Ups Braco Italiano

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z/7

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Wir sind doch eh unterwandert. Jetzt hat La Familia eben auch noch das Hundwesen infiltriert. Wenn das der Hr. W. mitkriegt, kann sich die OK aber warm anziehen.
 
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ich habe mal vor Jahren ein videoclip gesehen wie ein Bracco Italiano ein Feld abgesucht hat. Das war keine Suche, der hat regelrecht Freiland-Schach gespielt. Das war Bracken-Intelligenz eingesetzt für eine Freisuche unter der Flinte. Leider ist der clip weg.
 

z/7

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Es gibt etliche Filmchen dazu in der Röhre. Die werden halt ausschließlich dafür gezüchtet und eingesetzt, das ist schon faszinierend zu sehen.
 
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einige Vorstehhunde haben entweder was überdrehtes oder sie sind total führerorientiert (was ja an sich super ist) und ich frage mich, ob dabei irgendwie der Jagdverstand leidet, vor allem das selbst die Dinge in die Hand nehmen und es lösen statt auf eine Aktion des Chefs abzuwarten oder um der Aktivität willen herumzuflitzen. Genau das schien da anders, dieser Bracco Italiano hat zwischendrin innegehalten, hat Wind aufgenommen und "Männchen" gemacht , um vor sich und um sich herum sehen was los ist und wo da sich was verstecken könnte.
 

z/7

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Gute Frage. Vllt auch eine Frage der Abführung. Weiß nicht, wie die Italiener das handhaben. Ich seh das frühe Abführen ja immer kritischer, je länger ich Hunde habe. Ist bissl wie mit der Kinderbeschulung. Zum falschen Zeitpunkt mit dem Nürnberger Trichter killt Eigeninitiative und Kreativität.
 
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...... Das war Bracken-Intelligenz.....
Dass Bracco mit Bracke rein gar nichts zutun hat, ist aber bekannt?
Genau wie die französichen Braque (Francais, d'Auvergne etc) ist das die jeweils landesspezifische Bezeichnung für Vorstehhunde.

.... oder sie sind total führerorientiert (was ja an sich super ist) und ich frage mich, ob dabei irgendwie der Jagdverstand leidet, vor allem das selbst die Dinge in die Hand nehmen und es lösen statt auf eine Aktion des Chefs abzuwarten......
Vorstehhunde waren niemals dazu gedacht und eben auch niemals dazu gezüchtet eigene Entscheidungen zu treffen. Sie sollen führernah unter der Flinte arbeiten.

Ich fänd es enorm wichtig zumindest verstehen zu wollen, wozu die über Jahrhunderte etablierte Selektion und Zucht von Arbeitshunden dient und zu welchem Ergebnis sie warum geführt hat. Nämlich zu Spezialisten für bestimmte Aufgaben. Und dazu noch regional unterschiedliche Anforderungsprofile an die einzelnen Schläge. Siehe z. B. Wildschärfe bei ausländischen Vorstehern im Vergleich zu deutschen.
Wie man von einem jagenden Hund = Bracke keinen Kadavergehorsam, Führernähe, Wasserfreude und Vorstehqualitäten erwarten kann, so kann man von einem Border Collie keine Wildschärfe erwarten und von einem Vorstehhund keine Brackenarbeit fernab vom Hundeführer.
 
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„Bracco mit Bracke rein gar nichts zu tun hat“ - hmm. In punkto Rassedefition hast Du natürlich recht, aber dennoch, mit etwas Abstand und Blick aufs Ganze: die Ursprünge der Braccos gehen auf sehr alte Jagdhunderassen zurück, wie unsere Bracken auch, also ohne dass auf dem Weg zum jetzigen Hund durch Zucht was ganz anderes draus gemacht worden wäre, so mein Eindruck; ein Bracco-Züchter wird das freilich besser wissen, ich sehe mir den Hund nur an, wie er sich verhält, wie er jagt und wie er aussieht. Diese kluge eigenständige strategische Art zu jagen („Freiland-Schach“), ich nenne es Brackenintelligenz. Dann das Verhalten, außerjagdlich ruhig und fast phlegmatisch, auf der Jagd plötzlich hellwach, und diese extrem weiche Art, der Hund braucht nur minimale Korrekturen, jedes „Schleifen“ würde die Hundeseele und Führerbeziehung zermantschen.

Dass man von einem jagenden Hund = Bracke keinen Kadavergehorsam, Führernähe, Wasserfreude und Vorsteherqualitäten erwarten kann: Der Bracco zeigt ja, was ohne Kadavergehorsam möglich ist. Dieses selbstständige Arbeiten ist ein Gegenentwurf zu den deutschen Vorstehhunden die auch permanent nachgeschliffen werden müssen,
wenn sie nicht extrem viel gearbeitet werden (wofür es aber heute kaum mehr die nötigen Niederwildreviere gibt, allenfalls bliebe der Wechsel zur Raubwildarbeit).
 
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Dass Bracco mit Bracke rein gar nichts zutun hat, ist aber bekannt?
Genau wie die französichen Braque (Francais, d'Auvergne etc) ist das die jeweils landesspezifische Bezeichnung für Vorstehhunde.
Typ Braque bedeutet einfach kurzhaarig bei Vorstehhunden.
Typ Spaniel bedeutet langhaarig, und Typ Griffon bedeutet rauhaarig.
Das hat mit den Rassen nichts zu tun. Alle Vorstehhunde sind allerdings auf den Ursprung zu sehen Bracken.
 
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„Bracco mit Bracke rein gar nichts zu tun hat“ - hmm. In punkto Rassedefition hast Du natürlich recht, aber dennoch, mit etwas Abstand und Blick aufs Ganze: die Ursprünge der Braccos gehen auf sehr alte Jagdhunderassen zurück, wie unsere Bracken auch, also ohne dass auf dem Weg zum jetzigen Hund durch Zucht was ganz anderes draus gemacht worden wäre, so mein Eindruck; ein Bracco-Züchter wird das freilich besser wissen, ich sehe mir den Hund nur an, wie er sich verhält, wie er jagt und wie er aussieht. Diese kluge eigenständige strategische Art zu jagen („Freiland-Schach“), ich nenne es Brackenintelligenz. Dann das Verhalten, außerjagdlich ruhig und fast phlegmatisch, auf der Jagd plötzlich hellwach, und diese extrem weiche Art, der Hund braucht nur minimale Korrekturen, jedes „Schleifen“ würde die Hundeseele und Führerbeziehung zermantschen.

Dass man von einem jagenden Hund = Bracke keinen Kadavergehorsam, Führernähe, Wasserfreude und Vorsteherqualitäten erwarten kann: Der Bracco zeigt ja, was ohne Kadavergehorsam möglich ist. Dieses selbstständige Arbeiten ist ein Gegenentwurf zu den deutschen Vorstehhunden die auch permanent nachgeschliffen werden müssen,
wenn sie nicht extrem viel gearbeitet werden (wofür es aber heute kaum mehr die nötigen Niederwildreviere gibt, allenfalls bliebe der Wechsel zur Raubwildarbeit).
Zum Auffinden von Wild braucht man keinen Hund groß erziehen. Gehorsam ist das, was die Arbeit nach dem Schuss erst möglich macht.
Wenn man allerdings mal richtig gute Hundearbeit in einem hohen Tempo und raumgreifender Suche an Niederwild sehen will, dann sollte man sich mal eine Prüfung der Pointer ansehen.
 

z/7

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Sie sollen führernah unter der Flinte arbeiten.

Also "unter der Flinte" ist für Vorsteher generell betrachtet schon mal falsch. Eine Feldsuche geht schon einiges über Schrotschußdistanz hinaus. Unter der Flinte wird buschiert. Spezialist Spaniel, aber der gemeine deutsche Vorsteher sollte das auch können.

Von den Bracchi gibt es jede Menge Videos in der Tube, mit Prüfungen, Jagden etc. Die gehen auch mal ins Wasser, wenn es sein muß, und Buschieren können sie auch. Apport ist nicht besser als bei deutschen Vorstehern auch.

Was sie deutlichst unterscheidet ist der Trab, auf den auch bis vor kurzem in der Zucht selektiert wurde. Das sieht einfach gigantisch aus, und wenn's den Hund dann rumreißt....

Ich bleibe dabei, ein großes Problem der deutschen Vorsteher ist die Abführung. Was sich per Prüfungsergebnisse dann natürlich auch in der Zucht niedergeschlagen hat. Übertrieben triebige Hunde, die nur von Ausnahmeführern im Griff zu behalten sind, führen ja in der Praxis nicht zu besserem Jagderfolg, weil sie einfach gar nicht mehr eingesetzt werden.
 
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Ich bleibe dabei, ein großes Problem der deutschen Vorsteher ist die Abführung. Was sich per Prüfungsergebnisse dann natürlich auch in der Zucht niedergeschlagen hat. Übertrieben triebige Hunde, die nur von Ausnahmeführern im Griff zu behalten sind, führen ja in der Praxis nicht zu besserem Jagderfolg, weil sie einfach gar nicht mehr eingesetzt werden.

Da kommen mir sofort diese DK und DDs in den Sinn, die bei Jagden zu Ankunft des Jägers/Hundeführers zur Heckklappe rausspringen und total hitzig rumrennen und erstmal ihre eigene kleine Jagd veranstalten. Und der total überforderte Hundebesitzer schreit und flucht seinem Hund hinterher. Der Hund ist von dieser erregenden Jagdbeginn-Situation überfordert, und ihre HF lassen den Hund ja vorher auch nicht zumindest mal körperlich sich etwas austoben, damit wenigstens physisch „der Eimer nicht mehr am Überlaufen“ ist. DK/DD Modell „angezündete Dynamitstange“
 
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Was laufen bei Euch für Vorstehhunde rum, oder besser was für Hundeführer. Die meisten Vorstehhunde in unserer Region sind ausgeglichene Hunde, die steigen ruhig aus dem Auto und sitzen entspannt neben ihrem Herren bis es los geht. Hier wird man schon schief angesehen, wenn der Hund beim Anblasen der Jagd oder beim Verblasen der Strecke anfängt zu singen.
Hunde die nicht „funktionieren“ werden bei uns zwischen Autobahnen, Schnellstrecken der Deutschen Bahn und vielbefahrenen Straßen nicht alt.
Die Grunderziehung eines Vorstehhundes ist wirklich nicht das Buch mit sieben Siegeln.
Mit Selbstdisziplin, Konsequenz und der nötigen Zeit bekommen das die meisten Jäger hin.
 
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