witterung abschätzen, wann jemand vorbei kam...
aus Erfahrung... wenn ich morgens kirren war kommen sie trotzdem abends auf dem Pirschweg ohne Probleme.

Wir gehen bei schlechtem Wind nicht auf die Kanzel (sondern auf eine andere :) ) da hier im Revier die Erfahrung herrscht, dass Sauen es einem übel nehmen, wenn sie nachts an der Kirrung Witterung bekommen.

Auf dem Feld ist in der Regel einfach nur der fehlende Jagderfolg das Problem :)
wmh
Peter
 
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#35
#34
Wegen unserer eigenen Fährte - gerade bei Hunden nachgewiesen: die Tiere können aufgrund der Stärke der Witterung abschätzen, wann jemand vorbei kam...


Was nun - das Wild oder der Hund schätzt was ab.
Erfahrenes Wild würde sich dann wie verhalten?
Wenn der Duft frisch ist, hockt der Jäger noch nicht.
Ist der Duft alt, dann wird es gefährlich - oder umgekehrt ??
Vielleicht umgekehrt wie zu erwarten??
 
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#36
Was nun - das Wild oder der Hund schätzt was ab.
Erfahrenes Wild würde sich dann wie verhalten?
Wenn der Duft frisch ist, hockt der Jäger noch nicht.
Ist der Duft alt, dann wird es gefährlich - oder umgekehrt ??
Vielleicht umgekehrt wie zu erwarten??
Im Sommer erlebt:
Ich gehe über eine Waldwiese zum Ansitz.
Zwei Stunden später trollt ein ÜLK im rechten Winkel auf meine Fährte zu, stutzt und geht hochflüchtig zurück in den Bestand.

Wieder was gelernt.

basti
 
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#37
Schon mal eingestellt:
am frühem Morgen im Sommer (8:00) beziehe ich eine Kanzel an einer Forststraße.
Eben die Fensterluke in der Türe geöffnet und das Gewehr auf die Auflage gelegt, kommt aus der Böschung eine mittelgroße Sau und läuft auf mein in 20m Entfernung abgestelltes Auto zu.
Bevor es hinter dem Fahrzeug verschwindet werde ich den Schuss los.
Was die Sau macht, entzieht sich der Beobachtung. Also etwas warten und guggen.
Da liegt die Sau auf der anderen Seite der Straße in der dortigen Böschung mausetot.
Was lernen wir daraus? Der Sau war der noch warme Diesel und mein Duft auf der Straße völlig wurscht.
Auch was ich mit Rehen und Füchsen beobachtet habe, überrascht immer wieder, mit welcher Toleranz sich Wild gegenüber menschlicher Witterung verhält.
Jagdweisheit: Es gilt die Regel, dass es keine Regel gibt.
 
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#38
Ich achte seit einer Weile nicht mehr auf den Wind. Hab die Erfahrung gemacht, dass Wild oft aus Richtungen kommt, aus der man damit nicht rechnet. Mehrere Sauen habe ich letztes Jahr geschossen die mir genau im Wind gekommen sind und ich vorher dachte, aus der Richtung kommt eh nix, dort geht der Wind hin.
 
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#39
Jagdweisheit: Es gilt die Regel, dass es keine Regel gibt.

Solltest Du als Nr. 8 bei Deinen Sinnsprüchen verwenden.



Wir haben in der Nähe des Revieres wunderbare Windräder, die den Wind immer zuverläßig anzeigen, also den Wind der da an den Rädern herrscht.
Mit den Windverhältnissen im Revier hat das oft gar nicht zu tun.
Deshalb immer vor Ort prüfen.

Auch dann kann es passieren, wi in Post 37 und 38 beschrieben.
Ansonsten sollen bei Sauen 1-2 Flachen Maggi, über sich verteilt, wahre Wunder wirken.

Remy
 
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#40
....Ach ja, wenn man nicht zu dicht sitzt, hilft das auch....

Oder einen transportablen Schirm, bzw Stuhl, dann kann man vor Ort schnell reagieren...
Am schönsten ist die Jagd ganz ohne feste Reviermöblierung. Ein Zielstock, oder bei niedriger Vegetation auch Bipod an der Bixn, reicht meistens und man kann damit an den Stellen jagen, wo das Wild sich aufhält, nicht dort, wo man es gern vor einem Hochsitz hätte.
 
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#42
.....Es ist fast nie Gradientwind bis in Bodennähe in meiner Region und Thermik Effekte sowie Verwirbelungen im dichten Wald überlagern die Hauptwindrichtung fast immer.....
Ja, die Frage ist, wie weit diese Strömung Deine Geruchspartikel trägt und ob Wild sie in die Nase bekommt. Gerade kleine Windwirbel um Bestandskanten tragen oft nicht sehr weit (man kann aber nicht sicher sein).

Überfallartig effizient Strecke machen und dann lange Ruhe halten, also klassische Intervalljagd, ist natürlich immer ein guter Rat. Aber erfahrenes Wild wird auch dann nicht entspannt bleiben, wenn es in der Morgen- oder Abenddämmerung eine Prise Mensch in der Nähe abbekommt.
 
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#45
Im Sommer erlebt:
Ich gehe über eine Waldwiese zum Ansitz.
Zwei Stunden später trollt ein ÜLK im rechten Winkel auf meine Fährte zu, stutzt und geht hochflüchtig zurück in den Bestand.

Wieder was gelernt.

basti
Da liegt die Sau auf der anderen Seite der Straße in der dortigen Böschung mausetot.
Was lernen wir daraus? Der Sau war der noch warme Diesel und mein Duft auf der Straße völlig wurscht.
Auch was ich mit Rehen und Füchsen beobachtet habe, überrascht immer wieder, mit welcher Toleranz sich Wild gegenüber menschlicher Witterung verhält.
Jagdweisheit: Es gilt die Regel, dass es keine Regel gibt.
Die Toleranz für menschliche Duftspuren ist auf Wiesen doch wiederum eine gänzlich andere als auf ständig begangenen Wegen
 
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