Treffen der anonymen Unterwasser-Pirschjäger

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#1
Angeregt durch Parabuteos Faden meine Frage an Euch:
habt ihr schon einmal mit der Harpune gejagt?
Ich war als Kind immer am liebsten am Meer unter Wasser. Mit 14 erwarb ich in Italien während eines Segelkurses eine mares ministen, die ich noch heute besitze. Der Küchenchef des Restaurants, wo wir immer speisten, sah mich immer in meiner Freizeit Schnorcheln und fragte mich deshalb, ob ich ihm nicht ein paar brauchbare Speisefische besorgen könnte. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen vom Jagdvirus infiziert war, kam ich der Bitte gerne nach.
Zu den bleibenden Erinnerungen gehören kräftezehrende Pirschgänge auf Aal an der bretonischen Küste sowie nächtliche Pirsch an der Ostsee. Die Harpune benutze ich leider wegen der restriktiven Regelungen und der inzwischen allerorts vorzufindenden Überfischung bzw bescheidenen Wasserfauna kaum noch. Die Erinnerungen an die damalige Zeit sind aber noch sehr präsent. Es waren auf jeden Fall mit die besten Jagderlebnisse :) man ist u. U. allein, in einer vollkommen anderen Welt und es ist irgendwie eine besondere Situation: man hat nur begrenzt Luft und muss, um das Richtige zu erlegen, alle Kräfte aufbieten.
 
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#2
In DK schwimmen so Leute haufenweise in der Ostsee rum.
IMG_3837.JPG
IMG_3839.JPG
Gruß-Spitz
 
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#3
@spitz44
Interessant - das wusste ich nicht. Offenbar sind dort wohl nur Harpunen mit Gummizug gestattet? Immerhin ..

Was ich vergessen hatte zu erwähnen;
Die Herausforderung beim Schnorcheln mit Harpune besteht m. E. vor allem darin, wieder rechtzeitig den Rückweg anzugehen. Im Jagdfieber vergisst man sehr schnell die Entfernung zur rettenden Küste und schätzt die eigenen Kraftreserven sehr leicht falsch ein, vor allem, wenn man ohne Anzug unterwegs ist und nach und nach auskühlt . Ich bin immer ohne Anzug getaucht, um nicht so viel mitnehmen zu müssen. Schnorchel, Maske, 6 kg Blei, ein Messer und ein Netz sowie ggf eine Taschenlampe und extralange Racing-Flossen waren praktisch alles, was ich in den meisten Fällen an spezieller Ausrüstung dabei hatte.
In kälteren Gewässern war das teilweise schon sehr knapp und jedenfalls dem Jugendlichen Leichtsinn geschuldet 😅
Eine spezielle Schnorchler/Rettungsweste wäre manchmal gar nicht schlecht gewesen - gab es damals von DACOR, einem US-„Nobelhersteller“. Mein Taschengeld reichte damals dafür leider noch nicht - ich habe die gelegentlich auftretenden Krämpfe aber glücklicherweise auch ohne eine solche noch meistern können ☃️
Wenn man nach mehreren Stunden unter Wasser vollkommen durchgefroren, aber geschüttelt vom Jagdfieber mit der passenden Beute aus den Fluten steigen kann, ist das ein wahnsinnig gutes Gefühl. Ähnlich dem, das man hat, wenn man im tiefsten Winter bei entsprechenden Minusgraden die Nacht bis zur äußersten Belastbarkeitsgrenze auf dem Hochsitz verbringt und die Anstrengungen nach Stunden doch noch von einem schönen Jagderfolg belohnt werden ...
 
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#4
Wichtig war auch dort die Wahl der "Munition": Während der Dreizack eine Brasse glatt zweiteilen konnte und aus einem kräftigen Zackenbarsch wieder ausriss, war eine Einzelspitze bei einer oberarmdicken Muräne kein Vergnügen: Die kam dir zähnefletschend auf dem Pfeil entgegen gerutscht.
 
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#5
In Norwegen

soll das möglich sein, habe ich aber nie dort probiert.

Eine Muräne vor Zypern, ein paar Schollen in der Ostsee und ein Zackenbarsch vor Oman sind meine bisherige spärliche Beute.

Petri Heil,

Mbogo
 
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#6
auf dem Exumas. Lionfish (Rotfeuerfisch) ist dort eine Neozooe und es ist gut diese zu bejagen. Erlaubt ohne Flaschen und nur mit "freier Harpune" = Speer. Es gibt auch ein Lionfish Kochbuch und er schmeckt lecker. Natürlich muß man wissen, wie man diesen giftigen Fisch (stacheln) handhabt. Aber auch das kann man nachlesen.

wmh Andi


P1000192 - Kopie.jpg
 
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#7
Als ich vier Jahre in Algerien am Meer lebte, bin ich im Sommer regelmäßig ans Meer und habe mit Harpune und Pfeil frei tauchend (ohne Flasche) gejagt. Muränen gabs viel, Zackenbarsche auch - da wäre ich um Haaresbreite bei einem in der Höhle geblieben, weil sich mein Bleigurt verhakt hatte...

Der Pfeil liegt wohl heute noch da. Ansonsten gab es auch "Beifänge" wie Amphorenscherben etc..
Muränenhaut kann man auch gerben, schöne Farben für Messerscheiden etc.
 
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#8
Oha, erzähl mal was übers Gerben von Fischhäuten. Ich hab da schon ein paar mal zu recherchiert aber noch keine umsetzbare Anleitung für mich gefunden.
 
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#10
Ich hab das ein paar mal in Italien gemacht. In nem See auf Welse, und in Ligurien auf.... Dentex? Ne, ist keine Zahnpasta, mir fällt nur der deutsche Name nichmehr ein. Das mit den Welsen war so, das wir zur Sicherheit ne Rolle am Ruderboot hatten auf der die Sehne für den Vierkanntbolzen, den die 1m Harpune (inklusive Umlenksystem) mit soviel Wumms verschleuderte, das man Unterwasser immer ein Stück zurückgeschleudert wurde. Außer beim perfekten Kopfschuss musste der Wels mühsam Rangekurbelt werden.
 
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#15
Es gibt für Pfeile auch aufschraubbare Aufsätze für das Verschießen von Zentralfeuermunition (Aufschlagszünder-Prinzip). Kenne diese nur in .38 Special und 12/70.
 
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