Schwarzwild 2019/2020

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Servus zusammen

Ich mag auch mal wieder etwas beitragen zumal die letzten Wochen für mich wieder viel besser liefen als die Monate zuvor. Warnung: Der Text ist länger ;-)

Story 1:
Kurz vor Weihnachten sollte es wieder nach NRW auf Familienrundreise gehen... Also vorher noch den doch deutlich abnehmenden Mond nutzen. Also raus ins Revier und an eine Stelle wo ich schon oft Sauen vor hatte. Auf dem Acker stand dieses Jahr Mais, rundherum Wiese und an 3 Seiten umrahmt von Wald. Dieser ist an allen 3 Seiten mindestens 100m vom Acker entfernt. Bisher hatte ich immer normal angesessen auf Wunsch meiner Pächter. Der JJ solle erstmal in Ruhe ein paar Stücke beim Ansitz erlegen und Praxis sammeln bevor er durch die Gegend rennt ;-) Alles gut, besonders auch aufgrund wirklich guter Freigaben ohne "maximal lauscherhoch" usw. Und immer echte Freude wenn ich geschossene Stücke ablieferte. Da bisher, trotz argwöhnisch begutachtetem bösen Bleifrei und Mädchenkaliber .308, nur eine Sau maximal 20m gegangen war und sonst alles im Knall lag mit guten Treffern wurde ich vom sitzenden JJ zum auch in Absprache pirschenden JJ befördert ;-)
So aber nun wieder zurück zum Abend. An der Wiese angekommen alles abgeglast und viele Hasen und einige Rehe auf dem Acker gesehen. Naja, im Auto gemütlich gemacht und abgewartet. Das Licht war gut, aber eigentlich noch zu hell. Direktes Mondlicht mögen unsere Grunzis normal garnicht. Irgendwann gegen 1 Uhr treten Sauen aus und ziehen direkt auf den Acker. Also Sachen geschnappt und los. Alle 10m angehalten und die gesamte Gegend abgeglast um keine Rehe zu überraschen. Die Rotte (1 Bache mit 6 Frischlingen um 25kg) ist gut zu erkennen und der von ihnen mir ins Gesicht stehende Wind duftet eindeutig. Aber die Rotte zieht langsam weg von mir weiter auf das Feld. Ich muss also den Schatten der Waldkante verlassen und versuche näher zu kommen. Aber die Rotte zieht zu schnell weiter. Auf dem matschigen Acker und im Mondlicht kann ich mich auch nicht allzu schnell bewegen ohne gleich aufzufallen. Also warte ich in der Hocke auf dem Acker bis die Rotte weg ist und gehe zum Auto zurück. Na wartet, morgen komme ich wieder. Also nächster Abend, gleiches Vorgehen. Ich überlege auf die Kanzel zu gehen aber entscheide mich im Auto zu bleiben. Und das war gut so! Denn in dieser Nacht sah ich zum ersten Mal live was man immer wieder hört! Diesmal kommt ein einzelnes Stück von mir gesehen ca 30m hinter der Kanzel aus dem Wald. Sie zieht über die Wiese, immer wieder Wind holend. Sie umschlägt die Kanzel und holt immer wieder Wind. Wäre ich nicht im Auto geblieben hätte sie mich also fast garantiert mitbekommen und hätte ihren Nachwuchs nicht nachgeholt. Nach etwa 10 Minuten kommt die Rasselbande hinterher und sie brechen in einer Ecke des Ackers ca 90m vor der Kanzel. Also wieder raus, Waffe, Zielstock und los. Da der Mond noch recht tief steht kann ich mich komplett im Schlagschatten bewegen. Glase auch wieder fleißig alles ab bevor es weiter geht. Aber kein anderes Wild zu sehen außer den Sauen die in aller Ruhe brechen. Als ich auf etwa 60m ran bin endet der Schatten des Waldes. Ich will im Schatten bleiben, stelle den Zielstock auf. Gewehr darauf ablegen und nochmal genau ansprechen. Das gute Licht macht es leicht und schnell ist einer der Frischlinge auserwählt. Zielstock kurz nachjustieren, durchatmen, Absehen platzieren und der Schuss bricht. Deutlich ist der Kugelschlag zu hören. Das recht helle "Klatschen" verspricht einen massiven Knochentreffer. Das Stück liegt im und alle anderen Stürmen in den Wald. Ich warte etwa 15 Minuten im Schatten und gehe dann zum Auto. Bergeschlinge holen und das Gewehr ins Auto packen. Auf dem Acker liegt ein FriLi Keiler der aufgebrochen 26kg wiegt. Nach dem Bergen und der Bruchgabe versorge ich das Stück und bringe es zu meinem älteren Pächter. Er freut sich riesig mit mir zumal ich mir vorher monatelang der Ar... platt gesessen habe ohne auch nur Sauen in Anblick bekommen zu haben. Unterbrochen wurde diese "Serie" lediglich im November durch einen 64kg Keiler (nebenbei: erster Keiler, erstes Stück auf DJ, erstes Stück mit der selbstgeladenen Munition) auf einer DJ in einem anderen Revier, der mich auch zum Jagdkönig machte.

Story 2:
Januar, es ist warm, es regnet. Die Frisur?? Habe keine, nur einen Haarschnitt ;-) Vorher war es recht kalt mit ordentlich Nachtfrost und sehr klaren Nächten.
Ich gehe fast eine Stunde eher aus dem Haus wie eigentlich geplant. Irgendwie war ich unruhig und im Fernsehen kam eh nichts. Es ist kurz vor Vollmond und gefühlt taghell trotz dichter Wolkendecke. Was ist das? Regen... Ich hasse Regen wenn ich draußen bin aber Sauwetter ist Sauwetter! Um 22.30 komme ich wieder an der Wiese aus Story 1 an. Stelle das Auto ab und überlege ob ich erst Zielstock draußen bereitlegen soll. Mache dies immer um möglichen Geräusche beim "Ausladen" zu vermeiden. Aber was ist das da vorne? Schwarze Klumpen an der Waldkante. Glas hoch: Sauen! Sie brechen auf der Wiese kurz vor der Waldkante gegenüber die auch Reviergrenze ist. Also wieder alles schnappen, Taschen kontrollieren dass alle geschlossen sind und nichts klappern kann. Wieder sind nur die Sauen zu sehen also kann ich recht zügig angehen. Direkt an der Waldkante entlang nutze ich wieder den Schatten um unbemerkt zu bleiben. Als ich an der Kanzel ankomme bin ich etwa 110m von den Sauen entfernt. Näher ran geht nicht wegen der doch sehr hellen Nacht. Soll ich aufbaumen und von der Kanzel schießen? Nein, viel zu riskant aufzufallen. Also wieder das Eigenbau-4-Bein in Position gebracht. Mit dem 3HGR Driven Gewehrriemen (kann ich sehr empfehlen zum Pirschen!) ist das Auflegen des Gewehrs mit minimalen Bewegungen einfach und schnell erledigt. Ein Stück ausgewählt, nochmal genau geschaut dass es auch alleine steht und der Schuss bricht. Bühne leer, Quieken im Wald. Verdammt! Befürchte die beschossene Sau ist mit den anderen in den Wald geflüchtet. Kurz mit dem Glas geschaut aber nichts zu sehen. Auch höher von der Kanzel nicht. Verdammt! Pächter benachrichtigt das ggf Nachsuche ansteht. Dass ich gleich dabei schreibe der Sau definitiv nicht in das Gestrüpp zu folgen beruhigt ihn. Zum einen will ich den Anschuss/ die Fährte nicht vertrampeln und nienienie gehe ich nachts alleine einer Sau hinterher. Ich gehe zum Auto und nehme die Flir WBK vom Elektrikerkumpel. Man erkennt nicht viel damit, quasi nur ob da was Warmes ist ;-) Aber das reicht um zu sehen das auf der Wiese ein hell leuchtender Klumpen ist. Liegt also doch und ich bin sehr erleichtert. War halt zwischen den ganzen Maulwurfhügeln nicht zu sehen. Kurz dem Pächter schreiben dass ich nun berge und zu ihm komme. Die FriLi Bache mit 29kg aufgebrochen wird wie üblich versorgt und wieder beim Pächter abgeliefert.

Danke das du bis hier durchgehalten hast ;-) Es waren meiner ersten erpirschten Stücke überhaupt und ich muss sagen das es nochmal ein ganz anderes Erlebnis ist als vom Ansitz ein Stück zu erlegen. Viel mehr Anspannung, viel mehr zu beachten aber es macht wirklich Spaß. Auch bin ich immer wieder froh über meine Jagdgelegenheit. Tolle Pächter, großzügige Freigaben, immer Tipps parat wenn man fragt und vor allem: Kein Jagdneid! So macht es einfach Freude. Neue Ideen für die Bejagung können immer besprochen werden und falls sie abgelehnt werden auch erklärt warum.

WH
Jan
 
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Waidmannsheil heu20! Die Aufmerksamkeitsspanne von Rotten während des Brechen wird generell sehr überschätzt. Generell machen die auch sehr viel Lärm. Wenn der Matsch knatscht, tut der das auch unter den Schalen der Wutze. Montag und Dienstag Abend jeweils auf nicht weiter als 40m jeweils einen Frischling aus einer Rotte erlegt. Dienstag sogar auf offener Fläche, als die Rotte mir schneller entgegenkam als ich ihnen. Dunkel wars da nicht. Den einzigen Punkt, den ich beachte, ist nicht gegen den Horizont zu stehen.
 
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Waidmannsheil den Erlegern,
"Vorbereitung ist alles" und "jetzt aber dran bleiben". Der Jagdherr hat gesprochen. Und nach den 2 Sauen letzte Woche dachte ich, einmal kann ich noch raus. Da ist noch ein Sitz, an dem ich letzte Woche nicht zum Schuss kam. Wind gut, Licht so lala. Um 8 sass ich auf dem Sitz. Dank den neuen Ansitzsacks war es angenehm warm. Eine Einzelne kam an die Kirrung, war aber so schreckhaft, dass sie glücklicherweise nicht alle Löcher leer gemacht hat. Eine Stunde später kam eine Bache mit 3 Frischlingen. Licht war sehr bescheiden. Dann lieferten sich die Einzelne und die Bache einige Kämpfe und bei dem Tohuwabohu war an einen Schuss nicht zu denken... bis ein 26 kg Keilerchen eine Handvoll Mais fand, er etwas abseits hingefallen war. Er stand sehr ruhig und abseits und ich wagte den Schuss. Bums -im Schuss hat er sich gedreht... In Gedanken war ich schon bei einer langen Nachsuche und nahm mir vor, nicht selbst mit dem Suchen anzufangen. Als ich an den Anschuss trat, lag da zu meiner Überraschung das Keilerchen. Er hatte sich in den Schuss gedreht. Kammertreffer, der kurz hinter dem Blatt rein ging und dann oben in der Wirbelsäule endete. Dabei streifte er das Herz... keine Ahnung, wie das gehen soll :)
Klamotten habe ich vor der Tür hingehängt... er war schon etwas rauschig.
So, jetzt mache ich mal 2 Wochen Pause.
Waidmannsheil.
Peter
 
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Was heisst denn "etwas rauschig" lieber Jagdpeter? Oder meinst Du damit, dass ein Keilerchen von 26 kg noch nicht so rauschig ist wie ein 100 kg Keiler, deshalb nur "etwas rauschig"?
Aber Waidmannsheil und Gruss, DKDK.
 
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Gestern Nacht war ich draußen auf Sau an einer relativ neuen Kirrung, die seit 2 Tagen angenommen war. Gegen 22.00h konnte ich einen Überläuferkeile mit 52 kg strecken.
Die 20. Sau heuer im Revier (bisher im Schnitt zwischen 4 und 6 Sauen pro Jahr), verdammter Maisanbau...
Heuer schon 20 Stk. Jetzt haben wir den 15.1.
Das ist ja ein Sauenpuff bei Euch:oops:
 
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