Südafrika

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#31
Was danach kommt

ist schon da, Grandveneur: die Chinesen und Inder. Die kaufen und pachten große Ländereien von den herrschenden Eliten, die als Gegenleistung die eigentlichen Landbesitzer vertreiben und das Geschehen weitgehend aus den social media heraushalten.

Niemand in Afrika ist so selbstlos dumm, gutes Ackerland an bedürftige Subsistenzfarmer zu vergeben. Die dürfen die existierenden Profitfarmen etwas plündern und müssen dann in den Slum, während die folgenden 99 Jahre der Profit aus Raubbau am Boden und angeschlossener Wertschöpfungskette an die (Staats)Konzerne in Asien fließt, die sich in Multis verwandeln.

Gruß,

Mbogo
 
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#33
Ich ordne ein, ich bewerte nicht, ich begrüße nicht, ich verurteile nicht.
...............
...............
Zum Unrecht habe ich mich bereits geäußert.
........
........

Wenn man mit verklärtem Blick auf Afrika schaut, dann sollten alle Weißen sofort auswandern und das Land den Schwarzen überlassen. Wenn man realistisch darüber nachdenkt und sich fragt, wie es danach dort aussehen würde, die Antwort wird einem nicht gefallen.

Dieser Vergleich ist an den Haaren herbei gezogen, jede Diskussion darüber ist Zeitverschwendung.

Wenn Enteignungen neues Unrecht schaffen und mit Ansage erkennbar die Wirtschaftsleistung des Landes verringern, so daß neue Krisen entstehen, dann sind diese zu verurteilen.

Enteigne alle "weißen" Farmen in Südafrika, gib sie den ehemaligen Eigentümern zurück (auch wenn es kein Eigentum in unserem Rechtsverständnis war), was glaubst Du, wie sehen die Farmen nach zwei Jahren aus? Was glaubst Du, wie sieht der Wildbestand nach zwei Jahren aus? Was glaubst Du, wird es dadurch friedlicher (nicht schwarz gegen weiß, sondern schwarz gegen schwarz)?
Zum Gruße,

ich ordne nicht ein, ich zitiere zunächst nur:
"... Warum sollen wir arbeiten, jetzt, wo wir so langegekämpft haben, unser Land zurück zu erhalten...."
Leider ist mir die die Quelle nicht mehr zugänglich, ich habe dieses Zitat vor etwa zwei Jahren in einem Artikel einer Zeitung über Mugabe, seine späteren Verbrechen und seine Schergen gelesen.
Was zeigt dieses Zitat ?
In meinen Augen nicht mehr und nicht weniger, dass zumindest einige Schwarze in ZIM geglaubt haben, dass das Land von selbst einen gewissen Wohlstand gewährleistet... .
Diese seltsame Einstellung hat aber nichts mit der Hautfarbe zu tun, jedenfalls nicht zwangsläufig.
Als ich in den Semesterferien in der Firma meiner Eltern arbeitete, teilweise im Blaumann und an der Maschine, hat mich ein ehem. Schulkamerad besucht und folgendes losgelassen:
"W a s, Du arbeitest, Du bist doch der Sohn vom Chef - da ist man doch von selbst reich...."
Alles eine Mentalitätsfrage...
 
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#34
Was ich eigentlich sagen wollte: Das südliche Afrika war anfangs von Khoikhoi und Khoisan besiedelt, erst viel später stießen die schwarzen Völker hinzu. Sorry, dass ich mich so unklar ausgedrückt habe.
https://en.wikipedia.org/wiki/Bantu_expansion
Ich wollte nur vermerken das nationale Geschichtsbücher oder andere Veröffentlichungen über historische Themen , und das in allen Ländern , immer kritisch beurteilt werden müssen.

Die Geschichte wird immer vom Sieger , Machthaber oder Usurpator geschrieben.
 
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#35
Ich wollte nur vermerken das nationale Geschichtsbücher oder andere Veröffentlichungen über historische Themen , und das in allen Ländern , immer kritisch beurteilt werden müssen.

Die Geschichte wird immer vom Sieger , Machthaber oder Usurpator geschrieben.
Also auch hierzulande, oder sind wir da die rühmliche Ausnahme?
 
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#36
Es sind viele Weiße eingewandert und haben Land an sich genommen und ein Staatsgebilde geschaffen, welches so vorher nicht vorhanden war.
Dass das Land da zum großen Teil schon besiedelt war störte dabei weniger, man hatte ja im Zweifel die besseren Waffen.


Ich glaube nicht, daß es vor WKII ein Katasteramt im heutigen ZIM gab.
Nein! Bestimmt nicht!
Da konnte jeder wie er wollte, der Kolonialverwaltung war das bestimmt völlig egal ...
Es hat also bestimmt überhaupt keine Verzeichnisse gegeben, aus denen hervorging wer wo lebte und welches Land beanspruchte ...


Ich bezog mich aber auf die Einwanderungswelle deutlich nach dem 2. WK; da gab es den Staat in seinen heutigen Grenzen bereits ziemlich lange. Auch ein dem Katasteramt vergleichbares Amt, zumindest jedoch ein entsprechendes Eigentümerverzeichnis wird es da wohl auch schon lange gegeben haben.


Daß es aus diesen Handlungen zu Vertreibung und Gewalt kam bestreite ich ja auch nicht.
Aber Du heißt es scheinbar gut, weil damit positive Effekte einhergehen.


Fakt ist aber, daß die eingewanderten Weißen sehr schnell das Territorium, das wir heute als ZIM kennen als ihre (einzige) Heimat angesehen haben.
Ja, ja, es soll ja auch solche geben, die Sachen, die sie anderen geklaut haben sehr schnell als ihr Eigentum ansehen ...

Komischerweise sehen viele, die die weiße Einwanderung in Afrika so positiv sehen das plötzlich völlig anders, wenn es um Einwanderung nach Deutschland geht ...


Die wirtschaftliche Bewertung ist positiv, da eine ineffiziente Bewirtschaftung durch eine hoch effiziente abgelöst wurde, es zu einem Aufschwung kam, Einnahmen (durch Export) generiert wurden. Diese Einnahmen sind auch in Infrastruktur geflossen.
Also wenn jetzt z.B. US-amerikanische Farmer kämen und deutschen Kleinlandwirten ihr Land wegnehmen würden, dann wäre bestimmt die wirtschaftliche Bewertung positiv, da eine ineffiziente Bewirtschaftung durch eine hoch effiziente abgelöst würde ...


Wenn man mit verklärtem Blick auf Afrika schaut, ...
Dann kommst Du zu dem Schluss, dass die Unterdrückung der überwiegenden Mehrheit durch eine sehr kleine Minderheit nur positive Aspekte hat.


Dieser Vergleich ist an den Haaren herbei gezogen, jede Diskussion darüber ist Zeitverschwendung.
Nein!
Dieser Vergleich ist nicht an den Haaren herbeigezogen. In beiden Fällen profitiert(e) nämlich eine kleine (weiße) Minderheit von der Benachteiligung und Entrechtung einer Mehrheit.
Und in beiden Fällen jammerte die Minderheit hinterher, dass sie die aus diesem Unrecht erwachsenen Vorteile nun nicht mehr haben.


Wenn Enteignungen neues Unrecht schaffen und mit Ansage erkennbar die Wirtschaftsleistung des Landes verringern, so daß neue Krisen entstehen, dann sind diese zu verurteilen.
Wenn man jemandem unrechtmäßig angeeignetes Gut wieder wegnimmt ist das also "neues Unrecht"?

Wie passt eigentlich der letzte Halbsatz zu "Ich ordne ein, ich bewerte nicht, ich begrüße nicht, ich verurteile nicht."?


WaiHei
 
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#37
Dieser Vergleich ist nicht an den Haaren herbeigezogen. In beiden Fällen profitiert(e) nämlich eine kleine (weiße) Minderheit von der Benachteiligung und Entrechtung einer Mehrheit.
Und in beiden Fällen jammerte die Minderheit hinterher, dass sie die aus diesem Unrecht erwachsenen Vorteile nun nicht mehr haben.WaiHei
Verdrängung von Ureinwohnern ist ein für die Menschheit typisches Verhalten, nicht nur in RSA.

Beispiele gefällig:

Neandertaler, Europa
Indianer, Nord- und Südamerika
Aboriginales, Australien
 
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#38
Verdrängung von Ureinwohnern ist ein für die Menschheit typisches Verhalten, nicht nur in RSA.

Beispiele gefällig:

Neandertaler, Europa
Indianer, Nord- und Südamerika
Aboriginales, Australien
Was die Neandertaler angeht ist man nicht so sicher. Anderes Thema.

Auf dem amerikanischen Kontinent , im Norden so wie in der Mitte und im Süden , waren wir sehr effizient. Die Gefahr das die Comanchen die Texaner oder die Zapoteken die Mexikaner aus ihren Ranchs vertreiben ist gering.

In Afrika , wo man das Rezept auch anwenden wollte , scheint es aber nicht so gut funktioniert haben.
 
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#40
Die Weiber standen halt schon damals auf starke Kerle (der Neandertaler soll ja deutlich kräftiger gebaut gewesen sein). :cool:

Sollen nicht Homo Sapiens und Neandertaler getrennt Arten gewesen sein?
Wie war das noch mit "Arten" und fruchtbar kreuzen?


WaiHei
 
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#41
Wenn man jemandem unrechtmäßig angeeignetes Gut wieder wegnimmt ist das also "neues Unrecht"?

WaiHei

Wenn ich Deiner Logik folge, dann wäre es also auch kein Problem, wenn die Sudetendeutschen....

Altes Unrecht ist nunmal geschehen - ob es uns paßt oder nicht - aber das ganze als Rechtfertigung für neues Unrecht zu nehmen ist doch eine ziemlich schräge Ansicht!

Wo ziehst Du dann die Grenze -
50 Jahre / 100 Jahre / 500 Jahre / 1000 Jahre???

Fakt ist nunmal, daß die Leute die heute auf den Farmen leben diese bereits seit oft mehreren Generationen in Familienbesitz haben und bewirtschaften. Die Leute, die vertrieben wurden sind eigentlich alle nicht mehr am Leben. Und Dein oben zitierter Satz ergibt in meine Augen nur Sinn, wenn die mehr oder weniger unmittelbar Beteiligten (!) hier wieder den Ausgleich machen.
 
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#42
Wenn Du richtig gelesen hättest, dann wüsstest Du, dass in Simbabwe nach dem 2. WK mehr Weiße (meist aus GB) eingewandert sind als bis zum 2. WK UND dass eben auch deutlich nach dem 2. WK diese Enteignungen/Vertreibungen zu Gunsten der Weißen stattgefunden haben.
D.h. eben genau, dass viele der vertriebenen heute noch leben und die jetzigen Besitzer (oder sollte man besser das "i" durch ein "a" ersetzen? ) eben nicht seit Generationen dort leben.

Die Rückgabe unrechtmäßig erworbenen (was ein ziemlich harmloser Begriff für Enteignung/Vertreibung ist) Gutes ist also in Deinen Augen Unrecht?


WaiHei
 
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#43
Moin,

soweit ich informiert bin, hat es im heutigen ZIM 1930 ein "Landgesetz" gegeben, das in der Tat den Kolonisten das landwirtschaftlich bessere Land zusprach - aber die Selbstverwaltung hat sehr genau "gesiebt", wer (aus England oder sonstwoher) einwandern durfte, so dass eine Aufstockung der weißen Bevölkerung durch europ. Flüchtlinge ausblieb.

Im übrigen - ich will hier nicht urteilen ! - fällt auf, dass die Matabele und die Shona in ZIM h e u t e n o c h n i c h t wirklich miteinander auskommen.
 
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#45
Wenn ich Deiner Logik folge, dann wäre es also auch kein Problem, wenn die Sudetendeutschen....

Altes Unrecht ist nunmal geschehen - ob es uns paßt oder nicht - aber das ganze als Rechtfertigung für neues Unrecht zu nehmen ist doch eine ziemlich schräge Ansicht!

Wo ziehst Du dann die Grenze -
50 Jahre / 100 Jahre / 500 Jahre / 1000 Jahre???

Fakt ist nunmal, daß die Leute die heute auf den Farmen leben diese bereits seit oft mehreren Generationen in Familienbesitz haben und bewirtschaften. Die Leute, die vertrieben wurden sind eigentlich alle nicht mehr am Leben. Und Dein oben zitierter Satz ergibt in meine Augen nur Sinn, wenn die mehr oder weniger unmittelbar Beteiligten (!) hier wieder den Ausgleich machen.
Zum Gruße,

wir wollen hoffen, dass die Sudetendeutschen vernünftiger sind, als offenbar einige schwarze Politiker.

Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der ein oder andere schwarze "Einpeitscher" erst seit einigen Monaten weiß, dass es unterschiedliche Bodenpunktzahlen gibt... .
Die um Ausgleich bemühten Personen auf beiden Seiten werden gerne niedergeschrien... .

Und die auf den "weißen Farmen" heute lebenden Menschen kennen nichts anderes als dies als ihre Heimat. Sie entschädigungsfrei oder mit einem unangebrachten Ausgleich zu vertreiben, m u s s zu Unfrieden führen.

Ich will auch keineswegs einer Landaneignung das Wort reden, aber sicher wird es eine Menge weiße Vorfahren geben, die auf den neuen Erdteil geflohen waren, weil sie aus England, Holland oder Frankreich, Deutschland oder sonst einem Land hatten subjektiv fliehen müssen.
Und wie vielen Menschen, die das Gleiche h e u t e glauben, bringen wir heute Verständnis entgegen ?
 
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