Tips zur Gehaltverhandlung

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6 Jun 2017
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#1
Hallo zusammen,

absolut kein jagdliches Thema, aber hier im Forum ist sicher mehr Arbeits-, Geschäfts- und Lebenserfahrung vorhanden, als bei mir. Also frage ich euch ;)

Ich habe im Januar mein einjähriges Volontariat (B2B Kommunikations-Agentur) begonnen, zum Ende des Jahres geht es also zu Ende.
Am Montag habe ich deshalb ein erstes Personalgespräch (seit Januar vereinbart), um die Konditionen meiner Übernahme zu klären.
Ich überlege nun, wie ich hinsichtlich meines Gehalts argumentieren soll.

Ich würde gerne mein (gutes) Volo-Gehalt als fester PR-Redakteur verdoppeln. Damit entspräche mein zukünftiges Monatsgehalt gut einem Drittel des Umsatzes, den ich aktuell monatlich für das Unternehmen generiere. Im Sinne von: Ein Drittel für mich, eines für den Staat und eines fürs Unternehmen aka das Chef-Ehepaar.
Die Kommunikation, die ich für die Agentur selbst mache, ist da natürlich nicht reingerechnet - sollte einer Kommunikationsagentur aber prinzipiell auch etwas wert sein ;)
Ich bin für das Unternehmen schwer verzichtbar, da niemand da ist, der meine Arbeit übernehmen könnte. Mein Kollege und ich stellen alleine die PR-Abteilung und es läuft insgesamt hervorragend. Meine Kunden sind sehr zufrieden und loben mich beim Chef. Menschlich passt auch alles. Daher sehe ich mich in einer guten Verhandlungsposition.

Haltet ihr den Anspruch für realistisch?
Ist das eine sinnvolle Argumentationsgrundlage?

Bin offen für alle Meinungen, Tipps und Ratschläge!
 
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#2
Wird Dir niemand ohne das Wissen um ein "gutes Volo Gehalt" beantworten können.

Ein Drittel vom Umsatz ist nicht wenig. Da müssten man sich als Arbeitgeber für die Zukunft auf jeden Fall eine Steigerung erhoffen.
 
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#3
Als Nichtbranchenkenner kann ich nichts mit Deiner Forderung nach 1/3 des Umsatzes anfangen.
Ich habe keine Ahnung wie in Deiner Branche der Rohertrag auszusehen hat, der Umsatz sagt erst mal nichts aus.
Du hast heute genügend Möglichkeiten über alle möglichen Portale an Informationen zu kommen, Kolleginnen/Kollegen dürftest Du auch kennen und damit schon ungefähr wissen, was ein Marktübliches Anfangsgehalt nach einem Volontariat ist.
Liste Deine "Erfolge" auf (in Zahlen) und biete, bevor Du Forderungen stellst, eine machbare Steigerung von Umsatz/Gewinn an.
 
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#4
Kenne mich nicht mehr aus, da schon zu lange selbständig, aber im Web gibt es da viel zu finden.

https://www.absolventa.de/jobs/channel/public-relations/thema/gehalt

https://www.wuv.de/agenturen/gehaltstabelle_was_ein_pr_berater_in_agenturen_verdient

Die Argumentation über den Umsatz finde ich nicht gut. Würde mich an den Branchen-Werten orientieren und ggf. noch über eine Erfolgsprovision sprechen.
Woran man das festmacht, müßt Ihr diskutieren, da fallen mir viele Möglichkeiten ein:

- Anzahl veröffentlichter Pressemeldungen
- Anzahl zufriedener Kunden
- Höhe des von Dir bei Deinen Kunden akqurierten Umsatzes
- ...

Aber zuallererst würde ich mal den Arbeitgeber kommen lassen, selbst wenn er versucht den Spieß umzudrehen.
 
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#6
... Ein Drittel für mich, eines für den Staat und eines fürs Unternehmen aka das Chef-Ehepaar.
...
Auf den ersten Blick vielleicht: ein Drittel des Umsatzes und der AG-Anteil kommt noch drauf - dann die Kosten, die du verursachst schon bei knapp der Hälfte von Rohertrag - ohne die weiteren Kosten für Verwaltung, Versicherungen, Raum- und Abschreibungs-Kosten, Sonstige …
Wenn du so argumentieren möchtest, dann solltest du, um nicht ins Messer zu rennen wissen, wie eine (die) Betriebswirtschaftliche Auswertung aufgestellt ist: das wird dieses Wochenende evtl. nix mehr. … also eher so, wie @äsungsfläche geschrieben hat (y)
 
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#7
Bei uns muss ein Projekt Ing. wenigstens das drei bis vierfache seines Gehalts Umsatz machen. Für jeden gibts einen internen Stundensatz, der Grundlage für Angebote, bzw das Controlling ist.
 
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#8
Verdoppeln ist schon eine Ansage. Wenn sich an deiner Arbeitsleistung erstmal wenig ändert, wird der Arbeitgeber schon nachfragen, wofür er bei gleicher Leistung jetzt das doppelte bezahlen soll.

Die Rechnung 1/3 Du, 1/3 der Staat, 1/3 die Firma funktioniert nicht. Jeder im Sales muss neben den eigenen Heiz-, Strom- und Mietkosten für den Schreibtisch natürlich auch allgemeine Kosten der Firma mitdecken, z.b. Kosten für Forschung und Entwicklung, Gehalt von Kollegen der Buchhaltung/Steuerberater, etc., die selbst Kosten generieren, aber aktiv nichts zum Umsatz beitragen.

Wie schon geschrieben - jeder ist ersetzbar. Mit soviel Selbstüberschätzung würde ich nicht in die Verhandlung gehen. Oder bist du der Cristiano Ronaldo der PR Agenten?

Orientier dich lieber an einem marktüblichen Gehalt für Positionen mit vergleichbaren Anforderungen/Erfahrungswerten in deiner Wohngegend.
 
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#9
Wenn Du zuversichtlich bist, dass Du es drauf hast, kannst Du auch auf ein variables Gehalt setzen. Z.B. über Zielvereinbarungen (gemessene Umsatzsteigerung im ersten halben Jahr nach einer PR Aktion - so als Beispiel; ich kenne mich da nicht aus, was in der Branche üblich ist).
 
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#10
Was ist für deinen Arbeitgeber wichtig? Und genau das sollte auch für dich das wichtigste sein. SEIN Geld.
Was ist üblich in der Branche, und dann Vergünstigungen die deine Firma steuerlich anrechnen kann. Auto, Reisen, Essen, Kleidung, Smartphone usw.
Geld sollte für dich Nebensache sein.
 
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#11
@McFridoline

Ich halte Deine Vorstellungen für komplett unrealistisch, kenn die Branche seit über 20 Jahren, sowohl inhabergeführte als auch Netzwerkagenturen. Nach Volo/Trainee kommt erst mal der Junior, usw. Schau mal in die einschlägigen Gehaltsreports von WuV, horizont und Kress. Du wirst Dich glücklich schätzen können, wenn Du ein Plus von 20-25% rausschlägst – maximal.
 
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#12
Jeder ist Dreck, egal wie egal wo.
Hallo zusammen,

absolut kein jagdliches Thema, aber hier im Forum ist sicher mehr Arbeits-, Geschäfts- und Lebenserfahrung vorhanden, als bei mir. Also frage ich euch ;)

Ich habe im Januar mein einjähriges Volontariat (B2B Kommunikations-Agentur) begonnen, zum Ende des Jahres geht es also zu Ende.
Am Montag habe ich deshalb ein erstes Personalgespräch (seit Januar vereinbart), um die Konditionen meiner Übernahme zu klären.
Ich überlege nun, wie ich hinsichtlich meines Gehalts argumentieren soll.

Ich würde gerne mein (gutes) Volo-Gehalt als fester PR-Redakteur verdoppeln. Damit entspräche mein zukünftiges Monatsgehalt gut einem Drittel des Umsatzes, den ich aktuell monatlich für das Unternehmen generiere. Im Sinne von: Ein Drittel für mich, eines für den Staat und eines fürs Unternehmen aka das Chef-Ehepaar.
Die Kommunikation, die ich für die Agentur selbst mache, ist da natürlich nicht reingerechnet - sollte einer Kommunikationsagentur aber prinzipiell auch etwas wert sein ;)
Ich bin für das Unternehmen schwer verzichtbar, da niemand da ist, der meine Arbeit übernehmen könnte. Mein Kollege und ich stellen alleine die PR-Abteilung und es läuft insgesamt hervorragend. Meine Kunden sind sehr zufrieden und loben mich beim Chef. Menschlich passt auch alles. Daher sehe ich mich in einer guten Verhandlungsposition.

Haltet ihr den Anspruch für realistisch?
Ist das eine sinnvolle Argumentationsgrundlage?

Bin offen für alle Meinungen, Tipps und Ratschläge!
Das ist keine "richtige" Arbeit ( Ich hab auch Kowi studiert) und Du bist durch jeden halbwegs qualifizierten Depp ersetzbar - poker nicht zu hoch.

Sorry für die Offenheit. Hatte mal so eine "Medien" Phase - auch beim Veranstalter des Forums ( Der Verlag war zumindest ehrlich)

Alter Sack Weisheit: Mach was Du liebst und nichts anderes.

Der "14 Std/Tag Kollege (anwesend - nicht arbeitend)" hat sein Kind auf Intensivstation, Chronisch krank. Wird ehr´ früher als später "ersetzt" - weil ständig im Krankenhaus.
 
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#13
Ich hab hier mit viel Gegenwind gerechnet und wurde nicht enttäuscht ;)
Danke für eure Meinungen, ich werde mir alle Argumente gründlich durch den Kopf gehen lassen.

Nur eins will ich nicht ganz auf mir sitzen lassen:
Ich schrieb nicht unersetzbar, sondern schwer verzichtbar. Natürlich bin ich ersetzbar, aber es würde eine gut laufende Abteilung aufwirbeln, wäre mit Aufwand und Kosten verbunden und es gibt aktuell eh Probleme, Stellen zu besetzen.
 
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#14
Ist nicht böse gemeint.
Ich vermisse manchmal noch die Zeit in der ich pro Foto und Zeile bezahlt wurde...
 
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#15
Folgende Tips von jemandem mit 40 Jahren Berufserfahrung als Angestellter und Selbstständiger, der zwar nicht aus dieser Branche ist (ist letztlich auch egel, weil bestimmte Mechanismen des Arbeitsmarktes branchenunabhängig sind).

1. Anhören, was Deine Leistung den Chef wert ist (Angebot)!

2. Nachverhandeln ist m. E. bis 10, höchstens 15% des Angebots drin, mehr nicht, sonst macht sich der andere unglaubwürdig oder er holt Dich über unterlassene oder sparsame Gehaltserhöhungen in den nächsten Jahren wieder auf das Gehaltsniveau/die Gehaltsstruktur, in der er Dich haben will.

3. Welche Alternative hast Du? Hast Du einen Plan B, will heißen, bei einem Dritten einen unterschriftsreifen Vertrag?

4. Oder sitzt bei ausbleibender Einigung der neue AG in Nürnberg und nennt sich Bundesanstalt für Arbeit?

5.. Ich bin über die Jahre sehr gut mit den Ausführungen von Heiko Mell gefahren (Karriereberatung für Ingenieure, VDI-Nachrichten). Bei der Beantwortung von Leserfragen sagt er ungeschminkt die Wahrheit über so ziemlich alle Fallen, in die man hereintreten kann.
Mell kann man auf der Website des VDI lesen, er hat aber auch eine eigene Website.
Eine seiner Aussagen war: nichts ist so unwichtig wie das Gehalt im 1. Job, und damit hat er recht.

Viel Erfolg und alles Gute
TicTac
 
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