Tötungsstationen?

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#16
Hier bei mir ums Eck ist auch so ein Tierheim, die Hunde aus den ominösen Stationen aufnehmen. Gleichzeitig gehen sie bei den Gemeinden im Landkreis zum betteln, weil sie denen ja die Kosten für die Fundtiere "abnehmen".
Im Wochenblatt ist jede Woche eine Anzeige drin, wo so ein armer Hund "aus der Tötung" angepriesen wird. Mehrere Gemeinden haben dann die Zahlungen eingestellt und plötzlich verschwanden die Anzeigen in den Zeitungen. Nicht nur die dümmsten hatten das Prinzip durchschaut, auch der neue Vorstand.
Gutmeinendes "Fachpersonal" ist auch vorhanden, aber leider weder Sach-, noch Fachkunde "und an Jäger vermitteln wir sowieso nicht".

Bausaujäger
 
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#17
weil sie denen ja die Kosten für die Fundtiere "abnehmen".
Jo. 30 € für 2 Stunden Zwinger und ein Telefonat mit Tasso ist die Gebühr. Welche Fundtiere bitte gibt es bei uns groß unterzubringen?

Wenn sie wenigstens so ehrlich wären, sich und der Welt einzugestehen, daß das vor allem ihrem eigenen Wohlbefinden dient, dieser aufopferungsvolle Dienst am Tier.
 
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#18
Grundsätzlich sind in Bayern die Gemeinden zuständig für Fundtiere, angefangen bei Hund, Katze, Vögel bis zu Reptilien und Giftschlangen.
Auch verletzte Tiere fallen unter diese Zuständigkeit und da kanns schnell teuer werden. Mir ist ein Fall einer überfahrenen Katze bekannt, die der Gemeinde mehrere Tausend Euros an Tierarztkosten und Unterbringung gekostet hat. Das ging vor Gericht und die Gemeinde musste zahlen weil sich kein Besitzer und kein Verursacher ausfindig machen ließ.

Deinen letzten Satz unterschreibe ich zu 100%.

Bausaujäger
 
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#19
angefangen bei Hund, Katze, Vögel bis zu Reptilien und Giftschlangen.
Auch verletzte Tiere fallen unter diese Zuständigkeit und da kanns schnell teuer werden.
Keine Frage. Nur zu welchem Prozentsatz sind die Tierheime von echten Fundstücken bevölkert, und wieviele kommen aus dubiosen Quellen? Imho gehörte der Import von Tierschutzhunden aus anderen Ländern komplett verboten. Gibt genug Fehlbesetzungen aus eigener Produktion, die dann im Tierheim landen. Und das Thema Katzen ist sowieso noch ein ganz anderes. Das läuft alles nur so, wie es läuft, weil es viel zu viel Leute gibt, die sich daraus ihren Lebensinhalt schnitzen. Auf's billigste. Die Tiere werden nicht gefragt und das Geld zahlen andere. Und die netten Mitbringsel dürfen wir dann alle ausbaden.
 
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#22
Hallo,

eigentlich bin ich ja nur stiller Mitleser, aber in diesem Fall muß ich den Armen Kreaturen doch mal beistehen.

Neben mir liegt meine Schäferhündin.
Sie ist der 9te Tierheimhund in unserem Haushalt und ich möchte sie und keinen der anderen missen.

Ich glaube kaum dass in den genannten Ländern Hunde gezielt zur Vermittlung gezüchtet werden,
da laufen schon so genug davon rum.
Von Tierheimhunden abzuraten weil irgendwo ja ein Geschäft damit gemacht werden könnte hat fur mich so was von Aluhut......


Gruß Klaus
Habe die Ehre,

normalerweise ruhe ich in mir selbst, wie ein buddhistischer Bär im Winterschlaf und lasse mich nicht im www provozieren.
Aber einen Aluhut lasse ich mir von niemandem aufsetzen, da meine Lebenseinstellung das extreme Gegenteil davon ist.
Mein Wissen über Züchtungsanlagen in Osteuropa, speziell in Rumänien und Ungarn ab Mitte der 90er Jahre bis in die Gegenwart, sind nicht theoretischer Natur, oder irgendwelche Halbwahrheit vom Hörensagen, Internet, privaten Fernsehsendern oder sonstigen dubiosen Quellen, sondern praktische Erfahrungen.
In jedem dritten Dorf in Rumänien werden in irgendwelchen Holzverschlägen, alten Sauställen, Gitterkäfigen etc., Hunde produziert (den Begriff Zucht schließe ich in diesem Zusammenhang explizit aus).
Dass es diese Wurffabriken gibt ist den lokalen Behörden, der Politik und der Justiz in der Regel bekannt.
Aber die halten selbst die Hände auf und anschließend werden sie schützend über die Betreiber gehalten.
In vielen der genannten Dörfer gibt es für die Bevölkerung keine Möglichkeiten ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Dank der Aufnahme in die EU 2007 ist die Landbevölkerung nicht mal mehr in der Lage sich selbst zu versorgen, durch den Billigramsch in den westlichen Supermärkten, speziell in unseren deutschen Ablegern, wurde ihnen der innere Antrieb genommen ihre eigene kleine Parzelle zu bestellen, da ein kg Kartoffeln im Laden nicht mal mehr einen Bruchteil von den selbst angepflanzten kostet.
Nirgendwo in der EU gibt es so viele Frühverrentungen wie in Rumänien!
Aber mit einem durchschnittlichen Einkommen von unter €500/Monat kann man auch in Osteuropa keine großen Sprünge machen. Ein Rentner liegt deutlich drunter.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass nach alternativen Einnahmequellen gesucht wird, und die Nachfrage nach Hunden und auch Katzen ist in unseren Breitengraden recht hoch. Es reich ein Blick in die bekannten Anzeigenportale um eine riesige Auswahl an verschiedensten Rassen und Mischungen zu kommen.
Die Tierheime in Deutschland sind sinnvoll und es gibt auch hier im Forum bestimmt niemanden der Ihnen die Daseinsberechtigung absprechen möchte.
Mir geht es eher darum darauf hinzuweisen, dass der Großteil der Tiere aus dem Ausland nicht „gerettet“ werden müssten, wenn nicht ein finanzieller Anreiz geschaffen würde diese Tiere überhaupt auf den Markt zu werfen.
Der Großteil der angebotenen Rassen und Mischlinge war in Osteuropa bis vor 1990, nach den politischen Umstürzen in den Ländern, so gut wie unbekannt!
Wie kann es dann sein dass der Markt immer dann mit Welpen und Hunden im Teenageralter überschwemmt wird wenn sie bei uns gerade zur Modeerscheinung werden?


Ich könnte mir gerade noch stundenlang die Finger wund tippen, um vor allem in einem Jagdforum, wo alleine schon aufgrund einer abgelegten Prüfung ein Mindestmaß an Hundeverständnis da sein sollte, einen sensiblen Umgang mit importierten Hunden ohne Herkunftsnachweis zu erbitten.
Aber leider gibt es zu viele Mensch die sehr beratungsresistent sind und lieber mit dem Aluhut winken anstatt logische Zusammenhänge zu erkennen oder zu hinterfragen.

Zum Abschluss mal einen kleinen Einblick in eine rumänische Quelle.
Zum Beweis dafür, dass die Behörden und auch die Bevölkerung wissen was bei Ihnen vorgeht!
In dem Bericht wird explizit der Begriff Hundemafia verwendet!
https://www.animalzoo.ro/realitatea-din-fabricile-de-caini-si-pisici-afacerea-care-naste-monstri-2/

Kurze Übersetzung. Überschrift lautet: „Die Realität aus den Hunde- und Katzenfabriken. Das Geschäft das Monster erweckt“

Im Grunde genommen geht es in dem Artikel darum aufzuzeigen wie ertragreich der Handel mit den Tieren sein kann.
Für einen Yorkshire z.B. werden im Schnitt €500,00 hingelegt.
Bei ca. 8 Welpen pro Wurf wurde alleine damit das Halbjahreseinkommen eines Normalverdieners erwirtschaftet.
Jetzt mal eine ehrliche Frage in die elitäre Runde hier: wer von uns, in ähnlicher Situation, würde für den Mindestlohn, für 10-14 Stunden am Tag, nach Niederbayern zum Gurkenzupfen fahren, wenn er es so einfach haben kann?

In diesem Sinne WmH
 
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#23
Sehr guter und wertvoller Beitrag. Jetzt wissen wir also, die vermeintlichen Tötungsstationen sind in Wahrheit fabrikmässige Tierproduktionen. Danke dafür!
 
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#24
Ich war vor ein paar Tagen mit meinen beiden Hunden unterwegs und traf dabei eine der vielen semiprofessionellen „Hundetrainerin“ mit ihrer riesigen ital.Dogge( in ihren Lehrgängen erzählt sie, dass es die Hunderasse mit der besten Nase sei). Sie fragte mich, wo meine Hunde her wären und auf meine Antwort „aus Ungarn“ rastete die Tante total aus und beschimpfte mich lautstark, wie ich nur dazu käme, Hunde aus Ungarn zu importieren, während hier die Tierheime übervoll wären....
 
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#25
Sehr guter und wertvoller Beitrag. Jetzt wissen wir also, die vermeintlichen Tötungsstationen sind in Wahrheit fabrikmässige Tierproduktionen. Danke dafür!
Halt. Das sind zwei verschiedene Probleme. Das eine sind die "geretteten" Straßenhunde, das andere ist die Billigproduktion von Moderassen. Letzteres genau so verwerflich und im Zweifel für den Halter mit ähnlichen Prägungs- und Krankheitsproblemen behaftet, aber von Tierschutzseite ist nur die Straßenhundszene initiiert. Übergangsformen allerdings nicht ausgeschlossen.
 
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#26
Der Unterschied zwischen jemand der hier kommerziell züchtet und den Rettungen ist doch meistens ersichtlich. Jemand der wirklich Strassenhunde vermittelt hat vorwiegend adulte Hunde in diversen Größen und Farben, oft mit geographisch typischem Rasseeinschlag. Es gibt ja genug echte Strassenhunde in Südeuropa und auf dem Balkan.
Wer nur Junghunde, vorwiegend klein und Moderassen entsprechend hat, züchtet höchstwahrscheinlich.
Aus diversen Erfahrungen in der Verwandtschaft sage ich ein halbwegs seriöser Tierretter will auch max. 500 EUR Schutzgebühr für den Transport, ein profitorientierter Welpenvermittler ist dann schnell sehr deutlich darüber.
Ob man auch den ehrlich geretteten Hunden damit immer einen Gefallen tut, ich weiß es nicht. In meinem engen Umkreis sind/waren bisher 3 solcher Hunde, für mich käme es nicht in Frage.
 
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#27
Ich vermute, "Straßenhund" ist nur eine Marke für Produkte aus der Industriellen Vermehrung. Mit Sicherheit ist der Profit für diese "geretteten" Hunde sogar höher als für die Rassenprodukte.
 
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#28
Meine Schwägerin hat insgesamt drei gerettete Hunde - einer aus dem Ausland, zwei aus D. Der aus dem Ausland ist mit Sicherheit nicht aus irgendeiner "Zucht", bei dem Verhalten, das der gezeigt hat und den Macken die er hat(te).
 
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#30
Ich vermute, "Straßenhund" ist nur eine Marke für Produkte aus der Industriellen Vermehrung. Mit Sicherheit ist der Profit für diese "geretteten" Hunde sogar höher als für die Rassenprodukte.
Es gibt in Rumänien, Griechenland, auf dem Balkan und sogar in der Innenstadt Palermos unzählige echte Strassenhunde, warum sollte ich sowas vermehren? Der VK für einen Rassehund per ebay Kleinanzeigen über einen Strohmann in Deutschland verkauft ist das vielfache.
Mein Vater kennt sogar eine Dame die so eine Rettungsorganisation betreibt, wohlhabender Ehemann, bisschen naiv verblendet aber an sich schon wohlmeinend und halbwegs seriös.
 
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