Verhalten von Reh- und Schwarzwild nach Beweidung?

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Moin, eigene Erfahrung: nach Beweidung durch Schafe meidet Wild erstmal die Flächen. Schwarzwild wird nach Wochen/Monaten durch die verrottende Schafkacke und das Getier daran zum Brechen verleidet... aber meist nur kurz. Insgesamt eher negativer Einfluß.

Wie ist Eure Erfahrung mit einer Beweidung durch Rinder?

Wenn es das Thema schon gibt, bitte um Hinweis. Habe nix gefunden.

Danke und Weidmannsheil.
 
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Juckt das Wild sehr wenig. Stört eher dich, falls du Mutterkühe stehen hast und zum Ansitz
oder zum Bergen durch musst. Die Sauen kontrollieren übrigens die Schafflächen oft sofort!
 
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Wir haben mobile Schafherden die zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Sind ein bis zwei mal im Jahr im Revier und ziehen quasi den ganzen Sommer durch die Region.
Schwarzwild wird dadurch nicht gestört, im Gegenteil. Der Schäfer berichtet immer wieder, Sauen morgens im Umfeld des mobilen Pferchs anzutreffen. Rehwild meidet eher kurzfristig diese Bereiche, wird aber nicht nachhaltig vergrämt.
Weiden mit Viehhaltung ziehen auch eher die Sauen an. Je nach Jahreszeit und Witterung kommen die Sauen gerne und drehen dann die Fladen auf der Suche nach tierischem Eiweiß um.

wipi
 

FTB

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Kann nur was zu Rehwild sagen: Schafe werden eher gemieden, Rinder stören es nicht so. Vielleicht liegt es an der Geräuschkulisse, ich weiß es nicht.
 
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Wir haben eine Kirrung auf einer Wiese, auf welcher der Besitzer im Spätsommer ca. 1 Woche Pferde hat weiden lassen. Davor waren die Sauen immer wieder an der Kirrung. Seither keine einzige mehr. Die Pferde hatten einen einen unbestreitbaren, extrem negativen Einfluss für diese Kirrung.
 
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Wir haben eine Kirrung auf einer Wiese, auf welcher der Besitzer im Spätsommer ca. 1 Woche Pferde hat weiden lassen. Davor waren die Sauen immer wieder an der Kirrung. Seither keine einzige mehr. Die Pferde hatten einen einen unbestreitbaren, extrem negativen Einfluss für diese Kirrung.
Pferde reagieren mitunter aggressiv gegenüber Sauen.
 
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Den Rehen sind die Schafe total egal. Rehe sind noch dümmer als Schafe und sind Gewohnheitstiere. Wenn die Weiden groß genug sind, leben sie sogar teilweise zeitgleich auf der gleichen Landschaftspflegefläche. Wenn die Schafe jetzt im Winter länger auf einer Fläche enger gekoppelt sind, leben die Rehe unmittelbar nebenan, wenn es die Deckungsstrukturen hergeben.
Wer was anderes behauptet, erzählt Jägerlatein.
 
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Es ist intressant dass die Erfahrung Vieler als Jägerlatein, also als Lüge bezeichnet wird. Etwas mer Respekt könnte man sich wünschen.
Ich will nicht auch lügen hier, sonst könnte ich berichten was schon vor 70 Jahren die Jäger damals berichteten
 
Zuletzt bearbeitet:
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Moin,

meine Erfahrungen sind, dass Rehe Schafe (und insbesondere Muffelwild!) meiden und die beiden Genannten sich auch nicht verträglich verhalten. Beides in mehreren Revieren so gesehen (mal mit Schafen und mal mit Muffeln). Just my two cents :cool:.

munter bleiben!!

hobo
 
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Hier hat ein Freund ein Revier, das regelmäßig von Schäfern heimgesucht wird (Landschaftspflege) Im Anschluss wehen aus jedem Dornenbusch (und davon hats einige) kleine Flocken Schafwolle. Der Effekt ist nach seiner Aussage so, wie man es erwartet, wenn man Schafwolle als <verbisschutz ausbringt: Die Flächen werden gemieden.

Wir haben alljährlich Ziegen im Revier. Die Flächen werden vom Rehwild und vom Schwarzwild in der Folge gemieden. Der Gestank ist auch für menschliche Nasen nach Wochen noch "erlebbar".
nach Monaten wechselt das Rehwild wieder durch die Flächen, zum Äsen werden sie aber nicht mehr aufgesucht.

Grundsätzlich hab ich ein Problem mit der jährlichen Beweidung: Diese Flächen könnten m.E. auch sehr gut als Wintereinstand fürs Rehwild genutzt werden. Nur findet das Rehwild dort meist keine Äsung mehr und meidet die stinkenden Flächen auch als Einstand. Dafür stehen die Reh dann im benachbarten (Schutz)Wald und fressen dann sämtliche Naturverjüngung auf. So gesehen eine lose-lose-Situation für Forst und Jagd. Aber Hauptsache der "Naturschutz" bringt Steuergelder an die Landschaftspfleger. Für abweichende Konzepte (z.B. alledreijährige aber intensivere Beweidung) weder konsequent ignoriert...
 
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Es ist intressant dass die Erfahrung Vieler als Jägerlatein, also als Lüge bezeichnet wird. Etwas mer Respekt könnte man sich wünschen.
Ich will nicht auch lügen hier, sonst könnte ich berichten was schon vor 70 Jahren die Jäger damals berichteten
Weil die Jägerschaft seit zig-Jahren Gerüchte verbreitet, müssen sie ja nicht stimmen. Man denkt ja auch seit Ewigkeiten, starke Trophäen züchten, wenn man mit der Büchse selektiert und anderen kompletten Blödsinn.
Frag doch mal die andere Seite, die Schafhalter, wie oft sie Rehe sehen oder wie oft sie Rehe aus den Stromzäunen pulen.
Sie werden meine Aussagen zu 100% bestätigen.
Die Rehe meiden die Schafe nicht wegen "Gestank", sondern weil da wo die Schafe sind und waren erstmal nichts mehr zu fressen ist und weil dort beim Auftreten der Schafe Unruhe herrscht. Wenn sie dort Futter und Ruhe finden (sich an die Schafe gewöhnt haben), sind sie auch nah bei oder sogar in den Schafen.
 
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Wenn Du hier Erfahrungen, auch von mir, als Gerüchte abtust musst Du Dich nicht wundern wenn gewisser Gegenwind kommt. Dazu muss man vielleicht auch nochmal differenzieren: Reden wir von Weidehaltung, sprich die Schafe sind das ganze Jahr auf einer recht großen Weide. Oder sind es die "Wanderherden", wo auf einen Schlag zig hundert Schafe einzelne Flächen beweiden und im wahrsten Sinne alles zuscheißen. Dazu sind die Zäune ein riesen Problem. Diese werden einfach auf bekannte (Flucht-)Wechsel gestellt und die Rehe prallen daran nicht ab wie an einem Drahtzaun sondern sind gefangen wie in einem Netz. Ist dann noch Strom drauf, wird es richtig übel. Ein Kumpel hat mal ein Kitz aus so einem Zaun was wohl schon zig Stunden drin hing und regelmäßig eine gewischt bekommen hat.
 
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Die hiesige Agrargesellschaft hatte mal in einer zugekauften Schafherde Haarlingsprobleme.
Auf diese Flächen ging den Rest der Jagdsaison weder Reh- noch Rotwild. Ansonsten bin ich
da beim Wildackerer. Oft stören den Jäger die Schafe mehr als das Wild. Man kann sie aber
auch als Chance nutzen. Mir verkürzt eine, im Standort wechselnde 20er Herde regelmäßig
eine 400m Kante eines wildschadengefährteten Feldes und hat mir schon etliche Stücken gebracht!
Die obligate Anekdote erzählt vom Rehwild, welches im Winter unter den Schafunterständen
auf zweien meiner Koppeln Schutz suchte. Zu erkennen an den Lagern im hereingewehten
Schnee.
Forestgump, ja, das mit den Netzen geht auch öfter übel aus!
 
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