Seeadler - Der Vogel Phönix

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#1
Gestern 22.3. lief um 21:00 eine Naturdoku über den Seeadler, die recht gut gemacht war. Allerdings glaubte der Autor nicht darauf verzichten zu können, die alte Story von der für Adler hoch gefährlichen bleihaltigen Jagdmunition aufzuwärmen. Völlig neu war neben der immer noch kursierenden, aber nie bewiesenen, Bleivergiftung von (See-)Adlern, dass Adler durch die Aufnahme von Geschossblei nervenkrank oder blind werden. Zudem war die Schätzung, dass die derzeit 700 Brutplätze um weitere 700 verdoppelt sein könnten, wenn auf Bleigeschosse verzichtet werden würde, so die Vorhersage. Als besonderer Beweis für diese These wurde gleich zweimal eine handvoll leerer Patronenhülsen eindrucksvoll ins Bild gerückt.
Dem gegenüber stand in einem „Prospekt“ zur Doku, dass Jagdblei für die Adlerverluste überschaubar sei, während im Film aber doch auf die in Deutschland enormen Verluste von über 90 Seeadlern durch Windkraftanlagen verwiesen wurde.
Wünschenswert wäre in DE eine Ausweisung von mehr NS-Flächen, wobei vergessen wird, dass wir über 83 Mio Einwohner haben und einfach nicht genug Platz ist, wie für 2000 Seeadler in Skandinavien. Immerhin wurden bei den Bemühungen um den Seeadler neben dem Natur- und Vogelschutz, auch die Förster und Jäger erwähnt.

Lt. Programmheft heute um 19:15 eine Wiederholung.
 

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#3
Ich hatte gestern kurz reingezappt. Der Sprecher konnte seine Abneigung gegen Jäger kaum verhehlen und betonte mehrmals (bestes Framing) die Bösartigkeit von Geschoßblei.
Daß Blei in Fischen vorkommt und die Population erst wieder durch das Auslegen von Aufbruch anwuchs interessiert beim Staatsfunk eh nicht, Fakten stören dort nur...
 
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#4
Hier und Da

findet ihr Hintergrundinformationen zur Bleivergiftung von Greifvögeln. Es geht.

Anstatt hier immer wieder zu versuchen, ein totes Pferd noch töter zu reiten, solltet ihr einfach mal nachlesen. Die Studien sind bereits 16 Jahre alt, selbst in McPomm sollten sie also schon lesereif sein.

Jäger sollten demonstrieren, dass sie sich weiterbilden und in der Lage sind, solche Studien zu lesen & zu verstehen und nicht sich in der Öffentlichkeit als senile Trottel darstellen, die sich selbst über die Anzahl ihrer Jahresjagdscheine definieren und daraus die Deutungshoheit über alles in der Natur ableiten.

Gruß,

Mbogo
 
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#5
Zum Bild #1 - Achtung - das ist kein europäischer Seeadler, das Bild von einem Rügener war zu klein.
Aber immerhin selbst geknipst. Übrigens - das ist auch keiner und noch unvergiftet.
 

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#6
@Mbogo Danke für die links aus Californien - war selber skeptisch weil die Studie/Publikation der Seeadlerforschung schlecht gemacht war, den Amerikanern glaube ich eher, mal sehen ob dort die Kondorbestände wieder hochgehen! Was mich wundert ist, dass sie sich dort bis 2019 Zeit gelassen haben Blei endgültig zu verbieten....
5x

P.S. schiesse selber GMX und bin voll zufrieden...leider gibt bei uns im Süden keine Seeadler...
 
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#7
Ja,

die Studien, die vom BfR und NABU benutzt wurden sind absolut indiskutabel, die wurden nur nachgeschoben, weil man das böse Blei verbieten wollte, auch wenn das Büchsengeschossblei ggü. den Gesamtimmissionen von Blei aus der Industrie nicht ins Gewicht fallen. Aber ausländische Studien zu nutzen wäre vermutlich zu einfach gewesen.

Trotzdem, wir sollten mit dem verbleiten Aufbruch keine Greifvögel mehr füttern (wurde Jahre zuvor vom NABU angeregt, um den Seeadlern über den Winter zu helfen...), es reichen die Windmühlen, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Seeadlers herabzusetzen.

Gruß,

Mbogo
 
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#8
Zwei Falkner im Bekanntenkreis füttern ihren Vögeln keine mit Blei erlegten Lapuzen oder Krähen mehr. Dem einen ist ein Habicht vor Jahren mit typischen Symptomen einer Bleivergiftung eingegangen.
 
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