Silphie - Hoffnung für das Niederwild?

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#1
Letztens hatte ich ein Gespräch mit unserem Biogas-Landwirt. Wir kamen auf den Mais und dessen Auswirkungen auf Niederwild und Sauen zu sprechen. Das Mais nicht der Hit für Boden und Niederwild ist, war uns beiden klar. Deshalb erzählte er mir, dass er ständig auf der Suche nach Alternativen ist und nun ein Feld mit der durchwachsenen Silphie bepflanzt hat.
Daraufhin habe ich mich mal ein bisschen eingelesen und sehe diese Art der Biomassegewinnung sehr positiv für unser Niederwild.
Ein paar Eckdaten zur Pflanze:

- Aussaat oder Bepflanzung mit Stöcklingen
- im ersten Jahr keine Ernte möglich
- im ersten Jahr ist die Ernte von Mais möglich = kein Verlust von Masse für den LW
- bis zu 15 Jahre Erträge
- keine Bearbeiten des Bodens nach der Saat
- nach einem Jahr kein Einsatz von Herbiziden notwendig
- befahren des Feldes nur zur Ernte



Das liest sich alles wunderbar. Ich weiß nicht wie die Bestockung der Pflanze aussieht, ob genügend Freiräume für z.B. Bodenbrüter erhalten bleiben, aber allein durch Verringerung der Bodenbearbeitung und die Reduzierung von Herbiziden sehe ich das Thema als sehr positiv.
Sollte sich dies bestätigen und einige Landwirte lassen sich darauf ein, besteht Hoffnung für unser Niederwild und das blütenliebende Insektenvolk.

Näheres unter: http://www.donau-silphie.de/home.html
Einfach mal mit den Bauern darüber reden.
 
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#2
Wir haben 2 Testflächen mit der durchwachsenen Silphie seit letztem Jahr im Revier. Letztes Jahr, also im ersten Jahr, noch mit Mais und dieses Jahr sind wir gespannt wie sich das entwickelt :).
Es bleibt zu hoffen, dass es eine wirkliche Alternative zum Biogas Mais ist!
 
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#3
Ich bin noch etwas skeptisch!

Bei mir im Revier wurden heuer auch einige Ecken mit dieser Pflanze erstmalig angesät - geht alles in eine Biogas-Anlage.

Vorteil sehe ich in der späten und durchgehenden Blüte - wobei ich auch schon mal irgendwo gelesen habe, daß die Bienen nicht so scharf drauf sind. Aber egal - es gibt ja auch noch andere Insekten...
(hat hier noch jemand die Quelle dazu? Ich finde es nicht mehr...)

Ob die Pflanze einen großen Vorteil für das Niederwild bringt, bezweifle ich sehr stark.Die vegetative Entwicklung läuft mehr oder weniger parallel zum Mais, die Ernte ebenso.
Nach der Ernte bleibt nicht viel mehr übrig wie eine Rosette am Boden.
Diese treibt erst wieder im Frühjahr richtig aus.
Im oberen Link ist ein Video über die Entwicklung im Laufe des Jahre - die wissen schon, warum das Video am 22. September mit der Ernte endet :biggrin:

Für mich heißt das, ich habe auf den Flächen über Winter definitiv keine Deckung - ob es als Äsungsfläche großartig taugt weiß ich nicht. Da ist mir eine Mulchsaatfläche mit Zwischenfrucht auf den ersten Blick lieber - Deckung u. Äsung bis in den März/April.

Befahren wird die Fläche nicht nur zur Ernte! Es wird natürlich auch Gärrest ausgebracht, ob das auch im Herbst nach der Ernte noch zulässig ist weiß ich allerdings nicht. Im Frühjahr sicher.

Aber schauen wir mal - vielleicht bin ich ja dann doch noch positiv überrascht...
 
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#4
Im Groben : Aus Imkerkreisen kommt der Einwand, dass sich die Honigbiene zum Herbst hin nicht mehr mit Sammeln und Bruttätigkeit verausgaben solle, damit die Winterbienen ungestört für die Überwinterung sorgen können. Daher soll späte Blüte nicht mehr so gut sein. Von Natur aus gäbe es Massentracht nur im Frühling und Frühsommer.
Inwieweit andere Insekten profitieren oder benachteiligt werden, weiss ich auch nicht.

Zum Mais : Mais ist nicht unbedingt schlecht. In Gegenden mit viel Wintergetreideanbau bietet er eingestreut Grenzlinien zu offenem Boden mit guter Besonnung und Lauffreiheit .
Je mehr Maisflächen eingestreut sind und nicht zu grossflächig sind, desto mehr günstige Grenzlinien zum Getreide schafft er.
 
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#5
Ob die Pflanze einen großen Vorteil für das Niederwild bringt, bezweifle ich sehr stark.Die vegetative Entwicklung läuft mehr oder weniger parallel zum Mais, die Ernte ebenso.
Nach der Ernte bleibt nicht viel mehr übrig wie eine Rosette am Boden.
Diese treibt erst wieder im Frühjahr richtig aus.
Im oberen Link ist ein Video über die Entwicklung im Laufe des Jahre - die wissen schon, warum das Video am 22. September mit der Ernte endet :biggrin:

Für mich heißt das, ich habe auf den Flächen über Winter definitiv keine Deckung - ob es als Äsungsfläche großartig taugt weiß ich nicht. Da ist mir eine Mulchsaatfläche mit Zwischenfrucht auf den ersten Blick lieber - Deckung u. Äsung bis in den März/April.

Befahren wird die Fläche nicht nur zur Ernte! Es wird natürlich auch Gärrest ausgebracht, ob das auch im Herbst nach der Ernte noch zulässig ist weiß ich allerdings nicht. Im Frühjahr sicher.

Aber schauen wir mal - vielleicht bin ich ja dann doch noch positiv überrascht...
Wäre denn eine Art Zwischenfrucht bei der Silphie möglich? Wenn man im Spätsommer noch was einsät? Welches dann im darauffolgenden Jahr von der Silphie wieder tot gewachsen wird.
 
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#6
Was soll Ende September noch vernünftig wachsen?
Noch dazu, wenn praktisch keine Bodenbearbeitung stattfindet.

Mir fällt da eigentlich nichts mehr ein :what:
 
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#7
Evtl. könnte man bei der Ernte die Silphie so hoch stehen lassen, dass ein Stoppelacker über den Winter stehen bleibt. Dann könnten sich Feldhühner und Hasen drin verstecken ?!

Das Gibt zwar Ernteverluste. Aber man kann die Kosten gegenrechnen, welche man für Saatgut und Arbeitsstunden für eine Untersaat einspart.
 
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#8
Wir haben bei uns seit Jahren die Silphie und ich habe da auch einige Testflächen. es gibt bei dieser Pflanze mehrere Probleme. Erstens nicht leicht zu ernten und der optimale Zeitpunkt ist im August. Dann ist es wieder eine Monokultur und bietet kaum interessanten Lebensraum! Insekten sieht man auf den Flächen auch kaum. Habe auch im Gegenzug noch einige Flächen Biogas Mischung. Diese Flächen sind aus mehreren Gründen wesentlich besser und effektiver!
 
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#9
Das sehe ich auch so, wenn für das Wild was dabei rausschauen soll, dann hilft nur Energie aus Wildpflanzen.
 
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