Unterschied 8x72R und 8x72R Sauer & Sohn

Mitglied seit
23 Aug 2005
Beiträge
70
Gefällt mir
0
#1
Hallo zusammen,

ich bin dabei mir mit Quickload eine Ladung für das Kaliber 8x72R für meinen Sempert & Krieghoff Drilling zu basteln. In Quickload ist aber nur das Kaliber 8x72R (Sauer) verfügbar.

Die Frage ist, ob 8x72R und 8x72R Sauer & Sohn tatsächlich unterschiedliche Patronen oder identisch sind. Im Internet und hier im Forum findet man dazu widersprüchliche Informationen. Fall Ersteres der Fall ist, worin unterscheiden sich die Patronen genau?

Was mich etwas stutzig macht ist folgendes: Bei meiner in gebrömelten Ladung mit 43gr. N140 (Hülsenlänge & OAL sind korrekt angegeben, hab ich aber nicht im Kopf, Geschoss Reichenberg HDB, .318", 175gr.) wird ein Ladungsverhältnis von 87,3% angegeben. Subjektiv scheint aber der verbleibende Raum in der fertigen Patrone geringer zu sein, d.h. weniger als 12,7%). Eine Pressladung ist es nicht aber zwischen Pulversäule und Geschossboden ist nur noch sehr wenig Platz. Wie genau rechnet Quickload hier?

Ich will vermeiden, dass Quickoad von einem anderen Hülsenvolumen ausgeht (8x72R (Sauer)) und dadurch der Gasdruck in meinen geladenen Partonen gefährlich hoch wird.

In diese Zusammenhang wäre es interessant zu wissen, ab welchem Gasdruck es für einen alten Drilling (Sempert & Krieghoff, Bj. 1933 aber guter Zustand) gefährlich wird. Der maximale Gasdruck der (8x72R) ist ja 2.800 Bar.

Es wäre prima, wenn ich zu diesem Thema etwas Input bekommen könnte.

Besten Dank vorab und guten Rutsch

Dennis
 
Mitglied seit
12 Mai 2002
Beiträge
4.645
Gefällt mir
184
#2
Die 8x72R wurde von Brenneke entwickelt und hat eine konische Hülse.
Die 8x72R S&S wurde von Sauer & Sohn entwickelt und ist leicht geschultert. Die Hülse basiert auf einer eingezogenen 9,3x72R.

Ob Hülseninnenvolumen und Gasdruck differieren, weiß ich nicht.
 
Mitglied seit
16 Jan 2006
Beiträge
4.749
Gefällt mir
9
#3
Hallo,

soviel ich weis, sind die S&S-Hülsen 9,3x72R und 8x72R dicker als die heute noch bekannten 9,3x72R von Collath und die 8x72R von Brenneke.
Zumind. die 9,3x72R S&S war wohl die Vorgängerpatrone der 9,3x74R, jedenfalls lassen sich Hülsen für die 9,3 ganz einfach durch 2mm weites abdrehen des Hülsenhalses aus 9,3x74R-Hülsen gewinnen. Es liegt also nahe, daß die 8x72R S&S auch auf dieser Basishülse fußt, was den Unterschied der Ladedichte zur schmaleren (und konischen) 8x72R Brenneke erklären würde.
Da die 8x72R Brenneke also ein geringeres Hülsenvolumen hat, müßte bei der gleichen Menge TLM zur 8x72R der erzielte Gasdruck höher liegen. Wie hoch der Gasdruck deiner Labo letztendlich ist, kann dir mit absoluter Gewißheit nur das Beschußamt sagen. Die Beschußämter München und Ulm, sowie die DEVA verfügen über 60cm Meßläufe in 8x72R Brenneke.
(Die 8x72R S&S ist nicht CIP-erfaßt, hat also auch keinen festgelegten Pmax.)
QL-Daten sind Nährunsgwerte, also keine absolut verbindl. Daten. Errechnete QL-Daten (v.a. Maximaldaten) würde ich nie 1:1 übernehmen, sondern immer auf max. 90% des Pmax als Maximalladung gehen und die Labos über ein Beschußamt "absichern" lassen.
Wieviel Gasdrucküberschuß dein Drilling aushält läßt sich nicht sagen. Auf alle Fälle würde ich keiner Waffe (ob neu oder wie deine aus den 30er Jahren) die maximale Leistung der Munition auf Dauer zumuten wollen. Labos die bei 70-90% des zulässigen Pmax liegen reichen vollkommen aus und schonen Waffe und Schütze.
Das bewußte Verschießen von Munition, die über dem zugelassenen Pmax liegt, ist grob fahrlässig (Versicherungsschutz, Zuverlässigkeit etc.)

Grüße
Saturn
 
Mitglied seit
23 Aug 2005
Beiträge
70
Gefällt mir
0
#4
Danke für die Antworten.

Lassen sich denn Kaliberdaten der 8x72R für Quickload beschaffen? Am Ende des Tages brauche ich ja eine halbwegs verlässlich Ausgangsbasis für meine Laborierung und ich möchte ungern auf Basis der offensichtlich nicht identischen 8x72R S&S weiterarbeiten..
 
Mitglied seit
12 Mai 2002
Beiträge
4.645
Gefällt mir
184
#5
Ladedaten für die 8x72R (Brenneke) finden sich im RWS- und DEVA Handbuch. Eine davon mit N 140 "gebrömelt", ergibt gute angenäherte Ergebnisse.

Ich bin der Meinung, dass die im Programm gelistete Patrone nicht die S&S ist. Würde den Herrn Brömel zur Sicherheit einfach anrufen (keine eMail!)
 
Mitglied seit
23 Aug 2005
Beiträge
70
Gefällt mir
0
#6
Unterschied 8x72R und 8x72R Sauer & Sohn

Das Deva-Handbuch habe ich. Da sind aber keine Ladedaten für das 175gr. HDB Geschoss drin. Natürlich könnte man da die naheliegendsten Daten als Basis nehmen.

Herrn Brömel anrufen ist eine gute Idee. In Quickload steht aber 8x72R (Sauer). Werde es trotzdem mal versuchen.

Gesendet von meinem iPad mit Tapatalk HD
 
Mitglied seit
23 Aug 2005
Beiträge
70
Gefällt mir
0
#7
Unterschied 8x72R und 8x72R Sauer & Sohn

Mmmh, wenn die 8x72R S&S mangels CIP-Erfassung wirklich keine festgelegte PMax hat, spricht das dafür, dass die in Quickload gelistete Patrone in Wirklichkeit die 8x72R Brenneke ist, da dort 2.800 Bar angegeben werden.

Ich versuche morgen mehr rauszufinden
 
Mitglied seit
23 Aug 2005
Beiträge
70
Gefällt mir
0
#9
Unterschied 8x72R und 8x72R Sauer & Sohn

Nein, noch nicht. Hab ich mir auch schon überlegt aber bisher den Aufwand gescheut.
 
Mitglied seit
4 Feb 2009
Beiträge
6.343
Gefällt mir
508
#10
Es soll wohl auch mal eine Collath-8x72R gegeben haben, auch sie hatte eine leicht geschulterte Hülse. Mein Vorgänger im Amt hatte einen solchen Collath-Drilling, verschoss aber die normale RWS-Patrone - die Hülsen wurden im Schuss dann feuergeformt, allerdings mit einer normalen, d.h. standardisierten RCBS-Matr. wieder zurück- kalibriert.
Ich selbst habe einen Funk-Drilling in 8x72R, mit dem mein Vater ein handgeladenes 13,2gTIG(?), geladen extra von Brenneke-Berlin, verschoss. Ich habe das leider nicht mehr gefertigte Norma 12,7g TR daraus verschossen.
 
Oben