Verbandsstöberprüfung

Anzeige
Mitglied seit
1 Nov 2014
Beiträge
1.653
Gefällt mir
4
#1
Ho-Rüd-Ho,

hier wurde sie ja an verschiedenen Stellen schon kontrovers diskutiert, also muss man sich selber ein Bild machen...

Am vergangenen Samstag waren Dante und ich bei der Verbandsstöberprüfung des Jagdgebrauchshundvereins Weser-Leine.
Von ursprünglich vier Gespannen sind leider nur zwei angetreten.
Ein DJT und mein KLM.

Ich berichte mal ganz nüchtern hier. Die Diskussion wird dann schon von alleine kommen :biggrin:.

Los ging es mit dem allgemeinen Gehorsam. Beim Laufenlassen auf der Wiese und dem heranrufen hat der DJT erst einmal die Zeit für einen kleinen Ausflug genutzt und sich den ersten Punkteinzug gefangen. Nichtsdestotrotz war der Hund (auch für mein Empfinden) in angemessener Zeit wieder da und lies sich wieder an den Strick nehmen.
Dante hat auf der schneebedeckten Wiese gleich mal ne feine Suche gemacht (die natürlich keinen Einfluss auf die Bewertung hat) und als er in den angrenzenden Wald wollte, sollte ich abrufen oder abpfeifen.
Doppelpfiff-Hund rast zu mir und freut sich auf neue Aufgaben - das gibt 4 Punkte.

Bei der Leinenführigkeit in den Stangen können wir erneut glänzen und holen die nächsten 4 Punkte.

Beim verhalten auf dem Stand im simulierten treiben ist der DJT etwas aufgeregt. Mein KLM bleibt ruhig, bis ich Vollsemmel einen schneebedeckten Ast mit der Flinte abschieße.
Der Ast fällt stilvoll und mein Hund steht auf und geht etwas nach vorne, was uns einen Punkt Abzug (Fachwertziffer 2) bringt. Das nehme ich mit Humor.

Anschließend treffen wir uns mit einigen Jägern, die abgestellt werden.
Zunächst ist der Terrier dran und erhält ein gutes und dichtes Gebiet, wo er an Schwarzwild und sogar an Rotwild kommt.
Leider kommt nichts zum Liegen aber der Terrier macht seine Sache gut.

Dann sind wir dran und stehen leider im etwas lichten Buchenbestand.
Das bedeutet mal nichts gutes für uns. Im so hellen Bestand weiß auch der dümmste Hund, dass da vermutlich nicht viel Wild einsteht.
Auf dem Weg im Trieben kommen wir aber doch an einige dichte Einstände, die der Hund mit tiefer Nase und eigenständig und gründlich absucht.

Nach ca. 30 Minuten (ein Reh ging in weiter Ferne weg und der Hund hat es nicht gesehen, weil er gerade in einem anderen Teil stöberte) zeigt der Hund ganz klar eine Fährte oder Spur an und verfolgt diese mit großem Interesse, bis er schließlich an einigen umgestürzten Bäumen vorsteht.
Bevor ich was sagen kann, springt er ein und die große Fahrt hinter dem Fuchs geht los mit gewohnt tollem Laut.
Es geht direkt auf einen Stand zu, ich höre den Fuchs kurz klagen und dann den Jäger rufen, dass mein Hund ablassen soll. Hochwildrevier im Forst... bei uns im Münsterland hätte man den anstehenden Jäger dafür gevierteilt :lol:.
Was war passiert? Hund und Fuchs sind wieder auf einen Baum zu, der genau vor dem Stand lag. In dem Gehölz war ein einziges kleines Loch, groß genug für einen Fuchs, aber nicht groß genug für einen hochgewachsenen KLM.
Gerade als der Hund den Fuchs an der Lunte hat, taucht der Rotrock durch das Loch und mein Hund ballert davor.
Der Fuchs kommt durch und rettet sich mit weiteren Haken, der Hund muss umschlagen, will nach, wird aber vom ansitzenden Waidgenossen davon abgehalten.

Die anschließende Anschneideprüfung stellt für beide Hunde keine Herausforderung dar und so bestehen beide die Prüfung.

Ob man die Prüfung nun braucht?
Ich führe meine Hunde gerne auf Prüfungen, ich liebe die Vorbereitung und habe gerne neue Ziele.
Außerdem war es ein toller Tag mit vielen netten Menschen.
Für uns hat es sich also gelohnt.

Das schlechtmachen überlasse ich nun anderen.

Anhang anzeigen 55754

Nächstes Wochenende geht es weiter im Westerwald.
Und nächster Halt wird prüfungsmäßig dann wohl die Btr.

Ich freue mich auf neue Aufgaben.


Waidmannsheil,

Andreas
 
Mitglied seit
17 Jul 2008
Beiträge
2.145
Gefällt mir
0
#2
Ho-Rüd-Ho,

hier wurde sie ja an verschiedenen Stellen schon kontrovers diskutiert, also muss man sich selber ein Bild machen...

Am vergangenen Samstag waren Dante und ich bei der Verbandsstöberprüfung des Jagdgebrauchshundvereins Weser-Leine.
Von ursprünglich vier Gespannen sind leider nur zwei angetreten.
Ein DJT und mein KLM.

Ich berichte mal ganz nüchtern hier. Die Diskussion wird dann schon von alleine kommen :biggrin:.

Los ging es mit dem allgemeinen Gehorsam. Beim Laufenlassen auf der Wiese und dem heranrufen hat der DJT erst einmal die Zeit für einen kleinen Ausflug genutzt und sich den ersten Punkteinzug gefangen. Nichtsdestotrotz war der Hund (auch für mein Empfinden) in angemessener Zeit wieder da und lies sich wieder an den Strick nehmen.
Dante hat auf der schneebedeckten Wiese gleich mal ne feine Suche gemacht (die natürlich keinen Einfluss auf die Bewertung hat) und als er in den angrenzenden Wald wollte, sollte ich abrufen oder abpfeifen.
Doppelpfiff-Hund rast zu mir und freut sich auf neue Aufgaben - das gibt 4 Punkte.

Bei der Leinenführigkeit in den Stangen können wir erneut glänzen und holen die nächsten 4 Punkte.

Beim verhalten auf dem Stand im simulierten treiben ist der DJT etwas aufgeregt. Mein KLM bleibt ruhig, bis ich Vollsemmel einen schneebedeckten Ast mit der Flinte abschieße.
Der Ast fällt stilvoll und mein Hund steht auf und geht etwas nach vorne, was uns einen Punkt Abzug (Fachwertziffer 2) bringt. Das nehme ich mit Humor.

Anschließend treffen wir uns mit einigen Jägern, die abgestellt werden.
Zunächst ist der Terrier dran und erhält ein gutes und dichtes Gebiet, wo er an Schwarzwild und sogar an Rotwild kommt.
Leider kommt nichts zum Liegen aber der Terrier macht seine Sache gut.

Dann sind wir dran und stehen leider im etwas lichten Buchenbestand.
Das bedeutet mal nichts gutes für uns. Im so hellen Bestand weiß auch der dümmste Hund, dass da vermutlich nicht viel Wild einsteht.
Auf dem Weg im Trieben kommen wir aber doch an einige dichte Einstände, die der Hund mit tiefer Nase und eigenständig und gründlich absucht.

Nach ca. 30 Minuten (ein Reh ging in weiter Ferne weg und der Hund hat es nicht gesehen, weil er gerade in einem anderen Teil stöberte) zeigt der Hund ganz klar eine Fährte oder Spur an und verfolgt diese mit großem Interesse, bis er schließlich an einigen umgestürzten Bäumen vorsteht.
Bevor ich was sagen kann, springt er ein und die große Fahrt hinter dem Fuchs geht los mit gewohnt tollem Laut.
Es geht direkt auf einen Stand zu, ich höre den Fuchs kurz klagen und dann den Jäger rufen, dass mein Hund ablassen soll. Hochwildrevier im Forst... bei uns im Münsterland hätte man den anstehenden Jäger dafür gevierteilt :lol:.
Was war passiert? Hund und Fuchs sind wieder auf einen Baum zu, der genau vor dem Stand lag. In dem Gehölz war ein einziges kleines Loch, groß genug für einen Fuchs, aber nicht groß genug für einen hochgewachsenen KLM.
Gerade als der Hund den Fuchs an der Lunte hat, taucht der Rotrock durch das Loch und mein Hund ballert davor.
Der Fuchs kommt durch und rettet sich mit weiteren Haken, der Hund muss umschlagen, will nach, wird aber vom ansitzenden Waidgenossen davon abgehalten.

Die anschließende Anschneideprüfung stellt für beide Hunde keine Herausforderung dar und so bestehen beide die Prüfung.

Ob man die Prüfung nun braucht?
Ich führe meine Hunde gerne auf Prüfungen, ich liebe die Vorbereitung und habe gerne neue Ziele.
Außerdem war es ein toller Tag mit vielen netten Menschen.
Für uns hat es sich also gelohnt.

Das schlechtmachen überlasse ich nun anderen.

Nächstes Wochenende geht es weiter im Westerwald.
Und nächster Halt wird prüfungsmäßig dann wohl die Btr.

Ich freue mich auf neue Aufgaben.

Waidmannsheil,

Andreas

Lassen wir zunächst einmal die Institution "Stöberprüfung" an sich als solche außen vor und beschäftigen uns kurz mit dem Verhalten des (vorgestellten) Jägers, der es unterlassen hat, den gejagten Fuchs zu erlegen. Ich halte ein solches Verhalten für unsäglich und für langfristig absolut jagd- und prüfungsschädlich! Das wird noch getoppt, durch den Versuch, den Hund sogar vom weiteren Jagen abzuhalten!

Eine Stöberprüfung ist sowohl für den Hund als auch für das gejagte Wild eine reale Jagdsituation - nicht Prüfungssport! Nach TSchG braucht es zum "Hetzen" eines Hundes auf andere Tiere eines vernünftigen Grundes. Ein XXX, der aus welchem Grund auch immer glaubt, in einer solchen Situation nicht schießen zu müssen, sollte sich über einige Grundsätze seines "JS-Inhaber"-Daseins ernsthafte Gedanken machen.

Was die Stöberprüfung als solche betrifft, äußere ich mich lieber nicht weiter...
 
Mitglied seit
1 Nov 2014
Beiträge
1.653
Gefällt mir
4
#3
Er hätte ihn auf keinen Fall erlegen können ohne den Hund massiv zu gefährden.
Der Hund war unmittelbar dahinter und hatte ihn gerade an der Lunte gepackt, als der mit Schwung abgetaucht ist.

Vielleicht als der Fuchs durch den Baum durch ist und der Hund umschlagen musste. Aber die Situation konnte ich nicht mehr beobachten.

Zur Stöberprüfung hast du dich in anderen Fäden ja schon ausreichend geäußert :).
 
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Anzeige
Oben