Schwarzwild 2020/2021

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Endlich hat´s mal wieder geklappt, seit Mitte September die erste Sau außerhalb von Drückjagden erlegt! Noch dazu die erste im neuen Forstbezirk seit Beginn des Jagdjahres...
Wir hatten mit unserem Förster im Sommer einen Platz für eine neue Kirrungt ausgehandelt, reines Waldgebiet, wegen erheblichen Einschlägen in die Kiefer nur noch sehr lückig bestockt, zu dreivierteln lediglich mannshohe Naturverjüngung. Die Kirrung liegt ca. 150 m vom Waldrand entfernt, der Weg von den Einständen der Sauen ist weit und vorerst hatte der Forst nur einen überdachten DJ-Bock hingestellt, um zu sehen, wie sich die Sache entwickelt.
Angenommen wurde die Kirrung erst seit drei, vier Wochen, jedoch nicht regelmäßig. Letzte Woche war dann aber doch zweimal alles abgeräumt, so dass ich mich Freitag mal ansetzen wollte, immer mit dem Gedanken, dass sie vermutlich erst nach Mitternacht kommen, aber man kann ja auch mal Glück haben.
Um 21.00h war ich vor Ort und sah, dass die Kirrung abgeräumt war; Mist, waren die etwa schon da gewesen? Kirrmeister bei uns ist ein über 80-jähriger Rentner, der eigentlich täglich durchfährt. Schnell durchtelefoniert und erfahren, dass er die letzten 2 Tage keine Zeit hatte...
Also bin ich schnell zurück zum Wagen und Maiseimer geholt, gekirrt und angesetzt, ist zwar suboptimal, aber was sollte ich machen. Mein Dreibein nahm ich mit, weil ich noch pirschen wollte, wenn bis Mitternacht nichts zu sehen wäre. Es war eine herrliche Nacht, Halbmond, fast windstill, ich machte mir´s bequem, schloß die Augen und alle 10 Minuten sah ich mal durch die WBK.
Kurz vor 22.00h meinte ich ein leises Knacken zu hören, wirklich grade so vernehmbar, machte die WBK an und sah direkt vor mir, keine 10 Meter, drei helle Gestalten kurz vor der Kirrung. Unglaublich, dass ich die fast verpasst hätte. Den Jungs aus der Ü-Truppe gefiel aber wohl mein Geruch nicht, sie überlegten kurz und traten dann gemächlich den Rückzug an, so´n Mist! Schießen hatte ich nicht können wegen der Naturverjüngung. Naja, vielleicht drehen sie nur eine Runde und kommen von der anderen Seite, also fünf Minuten gewartet, aber sie kamen nicht mehr...
Also runter vom Sitz, das Dreibein gepackt und auf dem Grasweg hinterher gepirscht, was gottseidank auch völlig lautlos vonstatten ging. Nach guten hundert Metern eine Wegekreuz, kurz davor hatte ich eine der Sauen in der Kamera, also weiter, an der Kreuzung aber weit und breit nix zu sehen. Sind die nun am Weg abgedreht und nach links oder haben sie den Weg überfallen und weiter geradeaus? Ich entschied mich erstmal für links, aber nach 5 Minuten Pirsch ohne Ansicht kehrte ich um und ging den Grasweg weiter und endlich, knapp 100 Meter weiter seh ich eine der Sauen keine 10 Meter neben mir im Bestand, dann noch eine weiter vorne. Schnell das Dreibein aufgestellt und gewartet und tatsächlich schickt sich die vordere an, über den Weg zu wechseln. Sie tritt aus und sichert in meine Richtung, aber da bin ich schon drauf und lasse fliegen. Sie wendet und flieht in den Bestand und ist weg. Es folgen die üblichen 5 Minuten Warterei und leise, leise laufe ich bis zum vermuteten Anschuss. Blick mit der WBK nach links, da ist tatsächlich ein großer, weißer, regungsloser Fleck, sie liegt!
Ich entsichere und der weiße Fleck verabschiedet sich in die Büsche o_O
Das darf doch nicht wahr sein, denke ich und versuche es zu verstehen. War das überhaupt die beschossene Sau? Ich gehe weiter und gottseidank, da ist noch ein weißer Punkt 20 Meter im Bestand und da lag er dann auch, mein Ü-Keiler, Einschuß vorbildlich, Ausschuß etwas weit hinten, aber immer noch in der Kammer, das Keilerchen stand wohl etwas schräg.
Danach bin ich zum DJ-Bock, meine Sachen einsammeln und zum Auto. Eine gute Viertelstunde nach dem Schuß war ich wieder an der Sau, um sie zu bergen. In dem Moment bricht knapp daneben eine Sau davon, die Jungs hatten wohl ihren Bruder vermisst und immer noch wartend ausgeharrt, Sachen gibt´s...

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Die haben nicht nur Ihren Bruder vermisst, die sind auch am Grund seines Vermissens interessiert. Die kennen dich jetzt und deinen Geruch, bist kein "Tourist, bzw. Spaziergänger" mehr.
 
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Vorgestern abend hat es auch bei mir mal wieder geklappt!

Kirrung wurde seit ein paar Nächten von einer kleinen Rotte strammer Frischlinge angenommen. Also spätabends mal nachgeschaut - ja, da steht ja schon wieder einer der Kameraden!

Also ran! Der Wind war unstet, der Schnee war verharscht - alles suboptimale Bedingungen, aber ich kam trotz aller Bedenken unbemerkt bis auf eine Kanzel, die ca. 75 Meter von der Kirrung steht. Da steht er noch immer und ahnt nichts Böses - das lässt sich ändern!

Büchse hoch, NiteSite an: Ja, es ist ein Keilerchen. Entsichern... er steht spitz... jeeeetzt stellt er sich breit und schon donnert die 300WinMag durch die klare Nacht! Gleich die WBK hoch: Liegt!! Schlegelt nur noch ein paarmal, dann ist Ruhe:

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Ein feistes Keilerchen liegt da, wie angesprochen. Das schwere 14,3g TR hat wie üblich ganze Arbeit gemacht und den Burschen an den Anschuss gebannt. Aufgebrochen lässt er sich ganz gut über den Schnee die 120m bis zum Auto schleifen, zu Hause zeigt die Waage 37kg. Das war jetzt Nr. 6 seit Neujahr!

Wmh zum Frischling !
Was für ein TMR 14,3 Gramm verwendest Du in Deiner 300er Wini ?
Ich habe das 14,3 Gramm Hammerhead in meiner 300er, habe einiges probiert in der Vergangenheit in der 300er, aber das 14,3 Gramm Hammerhead zeigt für mich und meinem Haupteinsatzzweck, die überzeugendste Performance. Mit Sicherheit keine Weitschuss-Labo, aber für mich nicht nötig und somit ideal.
 
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Ich nehme das Hornady Interlock.

Habe damit sowohl in der 7x65R wie auch der 300WM sehr gute Erfahrungen gemacht. In heimischen Gefilden brauche ich die 300er nicht als Weitschusspatrone, sondern eher als Dampfhammer für Sau, Elch und Rotwild auf Entfernungen von (meist deutlich) unter 150m. Da passt das schwere TR perfekt, und selbst Rehe sehen damit noch einigermassen passabel aus.
 
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Ich nehme das Hornady Interlock.

Habe damit sowohl in der 7x65R wie auch der 300WM sehr gute Erfahrungen gemacht. In heimischen Gefilden brauche ich die 300er nicht als Weitschusspatrone, sondern eher als Dampfhammer für Sau, Elch und Rotwild auf Entfernungen von (meist deutlich) unter 150m. Da passt das schwere TR perfekt, und selbst Rehe sehen damit noch einigermassen passabel aus.

Danke für die Info.
Ähnliches Einsatzgebiet wie bei mir, ist meine Patrone für stärkeres Hochwild bzw. auf Sauen meist dann im Feld am Raps oder Mais.
 
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Ich kann es immer noch nicht so ganz fassen. Sau tot. Ein Zukunftskeiler. Ganz bestimmt.
Knappe 30 Kilo, zum Wiegen hat nachher die Kraft nicht mehr gereicht.

Aber der Reihe nach. Sonntag. Wir haben bei uns ausgegeben, daß nur noch Frischlinge geschossen werden. 30 Kilo. Und wenn Gestreifte zu sehen sind, wird überhauptnicht geschossen.

Der Aufseher hat mir verraten, daß seit einigen Tagen die Kirrung "ganz unten im Loch", im Sauenparadies, gut angenommen ist.

Guten Mutes ziehe ich kurz vor der Dämmerung los, kurz vorher noch mit dem Aufseher telefoniert, "Freigabe" besprochen, sonst keine Neuigkeiten. Es verspricht ein lieblicher Abend zu werden. Zumindest für den Moment.

Ich mache mich auf den Weg zum Sitz, das Auto steht oben am Weg, runter ins Tal. Mit jedem Schritt wächst der Zweifel, ob es eine wirklich gute Idee ist. Der Schlamm wird immer schlimmer und bei dem Gedanken, da nachher vielleicht eine Sau hochzuziehen, wird es mir ganz schwach. Wenn ich gewußt hätte, wie schnell diese Befürchtung wahr werden sollte, ich wäre wahrscheinlich umgekehrt....

Viertel vor 6, ich sitze. Ich richte mich ein, sondiere die Umgebung. Links, auf etwa 11 Uhr, die "ehemalige" Kirrung und der Salzstein. Unter den Bäumen. Nach rechts geht es in den feuchten Talgrund, irgendein schlauer Mensch ist da beim Bergen eines Stammes durchgefahren und hat eine entsetzliche Wüste hinterlassen.

Vor mir ein Dickicht. Aufwuchs. Alles mögliche, sehr verhaßt bei den Treibern. Bei den Sauen sehr beliebt. Deswegen auch Paradies genannt.

Im Herbst haben die Waldarbeiter uns eine Schneise reingefräst. 5-6 Meter breit, gut 50 Meter lang. Sehr freundlich. Was zwei Kasten Bier und ein Schweinchen nicht alles möglich machen.

6 Uhr, es kehrt Ruhe ein. Ausgangssperre, um 6 müssen alle daheim sein. Die Dämmerung zieht auf, das Streulicht reicht um sicher zu schießen, außerdem ist der Mond gut.

In der nächsten Dreiviertelstunde passiert nicht viel, ein paar Rehe höre ich in der Ferne, sonst nix.

Gegen viertel vor 7 das erste Knacken im Dschungel, es wird lauter, Grunzen ist zu hören.
Das läßt hoffen, bringt aber erstmal nichts. Raus müssen sie schon kommen.

Fünf nach 7. Plopp. 50 Meter vor mir auf der Schneise stehen 3 Bachen mit etwa 10-12 (letzjährigen) Frischlingen. Die Bachen schätze ich auf gute 50 Kilo, die Frischlinge um die 30 Kilo. Also genau entsprechenden Freigabe.

Ich lasse sie ein bissi näher kommen, Gehörschutz und Glas greifen. Der erste Eindruck bestätigt sich, Gestreifte sind auch nicht zu sehen.

Waffe greifen. Ich suche mir in dem Gewusel eine Sau am rechten Rand aus, Ziel erkannt und angesprochen, uswuswusw, der Rotpunkt wandert ins Ziel, einstechen, Schuß.

Chaos bricht aus, ich sehe, wie sich zwei Frischlinge gegenseitig über den Haufen rennen. Repetieren, Sau liegt, schlegelt noch, ich bleibe auf dem Ziel, aber nichts tut sich mehr.

Sichern, Waffe ablegen, Gehörschutz runter, Glas hoch, ja, liegt. Bummundum. Die gute alte siebenvierundsechzig S&B hat mal wieder gute Arbeit geleistet.

Dann packt mich das Jagdfieber. Nach gefühlten zwei Minuten angele ich mir eine Flasche Erlegersauerkrautsaft aus dem Rucksack. Dann eine Nachricht an den Aufseher, Sau entsprechend der Freigabe tot.

Nach einer Viertelstunde bin ich mit dem Sauerkrautsaft fertig und gehe zu meiner Sau.
Ein Kleilerchen. 25-30 Kilo.

Und jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf. Meine Befürchtung, die ich am Anfang geschildert hab, bewahrheitet sich. Es ist unglaublich aber wahr. Es ist unmöglich, die Sau alleine den Berg hoch zu bekommen.

Am Strick ziehen ist viel zu anstrengend und im knöcheltiefen Matsch unmöglich.
Der Schuß sitzt gut, also versuche ich den Obelix zu geben, schultere die Sau und will los.
Geht auch nicht, der Matsch. Nach nicht 20 Metern gebe ich das Vorhaben auf.

Ich rufe den Bauern an, der kommt zu Hilfe. Schon peinlich. Das passiert mir nie wieder.
An anderer Stelle gab´s ja schon wertvolle Tips. Die Bergewanne ist schon unterwegs.

Gestern hab ich ihn zerlegt, hoffe, daß heute die Probe kommt, dann geht´s zum Metzger, der soll Grillwürste machen.
 
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Gestern Abend auf dem Weizen. Ich war schon so gut wie auf dem Heimweg und auf dem aller letzten Acker zog der seine Bahnen. Schuss eher so semi, kann schlecht Richtung Aussiedlerhof schießen, also gewartet bis er auf meiner höhe kurz vorm Wald war. Einschuss hinterm Blatt, Ausschuss weich. Ging noch gute 100m in den Wald:
Keiler.JPG

71kg, das ist jetzt der 5. Keiler in diesem JJ mit 70+kg. Mein Rücken hätte fürs kommenden JJ einen Wunsch 😅
 
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Ich sitze und warte auf Schweine.

Hier sind bislang nur Mäuse.
 

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Ich schau jetzt noch entspannt einen Film und dann gegen 10 werd ich mal ins Feld schauen. Da treibt ne Dreier Rotte Frischlinge ihr Unwesen. Die haben noch nicht gelernt das man bei taghellem Mond im Bestand bleibt und Wiesen tabu sind. 🤷🏼‍♂️
 
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Es hat den Anschein dass die 100-Euro-Prämie den Sauen sehr weh getan hat. Wir hatten ja Schnee und es ging auch fast nichts. Wir sind in ständigen Austausch mit den Nachbarn? "Sind bei Dir Sauen?" Immer Fehlanzeige. Hab jetzt seit Jahresbeginn grad mal drei Sauansitze gemacht. Eine Kirrung ist schon seit November nicht angenommen, obwohl dort das Rehwild gefüttert wurde.
 
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Immer noch kein Schwein da.
 

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3 Sep 2018
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@colchicus,
das Phänemen der fehlenden Sauen zieht sich durchs gesamte Land.
Sachsen, Thüringen, BaWü, Brandenburg - überall werden ungewöhnlich selten Sauen gesichtet.
Langsam scheinen sie wieder aus der hohlen Erde zu krabbeln, aber die letzten Monate waren beinahe unheimlich.
 
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6 Sep 2009
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Ich ziehe nachher auch nochmal los. Hatte Dienstag ne 8er Rotte vor. Erst Rehe dazwischen und dann hatten die mich mit. Schauen wir mal, ob die nochmal kommen.
 
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