Schweissarbeit-Ausbildung

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#1
In Anlehnung an die unter Jagdpraxis gestellte Frage: Was riecht ein Hund, würde mich hier mal Eure Meinung zur Hundeausbildung in Sachen Schweissarbeit interessieren. Ich habe meinen Teckel sowohl mit Fährtenschuh, als auch mit Tupf- und Spritzfährten ausgebildet. Meine Weimaranerhündin arbeite ich zur Zeit mit Spritzfährten ein, da sie zur VGP im nächsten Jahr ja genauso laufen muss. Auch die VSWP beim JGHV ist ja meist mit Spritz- oder Tupffährte gelegt. Generell leuchtet mir jedoch die Arbeit mit dem Fährtenschuh mehr als praxisnah ein, da es sicher genügend Nachsuchen gibt, wo Schweiss Mangelware ist. Ok, die Schwierigkeit, dass Schalen, Schweiss und Decke/Schwarte von ein und demselben Stück sein sollten sehe ich wohl ein, doch ist für die Praxis die Einarbeitung mit dem Fährtenschuh meines Erachtens besser. Aber wie gesagt, ich bin gespannt, wie andere Hundeführer das sehen.
Mit schweissarbeitsfanatischen und diskutierfreudigen Grüssen
 
A

anonym

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#2
Hallo Jochen,

bisher keine Antworten zu diesem interessanten Thema - komisch.

Ich habe beides bereits intensiv gearbeitet - Schweiß, getupft oder getropft, und Schweißfährten mit Fährtenschuhen. Seit ca. 3 Jahren arbeite ich nur noch mit Fährtenschuh und verwende wenig Schweiß (< 0,1 ltr / 1000 m), den ich vorwiegend in Wundbetten oder Tropfbetten oder als Verweiserpunkte einsetze.

Ich denke, daß diese Arbeit viel praxisnäher ist. Denn bei den meißten Nachsuchen, die ich durchführe, fehlt - selbst bei guten Schüssen - häufig der Schweiß ganz und gar oder wird zunehmend weniger bis er schließlich ganz ausbleibt.

Der wesentliche Unterschied liegt aber in der Ausbildung zum Verweisen. Ein auf einer getropften oder getupften Fährte, auf der praktisch nach 0,5 oder 1 Meter der nächste Tropfen liegt, wird man zwangsläufig jedem Hund das Verweisen aberziehen.

Ein parallel zur Fährte mit Fährtenschuh auch im Verweisen ausgebildeter Hund ist dagegen Gold wert, wenn bei der Nachsuche die Pirschzeichen immer weniger werden oder ganz ausbleiben. Diese Hunde halten eine solche Fährte immer noch, und wenn man dann nach 500 Metern von seinem Hund ein Tröpfchen Schweiß oder ein Stückchen Schwarte gezeigt bekommt, weiß man den Kollegen vorn am Schweißriemen richtig einzuschätzen.

Borngräbers "Die Schweißarbeit" sollte einfach Pflichtlektüre sein, nicht nur bei Nachsuchenführern. Meine Devise lautet: So praxisnah wie möglich, denn dafür bilden wir die Hunde schließlich aus.

Viele Grüße und Waidmannsheil

Uwe
 
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#3
Hallo Uwe, wie bereits in meiner Frage angedeutet, bin ich totaler Fan von Borngraeber und seinen Methoden. Es ist nur leider immer noch bei den VGP-/VSWP-Hunden nicht die übliche Methode. So bin ich mir zur Zeit echt unsicher, ob ich meine Weimarnerhündin vor den Prüfungen mit Tupf/Tropffährte bereits jetzt mit dem Fährtenschuh einarbeiten soll? Sicher, Deine Ausfertigungen sehe ich auch so, nur wie gesagt, wie sieht das dann mit der Prüfungssituation bei getupften oder gespritzten Fährten aus.
Waidmannsheil und Ho Rüd Ho
 
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#4
Den Fährtenschuh hat schon Oberländer beschrieben. Dass er sich auf Prüfungen nicht durchgesetzt hat, ist sehr bedauerlich. Wenn man sich allerdings vorstellt, als Sonderrichter Schweiß 10 VGP-Fährten mit Fährtenschuh legen zu müssen, hat man sicherlich keine Lust, diesen Posten zu übernehmen. Bleibt zu hoffen, daß die Prüfungsordnung von dem Postulat, dass alle Rotfährten von EINEM Richter gelegt werden müssen, bald befreit wird. Außerdem müsste wenigstens die jetzt vorgeschriebene Schweißmenge von 1/4 Liter auf 400 m erheblich reduziert werden. Das ist ja schon nicht mehr Schweiß spritzen, sondern Schweiß gießen. Horuedho!
 
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#5
Hallo Ruedemann,
ich denke der Grund dafür dass sich der Fährtenschuh noch nicht durchgesetzt hat ist nicht nur der Aufwand für den Fährtenleger sondern auch die Tatsache dass er nur Sinn macht, wenn sowohl die Schalen, der Schweiss und die Decke/das Stück am Ende von einem Stück stammen. Dadrin sehe ich zur Zeit bei der Anzahl der VSWP und VGP Teilnehmer noch die Problematik.
Waidmannsheil und Ho Rüd Ho
 
A

anonym

Guest
#6
Hallo Jochen,

ich kann Deine Unsicherheit gut verstehen. Ich würde Dir empfehlen, "zweigleisig" vorzugehen. D.h. den Hund so auf die Prüfung vorbereiten, wie es in der jew. PO gefordert und damit geprüft wird. Sobald Du die Prüfung(en) in der Tasche hast würde ich den Hund konsequent und nur noch auf der Fährte mit Fährtenschuh arbeiten (denn für die Praxis wollen wir ihn ja haben, nicht nur für die Prüfung).

Ich halte es für sehr wichtig, daß Schweiß, Verweiserstücke, Schwarte/Decke, Schalen alles von ein und demselben Stück ist. Ich habe schon einige Hunde bei der Einarbeitung gesehen, die - obwohl sie längst am Ende angekommen waren - immer noch weiter gesucht haben, da sie das zur Fährte zugehörige Stück noch nicht gefunden hatten. Für den Hund sicherlich eine verwirrende Angelegenheit, die man in der Einarbeitung unbedingt vermeiden sollte.

Die Problematik des "Fähretenlegens" mit dem Fährtenschuh sehe ich nicht so problematisch. Ich habe bestimmt schon 15 verschiedene Fährtenschuhe ausprobiert. Der praktischste und von der Schalenstellung natürlichste Fährtenschuh ist meiner Meinung der Aluminiumschuh der Fa. SFA (Sicherheit für Alle).

Interessantes Thema, über das man sicherlich stundenlang reden könnte, aber jetzt soll´s erst mal genügen.

Gruß und Waidmannheil
Uwe
 
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#7
Waidmannsheil Braveheart. Gib doch bitte mal Einzelheiten über den Alu-schuh bekannt. Bezugsquelle, Preis , Gewicht etc.
Ruedemann.
 
A

anonym

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#8
Hallo Ruedemann,

habe leider hier nicht alle Details auf Lager, versuche trotzdem Deine Frage zu beantworten. Bin übrigens nicht verwandt oder verschwägert, profitiere in keinster Weise davon, gebe nur etwas von meinen Erfahrungen preis.

Die Firma heißt Sicherheit für Alle (GmbH?). Ein Herr von Wickede, eigentlich immer auch auf den Jagdmessen, ist der Ansprechpartner. Die Alu Schuhe werden mit einem Zurrband unter den Jagdstiefel geschnallt, man muß also kein weiteres Paar Stiefel mit sich rumschleppen. Die Schale ist praktisch hinter dem Fuß befestigt, so daß sie eine relistische Bodenverwundung wie beim Wild erzeugt - m.E. bei fast keinem anderen Fährtenschuh so, auch nicht bei Borngräber.

Der Preis liegt etwa bei 150,-- - 160,-- DM, lohnt sich aber, da man mit diesen Dingern gut laufen kann und nicht jeden Moment mit einem Bänderriss rechnen muß. Ich "reviere" in Nordhessen mit vielen Schluchten und ordentlichen Bergen, auch hierbei ist das Laufen mit diesen Schuhen kein Problem. Das Gewicht ist relativ gering, da Aluminium.

Ein Vorteil: Die Befestigung der Schale kann mittels Schlüssel ohne Probleme erfolgen (auch große Schalen) und man muß nicht erst einen Fortgeschrittenen-Kurs in Schnitzarbeiten besucht haben, um die Schale unter den Schuh zu montieren.

Noch ein großer Vorteil: Im fortgeschrittenen Ausbildungsstadium kann man den Finderwillen des Hundes auf die Probe stellen, in dem man 20, 30 Meter auf den Zehenspitzen geht, ohne eine Bodenverwundung mit den Schalen zu erreichen. Bei anderen Schuhen müßte man umständlich die Schuhe wechseln.

Zu SfA: In den letzten Ausgaben von Wild und Hund war m.W. auch eine Anzeige des Unternehmens abgedruckt, vielleicht kann Sven Helmes dazu Auskunft geben, ansonsten liefere ich die Anschrift morgen nach.

Gruß und Ho Rüd Ho

Uwe
 
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#9
Hallo Ruedemann,
der Vertreiber des genannten Fährtenschuhs ist derselbe, der auch das Patent der BODO-Bänder hat. Sitzt irgendwo in der Nähe von Bispingen. Auf der Messe in Hamburg am kommenden Wochenende (1./2. 12) ist er auch mit einem Stand vertreten.
HoRüdHo
 
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#10
Hi,

die SFA Fährtenschuhe, die ich für die Besten halte, gibt's zwischenzeitlich auch bei Kettner und/oder Frankonia und Alljagd.

Ho-Rüd'-Ho
 

steve

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#11
@ Carpenter: Bin gerade über diesen älteren Thread gestolpert und hängen geblieben. Wie ist es denn gelaufen? Hast Du mit dem Fährtenschuh geübt und dann die VGP gemacht?

Diese Frage habe ich mir auch des öfteren gestellt:
Und verursachen wir mit Normalstiefeln nicht ausreichende Bodenverwundungen, wenn wir durch Moos oder modriges Laub gehen?
 
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#12
Wir haben die VGP erfolgreich gemacht. Habe mir aber Fährtenschuhe gekauft.
Für mich hat sich am wichtigsten rausgestellt das der Hund weiß was er in der jeweiligen Situation machen soll. Daher im Konsequent das ganze Programm mit Geschirr, Suchenleine usw. durchziehen.
So kann er jetzt gut unterscheiden zwischen Niederwild (Niederwildnachsuche,Frei verloren, etc.) und Arbeit wo der Lange hinten am Band mit dranhängt und es daher langsamer gehen muss.
 
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steve

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#13
Danke für die Antwort. Hast Du denn gemischt geübt; also mal mit Fährtenschuh und mal getupft/gespritzt? Und wie waren so die Anteile in der Vorbereitung?
 

steve

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#15
Nein. Eine entsprechende Initiative ist vor ein paar Jahren abgelehnt worden. Ich denke, dass Du das aber ohnehin weißt. :LOL:
 
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