Steirische Rauhaarbracke

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#1
Servus beinand,

Ich war letztens im Gebirge eingeladen auf Bockjagd. Da war auch ein HF dabei mit einer Steirischen. Der hat die über alles gelobt. Schweißfährte, Ausdauer und Schärfe.

Leider finde ich fast nix über die Rasse ausser das übliche blabla des Zuchtvereins.

Führt hier jemand eine? Erfahrungsberichte wären echt schön.

Vielen Dank vorab.

Gruß

Krucknwig
 
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#2
Ich sehe immer wieder einige Exemplare beim einem Riegler in den Bergen oder auf DJ im Flachland. Manche sind vom Haar eher Schafe, andere recht glatt. Sollte man vorher schauen was einem gefällt.

Jagen tuhen sie wie alle anderen Bracken auch. Negativ sind sie mir aufgefallen da überdurchschnittlich viele recht unverträglich waren. Gegen andere Hunde wie Menschen.

Ein Freund hat eine. Die packt dich wenn du hingehst. Ein anderer hat eine die ist Stumm.

Also Eltern gut anschauen.

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#3
Wie hier schon oft diskutiert so gilt es auch hier: Jagdhunderassen mit einer nur geringen Verbreitung und damit vergleichsweise wenigen, für die Zucht zur Verfügung stehenden Individuen, werden erfahrungsgemäß eher über die komplette Breite der zuchttauglichen Hunde gezüchtet.
Die Auswahl besonders guter Vererber ist geringer und der Zuchtwart kann aus diesen Gründen ideale Verpaarungen vermutlich weniger stringent anweisen, als bei Rassen, die "aus dem Vollen" schöpfen können. Wird bei den weniger verbreiteten Rassen vordringlich versucht den überproportionalen Bedarf der Welpeninteressenten zu decken, und ggf auch mal bei Leitungen Kompromisse machen zu müssen, können große Zuchtverbände auf der Basis bester Prüfungen (deren Wert für die praktische Jagdausübung hier auch schon erschöpfend diskutiert wurde) zB die Top-Rüden aber auch besonders geeignete Hündinnen selektionieren.

Das man auch mit kleinen Zuchtgruppen gewollte Eigenschaften in der Rasse festigen kann, zeigen Vereine wie KBGS und vor allem VH, die allerdings auch diesbezüglich optimierte Vorprüfungen und ein sehr aufwändiges Berichtssystem der jährlichen Nachsucheleistungen nach erfolgter VP abverlangen, bevor der Hund überhaupt in die engere Auswahl zur Zucht kommt. Ein derartiges Verfahren kenne ich von den Brackenleuten oder gar den Zuchtvereinen sonstiger kleiner JGH-Rassen nicht.
Bei den Schweißhunden bedeutet dieses Verfahren auch, dass damit nicht jeder Hundeführer einfach Würfe mit seinem HS produzieren kann, so wie das nach erfolgter VJP und HZP sowie Formwert und HD-Diagnostik zB bei vielen Vorstehhunden der Fall ist. Sicher ist das für manche Hundebesitzer gelegentlich schmerzhaft, erreicht aber zB eine gute Wesensfestigkeit und optimale Leitungen bei der Nachsuche und damit einem wirklichen und vorher definierten Zuchtziel. Zucht ist ja nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit der einfachen Vermehrung.

In der Praxis könnte das heißen: Nimm mal, ergänzend oder in Rücksprache mit dem sehr engagierten aber eben auch nicht über eine größere Zuchtbasis verfügenden Brackenleuten in Deutschland (Deutscher Brackenverein e.V.) Kontakt mit dem Österreichischen Brackenverein auf. https://www.bracken.at/steirische-rauhaarbracke/rassenportrait/

Haben dort vor vielen, vielen Jahren unsere damalige BrBr erworben (Zwinger liegt in Tirol). Ähnliche Gedanken bzgl breiter Zuchtbasis und „Bestenauslese“ führten mich auch seitens der KLM aus meinem Wohnort in Brandenburg ins KLM-Stammland im Münsterland und bezüglich unserer DK Hündin ins Niederwild reiche Schleswig-Holstein. Ich habe dieses Engagement und den vergleichsweise komplexen Weg zu einem Hund nie bereut und auch wenn die Ausbildung die Anlagen veredeln muss, sind letztere doch wesentlich um einen wirklich guten JGH „zu machen“.
Ich denke, dass Du wesensfeste und leistungsstarke Rauhaarbracken bekommen kannst. Was sicher bedeutet impulsive Spontankäufe zu unterlassen und hingegen mit etwas Geduld und persönlichem Engagement (mal bei Prüfungen mitmachen, Pfostenschau besuchen etc) beim Deutschen oder Österreichischem Brackenverband nach einem Zwinger und letztlich Wurf zu suchen, wo dann alles passt !

Das Du Dir vorher Gedanken gemacht hast, ob solch ein Hund mit seinem Einsatzzweck und seinen Eigenschaften zu Dir und Deiner Jagd hier in heimischen Gefilden passt, setze ich einmal voraus.

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#4
Servus.

Das erste Mal in Kontakt mit einer Steirischen Rauharbracke gekommen bin ich bei der Jagdausbildung über den KJV. Neben der Steirischen waren auch KLM und Terrier dabei.
Die Steirische hat mir am meisten imponiert, da Ruhig und Konzentriert, schußfest, Sehr umgänglich mit anderen Hunden und auch den ganzen Jagdschülern, sehr Spursicher (Schweißfährte).

Dann habe ich mal eine auf einer Jagdmesse in Ellingen gesehen, bei der Hundevorführung. Selbiges in Grün. Ruhig, Konzentriert, umgänglich mit allen anderen Hunden und den vielen Zuschauern.

Ein weiters Mal auf der Jagdmesse in Landshut. Einziges Manko: das Aportieren: Zur geschossenen Ente mußt Du selber rausschwimmen, meinte der Vertreter des deutschen Brackenverbandes.
Er meinte auch, das die Mitglieder des Österreichischen Brackenverbandes früher sehr auf dii Reviergröße (> 1000 ha) geachtet haben (zwecks Brackieren), das aber mitlerweile auch kein Problem mehr sei.

Wenn ich mehr Zeit hätte, hätte ich mir schon einen geholt und ausgebildet. (Der KJV bietet jedes Jahr eine Hundeausbildung an, da hätte ich mich mangels Erfahrung in der Hundeausbildung angeschlossen.)

Grüßle
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#5
Servus.
Ein weiters Mal auf der Jagdmesse in Landshut. Einziges Manko: das Aportieren: Zur geschossenen Ente mußt Du selber rausschwimmen, meinte der Vertreter des deutschen Brackenverbandes.
Er meinte auch, das die Mitglieder des Österreichischen Brackenverbandes früher sehr auf dii Reviergröße (> 1000 ha) geachtet haben (zwecks Brackieren), das aber mitlerweile auch kein Problem mehr sei.
Grüßle
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Die Steirische RH-Bracke ist eigentlich ein Hybrid aus HS und Istrischer Rauhaarbracke. Grundidee des Herrn Peintinger war es, auf der Basis seiner HS Hündin Hela einen, an die rauhe Hochgebirgswelt angepassten "jagenden Hund" zu formen. Würde aber einen Fokus auf Beibehaltung von HS Kompetenzen und somit einen analogen Versuch zur Zucht des BGS im Bereich des nördlichen Albenregion vermuten.

Die Steirischen die ich kenne sind in der Regel als Nachsuchehund angeschafft worden. Leider dann nicht immer entsprechend ausgebildet worden. Gibt aber auch sehr bekannte Sterische, die eine fast schon biographisch festgehaltene Karriere als "Schweisshunde" gemacht haben. https://www.neumann-neudamm.com/fischer/

Warum man dieses offensichtlich gelungene und an die Ursuprungsregion trefflich angepasste Konzept für die Jagd auf Wasserwild einsetzen möchte, kann ich überhaupt nicht verstehen.

Dafür gibt es weniger spezialisierte, dafür aber breiter einsetzbare Vollgebrauchshundrassen en masse.

Unsere BrBr war das wasserscheuste Wesen auf vier Läufen. Vielleicht mal in vollem Lauf durch einen Graben durch oder so - aber um Hubertus Willen niemals Wasser/Schilf/Ente/Apport (und das wäre mir auch nie in den Sinn gekommen ihr das abzuverlangen !!!)... dafür die grazilste Tänzerin auf wackeligen Steinformationen im Hochgebirge oder auch freiwillig jeden größeren Holzpolter im Märkischen Sand annehmend, um ihre Bergsehnsucht zu kompensieren.

Wenn Ihr Allrounder wollt - kauft Euch einen Allrounder. KLM und DD, mit Einschränkung auch den DK oder den DW um mal einige zu benennen.
Spezialisten können eben nicht alles aber, bei engegiertem Einsatz in Ausbildung und Führung, manches aber halt sehr, sehr gut um nicht zu sagen besser !
 
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#6
Die Steirische RH-Bracke ist eigentlich ein Hybrid aus HS und Istrischer Rauhaarbracke. Grundidee des Herrn Peintinger war es, auf der Basis seiner HS Hündin Hela einen, an die rauhe Hochgebirgswelt angepassten "jagenden Hund" zu formen. Würde aber einen Fokus auf Beibehaltung von HS Kompetenzen und somit einen analogen Versuch zur Zucht des BGS im Bereich des nördlichen Albenregion vermuten.

Die Steirischen die ich kenne sind in der Regel als Nachsuchehund angeschafft worden. Leider dann nicht immer entsprechend ausgebildet worden. Gibt aber auch sehr bekannte Sterische, die eine fast schon biographisch festgehaltene Karriere als Schweisshunde gemacht haben. https://www.neumann-neudamm.com/fischer/

Warum man dieses offensichtlich gelungene und an die Ursuprungsregion trefflich angepasste Konzept für die Jagd auf Wasserwild einsetzen möchte, kann ich überhaupt nicht verstehen.

Dafür gibt es weniger spezialisierte, dafür aber breiter einsetzbare Vollgebrauchshundrassen en masse.

Unsere BrBr war das wasserscheuste Wesen auf vier Läufen. Vielleicht mal in vollem Lauf durch einen Graben durch oder so - aber um Hubertus Willen niemals Wasser/Schilf/Ente/Apport (und das wäre mir auch nie in den Sinn gekommen ihr das abzuverlangen !!!)... dafür die grazilste Tänzerin auf wackeligen Steinformationen im Hochgebirge oder auch freiwillig jeden größeren Holzpolter im Märkischen Sand annehmend, um ihre Bergsehnsucht zu kompensieren.

Wenn Ihr Allrounder wollt - kauft Euch einen Allrounder. KLM und DD, mit Einschränkung auch den DK oder den DW um mal einige zu benennen.
Spezialisten können eben nicht alles aber, bei engegiertem Einsatz in Ausbildung und Führung, manches aber halt sehr, sehr gut um nicht zu sagen besser !
Welche Einschränkung siehst du hier?

Die Zuchtbasis der RhB ist sehr eng und es gibt wohl Probleme mit Krankheiten. Epilepsie soll vermehrt aufgetreten sein und wohl ganze Würfe davon betroffen. Ein Jagdfreund hat seine nach etwas mehr als einem Jahr dadurch verloren.
 
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#7
Warum man dieses offensichtlich gelungene und an die Ursuprungsregion trefflich angepasste Konzept für die Jagd auf Wasserwild einsetzen möchte, kann ich überhaupt nicht verstehen.

Dafür gibt es weniger spezialisierte, dafür aber breiter einsetzbare Vollgebrauchshundrassen en masse.

Spezialisten können eben nicht alles aber, bei engegiertem Einsatz in Ausbildung und Führung, manches aber halt sehr, sehr gut um nicht zu sagen besser !

Servus.

Bitte nicht falsch verstehen, mir ist schon klar, das eine Steirische kein Allrounder ist, es auch nicht sein kann, aufgrund der Züchtung. Ich will und werde Sie auch nicht zur Wasserarbeit einsetzen, dafür haben wir andere Hunde im Revier.

Die Steirischen, die Ich bis jetzt gesehen habe und mit deren Hundeführern gesprochen haben, machten halt auf mich einen sehr sehr guten Eindruck was Charakter und Wesen anbelangt, was sicher auch mit sehr viel Arbeit am Hund zusammenhängt.
 
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#8
Servus.

Die Steirischen, die Ich bis jetzt gesehen habe und mit deren Hundeführern gesprochen haben, machten halt auf mich einen sehr sehr guten Eindruck was Charakter und Wesen anbelangt, was sicher auch mit sehr viel Arbeit am Hund zusammenhängt.

Dann hast Du Deinen Hund gefunden - schaue Dir vielleicht auch noch mal die Prüfungen live an und nimm, jenseits von Ausstellungen, Kontakt mir Züchtern und Verbänden auf- geht ja sicher im Herbst los wieder. Und dann ergibt sich das alles von selber.

M.E. nach ein Hund bei dem sich eine Investition in Nachsuche-Ausbildung lohnt und der mit einiger Geduld alternativ auch als nicht zu weit (befahrene Strassen !) jagende Bracke ausgebildet werden kann.

Ganz persönlich würde ich mich jedoch auf erstere Ausbildungsvariante fokussierung - in Ergänzung der verbandsüblichen Brackenprüfungen.
 
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#9
Welche Einschränkung siehst du hier?
Haben ja selber eine DK Hündin im 2. Feld. Zierlicher und leichter Schlag. Sehr elegante, schnelle und konzentrierte Feldsuche. Bombenfest vorstehendend. Ente passioniert und sicher, apportiert sauber und rasch. Sehr interessiert und überraschend konzentriert an Schweiß und Fährtenschuh.

Nachdem ich anfänglich kaum verstehen konnte, dass in UK, mithin eines der Zentren der Niederwildjagd mit entsprechend hoch spezialisierten Settern, Pointern etc, der DK (GSP) einen derartigen Siegeszug hinlegen konnte, sind mir die Gründe inzwischen klarer.

Selbstverständlich könnte man mit ihr auch am Hochwild jagen - Sauengatter macht sie auch gut und gibt wacker Laut. Aber würde ich bzw. meine Frau sie wirklich in den Brombeerverhau schicken um die Sauen aufzumüden ? Ich denke nein.

Abgesehen davon, dass ich mit hochläufigen Vollgebrauchshunden keine Drückjagd veranstalten würde, denke ich, dass die gerechte Feld und Wasserjagd eine Domäne der DK sind und sie dort wirklich hervorragendes leisten.
Verbunden mit entsprechender Härte kürzen sie das Leid eines angschweißten Stückes Rehwild oder Raubzeugs zuverlässig ab.

Meiner Meinung ein hervorragender Hund für Reviere mit viel Feld, Feldgehölzen, Wasser. Und wunderschön dazu :roll:

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Ginger
 
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#10
Wie hier schon oft diskutiert so gilt es auch hier: Jagdhunderassen mit einer nur geringen Verbreitung und damit vergleichsweise wenigen, für die Zucht zur Verfügung stehenden Individuen, werden erfahrungsgemäß eher über die komplette Breite der zuchttauglichen Hunde gezüchtet.
Die Auswahl besonders guter Vererber ist geringer und der Zuchtwart kann aus diesen Gründen ideale Verpaarungen vermutlich weniger stringent anweisen, als bei Rassen, die "aus dem Vollen" schöpfen können. Wird bei den weniger verbreiteten Rassen vordringlich versucht den überproportionalen Bedarf der Welpeninteressenten zu decken, und ggf auch mal bei Leitungen Kompromisse machen zu müssen, können große Zuchtverbände auf der Basis bester Prüfungen (deren Wert für die praktische Jagdausübung hier auch schon erschöpfend diskutiert wurde) zB die Top-Rüden aber auch besonders geeignete Hündinnen selektionieren.
Hier liegt m.E. ein kleiner Denkfehler vor; je geringer die Zahl der überhaupt zuchttauglichen Hunde in einer Rasse ist, desto mehr treten die Adjektive "besonders gut" in den Hintergrund, zumindest wenn sich diese auf evtl. zu berücksichtigende (jagdliche) Leistungen bezieht - und umso wichtiger ist eine stringente Zuchtleitung. "ideal" bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem "aus Gründen der verwandschaftlichen Beziehungen zwischen den vorhandenen Zuchthunden - grundsätzlich möglich".

Das man auch mit kleinen Zuchtgruppen gewollte Eigenschaften in der Rasse festigen kann, zeigen Vereine wie KBGS und vor allem VH, die allerdings auch diesbezüglich optimierte Vorprüfungen und ein sehr aufwändiges Berichtssystem der jährlichen Nachsucheleistungen nach erfolgter VP abverlangen, bevor der Hund überhaupt in die engere Auswahl zur Zucht kommt. Ein derartiges Verfahren kenne ich von den Brackenleuten oder gar den Zuchtvereinen sonstiger kleiner JGH-Rassen nicht.
Das liegt wohl hauptsächlich auch daran, dass es bei keinem anderen Spezialisten - und schon gar nicht bei den Generalisten - die "abverlangten Leistungen" derart gut und einfach nachvollzieh- und dokumentierbar sind. Außerdem gehen auch bei den SH die Leistungsnachweise nur zu einem geringen Teil in die Zuchtplanungen mit ein - und werden locker durch die errechneten Inzucht-Koeffizienten überlagert.

Bei den Schweißhunden bedeutet dieses Verfahren auch, dass damit nicht jeder Hundeführer einfach Würfe mit seinem HS produzieren kann, so wie das nach erfolgter VJP und HZP sowie Formwert und HD-Diagnostik zB bei vielen Vorstehhunden der Fall ist. Sicher ist das für manche Hundebesitzer gelegentlich schmerzhaft, erreicht aber zB eine gute Wesensfestigkeit und optimale Leitungen bei der Nachsuche und damit einem wirklichen und vorher definierten Zuchtziel. Zucht ist ja nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit der einfachen Vermehrung.
s.o. der gesundheitliche Aspekt wid umso entscheidender, je kleiner die Rasse ist...

In der Praxis könnte das heißen: Nimm mal, ergänzend oder in Rücksprache mit dem sehr engagierten aber eben auch nicht über eine größere Zuchtbasis verfügenden Brackenleuten in Deutschland (Deutscher Brackenverein e.V.) Kontakt mit dem Österreichischen Brackenverein auf. https://www.bracken.at/steirische-rauhaarbracke/rassenportrait/

Haben dort vor vielen, vielen Jahren unsere damalige BrBr erworben (Zwinger liegt in Tirol). Ähnliche Gedanken bzgl breiter Zuchtbasis und „Bestenauslese“ führten mich auch seitens der KLM aus meinem Wohnort in Brandenburg ins KLM-Stammland im Münsterland und bezüglich unserer DK Hündin ins Niederwild reiche Schleswig-Holstein. Ich habe dieses Engagement und den vergleichsweise komplexen Weg zu einem Hund nie bereut und auch wenn die Ausbildung die Anlagen veredeln muss, sind letztere doch wesentlich um einen wirklich guten JGH „zu machen“.
Ich denke, dass Du wesensfeste und leistungsstarke Rauhaarbracken bekommen kannst. Was sicher bedeutet impulsive Spontankäufe zu unterlassen und hingegen mit etwas Geduld und persönlichem Engagement (mal bei Prüfungen mitmachen, Pfostenschau besuchen etc) beim Deutschen oder Österreichischem Brackenverband nach einem Zwinger und letztlich Wurf zu suchen, wo dann alles passt !
Nachdem gerade bei den drei hochläufigen österreichischen Brackenrassen m.W. die Welpenzahlen der beiden deutschen Zuchtvereine höher liegen als bei den österreichischen "Muttervereinen" und nachdem sowieso ein relativ enger züchterischer Austausch besteht, kann man sich diesen Schritt nach Süden getrost sparen, wenn er nicht über den DBV initiiert bzw. mit diesem abgesprochen ist.

Das Du Dir vorher Gedanken gemacht hast, ob solch ein Hund mit seinem Einsatzzweck und seinen Eigenschaften zu Dir und Deiner Jagd hier in heimischen Gefilden passt, setze ich einmal voraus.
:thumbup:
 
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#11
Die Steirischen, die ich kenn, und das sind ein paar, werden überwiegend bis ausschließlich auf Schweiß geführt. Die Stöberleistung hat mich nicht beeindruckt.

Hunde, die auf Ausstellungen und Messen vorgestellt werden, dürften vorselektiert sein, die Krücken werden dort sicher nicht in Erscheinung treten. Darauf allein würd ich also kein Rassebild basieren. Schau Dir, wenn's denn unbedingt eine sein soll, auf jeden Fall vorher ein paar (Anlage)-prüfungen an. Dann hast auch eine bessere Vorstellung davon, was der Hund in der Praxis tut/tun soll.
 
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#12
Das mit dem Anschauen von Prüfungen, auch um Kontakte knüpfen zu können, sollte viel häufiger bei allen Rassen praktiziert werden!
 
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#13
Die Steirischen, die ich kenn, und das sind ein paar, werden überwiegend bis ausschließlich auf Schweiß geführt. Die Stöberleistung hat mich nicht beeindruckt.

Hunde, die auf Ausstellungen und Messen vorgestellt werden, dürften vorselektiert sein, die Krücken werden dort sicher nicht in Erscheinung treten. Darauf allein würd ich also kein Rassebild basieren. Schau Dir, wenn's denn unbedingt eine sein soll, auf jeden Fall vorher ein paar (Anlage)-prüfungen an. Dann hast auch eine bessere Vorstellung davon, was der Hund in der Praxis tut/tun soll.
Ich bin jetzt mal ganz ketzerisch: wenn man sich die Ergebnislisten der Anlagen-Prüfungen z.B. aus dem Jahr 2017 mal auf der DBV-Homepage anschaut, und insbesondere die Mittelwerte der beiden hier betreuten Rassen, kann man das durchaus nachvollziehen; Und die Tatsache, dass in den neuen Regularien bei der AP das Fach "Art der Suche" beim DBV komplett gestrichen wurde, rundet das wenig überzeugende Bild hinsichtlich eines potentiellen Stöbereinsatzes der beiden DBV-Rassen noch ab.
Weiter in Richtung der Schweiß- und Gebrauchsprüfung möchte ich an dieser Stelle nicht vordringen...
 
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#14
Das ist ein bissl komplexer. Daß man dieses Fach wieder abschafft, kaum das man' s eingeführt hat, hat völlig andere Gründe als die Stöbertauglichkeit der betreffenden Rassen.
Zuchtrelevant war' s eh net. Wär bei der Implementierung auch gar nicht möglich gewesen.

Fakt ist, daß BrBr sehr gut zum Stöbern taugen, wie die meisten Bracken, vorausgesetzt, sie werden richtig herangeführt (der kleine Unterschied zum "echten" Stöberhund, der auch ohne Zutun des Führers so wirkt, als ob er das Stöbern beherrscht :cool: ).

Das eigentliche Problem ist, daß man versucht, beide Bereiche (Stöbern und Schweiß) simultan abzudecken. Das mag vom Zuchtmaterial her noch funktionieren, aber spätestens beim Wecken der Anlagen scheiden sich die Wege, und darum kann man nicht etwas als Anlage prüfen, was von vornherein vom Führer unterdrückt oder gefördert wird.

So wie ich das erlebt habe, war Art der Suche einfach eine Farce. Von einem Hund, der auf Schweiß eingearbeitet wird zu erwarten, daß er sich selbständig weit vom Führer entfernt ist Unsinn. Um die Fähigkeit einer Bracke, Wild zu finden, einzuschätzen, sind etwas mehr als 30 m Distanz erforderlich, ich würde bei 300 m anfangen, wenn ich die Spreu vom Weizen trennen möchte. Alles andere läßt sich an der Hasenspur beurteilen.
 
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#15
Das ist ein bissl komplexer. Daß man dieses Fach wieder abschafft, kaum das man' s eingeführt hat, hat völlig andere Gründe als die Stöbertauglichkeit der betreffenden Rassen.
Zuchtrelevant war' s eh net. Wär bei der Implementierung auch gar nicht möglich gewesen.
Nach dem leider viel zu früh verstorbenen ehem. Vorsitzenden G. Henning hatte offensichtlich leider keiner der DBV-Verantwortlichen mehr den Weitblick, die beiden dort betreuten Rassen als das zu sehen, was sie nach wie vor primär sind - Bracken nämlich - und zu versuchen, dies züchterisch auch nach vorne zu setzen.

Fakt ist, daß BrBr sehr gut zum Stöbern taugen, wie die meisten Bracken, vorausgesetzt, sie werden richtig herangeführt (der kleine Unterschied zum "echten" Stöberhund, der auch ohne Zutun des Führers so wirkt, als ob er das Stöbern beherrscht :cool: ).
JEDER Hund muss richtig an seine Aufgabe herangeführt werden, bei einigen fällt´s jedoch leichter, weil sie eine gewisse Grundlage dafür von Hause aus mitbekommen.


Das eigentliche Problem ist, daß man versucht, beide Bereiche (Stöbern und Schweiß) simultan abzudecken. Das mag vom Zuchtmaterial her noch funktionieren, aber spätestens beim Wecken der Anlagen scheiden sich die Wege, und darum kann man nicht etwas als Anlage prüfen, was von vornherein vom Führer unterdrückt oder gefördert wird.
Ja, der Versuch, sich als heimliche 4./5. Schweißhunderasse zu gerieren, ist mir nicht verborgen geblieben; aus verschiedenen Gründen halte ich das für eine Fehlentwicklung, eine Sackgasse, in die sich schon die ADBr selbst hineinmanöveriert hat (und die hätten sogar eine noch größere Berechtigung dazu).

In diesem Fall "stinkt der Fisch aber schon vom Kopf her". Wenn ich es als verantwortlicher Vorstand nicht auf die Reihe bekomme, eine klare Linie vorzugeben, muss ich mich nicht wundern, wenn die Mitglieder nicht wissen wohin. Wenn ich den Mitgliedern nicht klar vermittle, "wir haben in erster Linie BRACKEN" und dies nicht auch in Prüfungs- und Zuchtordnung entsprechend zum Ausdruck bringe, muss ich mich nicht wundern, dass die Mitglieder glauben, sie könnten die AP vernachlässigen.

Schon der allgemeine Text der BPO zeigt mittlerweile diese fehlende Stringenz, und wenn ich in die Sonderregelungen des DBV schaue, wird´s vollends deutlich. Man verwässert die AP (und somit das ureigenste Bracken-Erbe), bläst dafür aber in einer fast profilneurotischen Art und Weise das Schweiß-Thema auf (ich sag´ nur SP-1 und SP-2) - und merkt am Ende nicht einmal, dass einem hinten raus sogar dort das "Hemd zu kurz" wird (ich habe mal die Ergebnislisten der letzten fünf Jahren grob durchgeschaut - es wurde keine einzige SP-2 Fährte gearbeitet!)

So wie ich das erlebt habe, war Art der Suche einfach eine Farce. Von einem Hund, der auf Schweiß eingearbeitet wird zu erwarten, daß er sich selbständig weit vom Führer entfernt ist Unsinn. Um die Fähigkeit einer Bracke, Wild zu finden, einzuschätzen, sind etwas mehr als 30 m Distanz erforderlich, ich würde bei 300 m anfangen, wenn ich die Spreu vom Weizen trennen möchte. Alles andere läßt sich an der Hasenspur beurteilen.
Das stützt meine Vermutung, dass im DBV kaum ein Verantwortlicher den eigentlichen Sinn des Teil-Faches "AdS" überhaupt begriffen hat.
Die Fähigkeit (und der Wille!) eigenständig Wild zu finden, bevor man dieses jagen kann, ist imho fast noch wesentlicher für den Brackier-/Stöbereinsatz als der Wille, es möglichst lange auf der Fährte zu verfolgen.
 
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