Solaranlage für die Jagdhütte

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#31
Wäre ein Gaskühlschrank evtl. auch eine Überlegung wert? Ein Gerät weniger, das durch Solar gespeist werden müsste.
 
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#32
Die Frage ist ja, soll die Anlage permanent laufen oder nur bei Anwesenheit? Gaskühlschrank braucht ja irgendwann neues Gas. Ansonsten nicht die schlechteste Idee, man muss nur wissen, dass verbranntes Gas Feuchtigkeit produziert, die man ja managen muss. Früher gab es noch 12V-Fernseher aus dem Campingbedarf, aber das waren noch Röhrengeräte. Ich denke, ein kleiner Spannungswandler hilft hier sicher weiter, was haben moderne TVs? 50W?
Ansonsten konsequent alles auf 12V-Basis betreiben, das dürfte die wenigsten Probleme bereiten. LED-Leuchtelemente (z.B. mit Sockel G4, aber auch E14 und E27) gibt es wie Sand am Meer.
 
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#34
Ich wäre in diesem Fall auch für die 12 (bzw. - in meinem Fall - 24) V-Lösung.
Man muss sich halt immer vor Augen halten, dass eine Jagdhütte (ich gehe mal nicht von einem Luxus-Nebenwohnsitz aus, der manchmal auch als Jagdhütte bezeichnet wird) andere Ansprüche haben als ein Hauptwohnsitz.
Will ich natürlich Steckdosen an jeder Ecke, einen Fernseher und eine Waschmaschine betreiben, dann ist 230V sicher wesentlich besser geeignet. Wenn ich den TS aber richtig verstanden habe ist das alles nicht geplant...

Vorteile:
Ein DC-Netz reduziert die Komplexität. Ich benötige gerade mal PV-Module, einen Laderegler (kann, muss aber nicht MPPT sein), vernünftige Versorgungsbatterien (ich würde hier AGM-Versorgungsbatterien nehmen; da hat man das Problem mit der Säureschichtung nicht), Verkabelung und Sicherungen. Ist für einen Laien (idealerweise natürlich unter Anleitung eines Fachmanns) einfacher zu installieren als ein 230V-System.

Campingkühlschränke (ich hab' einen Engel MR 040 F) brauchen keinen verlustbehafteten Wechselrichter, der dann wieder auf Gleichstrom gebracht wird (ebenfalls mit Verlusten). Sprich: Ich erspare mir das 24V->230V-24V-Vorspiel, sondern gehe direkt mit der Batteriespannung in die Kühlbox.
Es gibt mittlerweile viele Geräte, die mit 24 V direkt betrieben werden können (bis hin zu Mikrowelle, Kaffeemaschine).

Nachteile:
Kabellängen und -querschnitte aufgrund des Spannungsabfalls. Man muss sich hier halt überlegen, wo welche Verbraucher angesiedelt werden.
Da in einer Jagdhütte die meisten Stromfresser allerdings der Küche zugeordnet werden können, sollte das mit wenigen m 10mm²-Leitung zu machen sein.

Bei der Beleuchtung sehe ich das Kabelquerschnittsthema auch nicht: Moderne LED-Beleuchtung zieht ja nur wenige W. Da reicht auch ein normaler 1,5mm² völlig.
 
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#35
Moderne Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad um 95% .
Kühlschränke die mit 12 oder 24 V DC betrieben werden, gehören nicht zu den Spitzengeräten beim Stromsparen. Also ist Wechselrichter mit A+++ Kühlschrank noch sparsamer.
DC Geräte sind teurer als Standartgeräte . Also fällt der Preis für einen ordentlichen Wechselrichter nicht so sehr ins Gewicht.

Zwar braucht es zum verkabeln einer 12 oder 24 V Solaranlage keine VDE unterwiesene Person, aber bitte nicht glauben das es ungefährlich wäre hier zu hantieren .

Kein Laie wird den Spannungsfall bis zum letzten Verbraucher berechnen.
Ist aber ein muss. Höher Strom bedeutet hoher Spannungsfall. Aber gerade bei 12 V macht sich das dann bemerkbar. Viele Geräte haben Probleme mit Unterspannung.
Bei 12 V ist 1 Volt sehr viel. Im 230V Netz zu vernachlässigen .
Auch wenn es alle Geräte in der 12V Version gibt, ist da eine 10qmm Zuleitung nicht viel .
Bei 50A ist da Schluss im Kabel. Das sind dann nur 600W. Für Mikrowelle und Kaffeemaschine nicht viel.
Aber bei 50 A macht sich eine nicht fest gezogene oder lockere Klemme sofort bemerkbar. Auch bei oxidieren Klemmen passiert das.
Sie wird heiß. Sehr heiß.Bis es unter Umständen zum Brand kommt.
Deshalb das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Ich will um Gottes Willen keine Schwarzmalerei betrieben, aber bin froh um jeden Schaden der nicht entsteht .
 
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#36
Zum Glück rechnet man den Spannungsabfall üblicherweise in %, nicht in V. Aber natürlich: Bei 1V Spannungsabfall bei einem 12V-System hat man definitiv einen Fehler in der Leitungsdimensionierung gemacht.

Allerdings ist - wenn man die Akkus in räumlicher Nähe zu den Verbrauchern aufstellt - die Sache ziemlich entspannt. Da sind wir weit, weit weg von 1V Spannungsabfall!
Um dein Beispiel herzumehmen: Bei einer 600W Mikrowelle in einem 24V-System mit 3m Kabellänge 10mm² Cu komme ich auf ca. 1,3% Spannungsabfall. Also weit unter den 5% (bzw. maximal 8%), was die VDE zulässt.
Selbst wenn ich 10m Leitungslänge hätte, wäre ich da noch im grünen Bereich. Oder, anders betrachtet: Ich könnte bei 3m Leitungslänge mit dem 24V-System die 600W mit einem 2,5mm² bedienen; da brauch' ich noch nicht mal Monsterkabel aus'm Fachmarkt, das geht mit Baumarktware.

Gleichstrom hat noch einen Vorteil:
Man braucht sich keinen Kopf darum zu machen, ob aus dem Wechselrichter auch ein schöner Sinus herauskommt, der von meinem Kühlschrank vertragen wird und beim Radio keine Störgeräusche induziert.

Campingkühlschränke haben darüber hinaus den Vorteil, für den Betrieb an genau solchen Anlagen konzipiert zu sein (Thema: Anlaufstrom; meist auch eine relativ hohe Spannungstoleranz).

Ich kann da auch nur von meinem Engel-Kühschrank reden (der auch als Gefrierschrank bis -18°C taugt und - da kompressorbetrieben und keine Absorbermaschine - bei der Effizienz ein A+ erreicht). Trotz nur 32W Nennleistung ist ein Kasten Bier in einer Stunde so kalt, dass einem die Finger fast anfrieren.


Zugegeben habe ich persönlich keine Jagdhütte, und ich verwende deswegen ein 24 V-System, weil es die Boardspannung von meinem Offroadcamper ist. Also quasi aus der Not bzw. den äußeren Gegebenheiten heraus.
Aber um eine Jagdhütte zu versorgen, wäre die Anlage ebenfalls ausreichend. Kaltes Bier und heißer Kaffe kommt raus, und das alles bei moderaten Aufwendungen und geringer Komplexität.
 
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#37
Da ich ein WoMo besitze, welches mittlerweile nur noch im äußersten Ausnahmefall eine Steckdose sieht, habe ich mich länger mit Ähnlichem auseinander getzt.

Zuerst mal die Frage 220V/12V Kühli:
Moderne Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad um 95% .
Stimmt, aber nur im Optimalen bereich bei 80-90% Auslastung. Die Dinger ziehen permanent ~1A/12V nur für sich, ob ein Verbraucher was abnimmt oder nicht, was am Tag dann ~250-300Wh an unnötigem Zusatz-Verbrauch bedeutet.
Kühlschränke die mit 12 oder 24 V DC betrieben werden, gehören nicht zu den Spitzengeräten beim Stromsparen. Also ist Wechselrichter mit A+++ Kühlschrank noch sparsamer.
Die 12V-Dinger sind wirklich nicht die tollsten und jedem 230V-Kühli unterlegen. Der Wechselrichterbetrieb ist jedoch niemals sparsamer.
DC Geräte sind teurer als Standartgeräte . Also fällt der Preis für einen ordentlichen Wechselrichter nicht so sehr ins Gewicht.
Gute (!) 2000W China-Sinus-Wechselrichter kosten ~300€, Markengeräte mehr als das doppelte. Plus einen guten 230V Kühli wird's schon ein bisschen teuer als ein 12V-Gerät.

Mein 90L 12V Kompressor-Kühli mit Gefrierfach im WoMo brauchte im Werkszustand je nach Raum-Temperatur zwischen 240Wh (~15°C) und 600Wh (>40°C). Mit ein wenig zusätzlicher Isolierung (Styrodur ringsum) hat sich der Verbrauch gerade bei hohen Temperaturen spürbar verringert.

Gas/Absorber wäre auch ne Möglichkeit. Die sind nicht so effizient, kühlen max 20-25°C unter Raumtemperatur, brauchen einen Durchbruch nach außen für Zu- und Abluft.
Aber sie laufen wochenlang mit einer 11kg Gas-Buddel, brauchen aber auch ein wenig Strom für die Zündung.

Solarpanele gibts auch gebraucht, aber geprüft und mit Garantie, z. B. bei https://www.used-solar.de/. Dazu ein guter Laderegler, z. B. von Votronic, dann ist man mit 200-300€ dabei.

Mit meinen 200Wp auf dem Dach läuft der Kühlschrank im WoMo das ganze Jahr problemlos durch. Wenn wir im Winter wegfahren, wird's zusammen mit der Heizung/Licht/Wasserpumpe/Handy-laden nach 2-3 Tagen knapp. Dann müssen wir entweder ein paar km fahren oder das WoMo muß doch mal ein paar Stunden an die Steckdose auf irgend einem WoMo-Stellplatz.

Wichtig ist ein ausreichender Speicher, in dem der bei Sonnenschein produzierte Strom auch gespeichert werden kann. Stand der Technik sind Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFe(Y)Po4). Die sind im Gegensatz zu anderen Lithium-Ionen-Akkus kaum feuergefährlich. LiFeYPo4 kann man auch unter 0°C laden, LifePo4 nicht. Notwendig in jedem Fall ein Batterie-Management-System, das Über-/Unterladung verhindert.

Fertige Systeme sind mindestens doppelt bis drei mal so teuer wie selbst zusammengestellte Anlagen aus Solarpanel, Solarladeregler, 4x LiFeYPo4-Zellen, ein BMS und ein bisschen Kleinzeug (Sicherungen, Kabel, Kabelschuhe, Presszange...). 2400Wh Lithium-Akkus aus guten Industrie-Zellen (Winston, Sinopoly, CALB) kosten incl. allem etwa 1500€. Hält dann aber voraussichtlich >10 Jahre und 5000 Ladezyklen.

Blei-Akkus sind billiger, für vergleichbare AGMs mit 2400Wh entnehmbarer Leistung ist man etwa 500€-600€ los. Selbstentladung, langsames Laden und viel weniger Ladezyklen (<1500) inclusive. Gewicht und Größe spielt im Stationärbetrieb eine untergeordnete Rolle.

Im diesen beiden Foren gibts unendlich viel zu umgesetzten Anlagen zu lesen:
https://www.wohnmobilforum.de/lifeypo4-und-lifepo4-f125.html
https://www.photovoltaikforum.com/

Hoffe geholfen zu haben
Viele Grüße
Ratatoskr
 
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#38
Zum Glück rechnet man den Spannungsabfall üblicherweise in %, nicht in V. Aber natürlich: Bei 1V Spannungsabfall bei einem 12V-System hat man definitiv einen Fehler in der Leitungsdimensionierung gemacht.

Allerdings ist - wenn man die Akkus in räumlicher Nähe zu den Verbrauchern aufstellt - die Sache ziemlich entspannt. Da sind wir weit, weit weg von 1V Spannungsabfall!
Um dein Beispiel herzumehmen: Bei einer 600W Mikrowelle in einem 24V-System mit 3m Kabellänge 10mm² Cu komme ich auf ca. 1,3% Spannungsabfall. Also weit unter den 5% (bzw. maximal 8%), was die VDE zulässt.
Selbst wenn ich 10m Leitungslänge hätte, wäre ich da noch im grünen Bereich. Oder, anders betrachtet: Ich könnte bei 3m Leitungslänge mit dem 24V-System die 600W mit einem 2,5mm² bedienen; da brauch' ich noch nicht mal Monsterkabel aus'm Fachmarkt, das geht mit Baumarktware.

Gleichstrom hat noch einen Vorteil:
Man braucht sich keinen Kopf darum zu machen, ob aus dem Wechselrichter auch ein schöner Sinus herauskommt, der von meinem Kühlschrank vertragen wird und beim Radio keine Störgeräusche induziert.

Campingkühlschränke haben darüber hinaus den Vorteil, für den Betrieb an genau solchen Anlagen konzipiert zu sein (Thema: Anlaufstrom; meist auch eine relativ hohe Spannungstoleranz).

Ich kann da auch nur von meinem Engel-Kühschrank reden (der auch als Gefrierschrank bis -18°C taugt und - da kompressorbetrieben und keine Absorbermaschine - bei der Effizienz ein A+ erreicht). Trotz nur 32W Nennleistung ist ein Kasten Bier in einer Stunde so kalt, dass einem die Finger fast anfrieren.


Zugegeben habe ich persönlich keine Jagdhütte, und ich verwende deswegen ein 24 V-System, weil es die Boardspannung von meinem Offroadcamper ist. Also quasi aus der Not bzw. den äußeren Gegebenheiten heraus.
Aber um eine Jagdhütte zu versorgen, wäre die Anlage ebenfalls ausreichend. Kaltes Bier und heißer Kaffe kommt raus, und das alles bei moderaten Aufwendungen und geringer Komplexität.
Was es mit Glück zu tun hat, ob du deinen Spannungsfall in % hier angibst ist für die meisten Nutzer hier egal. Ich finde es für den Laien verständlicher, wenn ich ihm sage das er bei 1,2 Volt weniger Betriebsspannung schon Probleme im 12 V Netz bekommen kann . Ich habe auch eine Versorgungsspannung von 12 V angegeben. Nicht 24 V

Wenn ich also einen Mikrowellenherd mit 600W und 12 V Betriebsspannung benutze, dann bist du bei 10 m Leitungslänge weit über deinen 8% .
Wenn du nur 3m Länge und 24 Volt hast, klappt das. Aber dann muss es baulich in der Hütte auch gegeben sein die Akkus in der Nähe der Küche zu haben .
Wenn du also deinen Spannungsfall über % angeben willst ist das doch absolut in Ordnung, aber dann auch bitte alle anderen Widerstände in die Berechnung mit einfließen lassen . Das ist auch nicht vernachlässigbar .

Wenn du sagst das bei 24V und 600W Mikrowelle ein 2,5qmm Kabel ausreichend ist, dann musst du aber auch den Leuten hier sagen wie die Verlegeart, Umgebungstemperatur und Belastungsdauer sein musst . Gibt einige Möglichkeiten bei denen 2,5qmm nichtvmehr reicht.

Aber zu tief sollten wir hier sowieso nicht in die Details einsteigen. Ist ein Jagdforum und kein Elektroforum.
Deswegen werde ich mich mit Zusagen was geht , und was nicht geht zurückhalten .
Ansonsten wiegt sich der Laie in Sicherheit. Im Regelfall würde ich mir dann Vorwürfe machen .

Also macht jeder das was er für richtig hält, und Derjeneige der sich nicht sicher ist, geht am besten zu einer Fachfirma.
 
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#41
Zugegeben: Da ich selbst einen Ing. in Elektrotechnik habe (allerdings nicht aktiv im Anlagenbau o.ä. tätig bin) gehe ich oft von gewissen Grundkenntnissen aus. Aber du hast natürlich recht: Alle o.a. von mir geschriebenen Zahlen gelten unter der Voraussetzung, dass sie sachkundig umgesetzt werden. So habe ich z.B. für den Spannungsabfall eine Temperatur von 25°C (was mMn in einer Jagdhütte das zu erwartende Maximun ist) und eine nicht verdämmte Aufputzleitung angenommen.
Persönlich bin ich sowieso eher der Sicherheitsdenker. Für meine Auto-Installation hätte ein 6mm² locker gereicht (und wäre sicher einfacher zu verlegen gewesen). Aber lieber einmal die Arbeit richtig gemacht, als in einem brandgefährlichen (sic) Auto schlafen zu müssen...
 
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#43
:coffee::coffee:

(Früher hätt' ich den Bier-Prost-Smiley genommen. Aber so gut wie alle guten Smileys sind ja den Bach runtergegangen :cry: :sad:)
 
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