Vergrößerung Fernglas für Ansitz

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#1
Hallo zusammen,
ich schon wieder mit einer Frage, die den alten Hasen(...) unter euch vielleicht albern erscheinen mag, aber ich habe da gerade wirklich ein Verständnisproblem: ich bin gerade auf der Suche nach einem Ansitzfernglas. Über die Marke möchte ich gar nicht diskutieren, das würde wahrscheinlich innerhalb von ein paar Minuten ausarten (und ich vielleicht noch als Troll gesperrt werden :censored:). Mir geht es nur um den Vergrößerungsfaktor.
Die meisten sind wohl (so mein Eindruck) mit 8 oder 10fach unterwegs. Warum? Ich habe mir zum Ausprobieren mal das 10 und das 12fach der gleichen Marke (und Produktreihe) bestellt und frage mich, warum ich auf ein Mehr an Vergrößerung verzichten soll. Zittern/Verwackeln ist beim Ansitz ja kein Problem. Und das Sichtfeld ist auch nicht so viel kleiner, dass ich mich nicht mehr hätte orientieren können.
Für Aufklärung über das, was ich bisher eventuell übersehen habe, wäre ich dankbar.
Viele Grüße
 
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#2
Es gibt FÜR DEN ANSITZ keinerlei Gründe, auf eine höhere Vergrösserung zu verzichten, ausser dass eine hohe Vergrösserung in der Dämmerung und nachts suboptimal ist - da ist achtfach wirklich am besten und bietet ein helleres Bild.

Aber tagsüber, insbesonders zum Ansprechen, sind hohe Vergrösserungen natürlich besser. In Kauf nehmen musst du natürlich, dass die Gläser etwas grösser und klobiger sind, aber im Rucksack spielt das keine Rolle. Viele Jäger, nicht nur in alpinem Gelände, haben ja auch ein Spektiv dabei. Bei der Bockjagd habe ich gerne ein 15x80 im Rucksack. Ist zwar ein Klotz, aber die Details die man damit sieht sind schon phantastisch. Als Pirschglas ist das Trupp natürlich denkbar ungeeignet, da ist ein 8x42 oder 10x42 viel besser.
 
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#3
Hallo! Das hat etwas mit der Austrittspupille zu tun. Hier mal ein Link: https://www.intercon-spacetec.de/beratung/fernglaeser/was-ist-.../austrittspupille/
Mir wurde mal erklärt, dass man für den Nachtansitz den vollen Pupillendurchmesser nutzen will. Von daher bietet sich hierfür ein 8x56 Glas an, um das Maximum an Lichtausbeute auf die Netzhaut zu projezieren. 56 mm Objektivdurchmesser geteilt durch 8-fache Vergrößerung = 7 mm Austrittspupille. Ein Optimalwert, da die menschliche Pupille auch einen Durchmesser von 7 mm hat. Bei einem Glas mit 10 facher Vergrößerung müsste der Obkjektivdurchmesser 70 mm!!! betragen. Das wäre ein ziemlicher Oschi zum Rumschleppen. 8x56 ist somit (für nachts) der perfekte Kompromiss aus Gewicht, Leistung und Vergrößerung.
Grüße
 
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#4
Für den Tageseinsatz ist eine 10-12 fache Vergrösserung ganz schön, aber meist findet die Jagd ja in Richtung Dämmerungszeit statt. Da ist die Rechnung einfach:

Ein 8x56er Glas bietet das "hellste" Bild: 8-fache Vergrösserung x 7mm max Öffnungsweite der Pupillen (bei jungen Menschen) = 56er Objektivdurchmesser. Mehr kannst du einfach nicht einfangen. ( Ja es gibt auch 9x63 er Gläser usw).
Wie weit will man denn in starker Dämmerung/Nachts schiessen, dass es dafür Mordsvergrösserungen zum Ansprechen braucht?

....und dann einäugig das Ziel noch sauber mit dem Zielfernrohr aufnehmen zu können steht auf einem ganz anderen Blatt.... Meist leistet das Fernglas beidäugig mehr, als man übers ZF einäugig umsetzten kann.

Edit: Mr. Kanister war 1 Min. schneller.
 
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#5
Zittern/Verwackeln ist beim Ansitz ja kein Problem.
Naja, das Bild ist mit einer niedrigen Vergrößerung schon ruhiger

Und das Sichtfeld ist auch nicht so viel kleiner, dass ich mich nicht mehr hätte orientieren können.
Nimm mal ein Glas mit 140m/1000m Sehfeld zum Vergleich mit. Viel angenehmer zum Abglasen. Zum Ansprechen empfiehlt sich dann, besonders auf dem Ansitz, ein am Sitz befestigtes Spektiv.
 
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#7
Hallo zusammen,
....aber ich habe da gerade wirklich ein Verständnisproblem: ich bin gerade auf der Suche nach einem Ansitzfernglas....

Die meisten sind wohl (so mein Eindruck) mit 8 oder 10fach unterwegs. Warum?...

Für Aufklärung über das, was ich bisher eventuell übersehen habe, wäre ich dankbar.
Viele Grüße
hallo auch.
Ich werfe einmal das Gewicht der Optiken ein.
So eine Fernglas sol dich ja über Jahre hinweg begleiten? Jünger wirst auch du nicht und irgendwann wird, abgesehen von Sonstigem, auch das Gewicht eine Belastung beim Mitschleppen allen Gerödels.
Ich habe ein 8x56, in der Nacht ein absolutes Muss.

Brauchst du unbedingt 10 / 12x ?
10x würde zur Not über die Zieloptik abgedeckt werden können?
 
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#8
Ich benutze schon Jahre in der Dämmerung ein Carl Zeiss Jena MC , wenn ich da nichts mehr sehe ist es in meinem Zielfernrohr schon lange dunkel.
 
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#9
Was den Thread dann ziemlich obsolet macht.
Ein China-Billig-Kinderspielzeug kann mit 10x auch nix reißen. Ein High-End Produkt schon.
Nur auf die Vergrößerung kann man das Gesamtkonzept nicht runterbrechen.
Das ist natürlich richtig. Deswegen schrieb ich ja Vergleich innerhalb derselben Marke / Produktreihe.
Das mit der Austrittspupille hatte ich auch überlegt, aber dann gestern Abend einfach mal verglichen. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass da ein Helligkeitsunterschied bestehen soll, wäre es mir vermutlich nicht aufgefallen. Da ich es wusste, dann doch. Geringfügig. Meines Erachtens aber nicht so bedeutend wie der Gewinn an Vergrößerung.
 
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#11
Es hat noch einen anderen Aspekt: Ansitz. Du siehst mit bloßem Auge ein Stück anwechseln. Willst es ansprechen.

1) ein Glas mit riesiger Vergrößerung und Objektiv bedeutet viel Bewegung. Um so leichter sieht das Stück Dich.

2) Je größer die Vergrößerung, um so mehr Zeit und Bewegung brauchst Du, um Dein Stück ins Bild zu bekommen. Um so mehr Zeit und Sichtbarkeit hat das Stück. Habe neulich nen Bock auf diese Art verloren. sogar mit meinem 8*56.

Zur Auswahl: kannst Du Dir Gläser von Freunden leihen und ausprobieren? Ich fand das sehr "erhellend".
 
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#12
hallo auch.
Ich werfe einmal das Gewicht der Optiken ein.
So eine Fernglas sol dich ja über Jahre hinweg begleiten? Jünger wirst auch du nicht und irgendwann wird, abgesehen von Sonstigem, auch das Gewicht eine Belastung beim Mitschleppen allen Gerödels.
Ich habe ein 8x56, in der Nacht ein absolutes Muss.

Brauchst du unbedingt 10 / 12x ?
10x würde zur Not über die Zieloptik abgedeckt werden können?
Das ist ja genau die Frage, die ich mir stelle. Ob ich es brauche. Gewicht / Größe stören mich auf dem Sitz eigentlich nicht. Und deshalb ja die Frage nach weiteren Gegenargumenten wie zB der Helligkeit.

Die Zieloptik deckt 3-12 fach ab - demnach bräuchte ich gar kein Fernglas?
 
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#13
Ein Glas sollte man schon beim Ansitz dabei haben, ich glase immer das Gelände ab und sehe das Wild schon im Vorfeld anwechseln.
 
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#14
Je kleiner die Vergrößerung, desto größer die Schärfentiefe.
Man braucht nicht so viel drehen um es scharf zu stellen wenn man 8Fach nimmt.
Ich habe 10fache Gläser ausprobiert und fand es nicht gut. In der Dämmerung war ich oft am kurbeln um die optimale Schärfe zu finden.
Bei 8fach passt es fast immer.
Wenn der Hirsch für 8fache Vergrößerung zu viele Enden hat dann schaut man am besten kurz durch das Zielfernrohr und kann dann später ganz in Ruhe nochmal die Enden nachzählen.:oops:
 
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#15
Mit dem Zielfernrohr ansprechen geht zwar, sollte man aber nicht unbedingt tun. Man über lege, ob man auf auf alles, das man beobachten möchte auch den Lauf richten möchte. Mit kleinerem Sehfeld wird es übrigens auch schwerer nach dem Absetzen das Fernglases das Objekt/Wild beim nächsten Durchschaun wieder rein zu bekommen / wiederzufinden.
 
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