Schutz des Niederwildes bei der Grasernte

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#1
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Rehkitze und Niederwild bei der Frühjahrsmahd schützen

Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd. Darauf machen Lohnunternehmerverband, Maschinenringe, Bauernverband und Jagdverband gemeinsam aufmerksam.

21.04.2020 von
Alfons Deter



Wichtig: Bei der Frühmahd von innen nach außen mähen (Bildquelle: DJV)


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Auch in Corona-Zeiten kommt es bei der Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen auf die Kitzrettung an. Die Frühjahrsmahd fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen.
Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher oder dem Mähbalken. Darauf machen Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdverband (DJV) aufmerksam.
Die Verbände empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für den Schutz von Wildtieren durchzuführen.
Tierschutz planen
Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd, so die Verbände. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage als Futtermittel oder zur Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähweise dem Tierverhalten anzupassen.
Die Verbände empfehlen, das Grünland grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. Das ermöglicht Rehen, Feldhasen oder Fasanen während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken, oder auch bei Bodenbrütern.
 
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#2
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Rehkitze und Niederwild bei der Frühjahrsmahd schützen

Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd. Darauf machen Lohnunternehmerverband, Maschinenringe, Bauernverband und Jagdverband gemeinsam aufmerksam.

21.04.2020 von
Alfons Deter



Wichtig: Bei der Frühmahd von innen nach außen mähen (Bildquelle: DJV)


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Auch in Corona-Zeiten kommt es bei der Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen auf die Kitzrettung an. Die Frühjahrsmahd fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen.
Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher oder dem Mähbalken. Darauf machen Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdverband (DJV) aufmerksam.
Die Verbände empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für den Schutz von Wildtieren durchzuführen.
Tierschutz planen
Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd, so die Verbände. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage als Futtermittel oder zur Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähweise dem Tierverhalten anzupassen.
Die Verbände empfehlen, das Grünland grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. Das ermöglicht Rehen, Feldhasen oder Fasanen während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken, oder auch bei Bodenbrütern.
Es währe durchaus begrüßenswert, wenn die Schitthöhe bei der Mahd auf 15-20 cm Höhe begrenzt wird., aber leider ist das sehr oft nicht der Fall. Das ist speziell für die Bodenbrüter fatal.
Rehkitze oder auch Kälber lassen sich bei vorheriger Info, noch rechtzeitig retten ( wenn auch nicht alle ), aber bei Fasane etc. ist das schon schwieriger. Und, was oft nicht erwähnt wird, ist das immense Insektensterben bei der Mahd!
Aber ich habe im Moment auch keine brauchbare Lösung für dieses Problem!
D.T.
Vor allem spielt hierbei auch die Größe und Geschwindigkeit der heutigen Maschinen eine Rolle
 
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#3
Das Problem ist, dass der Hauptmasseteil des Grases bei genau den 15-20cm liegt. Drüber sind meist nur lange Hälmer. Ich denke es sollte endlich verpflichten werden, für den Landwirt, effektive Technik einzusetzen. Entweder am Traktor oder per Drohne zb. Wärmebildkamera. Aber sehr viele Landwirte machen schlicht gar nix und sagen noch nicht einmal bescheid.
 
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#4
Moin,

ich kenne keinen Landwirt der, sofern er noch selber mäht, gerne Kitze vermäht! Alle, die ich kenne, waren immer sehr dankbar wenn die Wiesen abgesucht wurden und ja, die haben immer früh genug Bescheid gesagt. Bei Lohnunternehmern habe ich das so nicht kennen gelernt :mad:. Und das man nicht alle Kitze findet bzw. die Ricke über Nacht mal wieder eins in die Wiese führt kommt natürlich vor - das ist bedauerlich, passiert aber nun mal. Jeden Landwirt, den ich kenne hat es immer unglaublich mitgenommen, wenn er ein Kitz ausgemäht hatte.

Soviel von mir mal zu "den Landwirten" - das es auch darunter manch einen "Ar......." gibt weiß ich natürlich auch. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Mehrheit der Landwirte es hassen, Kitze auszumähen und über jede Hilfe von Seiten des JAB dankbar sind.

munter bleiben!!

hobo
 
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#5
Sorry, war vielleicht auch eine falsche Ausdrucksweise von mir. Meinte hauptsächlich die Industrie Landwirte für Stromerzeugung und Massentierhaltung. Ist bei mir in der Ecke leider zu über 80% vertreten und dort ist es ständig so, dass nichts gemacht wird. Obwohl dort, denke ich, finanziell der größte Spielraum herrscht um was zu bewegen.
 
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#6
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#7
Moin

15-20 cm, schöne Idee, aber wie schon geschrieben, unbrauchbar.
Zudem muss man das Gras nach dem mähen ja auch irgendwie sammeln, spätestens der Schwader geht tiefer durch, der ist genauso tödlich wie ein Mähwerk.

Zum von innen nach außen mähen, eine gute Sache 👍🏻
Bei mir in der Region geht das meistens nicht, da viele Flächen zur Entwässerung alle 15-20 m mit Grüppen (Meetschlöte) durchzogen sind, da geht nur von einer zur anderen Seite mähen, vorzugsweise von der Straße weg.

Zu den Kitzen (oder Hasen, Fasanen, Gelege etc.) die zermäht werden, als allererstes ärgert man sich, dass es passiert ist, man möchte eigentlich nicht mehr weiter mähen.

Zum zweiten, zermähte Tiere im Futter können Fehlgärungen im Futterstock auslösen, diese sind zum einen doof, weil das Futter (schnell einige Kubikmeter) verdirbt, zum anderen können sich dort Botulismuserreger und Toxine bilden, die dann schnell einen großen Teil der Herde umlegen können.
Und dann wird es richtig teuer und kacke.
Es gibt also einige Gründe für Landwirte, um möglichst wenige Tiere mit dem Mähwerk zu erwischen.



Waidmannsheil

Meetschloot
 
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#8
Ich finde es schon bemerkenswert, dass endlich Bauernverband und Lohnunternehmer darüber sprechen, statt es weiter tot zu schweigen. Ich habe hier kein Grünland weil es keine Viehhaltung gibt, aber sehr wohl Flächen auf denen Grünroggen/-Gerste für dieses unsägliche Biogas gehäckselt werden und das Anfang Juni:mad:
Wenn alle Milchbauern kapieren woher Botulismus kommt und dass es Schexxe ist Wildtiere in der Silage zu haben und Druck auf Landmaschinenindustrie und LU machen, sich ferner selbst an der Rettung von Jungwild beteiligen, wäre viel erreicht.
 
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#9
@Snaggles und andere NRW-ler, hat eine von Euch schon erlebt, dass da einer von innen nach aussen gemäht hat?
Ein Landwirt setzt so einen piependen Kitzretter ein, hat bislang gut gegangen, wobei ich nicht weiss, ob es an dem Pieper lag oder am Mähzeitpunkt. Zumindest eine ganze Reihe von Rehen scheint mir kurz vor dem Setzen zu sein, vielleicht geht es gut, das Feldgras ist jetzt dran, einige Wiesen, die ohne maximale Kunstdüngerlast, sind noch nicht so weit.

Ich habe es noch nicht erlebt, dass einer von innen nach aussen mäht, obwohl ich immer wieder darauf hinweise und es sogar in den Tageszeitungen steht! Wenn ich einen darauf hinweise, bekomme ich entweder keine Antwort oder: He geh zur Seite, ich habe keine Zeit mich mit Dir zu unterhalten.

Gruss, DKDK.
 
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#10
Ist bei uns auch leider nicht der Fall. Der große Bio Milchbetrieb im Nachbarrrevier mäht seine Flächen auch immer schön von außen nach innen. Teilweise Luzerne mit 100ha. Aber auch die Lohnunternehmer bei uns sind ne Katastrophe. Von außen nach innen geht gar nicht. Die kriegen es nicht mal hin rechtzeitig Bescheid zu geben obwohl der Bauer immer drauf hinweist. Da kommt dann Wochentags um 10 der Anruf, in einer Stunde fangen sie an. Dann brichst du alles ab und hastest hin um festzustellen das der schwarze Fendt schon die Hälfte der Flächen platt hat. Das Insektensterben ist nicht so groß. Die Mahd ist viel Insekten schonender als Mulchen.
Auch versuchen wir die Wiesen schon von Anfang an zu beunruhigen damit z.B. die Hennen ihre Nester lieber im Wintergetreide anlegen, was dieses Jahr eh der Fall sein wird weil das viel höher ist als die Wiesen. Allerdings gehen sie dann mit dem Küken nach dem Schlupf sowieso in die Wiesen weil dort mehr Insekten sind, bei uns ist die Mahd meist um den 10.06. und wenn sie da noch nicht beflogen sind wird das ein Totalausfall.
 
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#11
Und die Küken, die das überleben, werden oft Opfer der Mähdrescher, hier wird fast rund um die Uhr gemäht, wenn es keinen Tau gibt , die Mähdrescher haben "Gefechtsfeld" Beleuchtung stärkster Sorte an und die Küken gehen mit durch.
 
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#12
Hallo zusammen,
Hat jemand eine brauchbare Kombi aus Drohne und WBK im Einsatz.
Brauchbar meint
-Flugzeit ca 30 min
-Auflösung so das min 30m Streifen
abgeflogen werden können u man noch eine Wärmequelle wie Fasanenhenne lokalisieren könnte
-Nicht nur SchönwetterDrohne
 
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#13
Sorry, war vielleicht auch eine falsche Ausdrucksweise von mir. Meinte hauptsächlich die Industrie Landwirte für Stromerzeugung und Massentierhaltung. Ist bei mir in der Ecke leider zu über 80% vertreten und dort ist es ständig so, dass nichts gemacht wird. Obwohl dort, denke ich, finanziell der größte Spielraum herrscht um was zu bewegen.
Und alles was die "Industrie Landwirte" und Massentierhalter überlebt wird im Herbst von den Jägern ermordet. Obwohl dort, denke ich, finanziell der größte Spielraum herrscht.
 
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#14
@Snaggles und andere NRW-ler, hat eine von Euch schon erlebt, dass da einer von innen nach aussen gemäht hat?

Ich habe es noch nicht erlebt, dass einer von innen nach aussen mäht, obwohl ich immer wieder darauf hinweise und es sogar in den Tageszeitungen steht! Wenn ich einen darauf hinweise, bekomme ich entweder keine Antwort oder: He geh zur Seite, ich habe keine Zeit mich mit Dir zu unterhalten.
Ist ein zweischneidiges Schwert. Die Bauern / Lohnunternehmer im eigenen Revier bei der Rennleitung anschwärzen ist ggf. nicht immer zielführend. Ebenso ein Gespräch mit Bezug auf den Rechtsbruch könnte nach hinten losgehen.
Mahd.jpg

Also evtl. doch die Flucht nach vorn !???

"Hier ist jemand der massiv gegen das Landesnaturschutzgesetz verstößt! Kommen Sie schnell vorbei, bevor er wieder weg ist."


Einen Tod muss man sterben, aber welchen ?
 
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#15
Ich habe in meinen 42 Jägerjahren noch keinen Landwirt gesehen, der von innen nach außen mäht.

edit

Als Jagdpächter kann man nur höflich darauf hinweisen und hoffen, dass es gemacht wird.
Wird aber leider nicht gemacht.

TH
 
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