Schwarzwild 2022/23

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Junge Junge, das sind sie die Momente die ein Jägerleben prägen. Der ganze Landkreis ist in Aufruh und völlig unerwartet kommt der Koffer da anmarschiert. Irgendwas muss dran sein an den Keilersichtungen am Morgen im Frühsommer. Das ist vielen Jägern in meiner alten jagdlichen Heimat in Niedersachsen und SH ein mal im Leben passiert aber bei allen ist es aus diversen Gründen bei diesem einmaligen Anblick für die Stammtisch Geschichtsbücher geblieben aber du hast die Chance nutzen können.

Waidmannsheil
 
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Der Bursche kam mir heut in den Morgenstunden, gegen 5.00, beim Fuchansitz an den Wiesen.
Anhang anzeigen 194110
Bei bestem Licht natürlich gut als Keiler anzusprechen war die Entscheidung zum Schuß schnell gefallen und die 7x57r ließ den ordentlichen Schwarzkittel mit 102 Kilo nach etwa 60m verenden.
Donnerwetter! Kräftiges Waidmannsheil, so muss ein alter Keiler aussehen!!!
 
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Donnerwetter! Kräftiges Waidmannsheil, so muss ein alter Keiler aussehen!!!


Ja das stimmt.
Ich sitze immer neben ihnen nach der Erlegung, in aller Ruhe. Bei dem alten Kämpen besonders lange. Die Narben der Waffen seiner Gegner auf dem Schild wie Abzeichen.
Wie lange ihn seine Schläue die Schwarte gerettet hat. Auch bei uns war er oft im Revier. Hier die vorjährigen Rüben aus der Erde geholt, dort den Mais vom letzten Jahr aus dem Weizen. Und überall stand die starke Fährte.
Und an diesem einem Morgen nach all den Jahren verlässt ihn das Glück und ist mir hold, der mit keiner Silbe damit gerechnet hat, das ist Jagd.
Und dann sitz man daneben und schaut in die gebrochenen Lichter und muss zwangsläufig an den Löns denken " ...und das lichte Oog ward trüv."
Welch ein Privileg Jäger zu sein.
 
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Ja das stimmt.
Ich sitze immer neben ihnen nach der Erlegung, in aller Ruhe. Bei dem alten Kämpen besonders lange. Die Narben der Waffen seiner Gegner auf dem Schild wie Abzeichen.
Wie lange ihn seine Schläue die Schwarte gerettet hat. Auch bei uns war er oft im Revier. Hier die vorjährigen Rüben aus der Erde geholt, dort den Mais vom letzten Jahr aus dem Weizen. Und überall stand die starke Fährte.
Und an diesem einem Morgen nach all den Jahren verlässt ihn das Glück und ist mir hold, der mit keiner Silbe damit gerechnet hat, das ist Jagd.
Und dann sitz man daneben und schaut in die gebrochenen Lichter und muss zwangsläufig an den Löns denken " ...und das lichte Oog ward trüv."
Welch ein Privileg Jäger zu sein.
Sehr gut geschrieben
 
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24 Mai 2019
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Ja das stimmt.
Ich sitze immer neben ihnen nach der Erlegung, in aller Ruhe. Bei dem alten Kämpen besonders lange. Die Narben der Waffen seiner Gegner auf dem Schild wie Abzeichen.
Wie lange ihn seine Schläue die Schwarte gerettet hat. Auch bei uns war er oft im Revier. Hier die vorjährigen Rüben aus der Erde geholt, dort den Mais vom letzten Jahr aus dem Weizen. Und überall stand die starke Fährte.
Und an diesem einem Morgen nach all den Jahren verlässt ihn das Glück und ist mir hold, der mit keiner Silbe damit gerechnet hat, das ist Jagd.
Und dann sitz man daneben und schaut in die gebrochenen Lichter und muss zwangsläufig an den Löns denken " ...und das lichte Oog ward trüv."
Welch ein Privileg Jäger zu sein.
Nicht alle empfinden so wie Du und sind der echten Jagd derart verbunden ! Das zeigen alle Deine Beiträge mit Szenen von Revier und Hunden.
Es freut mich unbekannterweise sehr und ich sende mit gezogener Kapp ein herzliches Waidmannsheil !
Das Privileg sehe ich ebenso und man kann und muß es nicht Jedermann erklären...
 
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Offensichtlich wollen unsere Bauern den Rapsoilmangel heilen und bei uns ist das sowieso grösste Feld auch noch angrenzend mit Raps bepflanzt.
Grosstadtumfeld, d.h. um uns herum Städte, Strasse, immer Spaziergänger...
Paralell zur Bundestrasse (auf dem Bild rechts ) führt zwischen Feld und Bundesstrasse ein Weg, der in der Mitte eine Erhöhung hat. Dort ist der Sitz. Die Sauen wechseln vom gegenüberliegenden Wald (anderes Revier) parallel zum Weg im Geheck neben der Bundesstrasse an und wechseln dann über den Weg in den Raps... wenn sie nicht dort liegen bleiben.
Der neue Mitjäger meinte, wir müssen was machen und wir haben 2 Eichenstämme mit Birkenholzteer veredelt dort eingebuddelt. Alles sehr versteckt, da ja auch Besuch dort lang geht. Der Bauer und der Jagdherr konnten sich nicht auf eine Bejagungsschneise einigen - anderes Thema und nicht meins.
Seit 2 Wochen wird der Platz gut angenommen und letzte Woche bin ich jeden morgen hin (hoffte immer auf einen Bock - bin aber noch Schneider)
Dann Donnerstag und Freitag Gewitter... also nix... Sonntag abend raus. Die Sauen kamen mit dem letzten Licht, aber Ansprechen war wegen des Bewuchses des Weges nicht möglich. Daraufhin hat der Neue seinen Rasentrimmer geholt und den Weg mal geordnet. Der Mann ist in Rente und macht echt was weg - top.
Und gestern abend durfte ich als erster raus.
Um 21:30 kamen die Sauen, erschraken wegen dem fehlenden Grass und sind in den nicht frei gemachten Teil geflüchtet. Dann aber nach sehr viel hin und her sind sie doch noch raus und ein 30 kg Keiler bekam eine Blaser cdc 7 64 (bleifrei) hinter das Blatt in die Kammer. Der Keiler drehte sich im Kreis und verschwand im Raps. Durchschuss. Am Anschuss Lungenschweiss und vor mir ein 160 hoher Raps Urwald, ein Dickicht, eine grüne Hölle...

Also habe ich den Mitjäger angerufen: da gehe ich nicht alleine rein. Er hat sofort zugesagt und ich habe den Hund geholt. Dieser wusst sofort was los war und klagte schon in typischer Viszla Art an der Tür als ich der Angetrauten kurz Bericht erstattete...
20 Minuten später standen wir am Anschuss und ich lies den Hund mal schauen. Nach kurzer Zeit zur Begutachtung habe ich ihm den Schweiss vor die Nase gehalten und ihn freundlich aufgefordert, doch bitte nur die Sau zu suchen und nicht alles andere, was hier so spannenend ist.
Wie auf Schienen und für mich ein vollkommener Blindflug ging es los. Er ist direkt drauf zu und da wo sie geschlegelt hatte, war eine kleine "Lichtung".
Die Sau war nur 25 m in den Raps... ohne Hund hätten wir die aber nie und nimmer gefunden. Selbst die 15 m waren eine elendige Quälerei, vor allem mit der Schleppleine (Bundestrasse nebenan!!)
Jetzt werden wir eine Woche warten und dann dort weiter machen... es sind noch 3 aus dem Trupp dort :)
wmh
PeterFeld.jpg (das Foto ist schon 3Wochen alt - da blüht nix mehr)

P.S.: wenn wir die Sau nicht direkt gefunden hätten oder ich Zweifel am Schuss gehabt hätte, wäre ich nicht da rein... da war aber eine klare Totsuche. Die mache ich auch Nachts bei Überläufern diese Kalibers. Und ich hatte mir aber selbst die Begrenzung von 50 Metern gegeben. Tiefer wäre ich da nachts nicht rein.
 
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@Fuhnejäger
mein kräftiges WH.

ein Bild des ausgelösten Gewaffs wäre wünschenwert.



Hier das Bild des Gewaffs. Muss noch gefüllt werden und aufs Brett.
20220528_184601.jpg
19,5 und 20cm Gewehrlänge.
Nach der Altersberechnung anhand des Unterkiefers dürfte er mindestens 7 Jahre sein.
20220528_184419.jpg
(Unterkieferbreite 71mm, Eckzahnveole 2,8mm, Zahnhöhe M1 7mm)
20220528_184408.jpg
Auf alle Fälle war er laut der Zähne kein Frischling mehr.
 
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So sieht das Gewaff eines alten Keilers aus, nochmals ein kräftiges Waidmannsheil! Die sich hinten verjüngenden Haderer sagen alles.
Nicht besonders lang oder breit für sein Alter, aber ein sehr ordentlicher Keiler. Und ohne Fehler, die Abzüge bringen und mit toll gefärbten Haderern! Hast Du ihn ausgepunktet?
 
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Kräftiges Waidmannsheil!
Ein sicherlich einzigartiges Erlebnis!
Klasse Texte die Du dazu geschrieben hast, vielen Dank für's einstellen!

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
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Ein schöner Abend, bin eine Stunde bergauf gekraxelt und habe mich an einen Felsen gesetzt, der guten Einblick auf eine einsame Wiese im Wald bietet. Man kann durch den Wald auf der abgewandten Seite unbemerkt auch später den Platz erreichen.

Im Fels ist eine Einkerbung, daß man bequem drin sitzen kann.

Beim vorsichtigen Besetzen dieses Platzes äsen schon sechs Gams auf 110 Meter im oberen Teil.

Das Problem ist, unbemerkt mit der DJT-Hündin die letzten zwei Meter gaaaaanz langsam zurück zu legen.

Bewegungen werden vom scharfäugigen Wild sofort wahr genommen.
Alter Keiler Ansitz mit Lea 2 MP.jpg

Uff, ist gelungen, die Gemsen äsen friedlich weiter.

Ich genieße den schönen Abend und hoffe auf einen Rehbock. Hier oben habe ich schon mehrfach starke Rehböcke in Anblick gehabt, konnte aber nie zu Schuß kommen.



Oh je, vier hoffnungsvolle Gams-Jährlinge toben herunter und jagen sich auf 50 Meter unter mir.

Das ist definitiv zu viel für den passionierten DJT. Er bekommt seinen Anfall von AHDS, winselt und hopst auf dem Schoß, will unbedingt die Chance wahr nehmen und Gams hetzen.



Also mit der Hand die Tarnkappe runter ziehen, Fang zu halten, so kann ich die Hündin bändigen.

Von unten rauscht der tosende Wildbach und überdeckt ihr Spektakel...



Gott sei Dank springen die Gams wieder nach oben ab und verschwinden bald im Wald.

Da, eine alte gritzegraue Ricke zieht vorsichtig oben aus dem Wald. Ob ein Bock folgen wird?

Ich baue den famosen Carbon Ziel- und Bergstock Ultralight Silent auf - mit dem 150mcm langen Vierbein kann man bequem und pickelfest die Waffe vom Bodensitz aus auflegen.

Die Ricke äst eine Weile und verschwindet überriegelt, meine Spannung läßt langsam nach.



Da, ein roter Wildkörper schiebt sich aus dem rechten Kiefernhorst - ach, "nur" ein Schmaltier. Wie schön, es zu beobachten.

Auch dies ist bald wieder überriegelt.

Ein schöner Abend!

Döse vor mich hin und schaue immer wieder auch nach unten.



Donnerwetter, was ist das? Auf 80 m wechselt um 21h15 ein Stück Schwarzwild aus und zieht langsam auf mich zu!

Der Hund auf dem Schoß ist versteinert; das Glas zeigt blitzende Waffen und einen massigen hellgrauen Körper.

Langsam hebe ich die führige Merkel K 5 - den Zielstock brauche ich auf die kurze Entfernung nur als seitliche Stütze. Der Hund auf dem Schoß rührt sich nicht und stört nicht beim in Anschlag gehen.

Als der Keiler kurz halb breit steht lasse ich die Barnes XLC 130 grn in .270 Win fliegen - satter Kugelschlag, der Keiler fällt im Schuß, kommt nach Sekunden wieder hoch und torkelt zum Rand der Wiese.

Oh je - wenn er ihn erreicht, wird es hart für mich. Der Hang fällt dort 60 Meter steilst ab. Da habe ich Schwerstarbeit vor mir, ihn zu bergen.

Erleichtert sehe ich den Keiler einen Meter vor der Kante fallen und schlegeln. Ich habe inzwischen nachgeladen, der zweite Schuß ist aber nicht nötig.

Später sehe ich, daß die Kugel vor dem linken Blatt traf und vor der rechten Keule wieder austrat.

Schnell die Siebensachen zusammengerafft - der DJT ist nun völlig verrückt - Keiler in Anblick, Schuß, Keiler schlegelnd am Boden, das ist zuviel für die Passion auf vier Pfoten...

Der Abend wird lang: Aus der dicken Schwarte schlagen, komplett ausbeinen, das Wildbret in den Rucksack, das sauschwere Haupt und K 5 vorn an die Brustgurte gehängt und laaaangsam über Stock und Stein heimwärts gewankt. Verdammt grenzwertig - gut, daß es ein Berg-Keiler mit nur ca. 80 Kilo war, da bleibt als schieres Wildbret nicht so viel übrig. Immerhin habe ich auch die Lungen fürs Hündchen mit eingepackt.

Egal, um 01h bin ich ziemlich fertig und pitschenaß geschwitzt daheim. Die nächsten beiden Tage wird Jagdpause und Erholungsphase sein!

Welch Abend, das ist nun das vierte Hauptschwein bei Tageslicht bei der Pirsch oder improvisiertem Bodenansitz in dreißig Jahren in diesem Revier !

Nach Zahnabschliff und einfachem Herausschieben der Waffen nach hinten aus dem Unterkiefer schätze ich ihn auf 15 Jahre.

Das Wildbret wird zu leckerem Gehackten verarbeitet - das gibt leckere Kartoffel-Gehacktes-Aufläufe...

Alter Keiler.jpg

Alter Keiler  Haupt 2 MP.jpg

Alter Keiler Schädel 2 MP.jpg

Alter Keiler Unterkiefer Waffen 2 MP.jpg
 
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