Schwarzwildbejagung Crahskurs, was gibt es zu beachten?

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#31
Der Treadstarter hat geschrieben das die Sauen bei ihm Wechselwild sind - also im eigenen Revier keinen Einstand haben.
Da wäre mein Tipp zuallererst mal die Reviergrenzen ablaufen und schauen von wo die Sauen kommen. Es sind meistens die gleichen Wechsel die benutzt werden.
Dann an exponierter Stelle schauen wie der Wind ist - bei uns z.Bspl. ist die Hauptwindrichtung Südwest, ist aber von Revier zu Revier unterschiedlich.
Dann an einer guten Stelle, unter Wind, eine Leiter stellen und am Wechsel eine Wildkamera hin hängen.
So hat man erst mal eine Übersicht ob große Rotte, Überläufertruppe, führende Bache mit Frischlingen....
Nach etwa zwei bis drei Wochen kannst du dann schon mal grob abschätzen wann und aus welcher Richtung wer anwechselt.
Dann zuerst sitzen, sitzen, sitzen. Hat den Vorteil man sieht und hört die Sauen kommen, kann sich in Ruhe fertig machen, Puls runterfahren und hat eine Auflage für einen sicheren Schuß.
Als Jungjäger würde ich im Bestand das Pirschen erstmal vermeiden.
Pirschen lernen geht am ehesten draußen im Feld. Wenn das klappt und vorausgesetzt man kennt sein Revier wo man jagt dann macht es auch Sinn im Bestand zu pirschen. Hier - pirschen stehen ist besser als pirschen gehen.
Also immer wieder stehen bleiben (ruhig ein paar Minuten) hören und den Wind beachten. Ein guter "Vormelder" ob Sauen im Anmarsch sind ist einmal das tschackern der Amseln und das Schrecken des Rehwildes.
Und immer wieder wichtig - der Wind. Meistens dreht oder küselt er im Bestand oder selbst an der Waldkante völlig anders als draußen auf weiter Flur.
Und - auch entgegen der oft verbreiteten Meinung (auch hier im Forum) wenn du von klein nach groß schiesst kannst du nichts verkehrt machen. Nichts ist schlimmer als auf eine größere Sau zu schießen und dann liegt eine führende Bache deren Frischlinge du im Gras oder Bodenbewuchs nicht gesehen hast. Ist in größeren Rotten manchmal recht schwer die Frischlinge den Bachen zuzuordnen bzw. umgedreht. Lieber auf Nummer sicher gehen.
Unser Wild sind Lebewesen und keine Übungsobjekte!

Gruß der olle pudlich
 
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#32
Und noch einen Tipp zum Ansprechen: wenn du dir nicht sicher bist das es Sauen sind, sind es auch keine! Da kann man sich noch so sehr das Fernglas ins Gesicht drücken und versuchen noch 10 cm weiter nach vorne zu beugen. Sonst guckst du Ewigkeiten irgendwas an um dann irgendwann festzustellen das es doch wiedermal weit entferntes Rehwild war.............
 
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#33
Und noch einen Tipp zum Ansprechen: wenn du dir nicht sicher bist das es Sauen sind, sind es auch keine! Da kann man sich noch so sehr das Fernglas ins Gesicht drücken und versuchen noch 10 cm weiter nach vorne zu beugen. Sonst guckst du Ewigkeiten irgendwas an um dann irgendwann festzustellen das es doch wiedermal weit entferntes Rehwild war.............
Oder ein Erdklumpen oder was anderes.
Wenn man lange genug ansitzt wird jeder Schatten zur Sau.

Wegen Geräusche muss man differenzieren ob sie anwechseln oder im Gebräch stehen.

Wenn sie anwechseln sichern sie und ein zu lautes entsichern macht sie stutzig und vergrähmt sie ggf.
 
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#34
Ja auch das kann passieren und so der eine oder andere ließ sich schon verleiten und erlegte Baumstümpfe, Maulwurfshügel oder wie ich einen frischlingsgroßen Feldstein der so aussah wie ein Frischling im Gebrech stehend, am Rande einer Rotte🙈 wenigstens waren da vorher Sauen, ich habe mich erst gewundert warum das so komisch pfiff nach dem Schuss! Ich hab mich richtig verjagd als ich festgestellt habe warum das passiert ist! Zum Glück alles gut gegangen, der Stein war am Abend vorher noch nicht dort und muss bei der Feldarbeit am Tage hochgekommen sein, direkt daneben ein Maisfeld.............
 
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#35
wie ich einen frischlingsgroßen Feldstein der so aussah wie ein Frischling im Gebrech stehend, am Rande einer Rotte🙈 wenigstens waren da vorher Sauen, ich habe mich erst gewundert warum das so komisch pfiff nach dem Schuss! Ich hab mich richtig verjagd als ich festgestellt habe warum das passiert ist! Zum Glück alles gut gegangen, der Stein war am Abend vorher noch nicht dort und muss bei der Feldarbeit am Tage hochgekommen sein, direkt daneben ein Maisfeld.............
Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein und ich hätte selbst mal fast ein Stück Rehwild gestreckt weil es teilweise hinter einer Bodenwelle im dunklen nach Fuchs aussah....

Dennoch bin ich manchmal erstaun worauf bzw. bei welcher Sicht manche hier noch abkrümmen. Ich hätte viel zu viele Bedenken, dass auf einmal Wildkatze, ein entlaufener Hund oder sonstwas gestreckt dort liegt.
 
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#36
Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein und ich hätte selbst mal fast ein Stück Rehwild gestreckt weil es teilweise hinter einer Bodenwelle im dunklen nach Fuchs aussah....

Dennoch bin ich manchmal erstaun worauf bzw. bei welcher Sicht manche hier noch abkrümmen. Ich hätte viel zu viele Bedenken, dass auf einmal Wildkatze, ein entlaufener Hund oder sonstwas gestreckt dort liegt.
Ich bin eigentlich eher vorsichtig beim Abdrücken und lasse im Zweifelsfall lieber den Finger gerade, aber in der Situation Rotte Sauen mit Frillis um 15 Kg einer steht frei und breit etwa einen Meter abseits, ganz ehrlich wer hätte das nicht beschossen? Für mich gab es vorher keinen Zweifel, zumal der Stein am Tag zuvor auf den Stoppeln noch nicht da war............ ein junger Ducktolling Retriever hat mal nem Fuchs das Leben kurz gerettet, der Fuchs hatte die Farbe des Hundes und der Hund keine Weste, ich sah nur einen Teil des Körpers nämlich Blatt und etwas vom Bauch, da ich unsicher war ob der Hund nicht gerade da steht, ließ ich ihn durch da wo ich ihn das nächste mal sah war kein Schuss mehr möglich und der Nachbar gab ihm Schrot aus dem Drilling!
 
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#37
Was mich bei Schwarzwildliteratur etwas stört ist, dass sich jedes, aber wirklich jedes Buch, das ich bisher zum Thema in den Händen hatte, zu etwa 60 % mit der Biologie beschäftigt, dann noch zu 30 % mit Verhalten und nur zu ca. 10 % mit der tatsächlichen Jagd. Klar gehört das alles zusammen, weil es ein Gesamtbild ergibt, mit dem man dan etwas anfangen kann, ich würde allerdings Literatur begrüßen, die ich nicht schon zu 3/4 kenne...

Bei uns sind die Sauen da, man kommt aber kaum an sie ran, weil die Einstände zum Großteil nicht im Revier liegen und die drei, die drin sind aufgrund ihrer Beschaffenheit ohne Hund nicht gearbeitet werden können. Im Grunde heißt das bei uns, Glücksansitz auf Bummelsauen, die das erste Büchsenlicht erwischen oder welche, die im Scheinwerferbereich der Großbaustelle durchhuschen...

Nächstes Jahr bild ich mir nen Hund aus...
 
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#38
Was mich bei Schwarzwildliteratur etwas stört ist, dass sich jedes, aber wirklich jedes Buch, das ich bisher zum Thema in den Händen hatte, zu etwa 60 % mit der Biologie beschäftigt, dann noch zu 30 % mit Verhalten und nur zu ca. 10 % mit der tatsächlichen Jagd. Klar gehört das alles zusammen, weil es ein Gesamtbild ergibt, mit dem man dan etwas anfangen kann, ich würde allerdings Literatur begrüßen, die ich nicht schon zu 3/4 kenne...

Die Autoren schreiben das vielfach einfach ab. Eigene Erfahrungen und Tipps und Tricks sind rasch erzählt und füllen eher ein Forumsbeitrag als ein Buch.

Bei uns sind die Sauen da, man kommt aber kaum an sie ran, weil die Einstände zum Großteil nicht im Revier liegen und die drei, die drin sind aufgrund ihrer Beschaffenheit ohne Hund nicht gearbeitet werden können. Im Grunde heißt das bei uns, Glücksansitz auf Bummelsauen, die das erste Büchsenlicht erwischen oder welche, die im Scheinwerferbereich der Großbaustelle durchhuschen...

Nächstes Jahr bild ich mir nen Hund aus...
Und nachdem Du das dritte Mal Deinen Wauwi in die Einstände gejagt hast, werden die Sauen dort ganz sicher auch noch ein viertes oder fünftes mal einziehen...;).
Nein, im Ernst: Damit hast Du vielleicht einmal Erfolg aber sicher nicht dauerhaft.
Versuche besser, Dein (Schwarz-)wild lesen zu lernen. Abgehen der Wege und Spuren und Wechsel finden. Nicht nur der "Keiler hält den Wechsel", sondern auch die Rotte hat selten Lust sich jeden Abend etwas neues einfallen zu lassen. Das machen sie nur, wenns irgendwo nichts mehr zu holen gibt oder Du sie dazu zwingst indem Du überproportional Druck machst.
Neben dem "Lesen" des Wildes durch sorgfältiges Abfährten bei bestem Büchsenlicht kannst Du Sauen auch lenken - hierzu zur Not eine oder zwei Kirrungen anlegen (ggf auch mal mit
Maggi o.ä. etwas Attraktion schaffen) und vor allem aber mit Buchenholzteer, ggf einer Suhle etc arbeiten und anhand der zurück gelassenen Zeichen, Dein Schwarzwild verstehen, wann die wo waren, was sie abends zuerst machen etc. Auch Fotofallen helfen da gut.

Und nicht gleich an der Kirrung gleich die erste Sau auf die Schwarte legen - am nachhaltigsten ist es, sich auf den Wechseln zum Kirrplatz oder noch besser zu Suhle oder Buchenholzteer-Stamm anzusetzen und den Lenkungseffekt der Kirrung zu nutzen.

Um das Verhalten von Sauen zu verstehen, kann man auch mal in der hoch interessanten Literatur von Heinz Meynhardt blättern. Einige seiner Werke sollten heute noch zu bekommen sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Meynhardt

 
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#39
@Black Grouse :

Das ist mir schon klar. Das mit den Einständen war auch mehr ironisch gemeint und eine vielleicht etwas kindische Reaktion darauf, dass das "Lesen lernen" sich nicht sonderlich einfach gestaltet.

Im Moment bin ich einfach etwas frustriert. Ich hatte letztens zum Beispiel eine frisch genutzte Suhle gefunden. Daraufhin hab ich die Suhle selbst und den Wechsel 4 Wochen lang mit einer Kamera überwacht und es war nur Reh und Fuchs drauf.

Im Sommer hatten wir eine Rotte im Hag neben dem Mais drin. Ich weiß nicht, wie oft wir an denen vorbeigegangen sind, ohne sie zu bemerken, weil sie von der Maisseite rein sind. Erst nach der Ernte hat man die Zugänge gesehen. Der Hund hätte das jetzt zum Beispiel spitzgekriegt.

Im Moment bleiben einfach die Erfolge aus, aber aufgegeben wird nicht. :D
 
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#40
@Black Grouse :

Im Sommer hatten wir eine Rotte im Hag neben dem Mais drin. Ich weiß nicht, wie oft wir an denen vorbeigegangen sind, ohne sie zu bemerken, weil sie von der Maisseite rein sind. Erst nach der Ernte hat man die Zugänge gesehen. Der Hund hätte das jetzt zum Beispiel spitzgekriegt.

Im Moment bleiben einfach die Erfolge aus, aber aufgegeben wird nicht. :D
Das kenne ich nur zu gut, letztes Jahr hat es sich eine Rotte Sauen regelmäßig nachts bei einem großen Futtersilo mit Maissilage gut gehen lassen. Der Landwirt wollte nicht absperren, weil er meinte, wir sollten dort besser Sauen schießen, was nett gemeint war und auch einige Male im Verlauf des Winters und Frühjahrs gelungen ist. Übrigens war das ziemlich selbstlos, denn die Rotte hat den Silage Bereich bei ihren Besuchen soweit umgebrochen, dass Regen Teile der freiligenden Maissilage verderben konnte (und die Rinder das Zeugs dann nicht mehr annehmen wollten).

Ich habe mir damals den Kopf zerbrochen, von wo die Sauen anwechseln. In den umliegenden drei Feldgehölzen war, entgegen vorheriger Jahre, nichts. Fährten fand man mal hier und dort aber keinen wirklich vielversprechenden Wechsel und ich dachte mir schlussendlich, dass die aus dem Nachbarrevier und über die Bundesstrasse wechseln.

Bei der ersten Maht im Jahr, rief der Landwirt aufgeregt an - "sooo viele Schweine" im Gras. Ich war grade unterwegs und informierte dann unseren "wilden Ungarn", der dann wirklich auch zwei bereits sehr wohl genährte und für die Jahreszeit sehr große Frischis strecken konnte. Die betroffene Wiese, die zumindest im Mai dann als Einstand diente, war knapp 200m vom Mais entfernt und mir ist es bis heute völlig schleierhaft, wie die Sauen durch die Wiese das Silo anwechseln konnten, ohne ein entsprechendes Fährtenbild oder einen Wechsel zu hinterlassen. Ich vermute, dass es wohl durch einen Graben ging, der Wasser führte und die Rotte muss dort lang Richtung Silo gezogen sein. Jedenfalls kam ich mir ziemlich blöd vor.
Hatten eigentlich überlegt, die Wiese mit den Hunden, so wie wir das meist machen vor der Mahd, nach Kitzen abzusuchen. Was wäre das für eine Überraschung gewesen, wenn wir da statt zarter Kitze auf die Rotte gestossen wären.

Was soll es denn für ein Hund werden ? Wachtel ? Teckel ? Terrier ? Du könntest damit eine lustige Diskussion im Hundeforum los treten ;)

WmH auf allen Wegen !
 
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#42
Oder ein Erdklumpen oder was anderes.
Wenn man lange genug ansitzt wird jeder Schatten zur Sau.

Wegen Geräusche muss man differenzieren ob sie anwechseln oder im Gebräch stehen.

Wenn sie anwechseln sichern sie und ein zu lautes entsichern macht sie stutzig und vergrähmt sie ggf.
Wir haben eine Kirrung,an der ein an sich stinknormaler Eichenstubben langsam vor sich hin fault.Bei Mond oder Schnee hat er die Umrisse und Proportionen eines Überläufers.
Mit Vorliebe bekommen Revierfremde diesen Platz zugewiesen und trotz Hinweis auf den hölzernen Kameraden wird er mit schöner Regelmäßigkeit erlegt-teilweise auch mehrfach hintereinander.
 
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