Schneller repetieren, aber wie?

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Drückjagden sind nur eine kurze Zeit im Jahr, letztes Jahr war fast gar nichts - aber es ist eine sehr intensive Zeit und eine sehr spannende Jagdart, bei der es nicht um Sekunden, sondern um Sekundenbruchteile geht.

Natürlich sind Selbstladegewehre die beste Wahl, denn man kann nach dem Schuss „drauf bleiben“ - aber Selbstlader haben auch viele Nachteile: Immer wieder gibt es Probleme mit der Zuverlässigkeit und nach drei Schuss ist der Tank Kraft Gesetzes leer.

Mit einigen anderen „Ausrüstungsfreaks“ habe ich seit einiger Zeit abgewogen, mit was man auf 50 Meter so schnell wie möglich 3 Schüsse gezielt auf ein quadratisch gefaltetes Dina 4 Blatt abgeben könnte - und durch hin und her leihen der Knallstöcke (Schießstände zu, private Treffen praktisch verboten) auch getestet.

Das Ergebnis ist natürlich auch nur „Meinung“, aber ich finde es interessant. Leider fehlen noch viele Waffen, denn eine Dualis / BPR und eine Semprio wären interessant gewesen, auch eine Browning Maral wäre spannend gewesen.

Top 1 war eine Marlin in 338 Marlin Express mit Hauck Tuning. Das Dings repetiert sauweich, extrem schnell und glatt. Man bleibt dabei praktisch drauf! Leider ist die Präzision mies, auf 50 Meter gerade mal ein Bierdeckel, das Röhrenmagazin ist ein Problem, Munition gibt es keine oder kaum.

Mich nervt das alles, aber das Teil ist schnell.

Top 2 eine Browning BLR mit hässlichen Schichtholzschaft in 30-06. Die gibt es auch in 308 und 300 WinMag. Das Dings ist nicht schön, aber praktisch. Ich meine auch, das man diese Waffe noch durch Überarbeitung verbessern könnte.

Top 3 die Miroku Winchester 1895, die deutlich härter repetiert.

Allerdings sind wir hier schon im Bereich einer R8 in 8x57 IS, die zwar scheußlich ist, aber zügig repetiert.

Die BLR ist aber nach Auffassung der Testteams schneller.

Die Heym SR 30 (meine Heym) in 6,5x64 repetiert sich ganz anders als die R8. Obwohl ich mit Blaser nix am Hut hab, repetiert sich die R8 irgendwie schöner.

Schließlich hatten wir noch eine Remington 7600 in .30-06. Das Dings hakelte aber ziemlich und ich bin nicht sicher, ob man das gut vergleichen darf.

Der Kraftaufwand beim Repetieren ist aber erheblich und man kann nicht wirklich gut aufle

Alles in allem bin ich der Meinung, das auf die genannte Distanz eine gute Doppelbüchse schneller drauf ist und man schneller einen zweiten Schuss los wird.

Wenn man nachladen muss und keinen Selbstlader hat, ist wohl die BLR die beste Wahl.

Interessant wären sicher noch die anderen Geradezug- und Vorderschaft-Repetierer, eventuell auch eine Marlin 336 in 30-30 Ackley Improved oder eben eine 444 Marlin.

Eine 444 Marlin wurde nicht getestet, da wir einfach nicht genug Patronen hatten 😭

Und noch ein anderes Problem ergibt sich: Dort, wo Selbstlader unerwünscht sind, sind meist auch „Western Gewehre“ nicht gerne gesehen.
 
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Bei all der Geschwindigkeit sollte man das Wichtigste nicht vergessen - Selbstbeherrschung.
Ein schneller Schuss ist nicht automatisch ein guter.
Am Ende ist das Wichtigste, dass das richtige Stück mit gutem Schuss zur Strecke kommt.

Was man neben all den technischen Eigenschaften einer Waffe nicht vergessen darf ist, dass besonders das Kaliber Einfluss auf die Geschwindigkeit nimmt. Eine 45-70 Gov., 375 H&H oder 9,3x74 aus einer leichten Doppelbüchse mit zierlichem DJ Glas, verlangt Übung und viel Kontrolle, um auch nur annähernd so schnell wieder im Ziel zu sein, wie eine .308, 7x57 oder ein 6.5 Patrönchen.

Da sich bei der Kaliberwahl der Kreis zum sauberen Treffer wieder schließt, belasse ich es dabei und hole schnell Chips und Bier.
Gleich gehts hier rund :p
 
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Die Platzierungen variieren schnell, sobald jemand einfach eine schnellere Technik beim Repetieren hat.
Eine R8 bspw. kann man langsam oder eben eben sehr schnell repetieren und dabei komplett im Ziel bleiben. Nur kann das auch wieder nicht jeder. Bei der im Video gezeigten Technik ist es unnötig aus dem Anschlag zu gehen.

In der Praxis hat man es äußerst selten, dass die 3 Schuss aus dem Selbstlader nicht reichen.
Andere zeigen dem staunenden Publikum anschließend ihr Magazin, welches sie blitzschnell wechseln können. Hängt auch wieder von der Waffe ab. Ein gekoppeltes Magazinpärchen ist eben auch schnell umgesteckt.
Andersherum hab ich normale Flintenschützen und Doppelbüchsschießen sehr schnell nachladen sehen. Die hatten dann schon die nächsten 2 Patronen in der Hand.

Es geht also alles, hat aber nur sehr selten relevanz.
 
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Falls die Überschrifft eine Frage ist.
Ich würde folgendes wählen:
- eine gut verarbeitete Repetierbüchse mit sauberem Schlossgang
- ein einfaches Mittelkaliber
- Ein ZF im kleineren-normalen Vergrößerungsbereich (weite Schüsse sind häufiger als Situationen, in denen ein Reddot gebraucht wird).
- Ein Schalldämpfer! Du sparst vor allem Zeit, wenn du die Mickymäuse nicht brauchst und der Hochschlag moderat bleibt.
- Fingerwärmer. Die Schnellste Büchse bringt Dir nix, wenn die Pfoten sie nicht schnell bedienen können ;)

Ich führe zu meiner höchsten Zufriedenheit eine Heym SR 30 in 8x57 IS
mit einem Kahles 2-10x50 und eine R8 mit Swaro Z6i 2,5-56 in .308 auf DJ.
Mit 8x57 IS fühle ich mich wohler, weil ich das subjektive Gefühl habe, dass ich damit mal einen kleinen Ast im Schussfeld übersehen darf...
 
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Drückjagden sind nur eine kurze Zeit im Jahr, letztes Jahr war fast gar nichts - aber es ist eine sehr intensive Zeit und eine sehr spannende Jagdart, bei der es nicht um Sekunden, sondern um Sekundenbruchteile geht.
Wird eine interessante Diskussion werden
Na wir wollen nicht übertreiben, auch Sekunden können kurz sein
Natürlich sind Selbstladegewehre die beste Wahl, denn man kann nach dem Schuss „drauf bleiben“ - aber Selbstlader haben auch viele Nachteile: Immer wieder gibt es Probleme mit der Zuverlässigkeit und nach drei Schuss ist der Tank Kraft Gesetzes leer.
SLB sind schon mal beim Aufladen nicht so leise wie Repetierer oder gar KLW.
weiterunten die Anmerkung zur DB ist ein schelchter Vergleich
Mit einigen anderen „Ausrüstungsfreaks“ habe ich seit einiger Zeit abgewogen, mit was man auf 50 Meter so schnell wie möglich 3 Schüsse gezielt auf ein quadratisch gefaltetes Dina 4 Blatt abgeben könnte - und durch hin und her leihen der Knallstöcke (Schießstände zu, private Treffen praktisch verboten) auch getestet.
Was heiß abgewogen?? echt geschossen?? Und dann stehend freihändig oder aufgelegt.
Das Ergebnis ist natürlich auch nur „Meinung“, aber ich finde es interessant. Leider fehlen noch viele Waffen, denn eine Dualis / BPR und eine Semprio wären interessant gewesen, auch eine Browning Maral wäre spannend gewesen.
Vergessen wird dabei, wie schnell de rerste Schuss abgegeben wird.
Top 1 war eine Marlin in 338 Marlin Express mit Hauck Tuning. Das Dings repetiert sauweich, extrem schnell und glatt. Man bleibt dabei praktisch drauf! Leider ist die Präzision mies, auf 50 Meter gerade mal ein Bierdeckel, das Röhrenmagazin ist ein Problem, Munition gibt es keine oder kaum.
Mich nervt das alles, aber das Teil ist schnell.
Mit einem 98er habe ich unzählige Dubletten auf Rehwild geschossen, aber noch mehr mit meiner 99 jagdlich aufgelegt bis an die 100m
Top 2 eine Browning BLR mit hässlichen Schichtholzschaft in 30-06. Die gibt es auch in 308 und 300 WinMag. Das Dings ist nicht schön, aber praktisch. Ich meine auch, das man diese Waffe noch durch Überarbeitung verbessern könnte.
Top 3 die Miroku Winchester 1895, die deutlich härter repetiert.
Dazu kann ich nix sagen
Allerdings sind wir hier schon im Bereich einer R8 in 8x57 IS, die zwar scheußlich ist, aber zügig repetiert.
Die BLR ist aber nach Auffassung der Testteams schneller.

Die Heym SR 30 (meine Heym) in 6,5x64 repetiert sich ganz anders als die R8. Obwohl ich mit Blaser nix am Hut hab, repetiert sich die R8 irgendwie schöner.

Schließlich hatten wir noch eine Remington 7600 in .30-06. Das Dings hakelte aber ziemlich und ich bin nicht sicher, ob man das gut vergleichen darf.
dazu auch nicht
Der Kraftaufwand beim Repetieren ist aber erheblich und man kann nicht wirklich gut aufle
Es kommt schon darauf an, ob es ein Schließ- oder Öfffnungsspanner ist
Alles in allem bin ich der Meinung, das auf die genannte Distanz eine gute Doppelbüchse schneller drauf ist und man schneller einen zweiten Schuss los wird.
Na gut - aber weiter oben reichen 3 Schuss nicht
Wenn man nachladen muss und keinen Selbstlader hat, ist wohl die BLR die beste Wahl.
Ich habe selbst keine eigene, aber schon echt schnell geschossen und das auf 200m
Interessant wären sicher noch die anderen Geradezug- und Vorderschaft-Repetierer, eventuell auch eine Marlin 336 in 30-30 Ackley Improved oder eben eine 444 Marlin.

Eine 444 Marlin wurde nicht getestet, da wir einfach nicht genug Patronen hatten 😭

Und noch ein anderes Problem ergibt sich: Dort, wo Selbstlader unerwünscht sind, sind meist auch „Western Gewehre“ nicht gerne gesehen.
Was die letzten Waffen angeht, habe das noch nicht erlebt.
 
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Geht meist weniger um den dritten sondern um den schnellen 2. Schuss und das macht meine Marlin 1895 in 450M nach Überarbeitung sehr zufriedenstellend.
Präzise ich sie auch.
Und wer Probleme schon mit einer 45/70 hat sollte mal in sich gehen....
 
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die gesparten Sekundenbruchteile beim SL und Geradezug sind nur in der Theorie ein Vorteil, jeder der gelernt hat im Anschlag zu repetieren kann mit einem 98er (90° Öffnungswinkel) annähernd schnell sein, nach dem 3. Schuss ist er im Vorteil .... BTW wenn die DJ gut gemacht ist, sind die Stände im raumen Holz und das Wild kommt vglw. langsam .... ich habe schon öfter 5 Sauen hintereinander gestreckt .... aber noch viel öfter ein verhoffendes Stück jenseits der 50-80 m .... auf den meisten DJ wäre ich auch mit einer KLB klargekommen ...
 
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@Sir Henry

Wir haben mit Dinger geschossen, sonst wäre das Hin/Herleihen nicht erforderlich gewesen.

Nix ist schneller als ne gute Doppelbüchse (ich ziehe Bock vor) bis man mehr als zwei Schuss braucht.

Hat jemand ne Dualis und / oder Maral.
 
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die gesparten Sekundenbruchteile beim SL und Geradezug sind nur in der Theorie ein Vorteil, jeder der gelernt hat im Anschlag zu repetieren kann mit einem 98er (90° Öffnungswinkel) annähernd schnell sein, nach dem 3. Schuss ist er im Vorteil .... BTW wenn die DJ gut gemacht ist, sind die Stände im raumen Holz und das Wild kommt vglw. langsam .... ich habe schon öfter 5 Sauen hintereinander gestreckt .... aber noch viel öfter ein verhoffendes Stück jenseits der 50-80 m .... auf den meisten DJ wäre ich auch mit einer KLB klargekommen ...
Richtig!
Das schnelle nachladen/Repetieren wird überbewertet. Ein 98 er, richtig bedient, ist für alle Drückjagdsituationen mehr als ausreichend.
 
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ab dem wie vielten Krug wird das nachladen langsamer??
Zumal der Kammerstängel ja fest montiert ist????

Kann ich dir nicht sagen!
BEVOR ich den ersten Tropfen Alkohol zu mir genommen habe, ist die Waffe im Waffenschrank sicher verstaut und wird auch nicht mehr herausgenommen, bis der Pegel auf Null ist.
Würde ich auch jedem Anderen empfehlen.
 
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Kann ich dir nicht sagen!
BEVOR ich den ersten Tropfen Alkohol zu mir genommen habe, ist die Waffe im Waffenschrank sicher verstaut und wird auch nicht mehr herausgenommen, bis der Pegel auf Null ist.
Würde ich auch jedem Anderen empfehlen.
Pass blos auf, gleich kommt einer und sagt dir, dass immer Alkohol im Blut ist
 
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