Sikawild Jagdjahr 2017/18

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#16
Hab gestern Abend auch einen Sikahirsch erlegen können. Aufgebrochen ohne Haupt 38 kg.
Geschossen mit Nosler Accubond auf ca. 90m, Flucht 20m. Kammertreffer.

Ein Sikakalb hab ich letzte Woche auch geschossen, davon gibt's aber keine Bilder.
Ebenfalls mit Nosler Accubond geschossen auf ca. 40m, Flucht 60m. Ebenfalls Kammertreffer. Aufgebrochen 18kg

Beides im heimischen Revier in Ostbayern an der tschechischen Grenze erlegt.


Gruß Hanna
 
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#18
Nun ja, da ja der Faden unter der Rubrik "Jagderlebnisse" und nicht "Jagderlegnisse" läuft ;-), kann ich auch ein Scherflein dazu beitragen.

Ansitz vor ca. 3 Wochen und einer Revierecke, die ich als jagdliche Diaspora bezeichne, da dort ringsum Staatswald, meine Flächen Streusiedlung, wo jedes Haus seine Rehe kennt, die ich natürlich auch nicht bejagen soll :twisted: und da ziemlich hoch gelegen, auch der Böhmische rechtschaffen pfeift.

Wildschweine lassen sich auch dort oben manchmal fährten und da das Getreide dort später reif, beissen die letzten bekanntlich die Hunde und die Sauen fanden den Weizen. Wind und Wetter passt, ich sitze an der Waldkante zum Staat auf einer extra dafür aufgestellten Leiter, links Grünfläche, daneben Straße, rechts Weizenfeld, dahinter Gerste, dann Grünfläche, gegenüber Mais(Ja, leider gibt es bereits Sorten, die auch hier oben reif werden), links daneben an der Straße Haferstoppel.

Links von mir tritt eine Gaiß aus, wechselt rüber zum Mais und äst auf den Stoppeln. Rechts unter mir raschelt ein Hase, sonst im Weizen Ruhe.

Als es duster wird, tritt rechts hinten Rotwild aus und zieht auf die Gerste zu. Ich denke mir, Alttier mit Kalb, doch dann kommen etwas später noch zwei dazu und so schau ich mal genauer hin. Mein Herz geht auf, denn so einen Anblick hab ich hier nur selten:
Es sind drei Geweihte, Achter, Zehner und ungerader Zwölfer. Den ungewöhnlichen Anblick hier in dieser Ecke genießend frag ich mich, was tut das Kalb da dazwischen? Die Dämmerung schreitet schon weit fort und ich beeile mich, mit dem Spektiv noch was zu erkennen. Ja, jetzt seh ichs, es hat Spießchen auf. Und als es sich dreht, seh ich auch den weißen Spiegel.
Ein Sika-Spießer hat sich zu den Dreien dazugesellt. Aber nicht nur, dass er einfach hinterhertrollt, wie ich es schon öfter im Nachbarrevier beobachten konnte, sondern er wuselt unter den Dreien umher und klebt dem Achter förmlich am Hinterteil. Dreht sich dieser beim Äsen und geht ein paar Schritte weiter, meint man förmlich, er schlüpfe ihm unter den Bauch, so eng ist die Bindung zu diesem. Herrlich zuzuschauen!
So stell ich mir Männerfreundschaft vor...:biggrin:

Also es so finster ist, dass ich ungesehen wegkommen kann, verkrümele ich mich. Das Getreide sollte die nächsten Tage gedroschen werden, ich gönne ihnen diese letzte Mahlzeit.
Frage: 1. Rotwildfreies Gebiet ? 2. Jagdzeit war vor 3 Wochen.... warum kamen sie ungeschoren davon ? ( ned böse von mir denken , nur ne normale Frage )
 
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#20
Der Hirsch ist ein bisschen leichter als der Durchschnitt. Ein Schmalspießer letztes Jahr hatte aufgebrochen ohne Haupt 27kg, nur zum Vergleich.
Ich vermute es liegt zum einen am doch rauen Klima bei uns und zum anderen möglicherweise auch am Konkurrenzdruck (sagt man das so?) untereinander. Die Einstände der Sikas sind räumlich noch sehr begrenzt und liegen fast ausschließlich in sumpfigen Gebieten. Man kann aber beobachten, dass sie sich immer weiter ausbreiten. Ob dann die Wildbretgewichte steigen wird sich in Zukunft zeigen.

Gruß Hanna
 
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#21
aktuell habe ich keine Möglichkeit auf Sika zu jagen. Habe aber schon einige bei Freunden im Cill Mhantáin erlegt.
 
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#22
Frage: 1. Rotwildfreies Gebiet ? 2. Jagdzeit war vor 3 Wochen.... warum kamen sie ungeschoren davon ? ( ned böse von mir denken , nur ne normale Frage )
1. Jap
2. Weil es zum Glück noch keinen Zwang gibt, jedes Stück zu erlegen. "Hat halt ned gepasst..." :cool:

Erklärung meinerseits:
Das Geschlechterverhältnis im Rotwildfreien ist zum Teil so miserabel, dass man davon absehen kann, Geweihträger zu strecken. Brunft stand kurz bevor und wer diese einmal erlebt hat, genießt den Anblick und das Verhören mehr als den Abschuss eines Geweihträgers. Und ohne Hirsche keine Brunft. ;-)
 
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#23
Die bayerischen Jäger haben flächendeckend bewiesen, dass sie mit dem Rotwild nicht umgehen können. Das rotwildfreie Gebiet kommt grad recht. Niemand will Rotwildgebiete, die Jäger am aller wenigsten, egal ob Staat oder Privat. Es geht niemand ums Rotwild sondern um die Rettung der Landeskultur entlang der Grenze zu CZ. Wer im Norden am "Dreiländereck" Sachsen - Bayern - CZ eine Wanderung nach Süden entlang der Grenze macht, braucht - wenn er im Bayerischen Wald ankommt - einen guten Orthopäden der ihm neue Knie verpasst. Das ständige Übersteigen von Kartoffel- und Rübenhaufen ist saumäßig anstrengend.
Und ist doch logisch: Wenn das männliche Wild weg ist, kann sich das weibliche auch nicht mehr vermehren und die Landeskultur ist gesichert.

Das Geschlechterverhältnis ist im Rotwildgebiet Fichtelgebirge nicht anders. Wenn beim Staat jedes Jahr die doppelte Menge an Alt- und Schmaltieren gegenüber Schmalspießer und Hirschen erlegt wird, dann spricht das eine eindeutige Sprache. Die Hirsche verschwinden reihenweise, im Rotwildgebiet illegal und im freien Gebiet ganz legal.
 
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#24
das war jetzt aber ein Rundumschlag vom Feinsten.
Da muß man ja froh sein über die traditionell rotwildfreundliche Bundesimmobilienverwaltung im BayWa Land.
 
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#25
Anhang anzeigen 53232

Aber die bayerischen Jäger scheuen weder Material noch Zeit wenn es darum geht, die Landeskultur vor der Immobilienverwaltung zu schützen...

Nein es ist keine Bildverwechslung. An der damaligen innerdeutschen Grenze waren die Abstände größer...

Anhang anzeigen 53233

Ein Mordsaufwand wird da betrieben. Nachtansitz in zwei Schichten.

Aber bleiben wir beim Thema:

Der heute hätte gepasst, kurze Augsprossen...aber er wußte schon wo und wie er ohne Gefahr die Freifläche überquert.

Anhang anzeigen 53234

Anhang anzeigen 53235

Anhang anzeigen 53236

Das nächste Mal vielleicht...
 
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#26
Moin,

ich bin von der Sikajagd aus CZ zurück und dankbar das ich dort jagen durfte.
Vielen Dank dafür an ein Forumsmitglied und den Pächter.

Wir hatten jeden Tag Sika im Anblick und an einem Tag querten in 20 m Entfernung 4 Stück hochflüchtig vor uns den Weg.
Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben als wir abends auf dem Rückweg zum Auto ein Rudel im Wald sahen mit einem mächtigen Hirschen. Ein Brunftplatz! Wir haben probiert uns ranzupirschen aber keine Chance, außerdem war um 19:30 Uhr auch keine Licht mehr vorhanden.
Am nächsten Morgen nochmals mit meinem Führer dorthin gepirscht, leider sah uns der Hirsch eher als wir ihn sahen. MIST.:evil:
Im Laufe des Tages baute mein Führer Jargo einen Schirm und somit sind wir dort abends wieder hin gepirscht. Um 16:20 Uhr waren wir bereits dort. Nach endlosen Warten ein leichtes Knacken seitlich von uns. Ein Pilzsucher, ich hätte in diesem Moment kollabieren können. Nach ein paar netten Worten ist er dann wieder gegangen.
Dann hörten wir aufeinmal Brunftschreie aus dem vor uns liegenden Wald. 2 Hirsche meldeten. Mein Führer setze dann auch noch sein neues Sika Horn ein um einen der Beiden zu locken. Um 18:10 sahen wir dann eine Kuh durch den Wald ziehen und ihr folgte ein Hirsch. Vom Bewuchs her keine Chance zu schießen.
Also wieder Einsatz des Hornes und siehe da der Hirsch zog auf uns zu. SPITZ auf uns zu, wir konnten ihm direkt in die Augen sehen. Gefühlt blieb er dort ewig stehen.
Ich hätte ihn spitz von vorne schießen können aber ich habe mich nicht getraut. Nach einiger Zeit drehte er sich und stand nun ein wenig verdeckt hinter einem Reisighaufen.
Nach Rücksprache mit dem Führer entschloss ich mich um 18:34 Uhr zum Schuss.
Der Hirsch drehte sich um und lief Richtung Waldrand, dann fing er an zu torkeln und fiel.
Meine Freude war riesig. :biggrin::biggrin:

Für die Statistiker: 120m Schussentfernung, ca.30m Flucht, 7-8 Jahre alt, 71kg Gewicht, meine Tikka CTR in 260 REM mit einem Nosler Accubond in 130 grs verladen.
Die Bewertung ergab 245,80 Punkte und damit Silber.
WmH
 
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#30
So, bin auch zurück von meiner ersten Sikajagd aus Tschechien.
Mir hat es insgesamt sehr gut gefallen, wobei es Licht und Schatten gab. Auch die Strecke ist sehr unterscheidlich ausgefallen, wir hatten vom Goldmedallienhirsch über schwache Hirsche bis zu Kälbern alles dabei. Die Wildbestände waren gut, aber keine Herden von Wild, die vertraut vorüber ziehen. Hatte auch nie den Verdacht, dass es sich um kurz zuvor ausgewildertes Gatterwild handelte. Dafür kann ich bestätigen, dass Sika deutlich besser äugt, als z.B. Rehwild. Und es macht ähnlich wie Damwild zum Teil Prellsprünge auf der Flucht, was man nicht immer gerne sieht. Die Jagd auf Sika, vor allem in der Brunft ist durchaus spannend.

Meine ersten beiden Jagdtage waren leider nicht so prickelnd, dafür hatte ich am letzten Abend einen Pirschführer, der mit dem Locker wrklich gut umgehen konnte und 2 Hirsche im dichten Bewuchs bis auf weniger als 20m heranrief. Der erste, stärkere Hirsch, lief dann leider genau in unseren Wind. Der zweite war mit Sicherheit kein Hirsch, den man schießen musste, aber er war frei und ich nach dem tollen Jagderlebnis wollte ich auch gerne Beute machen. Trophäen sind schließlich Merkzeichen der Erinnerung, und daran werde ich mich gerne erinnern.:-D

Zum Wildbret kann ich leider noch nichts sagen, aber ich habe mir ein Kalb mitgenommen und werde demnächst probieren.
 
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