Stöberhund einjagen!

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#1
Waidmannsheil,
Wie habt ihr euren vom Stand geschnallten Stöberhund, gerne mit Rassenangabe, eingearbeitet bzw. wie würdet ihr es empfehlen?
Am Anfang durch gegangen, durch gegangen und den Junghund nur zum Halten mit geschnallt, direkt vom Stand geschnallt?
Liebe Grüße, Kraw
 
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#2
Brackenmix als Solojäger (würde ich aber bei jeden anderen Hund auch machen):

ich nehm den Junghund sobald ich ihn habe mit ins Revier, so lernt er (immer wieder) diverse Fährten kennen. Sehe ich den Abdruck (Reh, Sau, RW etc.) lobe ich ein wenig sein Interesse an der Fährte, lasse ihn (an der Leine) ein paar Meter daran arbeiten wenn er es freiwillig macht.
Soll er auch Hase, Fuchs jagen setze ich ihn an einer Spur an, wo ich selbst kurz davor Hase oder Fuchs gesehen habe.


Wenn der Junghund um die 6, 8 Monate alt ist nehm ich mir ein Buch und Sitzfilz, setze mich auf oder an einen Drückjagdbock und lass ihn einfach machen was er will. Zuerst bleibt er in der Nähe, dann wird es ihm langweilig (ggf. beim 2. oder 3. Mal) und er wird kleine Kreise ziehen, auf eine Fährte kommen und dieser eine Zeit lang folgen, hoffentlich auch schon etwas Laut geben.
Kommt er dann ( nach 5-40 min ) zurück spreche ich ihn ohne große Emotion an (kein grosses Lob dass er wieder da ist), streichle ihn kurz und breche entweder ab oder lasse ihn nochmal laufen.
Kommt er nach 60 min oder mehr zurück gibts Lob und Leckerli.

Ist alles Rehwild offen sind kleine Jagden speziell nur für diesen Hund klasse: eine Handvoll Leute, kein anderer Hund wird geschnallt, wird etwas vor ihm erlegt ist es perfekt.

Mehr dazu findest du im Heft "Einschulung der Bracke auf Hase und Fuchs", gibt es hier:
https://www.klub-tirolerbracke.at/allgemein/publikationen/

Wenn du mit dem Junghund durchgehst, er aber ein Solojäger werden soll, ist das nicht sinnvoll, da er (ggf.) sich an dir orientiert und in deiner Nähe bleibt.

Soll dein Hund mit dir durchgehen müssen hier die Durchgeher schreiben ;)
 
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#3
Funktioniert das regelhaft, (stöber-)Hunde mittels mit durchgehen kurzjagend zu halten? Hier ist es nicht möglich einen Hund vom Stand zu schnallen ohne ihn stark zu gefährden bzw überjagen zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
 
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#4
Funktioniert das regelhaft, (stöber-)Hunde mittels mit durchgehen kurzjagend zu halten?
Was heißt für dich kurz ? Manche Hunde kann man beeinflussen. Andere nicht.

Lieber gleich passende Rasse kaufen. Z.b PRT. Oder Foxterrier. Entsprechend Gehorsam üben. Hab da einige getroffen die ziemlich Dicht neben Straßen jagen...

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#5
Torfstecher: ich habe ja schon vieles gehört und auch selbst ausprobiert, aber dass man einen Junghund am Rehwild einarbeitet, habe ich noch nie gehört! Das gibt's wohl nur beim ÖJV!:no:
 
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#6
Fernspäher, das ist jetzt die Neue Welt.
Rehwild ist das schlimmste Schadwild in deutschen Wäldern.
Stöberhunde müssen - nein sollen - bevorzugt Rehe " hetzten" wie man früher sagte.

Nur Rehwild hetzen macht jeder Schäferhund.
Also ruhig Blut - einfach ................sich nur noch Wundern

Rehheil R-M
 
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#9
Wer zum Himmel veranstaltet denn reine Rehdrückjagden?

Mich wundert's...

Ich würde den Junghund auf kleinen Drückerchen mit ausgewählten Leuten auf kleiner Fläche einjagen. Am besten allein oder maximal mit einem erfahrenenem Hund. Möglichst so, dass vor ihm Beute gemacht wird. Sauen kreisen bietet sich da an, oder man weiß wo seine Wutzen liegen...


Aber ich habe ja nur nen Hühnerhund!
 
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#11
Wer zum Himmel veranstaltet denn reine Rehdrückjagden?




Aber ich habe ja nur nen Hühnerhund!
Es soll noch Ecken geben, in denen Sauen Mangelware sind.

Als Hühnerhundführer ist Deine Ansicht zum Thema gar nicht gefragt. Das ist den meisten nur leider nicht bewußt, daß stöbern und stöbern zwei Paar Stiefel sind. Bist also in guter Gesellschaft.
 
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#12
Torfstecher: ich habe ja schon vieles gehört und auch selbst ausprobiert, aber dass man einen Junghund am Rehwild einarbeitet, habe ich noch nie gehört! Das gibt's wohl nur beim ÖJV!:no:
Wer lesen kann ist schwer im Vorteil: er schrub auch von Fuchs und Hase.

Sauen sind eh ein völlig anderes Thema, das tatsächlich anfänglich eine etwas andere Herangehensweise verlangt, ähnlich dem Durchgehhund. Darum fängt man damit tunlichst erst an, wenn der Hund sich zuverlässig vom Führer löst.
 
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#13
Da ich ja aus dem Stöberhundlager komme (Bracken gehören bekanntlicherweise nicht zu den Stöberhunden), darf ich ja etwas dazu sagen!
Ich würde es auf jeden Fall vermeiden, den jungen Hund gezielt an Rehwild zu bringen! Wenn er beim Stöbern dann Rehwild findet und jagt, ok, ich würde es auch vermeiden, dass vor dem jungen Hund Rehe geschossen werden und er so zum Erfolg kommt. Alle anderen Schalenwildarten soll er ruhig jagen, Fuchs und Hase auf jeden Fall auch - das schadet auf keinen Fall. Ich würde es im Normalfall auch absolut vermeiden, dass er mit einem 2.Hund zusammen arbeitet, dass verführt nur zur Unselbstständigkeit!
 
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#14
Dann hast aber echt ein Problem. Hasen sind erst ab 16.10. frei, Füchse soll er auf Dj meist links liegen lassen, und Schwarzwild wie gesagt erst, wenn er gut weggeht. Bleiben eigentlich nur Rehe.

Ehrlich gesagt lege ich es weder auf eine Wildart an, das hat man eh nicht in der Hand, und das wird er später schon merken, bei was er am häufigsten Erfolg hat.

Noch bin ich auf das zwingend Alleinjagen festgelegt. Als Starter kann das durchaus hilfreich sein, mal nen zweiten Hund mitzugeben. Keinesfalls als Dauerlösung, das ist klar. Ist aber auch Rasse-abhängig. Bei Bracken würd ich mir da gar keinen Kopp machen, da sind einige für meinen Geschmack sogar zu sehr nur auf sich selbst fokussiert. Bei Dw mag das anders sein, hab ich aber auch noch keinen erlebt, wo das zum Problem geworden wäre.

Viel sind allerdings sehr leicht durch Erfolg beim Führer kurz zu machen. Fällt bei Bracken schwerer, ist aber auch möglich. Bei denen besteht eher die Gefahr, daß die durch zuviel Unterordnung gar nicht mehr weggehen. Und zwar schlimmstenfalls so, daß es nichtmal fürs Durchgehen reicht.

Um das nochmal zu betonen: der schlimmste Fehler, den man machen kann, wenn man den Hund vom Stand schnallen möchte, ist, anzufangen, mit ihm durchzugehen, wenn er nicht gleich raketenartig abzischt, sobald der Karabiner fällt. Zeit lassen, und nochmal Zeit lassen. Auch im Sinne von Gelegenheit geben. Nicht gleich nach dem ersten mal die Flinte ins Korn werfen. Manche brauchen einfach sehr lang, bis sie kapieren, was möglich ist.

Viele machen den Fehler, daß der Hund vom ersten Tag an ständig an der Leine gesichert wird oder schlimmer noch frei bei Fuß. Damit ihm nur ja nix passiere. Und dann wundert man sich, daß der Hund nicht weggeht. Leine mach ich erst dran, wenn der das erstemal spurlaut gejagt hat.

Terrier und Vorstehunde vom Stand halt ich für ne Fehlbesetzung. Kann man machen, kann auch funktionieren, aber das sind weiße Raben. Generell sind die führernah beim Durchgehen wesentlich effizienter eingesetzt.
 
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#15
Ich würde es auf jeden Fall vermeiden, den jungen Hund gezielt an Rehwild zu bringen! Wenn er beim Stöbern dann Rehwild findet und jagt, ok, ich würde es auch vermeiden, dass vor dem jungen Hund Rehe geschossen werden und er so zum Erfolg kommt.
Warum würdest du beim Einjagen eines DW vermeiden, den jungen Hund gezielt an Rehwild zu bringen und es auch nicht vor ihm schiessen? Beim Einarbeiten eines Schweißhundes kann ich das Meiden von Rehwild vielleicht noch verstehen, aber beim DW wird Rehwild immer eine der Hauptzielarten sein?
 
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