verunfalltes Wild erlösen, wie?

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#47
den TSV wegen Jagdwilderei anzeigen wär mal was neues...
Nicht immer gleich die falschen Schlüsse ziehen....

Wir Jäger sind nicht am Wildunfall schuld, haben aber die schlechte Presse, wenn wir das Viech öffentlichkeitswirksam am Straßenrand liquidieren.

Das muss nicht sein, nichts verpflichtet uns dazu.

Wir haben zwar das Aneignungsrecht, aber keine Aneignungspflicht, das Tier ist auch dann noch herrenlos, wenn es verletzt im Straßengraben liegt.

Dort ist es primär ein Fall für die Polizei, deren Aufgabe...auf Anfrage diese bitten, den Tierschutzverein zu verständigen.

Ich finde es als mehr als angemessen, wenn sich diejenigen, die sich die Selbstgerechtigkeit an die Fahnen geschrieben haben, auch eifrig um die Verletzten kümmern, und auch keine finanziellen Aufwendungen scheuen.

Ist das Wild gesundgepflegt, ist es selbstredend in die Natur zurück zu geben.

Gruß

HWL
 
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#48
In Deutschland ist das Schächten grundsätzlich verboten. Das Tierschutzgesetz (Paragraf 4a) untersagt das betäubungslose Schlachten von Tieren.
Das Erlösen eines verunfallten Tieres (Vieh oder Wild) ist kein Schlachten ! Wer das Schächten mit einem superscharfen Messer absolut beherrscht, wird es jeder Prokelei durch Abnicken vorziehen.
Bei einem Verkehrsunfall, wo ich keine Schußwaffe dabei habe, würde ich es außer bei wehrhaftem und starkem Schwarzwild immer wieder machen.
 
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#49
Nähkästchen auf:

Samstag 21.06.2019 05:32Uhr
Telefon klingelt, Rufnummer aus der Nachbarstadt. „FW-Leitstelle: Sie sind Doch….? „Ja, bin ich!“ „Auf der So und So-Straße vor Hausnummer 6 liegt ein Fuchs, lebt noch! Die Zeitungsfrau hat uns angerufen.“
„Toll, mal wieder in der 30er Begrenzung, da komme ich dann wohl mal hin.“

Samstag 21.06.2019 05:38Uhr
Telefon klingelt erneut, Unbekannter Teilnehmer.
„Frank222, guten Morgen. Ich weis schon. Auf der So und So-Straße vor Hausnummer 6 liegt ein Fuchs der noch lebt. Die FW-Leitstelle hat schon vor fünf Minuten angerufen, Bin gerade auf 17, muss mich noch waschen und anziehen, dauert also etwas!“

Treffe 06:15 am Ort ein. Blau-silber, mit zwei Mädeln besetzt, ist schon da.
Kurze Begrüßung und Einweisung. Ich sage Uuups! „Asphalt und Kopfsteinpflaster, Hier kann ich unmöglich schießen, die Murmel geht wohlmöglich in die Umlaufbahn“
Beamtin meint:“ Die Bedenken hätten sie auch gehabt, sonst wäre der Rote bereits in den ewigen Jagdgründen“

Ich hole meinen Nicker raus, die eine Beamtin verkrümelte sich unterdessen in den BMW, wahrscheinlich um Ihr Frühstück nicht auszuspucken. Die andere guckte interessiert zu.
Jungfuchs faucht mich an, ich greife ihm über den Fang, Schnitt durch den Hals bis zur WS, Hals nach hinten überstreckt bis es knackt. 3 Sekunden und Ruhe war.

Nähkästchen zu.

WH

Frank
Super! Das alles ohne irgendeine Regung im Gesicht nehme ich an 😂😂😂😂
 
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#51
@Frank 222

Frage als lernbegieriger Jungjäger:

Warum ein Kehlschnitt und nicht den Brustkorb geöffnet?

In BaWü gab es Berichten nach einen Fall, wo ein Jäger ein Reh mittels Kehlschnitt abgefangen, weil ein Schusswaffeneinsatz nicht in Frage kam. Das befürchtete Klientel eines TSV soll auch vor Ort gewesen sein und hat postwendend Anzeige erstattet. Die Sache ging wohl vor Gericht und der Jäger wurde freigesprochen. Bis dahin soll er allerdings ohne Waffen und Jagdschein gewesen sein.
 
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#52
@Frank 222

Frage als lernbegieriger Jungjäger:

Warum ein Kehlschnitt und nicht den Brustkorb geöffnet?

In BaWü gab es Berichten nach einen Fall, wo ein Jäger ein Reh mittels Kehlschnitt abgefangen, weil ein Schusswaffeneinsatz nicht in Frage kam. Das befürchtete Klientel eines TSV soll auch vor Ort gewesen sein und hat postwendend Anzeige erstattet. Die Sache ging wohl vor Gericht und der Jäger wurde freigesprochen. Bis dahin soll er allerdings ohne Waffen und Jagdschein gewesen sein.
Weil sie keine Ahnung haben und rumtheoretisieren,
ich hab als NSF schon zig Stücke (auch sehr wehrhafte) abfangen müssen weil der Hund dran hing.
Nicht einem einzigen hab ich die Kehle durchgesäbelt. :rolleyes:

Stich etwas hoch hinters Schulterblatt zwischen die Rippen und dazwischen nach unten fahren.
Dauert 1sec.
Dann nehm ich bei stärkerem Wild respektvollen Abstand bzw bleibe bei leichtem drauf knien und geb dem Stück die Zeit zu sterben.

Geschossen wird wenn keine Personen /Hunde gefährdet werden können und sicherer Kugelfang vorhanden. (Also so gut wie NIE!)

Sagt mal,
was lernt man heute eigentlich noch in der Jagdschule und von seinem Lehrprinzen/Lehrherren/Pächter/Förster in den ersten drei Jahren als Jungjäger? :rolleyes:o_O
 
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#54
...

Sagt mal,
was lernt man heute eigentlich noch in der Jagdschule und von seinem Lehrprinzen/Lehrherren/Pächter/Förster in den ersten drei Jahren als Jungjäger? :rolleyes:o_O
Dass man das Wild abfängt, indem man es so tut, wie du es beschrieben hast.

Die Intention meiner Frage liegt darin, ob der Kehlschnitt einen Vorteil gegenüber der klassischen Lehrweise hat.
 
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#55
Sagt mal,
was lernt man heute eigentlich noch in der Jagdschule und von seinem Lehrprinzen/Lehrherren/Pächter/Förster in den ersten drei Jahren als Jungjäger? :rolleyes:o_O
Im Kurs zur Vorbereitung auf die Jagdprüfung (egal ob Jagdschule oder Jägerschaft) wird das Thema kurz angeschnitten. Aber, wie so vieles in dem Kurs, nur von der theoretischen Seite. Und mit erfolgreich abgelegter Prüfung ist man zwar Jagdscheininhaber, aber noch kein Jäger. Dazu bedarf es weiterer Fortbildung. Das hab ich nach nun 3 JJ auch schon einiges nachgeholt, sei es aus Interesse oder aus Notwendigkeit. Oder glaubst du wirklich, in auch nur einem Kurs werden alle Kursteilnehmer zu verunfalltem Wild mitgenommen, wo dann jeder mal ausprobieren darf wie das mit dem Wagenheber geht???

Das man verschiedene Möglichkeiten des Erlösens hat, weiß ich. Zum Glück (?) nur theoretisch, denn bei Wildunfällen musste ich bisher nur bereits verendetes Wild versorgen. Vom Lehrherr weiß ich natürlich auch schon einiges, aber wenn man nicht mehr fragen darf, braucht man auch kein Forum mehr. Kann es nicht sein, dass der Lehrherr auch nur den "beschränkten" Horizont seiner eigenen Erfahrung mit einbringen kann und es im Forum mehr Stimmen gibt, die ein breit gefächertes, selbst erlebtes Wissen mitbringen?

Ja, es wäre schön, wenn man nach 3 JJ schon alles wüsste. Aber die Praxis sieht anders aus. Vom hohen Ross des Allwissenden herab ist immer leicht zu kritisieren, die Wirklichkeit weicht davon aber meist ab. Sollte ich dir zu viele Mühen gemacht haben, so entschuldige bitte, das ich mich getraut habe zu fragen und überlies meine Beiträge...
 
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#56
Weil sie keine Ahnung haben und rumtheoretisieren,
ich hab als NSF schon zig Stücke (auch sehr wehrhafte) abfangen müssen weil der Hund dran hing.
Nicht einem einzigen hab ich die Kehle durchgesäbelt. :rolleyes:
Richtig! Kehlschnitt ist eine Riesensauerei!

Stich etwas hoch hinters Schulterblatt zwischen die Rippen und dazwischen nach unten fahren.
Dauert 1sec.
Dann nehm ich bei stärkerem Wild respektvollen Abstand bzw bleibe bei leichtem drauf knien und geb dem Stück die Zeit zu sterben.
Auch wieder Richtig, nötig aber nur in den wenigen Fällen wo's mit der KW nicht geht!


Geschossen wird wenn keine Personen /Hunde gefährdet werden können und sicherer Kugelfang vorhanden. (Also so gut wie NIE!)
Nein, definitiv nicht. Meistens brauchten wir keinen Hund. In 80% der Fälle erlöse ich Verkehrsopfer etwas abseits der Strasse, mit bestem Kugelfang. Selbst wenns direkt im Graben liegt, sind Rennleitung und Unfall-Beteiligte oft schon weg, Pausen ohne vorbeifahrende KFZ gibts genug (Landstrasse). Anders, wenns direkt auf der Fahrbahn liegt, was in meiner bish. Praxis nur in max. 10% der Fälle vorkam. An bzw. auf Autobahnen und 4-spurigen Bundesstrassen mag es anders aussehen.
 
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#57
Ich habe auf der Jagd schon einige Füchse mit dem Messer abgefangen, die sich mit Hunden verbissen hatten. Hinterm Blatt zwischen die Rippen. Wie Brackenmann es beschrieben hat. Da komm ich dem gefährlichen Bereich nicht so nahe. Selbst ein kranker Frischling entwickelt noch ganz schöne Kräfte, wenn es um sein Leben geht. Von dem möchte ich nicht gebissen werden.
 
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#58
@Frank 222

Frage als lernbegieriger Jungjäger:

Warum ein Kehlschnitt und nicht den Brustkorb geöffnet?

In BaWü gab es Berichten nach einen Fall, wo ein Jäger ein Reh mittels Kehlschnitt abgefangen, weil ein Schusswaffeneinsatz nicht in Frage kam. Das befürchtete Klientel eines TSV soll auch vor Ort gewesen sein und hat postwendend Anzeige erstattet. Die Sache ging wohl vor Gericht und der Jäger wurde freigesprochen. Bis dahin soll er allerdings ohne Waffen und Jagdschein gewesen sein.
Diesen Fall kenne ich auch. Allerdings habe ich in Erinnerung, dass der Jäger nicht freigesprochen wurde. Konnte den Artikel leider nicht mehr finden..
 
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#60
Stücke (auch sehr wehrhafte) abfangen müssen weil der Hund dran hing.
@Frank 222

Frage als lernbegieriger Jungjäger:

Warum ein Kehlschnitt und nicht den Brustkorb geöffnet?
Der Kehlschnitt dient nur als Vorbereitungshandlung zum Genickbruch.
Kehlschnitt trennt Blutversorgung zum Hirn.
Genickbruch, sprich Quetschung des Rückenmarkes als Datenautobahn zum Körper, trennt Hirn vom Rest. Tod tritt binnen Sekunden ein.

Beim Stich hinter das Blatt in die Kammer wird der Thorax eröffnet.
Die Lunge fällt dann mangels Unterdruck im Thorax zusammen. Dabei spricht man vom Pneumothorax. Folglich kann die Lunge das Blut nicht mehr mit Sauerstoff anreichern, Hirn stirbt aufgrund von Sauerstoffmangel ab. Tod tritt ein.
Bestenfalls werden neben der Lunge noch eine oder mehrere Herzkammern eröffnet. Dann pumpt das Herz das Blut nicht mehr zum Hirn sondern in den Thorax. Der Hirntod tritt dann aus genannten Gründen etwas schneller ein.

Abfangen hinter dem Blatt oder Kehlschnitt. Für sich gesehen kommt beides auf das selbe hinaus. (Hirn wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt)
Nur der Kehlschnitt in Verbindung mit dem Brechen der HWS setzt dem Leiden binnen Sekunden ein Ende.

Funktioniert natürlich nicht bei allen Stücken. Bis Rehwildgröße problemlos möglich, Rot- oder Damkalb möglicherweise auch. Rest: Finger weg!

WH
Frank
 
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