Schwarzwild 2022/23

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Nach langer Ruhe auf den Wiesen haben die Schäden im Grünland stark zugenommen.
Eine starke Bache mit 9 Frischlingen hat gut gearbeitet.

Nach bewährter Taktik werden 4 Stellen im Revier angefahren, geparkt und gepirscht.
Um 21.30 h ist die Rotte schon auf der ersten Wiese.

Zielstock aufgestellt, ein Stück steht auf 70 m breit, Sau tot.
Nach 20 min im Revier Jagd vorbei.

Frischlingsbache 32 kg.
 
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Ich hab mich auch mal aufgerafft den Staatsforst um ein Küchenschwein zu erleichtern. Vor ein paar Tagen meldet sich einer unser ehemaligen Begeher, der inzwischen einen anderen Bezirk bejagd aber immer mal wieder mit dem Hund auch bei uns durchkommt auf seiner Runde. Das halbe Revier wurde auf links gedreht, überall hatten die Sauen das Laub umgedreht.
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Also gut, wenn sie da sind kann ich es ja mal versuchen. Eine Stelle mit passendem Wind zum Angehen und Ansitzen war da, sicheres Schussfeld war auch gegeben, dann kirre ich mal ein bisschen. Nach bewährter Manier paar 100ml Mais mit dem Spaten eingegraben und eine Funkkamera hin. Am ersten Tag kamen sie um 07:00 morgens
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Den Nächsten Tag um 22:00
TG Hoffmann w8783 2022-11-20 22-40-41.197.jpg
Am dritten Tag kam gar nichts. Regelmäßig und planbar sieht anders aus, aber ans Sofa kommen sie garantiert nicht. Also auf gut Glück mal los. Bin mit dem ganz großen Gepäck los inklusive Ansitzsack, Thermoskanne und noch einem kleinen Eimer Mais zum nachkirren. So richtig ausgerüstet für eine lange Nacht inklusive Plan zum pirschen auf dem Rückweg u.s.w. Um 20:45 war ich auf dem Sitz, gerade mal hingesetzt und eingerichtet, da zieht schon ein dunkler Schatten von Links auf die Pläne. Schnell mit der Wärmebildkamera angesprochen, ü50kg weiblich, klare Bauchlinie und zu den Keulen hin ansteigend, also eine nicht führende ÜL Bache. Es sind keine weiten Stücke in der Nähe und die Waffe mit Pard war eh schon ausgerichtet. Alles kein Kunststück auf 50m breit stehend und so liegt um 20:53 mein Küchenschwein.
Den Kumpel mit dem Tipp verdonner ich gleich mal zur Bergehilfe, er freut sich sogar drüber.
So schnell kann es gehen, hoffentlich passt der Cäsium Wert noch.
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56kg hat sie und erlegt mit dem 130gr Hornady GMX Superformace aus der .270Win. Lag direkt mit Kammerschuss ohne Herzkontakt.
 
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Vorhin um 23:35 Dank Wärmebildvorsatz Burris eine „Wiesenbuddlerin“ verhaftet.
Aus einer Rotte mit über 20 Stück, in einem Wiesengrund gespottet und angepirscht, sauber auf 70m über den Zielstock erlegt. Frischlingsbache ca. 30 kg mit 308 Win. 11,7 Gramm Oryx. Hochblatt 0m Flucht.
Wo die nun alle wieder her kommen, seit 5-6 Wochen ist wieder gut Betrieb auf den Wiesen. Im Frühjahr/Sommer./Frühherbst sahen wir das Ende der Sauen-Jagd bei uns im Revier kommen. Nichts bzw. kaum was im Weizen, Hafer und Mais. Nun haben wir diese Großrotte und mehrere Kleinrotten und diverse Einzelstücke auf den Wiesen. Ich bin nicht der Freund der reinen Technik-Jagd in der dunklen Mondphase, aber die Wiesenschäden zur Zeit zwingen mich zum umdenken.
 

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Ich konnte heute meinen 2. Schwarzkittel strecken, der erste im Heimatrevier. Meinen ersten könnte der Nachsuchenführer erstmal nächsten Tag finden. (Über 300m mit Kammerschuss nach Lehrbuch...

Aktuell sitzen sie im hinteren Eck vom Revier und treiben es ziemlich Bunt. Hieß für uns, die letzten Tage/Wochen auf Nordwind warten. Letztes Wochenende waren es dann leider keine 30-40m Sicht Dank Nebel.

Diese Woche stimmt der Wind wieder und wir sitzen an unterschiedlichen Stellen oder zu unterschiedlichen Zeiten am Waldrand und beachten die Wiesen. Hier brechen sie seit Tagen immer Mal wieder, an die Kirrungen gehen sie noch nicht.

Donnerstag Abend bei 4°C, ich sitze kurz nach 8. Es hat etwas länger gedauert den neu gestellten Sitz zu finden. Es dauert nicht lange dann höre ich knacksen und Bewegung im Gebüsch. Es möchte aber nicht raus kommen.

Immer wieder Geräusche im Wald direkt hinter den Büschen, aber keine.l Chance etwas zu sehen. Ein Reh bellt, dauernd und über eine Stunde lang.
Zwischendurch wieder brechende Äste und wühlen direkt hinter der Waldkante. Dann quickt es nochmal, da rauft wohl jemand... Plötzlich 2 Lichtblitze, ich bin verwirrt, ist doch kein Gewitter angekündigt. 5 Sekunden später boom, boom. OK der Nachbar hatte wohl Weidmannsheil. 23:30 ich will abbaumen, aber da fängt es wieder an. Sie tun mir nicht den gefallen und kurz vor 24uhr ist Feierabend und kalt... Auf dem Rückweg ist auf den Wiesen und Felder nichts zu sehen, nur ein Reh das sich niedergelegt hatte.

Dann das selbe Spiel für die Mitjäger, ebenfalls kein Glück. Die Sauen treibens bunt kommen aber nicht raus.

Am nächsten Tag kurze Absprache, wir sollten uns gemeinsam ansetzen, so kann man sie besser auf ihren Routen Abfangen, oder den Wind besser nutzen wenn sie einen umgehen.

Freitag erstmal Pause, lange wach und früh aufstehende Kinder Machens nicht einfacher.

Dafür am Samstag raus, mit neuem Plan. Wenn sie nicht raus wollen komm ich zu ihnen rein. Ich sitze auf einem Sitz mit 2 Schneißen, eine unserer Kirrungen wenn sie sie annehmen. Es ist nicht weit von der Ecke in der sie es gerade bunt treiben.

Der Mond hat im mittlerweile Lichten Wald noch Einfluss, aber ist nicht so Hell wie auf dem Feld. Ich sitze kurz vor 21 Uhr, es ist relativ ruhig. Hier und da Mal ein knacksen aber nichts zu sehen. Der Eid spielt mit den Blätter in den Bäumen, das Rauschen irritiert gerne.

Nach 1h tun sie mir den gefallen, ich kann plötzlich einen Schatten ganz am Ende vorbei huschen sehen... Da sind noch mehr. Ich kann 3 zählen, größe wie die Orgelpfeifen. Ansprechen ist schwer, stehen spitz oder hinter einem Busch. Das geht 2-3 min so. Ich setze mir einen Punkt der von der Entfernung etc. für mich in Ordnung wäre, sie tun mir aber nicht den gefallen und bleiben nur ganz am Ende der Schneiße. (Nicht weit zu. Nachbarn)

Sie ziehen weiter, ich kann sie noch hören, scheinbar sind sie auf nicht weit wo der Sitz früher Stand. Plötzlich schnaufen und scheres atmen, wie ich nach einem 1000m Lauf... Ok, da sind wohl Schweinerein im Gang...
Ein Reh sieht das ganz ähnlich, und macht sich schnell davon.

Weiter warten, hier und da knacksen, noch ein 2. Starkes Reh Wechselt über.
1Dtubde später, wieder Party im Dickicht... Da bewegt sich was auf mich zu. Plötzlich "Platsch", ok, die neben noch ein Vollbad auf dem Weg, keine 50m entfernt.

Jetzt geht es schnell, das erste Schwein geht über die Schneise, Frischling oder kleiner Überläufer... Verfolgen, aber es kommt nicht weiter über die 2. Also warten, da kommt noch ein 2. aus dem Vollbad durch die dickung, ich schwenke wieder Rüber, da reibt sich schon jemand kräftig am Malbaum. Das absehen geht ins Leben und und ich lasse fliegen.

Diesmal weiter vorne, auch wenn mit Wildbret Verlust zu rechnen ist. Die Grenze ist Nah, Neoprenanzug für die Gräben sind nicht dabei... Das Stück liegt an Ort und Stelle.

Kleiner Keiler,l 25-35kg. 308 Win. Federal Fusion 165 Grains. ~60m.

Es könnte Frolic oder Schnitzel sein, Frisur passt, größe würde auch gehen.
2 Schwarzkittel die bis in Frühjahr ohne Bache an die Kirrung kamen dann aber als es soweit war verschwunden sind.

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Ok, ist eigentlich kein Jagdbericht, passt hier aber wohl am ehsten...

Heut Abend hat mit der Bürgermeister beim Ausbau meiner Kühlzelle geholfen. Wie wir fertig waren, ham wir noch n bissle gequatscht und sind auch auf die Wärmebildtechnik gekommen. Er kennt das bislang nur von der Feuerwehr her, jagdliche Geräte kennt er nicht. Also hol ich meine aus dem Haus und wir spekulieren ein wenig in der Landschaft rum. Er glaubt mir nicht, dass man damit auch weiter schauen kann, und so gehen wir ums Haus und gucken mal über die Ortschaft hinüber. Auf nur einem Acker neben dem Gemeindewald sind über 30 Wärmequellen. das erscheint uns beiden selbst für das rehreiche Revier zu viel und auch das Bewegungsmuster (auf 1,5km) sieht nicht unbedingt nach Rehen aus. Kurzentschlossen fahren wir mit WBK auf der öffentlichen näher ran. Auf 3 bis 400 m parken wir an der Abzeigung in einen Feldweg und steigen aus.
Die WBK zeigt eine große Rotte von über 25 Sauen, die keine 30m neben der öffentlichen Straße ganz gemütlich auf dem Acker brechen. Weiter am Waldrand stehen etwa 10 Reh. Über uns der fast volle Mond und auch im Fernglas sind die Sauen klar zu erkennen.

Nach 5 Minuten fahren wir wieder heim und lassen dem Wild seine Ruhe. Der Schwenk im 360° Winkel hat sicherlich gut 50 Rehe gezeigt, allerdings standen davon gut die Hälfte in der benachbarten Gemarkung.
 
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PS: Ich hab weder vom Pächter noch einem seiner Mitjäger eine Handynummer um denen Bescheid zu geben. Auf Festnetz wollten wir mitten in der Nacht nicht anrufen und ggf. die ganze Familie aufzuwecken.
 
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Hallo,
nach einer Schwarzwildjagddurststrecke hatte ich endlich wieder Erfolg: Frischlingsbache 21 kg.
20:30 steht wie gezaubert eine Rotte (Bache plus 6 Frischling) rechts vor dem Drückjagdbock an der Landstraße auf dem 30m breiten Wiesenstreifen vor dem Feld.
Die Bache sichert zur Straße und ich muss noch mein Sytong anbringen, welches ich wg. -6 Grad in der Jackentasche wärme.
Als ich damit fertig bin, scheucht die Bache die Frischlinge schon rum und von der Straße weg und ich denke, dass ich nicht viel Zeit habe und schiesse sofort auf das erste freie Stücke. Dabei haut es mir das Sytong auf die Brille und ich bin etwas verwirrt…
Einpacken, den Drilling nachladen, Geräte verstauen und auf zum Stück…. Im verschneiten Gras kann ich keinen Anschuss zu finden. Die Kante zum Feld entlang auch nichts. Das Feld rechts hoch an den Schwarzdornhecken auch nichts entlang nichts… da will ich auch nicht wieder auf allen Vieren durch :-(
Das Feld abgeleuchtet….nix. Das Auge tut noch weh und mir schwant nichts Gutes.
Also etwas frustriert dem Jagdherren Bescheid gesagt, dass ich den Hund hole und ggf auf sein Angebot für Hilfe zurück kommen muss.
Nach Haus, umgezogen, Hund eingepackt und mit dem Toyota verso bis auf 100 m an den Anschuss… näher traue ich mich nicht - Schnee, bergab,…
Alles angezogen, Taschen zu… und ab geht die Post. Der Hund bekommt etwas Leine - vielleicht muss er sich nochmal lösen. Und ich müsste ja noch den Hang runter auf die Wiese zum Anschuss… Aber der Hund weiß schon längst was Sache ist. Er geht kurz mit der Nase runter, läuft 3 Meter und hebt die Nase und zieht Richtung Anschuss. Da liegt schon die Sau, ca 30 m vom Anschuss. . Etwas Bauchfell hat den Ausschuss verschlossen und ich kann auch keinen Schweiß Richtung Anschuss sehen… Hund glücklich, Foto fürs Album gemacht. Dann bringe ich schnell noch den Hund heim: minus 6 ist recht kalt für den Viszla um im Auto zu warten… bei 500 m Entfernung auch kein echter Aufwand…
Um 23:15 lasse ich einen schönen Jagdabend mit einem Kellerbier ausklingen
Wmh
Peter
 
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Waidmannsheil @ Jagdpeter

Bei mir hat es am Freitagmorgen um 1:30 mit einem Frischling als Geburtstagsgeschenk gepasst.
Durch den Frost könnte ich ab Mittwoch nicht mehr arbeiten, daher konnte man sich auf eine Nachtschicht einstellen.
Da die Sauen ziemlich pünktlich zwischen halb 1 und halb 2 an der Kirrung erschienen, Donnerstag um 23 Uhr los.

Warm eingepackt auf dem offenen Sitz eingerichtet und etwas vor mich hin gedöst, rissen mich die ersten Glückwünsche per Telefon aus meinen Träumen.
Die Sauen konnten man bereits vernehmen, um Viertel vor 1 zogen auch zwei Stücke an die Kirrung, waren aber sofort wieder verschwunden.
Die Zeit verging und so langsam bereitete ich mich auf den Heimweg vor, als dann doch noch eine Bache mit 3 Frischlingen erschien.
Nicht mehr lange gewartet und einen der Murkel beschossen, der Anschluss ließ auch gutes erahnen, trotzdem habe ich meiner Hündin den Spaß der Totsuche gegönnt.
Was ich in meiner Planung natürlich nicht bedacht hatte, der Wasserhahn auf dem Hof war angestellt und dadurch zog sich das Aufbrechen etwas in die Länge.

Bei einem wohlverdienten Bier, der Hund zufrieden schnarchend vor meinen Füßen, kam mir der Gedanke dass die Geburtstage doch jetzt häufiger so beginnen können.

Schönen Abend IMG_20221209_210243_448.jpg
 
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Nachdem ich die letzten Wochen nicht raus konnte und die Schweine jetzt doch ziemlich regelmäßig im Revier sind, hat es mich heut um 0Uhr gejuckt.

Um 22 Uhr schickt der JJ die ersten Bilder von der Kirrung "Bist du schon draussen?" Leider nicht. So ein Mist.

Der Jagdherr fährt dann selbst. Durch den harrschen Schnee hat ihn die Rotte längst gehört und ist auf und davon.

Um 0Uhr telefonieren wir kurz und er erzählt mir davon. Als ich um 00:30 im Revier ankomme, ja... ich hab etwas die Zeit verduselt :p... überlege ich was denn Sinn macht.

Ich laufe durch den verschneiten Winterwald zu einer Kirrung. Dort kamen die Sauen zweimal in der Nacht. Gegen halb 1 und um halb 3.


Ich sitze bis etwa 2:30 und nichts passiert. Die Glieder werden steif, die Beine schlottern.... also raus aus dem Sitz und bewegen. So pirsche ich noch etwas durch den Wald, über eine große Wiese, bis zum nächsten Tal. Der harsche Schnee bringt alles Wild sofort auf die Läufe. Einen Fuchs könnte ich schießen, doch bin ich ja eigentlich wegen den Schweinen da... Ernüchterung macht sich breit. Ich lasse den Fuchs in Ruhe und ziehe mich wieder zurück.

Wieder zum Auto und dann heim ins Bett?!

Ach komm, lauf nochmal am Auto vorbei und schau nochmal ins Tal übern Acker, sag ich mir. Wärmebild sei Dank ist das ja kein Problem.

Da sind doch zwei helle Punkte?! Oft steht hier Rehwild, aber im Hintergrund sind weitere weiße Fleckchen in der Schlucht hinterm Acker.

Ich pirsche im lauten Schnee nach unten. Jeder Schritt könnte einer zu viel sein. Unten steht eine Kanzel am Eck des Ackers. Diese ist mein Ziel.

Unten angekommen, nochmal abgeglast. Sehe nichts mehr. Scheisse... der Schnee war zu laut. Aber was solls, rauf auf die Kanzel. Oben, auf dem Plateu, den Pirschstock aufgestellt. Waffe in grobe Richtung aufgelegt und mit der Wärmebildkamera wieder geschaut. Da sind die beiden ja noch. Waren nur hinter einer Kuppe verdeckt. Beide schön den Weizenacker umgrabend mache ich das Wärmebildvorsatz an und schaue durch. Vergrößerung auf 4.

Ich sehe zwei Frischlinge um 25kg. Das passt. Die Rotte vergnügt sich noch in der Schlucht und die beiden stehen frei.

Da geht das Vorsatzgerät aus. Akkus schwach.... Maaaaaan... ich kann nicht zurück ans Auto...


Also mit der Hand-WBK geschaut bis die beiden passend stehen. Dann schnell noch mit dem restlichen Akku den Vorsatz an, aufs Blatt gehalten und BUMM. Kugelschlag, die Sau sackt um 03:18 Uhr an Ort und Stelle zusammen. Die zweite Sau rennt in die Schlucht. Gerumpel und Stille.

Ich warte noch ein paar Minuten und hole dann mein Auto. Gut, dass man bis auf 50m hinfahren kann. Die Wiesen sind gefroren. Da gibt's fürs befahren kein Ärger 😅


Beim herantreten sehe ich einen Frischlingskeiler der scheinbar beim Schuss nicht ganz sauber breit stand. Kugel ist auf dem rechten Blatt rein und links zwischen Teller und Licht ausgetreten.

27kg hat er aufgebrochen und ausser der rechten Schulter ist nichts kaputt.

Der Jagdherr wird sich freuen und ich warte jetzt noch 2 Stunden und gehe arbeiten.


Waidmannsheil 🌿
 
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Zeit für den Nachmittagsspaziergang mit dem Hund - ach, machen wir doch gleich eine Pirsch! Jagdsachen angezogen, Stummelrute vom DJT wedelt so gewaltig, daß sie wie ein Fächer aussieht.
Rucksack um, Gewehr ist drin und losmarschiert.
Versuchen wir es mit der Pirsch im Wald, die Sauen brechen den Waldboden systematisch um. Und besonders die wenigen Hirtenpfade, auf denen Spreu zusammengeweht ist und reiche Käferbesiedelung bietet.
Langsam steigen wir den Steilhang hoch, immer wieder pausierend, wenn mal eine lichtere Stelle im dichten Tannenbestand etwas weiteren Blick erlaubt.
DJT wird plötzlich ganz aufgeregt, es muß Wild in der Nähe sein. Nun geht es doppelt vorsichtig voran. Apache läßt grüßen.

(In Colorado schlich ich mal einen Apache-Ranch-Arbeiter an, der gemütlich in der Schubkarre ein Nickerchen machte. Sein Blick war nach unten zum Ranchhaus gerichtet, weil von dort der Boss kommen könnte. DAs würde er bei der staubtrockenen, mit reichlich Steinen durchsetzten Vegetation hören..
Ich kam von oben bis direkt hinter ihn. "Donnerwetter, das hat noch niemand geschafft" war sein überraschter Ausruf. Wir mußten beide heftig lachen, alles gut)

Lächelnd ob der Erinnerung, pirsche ich nun nach allen Regeln der Kunst hangauf, der DJT wird ganz kurz gehalten, da weiß er, daß er sich "benehmen" muß.

Da, ein Ast bricht vor uns und wenig später habe ich auf 50 m einen massigen, grauen Wildkörper in Anblick. Der Graukittel ist leicht als Keiler anzusprechen, er bricht konzentriert den Waldboden nach Insekten um.
Mein Vater sagte immer, Sauen seien die beste Waldpflege gegen Schädlinge, hier stimmt es wieder.

Nun steht er halbschräg, das paßt, das feine Duplex-Absehen steht vor dem Blatt, im Feuer der .270 Win, XRG 8,4 g aus der Merkel K 5 wirft er sich herum und flüchtet polternd hangab.
Nun bekommt der DJT sein Glöckchen umgehängt, wir schauen nach dem Anschuß - gut - reichlich Schweiß, also gleich Nachsuche.
Die ist leicht, immer wieder liegen Schweißtropfen und dunkle Brocken von Leber (der Schuß war ja schräg) im Waldboden. Immerhin hat das Stück noch 150m Todesflucht geschafft, dann stehen wir an einem gritzegrauen, ca. 5 j. Keiler von ca. 100 kg. Er hat es noch zu einer kleinen Lichtung geschafft - sauberes Gras für die rote Arbeit.

Und, freudige Überraschung, er hat reichlich Feist - auf dem Rücken drei Finger dick - und nur ganz diskreten rauschigen Geruch bei nahem "Beschnüffeln".
Dieses Jahr haben die Sauen kaum Weiß, es war zu trocken, weder Eichen-Buchen-Esskastanien-Mast; dieser Keiler ist eine hochwillkommene Ausnahme.

Welch schöne Schwarte, kurzes dichtes Haar mit reichlich Unterwolle gegen die Kälte auf 1.700 m Höhe, schon ein Pelz.
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"Borstenvieh und Schweinespeck" war doch mal ein populärer Operettenschlager, mir läuft das Wasser im Munde zusammen - ein feister Bergkeiler wird reichlich leckeres Essen geben - eine schöne Abwechslung nach mageren Gams.

Aber zuerst die Arbeit, es gibt ja keine Fahrwege, also aus der dicken Schwarte schlagen - sorgfältig, damit kein leckerer Feist verloren geht, dann zerlegen - und schließlich dreimal zum Haus und zurück laufen, um alles Wildbret, Haupt, Lunge etc. heim zu bekommen.
Zu Hause füllen sich drei Bottiche mit Wildbret - das kann 24 h wässern.
Uff, erst um 05h30 komme ich völlig fertig in die Falle...
Eine schöne Jagd, Danke.


2022-12-21 5 j Keiler prachtvolle Schwarte 2 MP.jpg
 

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