Verlust der Jagdfreude bis hin zum beenden des Hobbys.

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#1
Kennt ihr Jäger oder ist es euch vielleicht selber schon passiert, dass ihr keinerlei Freude mehr an der Jagd hattet? Aus welchen Gründen auch immer.

Und das Hobby daraufhin beendet habt, vielleicht für ewig oder für einen längeren Zeitraum?

Der Grund warum ich frage ist, dass meine Freundin schon länger immer wieder mit dem Gedanken spielt, vielleicht in ferner Zukunft den Jagdschein zu machen. Aber eben auch das Bedenken geäußert hat, bei der doch relativ teuren Investition für alles, irgendwann vielleicht mal das Interesse daran verlieren könnte.

Ich kenne zig Jäger, auch aus der Familie und konnte sowas nie feststellen, daher wollte ich die Frage mal weitergeben.
 
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#2
Ich weiß von genau einem Fall. Ein Bekannter und Jagdfreund hat, nach knapp 50 Jahren passionierter Jagd, innerhalb eines Jahres zwei schwere Schicksalsschläge im jagdlichen Umfeld erlitten und hat daraufhin von einem Tag auf den anderen alles an den Nagel gehängt.

Aber ansonsten weiß ich von niemand, der irgendwann das Interesse verloren hätte. Entweder hat es gar nicht erst gefunkt, d.h. nach dem Kurs, vielleicht nach dem ersten Stück, kam kein wirklicher Jagdeifer auf und das ganze ist von Haus aus im Sande verlaufen, oder aber man ist seit Jahren/Jahrzehnten voll dabei.

Edit: Wobei das letztlich immer Kaffeesatzleserei bleibt. Ich kenne einen der einen kennt sagt wenig bis gar nichts über die Situation deiner besseren Hälfte aus. Aber wenn sie schon mit dem Gedanken an die Sache heran geht...?
 
Zuletzt bearbeitet:
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#3
Ich kenne jemanden, denn nach Zig Jahren der Jagd, plötzlich das schlechte Gewissen geplagt hat.
Er hat sich Vorwürfe wegen der getöten Tieren gemacht und auch alles an den Nagel gehängt.
 
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#4
Ich kenne jemanden, denn nach Zig Jahren der Jagd, plötzlich das schlechte Gewissen geplagt hat.
Er hat sich Vorwürfe wegen der getöten Tieren gemacht und auch alles an den Nagel gehängt.

Das kenn ich von meinem Vater. Der jagt zwar noch leidenschaftlich, aber sobald da mal ein Stück dabei ist, das nicht perfekt liegt und noch lebt, wird der nicht mehr ansprechbar für 3 Tage. Das beschäftigt ihn inzwischen recht stark, wenn das Wild leiden muss. Aber ich denke so geht es vermutlich oder hoffentlich vielen. Sollte einen ja nie kalt lassen.

Ich will sie da gar nicht reindrängen, ich hab ihr gesagt ich freu mich, wenn sie ihn macht. Aber werd sie nicht versuchen zu überzeugen, das muss sie wenn dann aus eigenen Stücken für sich entscheiden, ihn zu machen.
Den Gedanken von ihr fand ich einfach nur sehr interessant und wollte mich hierrüber mal umhören.
 
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#5
Viele werden mich jetzt zwar gleich lynchen, aber ja ich hätte prinzipiell keine Probleme damit das ganze für eine Zeit lang zu pausieren. Fakt ist ich bin seid meinem 5. Lebensjahr damit groß geworden und das ganze ist für mich weit mehr als ein Hobby. Ich bin aber jetzt auch nunmal erst Anfang 20. Wenn ich in ~3 Jahren mit dem M.SC durch bin und ich beruflich weiter kommen kann, wenn ich ins Ausland gehe und ich deswegen das ganze nicht mehr ausüben könnte, würde ich alleine wegen der Jagd keine Sekunde zögern (ebenso wenig übrigens auch bei einer Frau).

Dinge kommen und Dinge gehen und das Leben ist zumindest für mich noch verdammt lange (hoffe ich mal...).


Aber das ich wegen der Freude die Jagd aufgeben würde, bzw mir die Freude daran vergeht schließe ich aus. Es sei denn wir würden soweit beschnitten, als das es für mich keinen Sinn mehr ergeben würde. Ich weiß auch in meinem direkten Umfeld keinen langjährigen Jäger der wieder aufgehört hat. Ich kenne nur das krasse Gegenteil: Mit 82 Jahren alles verkauft, mit 85 Jahren alles wieder angeschafft. Letztes Jahr hatte derjenige seinen 90. und jagt noch immer.
 
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#6
Ich kenne auch Leute, die sich ein teueres Fahrrad gekauft haben - und nach einem halben Sommer keinen Bock mehr hatten und das sündhaft teuere Teil rostet im Keller vor sich hin.
Oder die einen Führerschein gemacht haben - und kein Auto haben
Oder eine selbstbezahlte Weiterbildung gebucht haben - und es nicht anwenden.
Oder ....

Das ist das Leben und es gibt Dinge, die rechnen sich und Dinge, die rechnen sich nicht.
Und es gibt Dinge, da bleibt man dabei - und bei anderen nicht.
Das weiss man aber immer erst hinterher - wenn man es gemacht hat.
 
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#8
Bei drohendem Jagdfreudeverlust empfehle ich, mal drei Wochen nach Afrika zu fahren und es dort nach allen Regeln der Kunst, und ohne Rücksicht auf (finanzielle) Verluste, ordentlich krachen zu lassen...

:twisted:


Gruß

HWL
 
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#9
Zuviel Umgang mit fanatischen Jägern kann anstrengend sein und auch die Zeiten, in denen mal wenig los ist, kann ich geniessen. Da baut sich dann eine Art Entzug auf, und danach ist es um so schöner. Aber ganz klar, es gibt auch ein Leben abseits der Jagd. Und wenn es damit bereichert wird, die Beute der vergangenen Monate mit gutem Wein usw. zu geniessen. Ok, auch wieder irgendwie mit der Jagd verbandelt ... :-D
 
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#10
Hatte ich auch schon.
Lag aber nicht an der Jagd sondern an den Jagdkameraden und Jagdgelegenheit.
Inzwischen gehe ich wieder zur Jagd, wenn auch beruflich bedingt nur recht selten.

Mein Vater ging ca. 25 Jahre lang nichtmehr zur Jagd, nachdem mein Großvater starb hat er sich mit seinem Bruder verstritten und ist nichtmehr im "Familienrevier" auf die Jagd gegangen. (welches insgesamt 45 Jahre von unserer Familie gepachtet wurde, inzwischen binich der Einzige aus der Familie der dort noch jagd, jedoch nur als Mitgeher)
2009 kam dann ein alter Jagdfreund auf ihn zu und sie pachteten zusammen ein Revier.
Die Jagdleidenschaft ist jetzt aber umso mehr aufgeflammt, auch mit Auslandsjagd und pipapo.

Wenn Sie es nie ausprobiert wird Sie nie erfahren ob ihr die Jagd Spass macht.
Etwas nicht zu machen weil man irgendwann die Lust daran verlieren könnte ist doch blödsinnig.
 
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#11
Moin,

wenn Jagd ein Hobby ist, kann man es beenden. Wenn Jagd Passion/Trieb ist, ist das nicht möglich (nur meine unmaßgebliche Meinung :cool:). Ich bin ein Getriebener - und habe kein Problem damit, unabhängig davon, dass sich die/meine Jagdleidenschaft im Laufe meines Lebens ändern kann und wird (Alles zu seiner Zeit eben).

munter bleiben!!

hobo
 
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#12
Es gibt kaum eine Beschäftigung, die so vielseitig und facettenreich ist wie die Jagd. Von der Möblierung des Reviers über die Kenntnis und das Erleben der Natur und den Umgang mit Waffen und Hunden und Mitjägern bis zur Verwertung der Beute. Bis einem das langweilig wird, muß schon sehr viel Zeit vergehen, wenn man es denn in allen Aspekten gerne tut.

Ich kenne ein paar, die vor allem aus beruflichen Gründen sehr viel gejagt haben, schon auch Spaß daran hatten, trotzdem aber froh waren, sich mit der Rente endlich dem Familienleben widmen zu können. Aber das ist eine sehr spezielle Gruppe, Deine Freundin gehört da gewiß nicht dazu.
 
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#13
Ich hab letztes Jahr aufgehört zu rauchen. Nach 20 Jahren, ohne Probleme. Mit der Jagd könnt ich das nicht.
Ich kriege schon keinen Urlaub hin der länger als eine Woche dauert.
Ich kann mir ein Leben ohne Jagd nicht vorstellen.
Da halt ich es mit dem alten Gagern,"für eine Krähe würde ich wildern gehen ".

Weidmannsheil, Fuhnejäger.
 
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#14
Interessante und tolle Einblicke.

Aber ich glaube im großen und ganzen ging es ihr mehr um die Vorstellung, erst recht spät zu merken, dass es doch nicht das Hobby für sie ist, das sie sich vorgestellt hat.

Also mit einer gewissen Vorstellung und Erwartung den Jagschein zu machen, vielleicht ein paar Wochen Monate oder Jahre vllt zu jagen um dann fest zu stellen, dass man doch nicht das große Interesse hat.

Eben WEIL der Freund halt auch irgendwie da ist, der sich das natürlich von ihr wünschen würde. Umso mehr achte ich ja darauf, ihr keinen Druck zu machen.

Aber die Tatsache dass sie selber gerne mitgeht, sich sogar inzwischen ne recht teure Jagdhose gekauft hat und immer wieder sagt, dass sie selber gerne mal an den Schießstand möchte und auch mal bei Reviermitarbeiten mithilft, spricht eher für das Interesse. Das sagt sie ja selber auch.
 
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#15
Da könnte man jetzt wieder ewig hin- und herdebattieren, ob es sich da jetzt um "echte Jäger" handelt oder nur Jagdscheininhaber, aber hier in der Stadt gibt es durchaus einige, die den Schein gemacht haben und die Jagd nur einmal im Monat oder sogar im Jahr ausüben und altersbedingt dann irgendwann einfach aufhören.

Ausserdem gibt es dann noch den gutbetuchten Unternehmer, der neben Segelboot, Pferdehof und X anderen Hobbys noch den Schein gemacht hat, dann eine Weile lang auf jedem Schießstand ist und lauter Jagdreisen bucht, um sich dann aber nach ein paar Jahren wieder einem anderen Hobby zuzuwenden.

Beides schon erlebt, und natürlich auch noch den "gefrusteten Pächter", der vor lauter Wildschadenszahlungen/ Ärger mit der Jagdgenossenschaft / mit dem Mitpächter / sonstwem in Verbindung mit schlechter Strecke für eine lange Zeit genug hat von der Jagd.
 
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