Temperaturabhängigkeit der Geschossgeschwindigkeit ... In welchem Rahmen?

Mitglied seit
12 Jan 2012
Beiträge
101
Gefällt mir
2
#1
Hallo an alle, wahrscheinlich mehr an die jagenden Schützen ...

der Fadentitel sagt ja schon, wonach ich suche ... trotzdem nochmal konkret gefragt:
Mit welchem Geschwindigkeitsverlust muss man bei einem Temperaturunterschied von beispielsweise 30°C rechnen?
Da dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich von vielen Faktoren abhängig ist, erwarte ich keine konkreten Angaben ... mich interessieren einfach eure Erfahrungen.

Gruß und Waidmannsheil

JD
 
Mitglied seit
9 Jan 2009
Beiträge
443
Gefällt mir
4
#2
Ich hab schon 25m/sec weniger gemessen.

Gesendet von meinem D5803 mit Tapatalk
 
Mitglied seit
9 Feb 2008
Beiträge
8.914
Gefällt mir
1.533
#3
Quelle: "AFraser" aus dem 6.5 Creedmoor Forum

 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
12 Jan 2012
Beiträge
101
Gefällt mir
2
#4
Wenn ich das richtig deute, ist es also im Bereich jagdlicher Schussweite nicht wirklich relevant. Oder gibt es da gegenteilige Meinungen?

Im Falle von RS60 in der gezeigten 8x68-Laborierung würde es sich ja beispielsweise anbieten, bei etwa 10 °C einzuschiessen, um den Effekt zu minimieren

VG
JD
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
5 Okt 2010
Beiträge
1.509
Gefällt mir
40
#5
Wenn ich das richtig deute, ist es also im Bereich jagdlicher Schussweite nicht wirklich relevant. Oder gibt es da gegenteilige Meinungen?

Im Falle von RS60 in der gezeigten 8x68-Laborierung würde es sich ja beispielsweise anbieten, bei etwa 10 °C einzuschiessen, um den Effekt zu minimieren

Die Beurteilung der Relevanz von einer Abweichung von 10m/s darf man sich zutrauen ohne Ballistiker zu sein: Keine (zumindest jagdlich).

Ob die Treffpunktlage sich auf 200m größenordnungsmäßig +-1-5mm bei +-30m/s (durchschnittliches Mittelkaliber) ändert sollte man getrost vernachlässigen dürfen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
26 Okt 2012
Beiträge
692
Gefällt mir
29
#6
Ob die Treffpunktlage sich auf 200m größenordnungsmäßig +-1-5mm bei +-30m/s (durchschnittliches Mittelkaliber) ändert sollte man getrost vernachlässigen dürfen...
Schön wärs wenn das immer zutreffen würde :-D.




Wenn man damit vom Laufknoten abkommt dann kann die Knarre sogar streuen wie eine Giesskanne,daher sollte man zwischen Sommer- und Wintertemperatur die Ladung anpassen .
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
5 Okt 2010
Beiträge
1.509
Gefällt mir
40
#9
Schön wärs wenn das immer zutreffen würde :-D.




Wenn man damit vom Laufknoten abkommt dann kann die Knarre sogar streuen wie eine Giesskanne,daher sollte man zwischen Sommer- und Wintertemperatur die Ladung anpassen .
Hab ich wohl die Ausgangsfrage fehlgedeutet.
Da fragte jemand nach meinem Sprachverständnis dezidiert nach Geschoschgeschwindigleit und nicht nach Laufschwingungen.
Eine außenballistische Fragestellung innenballistisch beantworten ist auch ne Möglichkeit.

Das Diagramm ist hübsch und vielleicht in manchen Fällen auch praxisrelevant.
 
Mitglied seit
3 Feb 2013
Beiträge
3.332
Gefällt mir
3.180
#10
Hab ich wohl die Ausgangsfrage fehlgedeutet.
Da fragte jemand nach meinem Sprachverständnis dezidiert nach Geschoschgeschwindigleit und nicht nach Laufschwingungen.
Eine außenballistische Fragestellung innenballistisch beantworten ist auch ne Möglichkeit.

Das Diagramm ist hübsch und vielleicht in manchen Fällen auch praxisrelevant.
Der Versteht dich schwer. Kommt auch vom Balkan.


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 
Mitglied seit
21 Jan 2002
Beiträge
54.757
Gefällt mir
8.077
#11
Das wird's sein.:lol:

Aber du wirst zugeben, daß das Burgenland schon für die Ösis mehr Balkan als Österreich ist.:biggrin:
 
Mitglied seit
5 Okt 2010
Beiträge
1.509
Gefällt mir
40
#12
Auch auf dem "Balkan" wird vermutlich zwischen Außen- und Innenbalistik differenziert.

Ob hübsche idealisierte Diagramme mit der trögen persönlichen Realität in Deckung gebracht werden können hängt wohl vom Einzelfall ab...

Wer noch zu viel Platz im Munitionsfach/-schrank hat, der sollte auch darüber nachdenken meteorologische Faktoren zu berücksichtigen. Hochdruck- u. Niederdruck-Munition ...

Mal Spaß beiseite: Das System Waffe/Munition/Zieloptik(montage) kann bei heftigen Temperaturdifferenzen schon Treffpunktabweichungen produzieren, das ist schon klar.
Und auf dem Balkan wird zugegebenrmaßen im Schnitt wesentlich weiter rausgelangt als bei uns Waldbarbaren.

Der Einfluss der Temperatur auf die Geschossgeschwindigkeit bzw. Die daraus resultirende Treffpunktabweichung geht aber dennoch auch auf weitere Distanzen im allgemeinen Rauschen unter
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
1 Feb 2008
Beiträge
1.044
Gefällt mir
8
#13
Hab ich wohl die Ausgangsfrage fehlgedeutet.
Da fragte jemand nach meinem Sprachverständnis dezidiert nach Geschoschgeschwindigleit und nicht nach Laufschwingungen.
Eine außenballistische Fragestellung innenballistisch beantworten ist auch ne Möglichkeit.

Das Diagramm ist hübsch und vielleicht in manchen Fällen auch praxisrelevant.
Hallo Zusammen,

ganz so abwegig ist das gar nicht. Ich habe mehrere Fälle, überwiegend mit bleifreien Geschossen, die nur in einem sehr engen Fenster präzise schießen.
Sobald man geringfügig von diesem Fenster abweicht (sei es durch Ladungsmenge oder Setztiefe), ist die Präzision weg.
Wenn man jetzt ein Pulver benutzt, dass empfindlich auf Temperatur reagiert, kann es durchaus sein, dass eine im Sommer entwickelte Ladung im Winter aufgrund veränderter V0 nicht mehr präzise schießt.

Da sind wir auch schon bei der Antwort auf die Frage: In welchem Rahmen sich das abspielt, hängt in erster Linie vom verwendeten Pulver ab.
Die Temperaturstabilität wird selten von den Pulverherstellern angegeben.

Hartmut Brömel schreibt in seiner Anleitung zu QuickLoad dazu folgendes:
Durch Eingabe einer von der Zimmertemperatur abweichenden Temperatur kann das Verhalten des Abbrandes untersucht werden. Die Berechnung erfolgt nach "Yamaga" und gilt nur für nicht temperaturkompensierte einbasige Pulver. Alle Pulverhersteller bemühen sich zu Zeit Temperatur unempfindliche Pulver zu entwickeln. Dazu zählen einige SCDB-Pulver von der Nitrochemie Wimmis, Schweiz. (SCDB = Surface Coated Double Base)
Ein paar Beispiele aus meiner Praxis:
Das Lovex D73.6 habe ich wegen seiner extremen Temeraturempfindlichkeit wieder verworfen.
Das Reload Swiss RS52 war lange Zeit mein Brot- und Butterpulver in der 308 -> Zu große Temperaturemfindlichkeit.
Ich habe bei meiner RS52 Ladung (mit A-Max 178) folgende Werte gemessen: 757m/s@-9°C und 778m/s@30°C
Beim gleichem Temperaturfenster liefert eine Ladung mit Hodgdon Varget Schwankungen, die kleiner sind als die Schuss zu Schuss Abweichung einer Serie.
Aber das oben genannte gilt auch wiederum nicht für alle Relaod Swiss Pulver. RS70 (getestet in 30-06) war nur ca. halb so empfindlich.

Ob diese Schwankungen jetzt was ausmachen kommt tatsächlich auf den Verwendungszweck und die Stabilität der Laborierung an.
Die oben genannte RS52 Ladung mit A-Max 178 zeigte sich z.B. trotz der extremen V0 Änderungen bei Temperaturänderung immer extrem präzise.
Also egal, ob das Pulver nun -9°C hatte oder +30°C, die Treffpunktlage und Präzision war trotz veränderter V0 gleich. Mehrfach getestet.

Gleiches Pulver, anderes Geschoss (z.B. GMX) und es ergab sich der beschriebene Effekt, dass die Gruppen temperaturabhängig aufmachten, weil die temperatur-bedingt andere Innenballistik den Abgangswinkel des Geschosses bei Mündungsdurchgang außerhalb seines "schmalen Fensters" bewegt hat. Es hängt also schon ein bisschen zusammen....

Die eigentlichen V0 Änderungen spielen außenballistisch auf jagdliche Distanzen (bis 300m) noch überhaupt keine Rolle (Außer dem hier beschriebenen Effekt mit dem verschobenen "Sweet Spot").

Die Temperaturempfindlichkeit spielt aber beim Long Range Schießen sehr wohl eine Rolle. Eine Veränderung von 10°C sorgt (bei der A-Max 178 - RS52 Ladung) nicht nur wegen der veränderten Luftdichte, sondern auch wegen veränderter Geschossgeschwindigkeit auf 1000m für eine Differenz von ca. 40cm in der Höhe des Einschlags.
Mit der RS52 Ladung war ich auf einer 1100m Bahn, und kam mit dem Kompensieren nicht mehr hinterher, weil wir in der prallen Sonne lagen. Das Problem sind dann auch die vielen Unbekannten: Wie schnell erwärmt sich die Patrone in der Range Bag ? Wie schnell in der Waffe ? Wo ist das Thermometer ? In der Range Bag ? In der prallen Sonne auf der Bahn ? Wie träge zeigt das Thermometer die tatsächlichen Änderungen an ?
Extreme Temperaturempfindlichkeit macht schießen in solchen Situationen unkalkulierbar.
Deshalb habe ich wieder zu Varget gewechselt. Es ist dann einfach entspannter. Die insgesamt geringere V0 von Varget gegenüber RS52 habe ich für die Temperaturstabilität billigend in Kauf genommen.

Gruß,

Manuel
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
12 Apr 2016
Beiträge
6.458
Gefällt mir
5.748
#14
Für die Mühe u. die praxisrelevanten Fakten, Klasse - Danke :thumbup:
 
Oben