Schutz des Niederwildes bei der Grasernte

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#16
Und alles was die "Industrie Landwirte" und Massentierhalter überlebt wird im Herbst von den Jägern ermordet. Obwohl dort, denke ich, finanziell der größte Spielraum herrscht.

Definitiv herrscht dort bei den Niederwildjägern großer finanzieller Spielraum den die auch noch dafür einsetzen das es überhaupt noch Wild gibt.
Und was willst du mit deinen Reissereien a la Rainder Steenblock beweisen?
Wüsste keinen verantwortungsbewussten Niederwildjäger der nicht zählt vor der Jagd, oder der Hennen schießt, von den vielen geschützen Arten die im Herbst eh keiner "ermordet" fang ich mal gar nicht erst an.
Wird dir aber eh nicht viel sagen wie man ja im obigen Beitrag von dir sieht.
Steht ja auch nicht im Wohlleben drin....
 
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#17
Wenn man wirklich wollte, könnte man auch. Anstatt ständig die Mähbreiten und Geschwindigkeiten zu erhöhen, sollten sich die Konstrukteure mal ernsthaft mit der Verhinderung von Tierleid auseinander setzen. Tierleid sowohl bei den vermähten Kitzen die ohne Läufe vor sich hinsiechen, aber auch den krank werdenden Nutzviehbeständen, die dann u.U. an Botulismus leiden und auch die Landwirtsfamilien krank machen. Mit höher, schneller, weiter ohne Rücksicht wird man nichts gewinnen. Gerade die "Ernte" von Grüngetreide für Biogasanlagen wird oft von überregional tätigen Lohnunternehmern durchgeführt und was da ,mitunter , auf den Maschinen sitzt...spottet mancher Beschreibung.
 
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#19
Diese Kuhhaltung in Ställen mit Grasgewinnung ist das Letzte.
Diese vielfach rasierten Rasenflächen sind keine Natur mehr.
Gegen heutige Geschwindigkeit und Mähbreiten hat das Niederwild keine Chance.

Die Bauern brauchen sich nicht wundern, dass sie inzwischen einen immer schlechteren Ruf haben.
Und das ist der LEH nicht allein "schuld", da haben die Bauern und ihre unfähigen Verbände jahrzehntelang verantwortungslos auf "immer größer" gearbeitet.
Mit Krokodilstränen wird das Höfesterben beweint, der nächste Riesenstall und die nächste Beton-Blechscheune ins Feld gesetzt, nach Staatshilfen geschrieen - und dann mit dem 300.000 € Schlepper nach Berlin gefahren.

Was können wir tun? Wir Jäger sind in erster Linie die Anwälte des Wildes, Bewirtschafter unserer Reviere und dann aber auch Partner der LAnd- und Forstwirte. Wir sind aber nicht, wie manche ÖJV-Typen behaupten, die Erfüllungsgehilfen und Deppen dieser Fichten- und Viehhalter.

Konkret:

- kauft WEIDEMILCH!!! Überzeugt die Verbraucher!! Ich öffne jedem Spaziergänger die Augen, der solche Intensiv-Grünflächen schön findet.

- sprecht mit den Bauern, aber nicht zu zaghaft. Die Bauern wissen genau, dass sie sich gesellschaftlich und politisch kein zu schlechtes Image leisten können. Ich kann sehr gut verstehen, dass ein Bauer sich mehr um Regen, ernte und Co sorgt. Deshalb vergessen die oft, anzurufen. Aber wenn die dann wieder wegen Sauschäden oder drei Kanin im Feld anrufen, dann erinnere ich sehr gern daran, dass eine Hand die andere wäscht.

- Wir müssen endlich politisch ANDERS aktiv werden. Naturschutz- und Wildinteressen werden von keiner mir bekannten politsichen Partei tatsächlich - also in realem tun - vertreten. Die GRÜNEN sind Jägerhasser und haben vor allem in NRW gezeigt, das ihnen nicht zu trauen ist. Die CDU war mal Bauern und Jägerpartei - dieses Vertrauen ist m.E. unwiderbringlich verloren. Frage: welche Partei steht tatsächlich ein für unser Niederwild? Wir brauchen pro 5 ha Feld einen Streifen von 12 m mal 200 m mitten im Feld mit Wildacker oder Schwarzbrache. Wir brauchen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Acker. Wir brauchen Greening-Maßnahmen, die auch dem Niederwild nutzen. Wir brauchen eine staatliche Kontrolle der Wegränder und der Einhaltung derselben. Wir brauchen eine Einschränkung des Betretungsrechts außerhalb der Wege in Brut- und Setzzeiten (bzw. mehr Eigentümerrechte hier). Wir brauchen eine Vorgabe für den Staatsforst, mindestens 10 % der Fläche so zu gestalten, dass das Wild Äsung findet. Wir brauchen eine Beschränkung des Wegebaus im Wald (xx m / ha). Wir brauchen eine Untersuchung von Beize und Spritzmitteln auf Niederwild-Verträglichkeit (Giftrevision). Wir brauchen ein erweitertes Mulchverbot für Kommunen in Brut- und Setzzeiten an Wegrändern. Wir brauchen eine Regelung, dass man neues Grünland und Hecken nicht nur anlegen, sondern auch wieder zurück-umwandeln darf. Wir brauchen endlich eine Freigabe von Bussarden und Habicht. Erlaubnis des nordischen Krähenfangs. Bejagung der Krähe in den Städten. Erleicherungen in der Fallenjagd. Jagdschutz-Befugnisse mit der Erlaubnis oder sogar Pflicht, wildernde Katzen und Hunde zu schießen, ohne Rechtfertigungsdrama. Wir brauchen starken Insektenschutz, das ist der Schlüssel für Fasan, Rebhuhn und andere Bodenbrüter. Wir müssen jedwede Förderung von Nilgänsen unterbinden. Wir brauchen effektive Möglichkeiten und gesetzliche Freiheiten, um zuwandernde Prädatoren (Waschbär, Marderhund, Mink) effektiv aus unserer Wildbahn zurückzudrängen. Und so weiter.....

M.
 
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#20
@ Mattenklodt, glaube nicht das es dein Ernst sein kann was du da einforderst.... wenn das so kommen sollte, darfst du noch nicht mal mehr ohne Überwachung auf den Pott. Es kann ja wohl nicht sein nach immer mehr Gesetzen und Verordnungen zu rufen, dann sind wir schon lange Entwaffnet und dann kann uns die Natur auch am A.... vorbei gehen.
Siehe Seehofer mit seinen Plänen.
Wir können auf den Mond fliegen aber bekommen nicht ein System entwickelt was zuverlässig Wärmequellen auf Acker oder Grünland bei der Arbeit anzeigt.
Es ist ja nicht nur die Mahd des Grünlandes oder GPS Ernte, was ist mit den ganzen Bio Betrieben, die mit ihren Rollhacken mit 20 km/h über die Felder fliegen. Möchte nicht wissen wieviel Junghasen dieses Frühjahr in der nicht verfrorenen Zwischenfrucht drauf gegangen sind.
Das Ruder in der Landwirtschaft noch rum zu reissen ist leider zu spät. Das haben die Landwirtschaftskammern verbockt immer grösser, mehr, effizienter und die Politik hat auf ganzer Linie versagt eine Größenreglementierung einzuführen, Lebensmittel müssen schön billig sein damit der Verbraucher auch ja noch Kohle genug über hat um 3 x im Jahr in den Urlaub zu fliegen. Man sieht es doch jetzt schon wie sie mit den Hufen scharren um wieder reisen zu können und wie wenig sie zurückstecken wollen. Habe seit meiner Kindheit selten mal so lange Zeit einen blauen Himmel und Sternenklare Nächte gesehen wie momentan seitdem Corona die Welt lahm legt.
Ich wäre dafür Colchicus mal ein paar Jahre das Zepter in die Hand zu geben und ihn mal an der neuen Agrarreform mitwirken sowie Bewirtschaftungspläne für Hecken und Saumstreifen zu Papier zu bringen, verbindlich für jederman.
Glaube das würde uns in Sachen Niederwild richtig voran bringen.
Und den Landwirten müsste schon beim Studium/Ausbildung vermittelt werden was ihr tun und wirken für die Natur für Auswirkungen hat, man nicht jede Ecke mit dem Mulcher sauber halten muss. Bin selber Nebenerwerber, wenn man selber Jäger ist handelt man schon anders als ein " nur" Landwirt. Aber doch eigentlich auch mit dem Ziel, wie die Menschen nun mal so sind, irgendwann für die Bemühungen auch mal eine Ernte einzufahren.
Solange die Menschheit nicht mehr die Zusammenhänge in der Natur versteht, sehe ich echt schwarz für Fauna und Flora.
Die bäuerlichen Familienbetriebe so wie wir sie mal hatten sind Vergangenheit, als nächstes sind dann die Einzelunternehmerischen Grossbetriebe dran die das Handtuch werfen weil ihnen die Puste ausgeht. Wir machen jetzt das durch was damals in der DDR in Bezug auf Landwirtschaft stattfand, nur 50 Jahre später.
So lange der Trend zum Egoismus weiter anhält wird sich nichts grundlegend ändern.
Sorry das ich ein wenig vom eigentlichen Thema abgewichen bin..
 
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#21
Unsere Welt ändert sich. Und wir haben einen Auftrag: Hege und Schutz des Niederwildes.

Ich finde, es ist von den Bauern nicht zu viel verlangt:

- ihre eigenen Grenzen einzuhalten und keine Landnahme kommunaler Wege-Randstreifen
- das Greening so zu gestalten, dass man für die EU-Kohle auch etwas bekommt
- bei zunehmender Mechanisierung auch die Belange des Niederwildes zu beachten

Von den Spaziergängern ist es nicht zu viel verlangt, das Eigentum anderer zu beachten und auf den Wegen zu bleiben. Das muss durchgesetzt werden.

Von den Jägern wird zu Recht verlangt, Hege zu betreiben - dazu gehört auch die Prädatorenjagd.

M.
 
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