verunfalltes Wild erlösen, wie?

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#76
Ich hatte mal Rehbock früh im Berufsverkehr auf viel befahrener Straße. Er lag genau mittig auf der Fahrbahn, die Hinterläufe beide durch. Ich kam grad von der Jagd, allerdings war mir das zu heikel da die Pistole anzusetzen. Hab den Bock dann am Straßenrand gezogen und schnell die Saufeder hinters Blatt geschoben. Nächste Situation war ein Kitz, in einem Privatgrundstück. Dies ist wahrscheinlich gegen einen Zaun gerannt, hatte sich verletzt und kam nicht mehr hoch. Hier kam aus rechtlicher Sicht ebenfalls die Saufeder zum Einsatz, auch wenn ein Schuss sicher gewesen wäre. Ansonsten, wenn möglich würde ich die Kurze bevorzugen.
Wo gefahrlos möglich -> kalte Waffe!
 
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#77
Richtig! Kehlschnitt ist eine Riesensauerei!
Wenn man es nicht perfekt beherrscht allerdings. In Deutschland kenne ich nur sehr wenige Jäger, die es tierschutzgerecht ausführen können. Dafür habe ich in den vergangenen 50 Jahren genug "Lehrprinzen" kennengelernt, welche bei Rehwild das Abnicken ihren Schülern vorführen wollten.
Das Ergebnis war meist über eine Minute laut klagendes Rehwild. Gekonntes Schächten führt zu schlagartigem Verenden.
 
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#78
Wenn man es nicht perfekt beherrscht allerdings. In Deutschland kenne ich nur sehr wenige Jäger, die es tierschutzgerecht ausführen können. Dafür habe ich in den vergangenen 50 Jahren genug "Lehrprinzen" kennengelernt, welche bei Rehwild das Abnicken ihren Schülern vorführen wollten.
Das Ergebnis war meist über eine Minute laut klagendes Rehwild. Gekonntes Schächten führt zu schlagartigem Verenden.
UND! Gekonntes Abnicken führt zu noch schnellerem Verenden bei nahezu NULL Sauerei und geht mit jedem Taschenmesserchen sofern es scharf genug ist!

Geklagt hat bei mir noch kein Stück.
 
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#79
Jupp, EAV... Nachdem ich Jahre lang auch Wagenheber verstanden habe, kam mir mal der Gedanke, ob es nicht "mit einem wa(a)cken Heber" heißt... :unsure:
 
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#80
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#82
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#83
Ich hab nicht umsonst als Nr.1 Smartphone und Hilfe rufen aufgeführt.

Wegen jeden SCHEIßDRECK wird das Smartphone in die Hand genommen..
Also um Hilfe rufen hab ich auch schon probiert, das hat gar nichts gebracht.

...aber wenns das Smartphone mal in Faustkeil-Form gibt, dann werd ich das damit probieren.

;)

Gruß

HWL
 
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#84
Wenn man es nicht perfekt beherrscht allerdings. In Deutschland kenne ich nur sehr wenige Jäger, die es tierschutzgerecht ausführen können. Dafür habe ich in den vergangenen 50 Jahren genug "Lehrprinzen" kennengelernt, welche bei Rehwild das Abnicken ihren Schülern vorführen wollten.
Das Ergebnis war meist über eine Minute laut klagendes Rehwild. Gekonntes Schächten führt zu schlagartigem Verenden.
Gehen wir, um Endlosdiskussionen zu vermeiden, mal einfach davon aus, dass alle drei Vorgehensweisen (Abnicken, Kehlschnitt und Herz/Lungen-Schnitt) in Bezug auf Schmerzempfinden und Sofortwirkung sehr ähnlich wären. Unter dieser Annahme hat der Herz/Lungen-Schnitt immer noch den grossen Vorteil, dass das Wild hierbei meist nicht fixiert oder in seiner Lage verändert werden muss, ganz im Gegensatz zu den beiden anderen Vorgehensweisen. Der letzte noch mobile Körperteil bei Unfallwild ist der Träger samt Haupt. Das alleine macht den Herz/Lungen-Schnitt schon "mehr Tierschutzkonform" ganz abgesehen von der Aussenwirkung der beiden anderen Methoden auf Unfallbeteiligte oder unerfahrene Polizisten.

Ich wiederhole mich gern: in 90% der Fälle (in der Mehrheit der Reviere wohl eher 95%+) ist ein Fangschuss mit der Kurzwaffe und zuverlässigem Hohlspitzgeschoss überhaupt kein Problem (Beiträge #5 und #56). Die Ablehnung einiger Jäger resultiert mMn meist aus reiner Unerfahrenheit bzw. Unsicherheit mit der Kurzwaffe oder kompletter Ablehnung derselben (Hundeführer bei Nachsuche mal ausgenommen)! Wir dürfen immer noch im Revier ein- bzw. zur Probe schiessen. Hierbei kann man auch schön beobachten wie Geschosse auf verschiedene Beschussmedien und den Boden (Abprallerneigung) reagieren. Wie gesagt, nur selten ist der blanke Asphalt (oder steiniger Untergrund im Graben) und umstehende Personen ein Problem.

Wer beides - Abfangen mit der kalten Waffe und den Schuss mit der KW - sicher beherrscht ist klar im Vorteil, weil er flexibel auf die jeweilige Situation reagieren kann. Wenn ich den Entschluss zum Erlösen mit der kalten Waffe getroffen habe, ziehe ich den Herz/Lungen-Schnitt immer vor - bei Wild stärker als Rehwild sowieso! Es gibt für mich also gar keinen Grund, mich auf "barbarisch" anmutende Ringkämpfe gefolgt von Kehlschnitt oder Stich ins Genick (unter Umständen noch) vor Publikum einzulassen. So werd ichs wohl auch für den Rest meines Jägerlebens halten.

Wünsche Allen möglichst wenig Strassenopfer, viel Anblick und immer ne sichere Kugel - Grüsse Wisent
 
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#85
Stimme dem Vorredner uneingeschränkt zu !

Die Intention meiner Frage liegt darin, ob der Kehlschnitt einen Vorteil gegenüber der klassischen Lehrweise hat.
Der reine Kehlschnitt ist in meinen Augen eine Sauerei - sofort tödlich nur vielleicht bei kleinen Tieren in Verbindung mit dem Genickbruch, also max. bis schwaches Reh und wehe, das verwendete Messer ist nicht richtig scharf. Wilddecken sind fest ! Je mehr man an einem Wildtier rummanipulieren muß, desto mehr Panik bekommt das Tier. Um einen Hals zu überstrecken, muß man vorn dran.

Nein, ich praktiziere immer den "Blattfang", mit ordentlicher Klinge. (15 cm plus, 2 Schneiden). Dafür kann man von hinten kommen, sicher muß man ggfs. mit anderer Hand das Stück an Rumpf oder Träger fixieren.
Für die im Thema Unerfahrenen empfehle ich ein video mit dem Berufsjäger aus Berleburg, der gekonnt einen geforkelten Hirsch abfängt - der verendet in wenigen Sekunden.

Ich überfuhr (leider) im letzten Herbst einen Waschbär, den ich sofort auch abgefangen hätte, bis ich den Fänger aus dem DJ-Rucksack hatte, war er aber schon verendet. Selbst dem hätte ich sicher keinen Halsschnitt angebracht !

Kürzlich kam ein video (der übliche wapp-Schmutz :rolleyes:), wie Moslems Schafe massenschächten (nat. nicht in D), da wurde nur geschnitten, auf den Haufen geworfen und alle Tiere zappelten ewig herum. Kein weiterer Kommentar dazu !
 
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#86
Im Prinzip halte ich den schechita-artigen Kehlschnitt für die zweitschnellste Methode. Nur wenig langsamer als das schwierigere Abnicken aber viel schneller als den Kammerstich, der dafür aber einfachsten ist und mit am wenigsten Mensch-Tier-Kontakt.

Aber:
Der Kehlschnitt sollte mit einem einzigen Zug durchgeführt werden.
Ich kenne persönlich keinen Jäger, der ein ausreichend langes (mind. 30 cm) und zugleich wirklich rasiermesserscharfes Messer mit sich führt.
 
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#87
Im Prinzip halte ich den schechita-artigen Kehlschnitt für die zweitschnellste Methode. Nur wenig langsamer als das schwierigere Abnicken aber viel schneller als den Kammerstich, der dafür aber einfachsten ist und mit am wenigsten Mensch-Tier-Kontakt.

Aber:
Der Kehlschnitt sollte mit einem einzigen Zug durchgeführt werden.
Ich kenne persönlich keinen Jäger, der ein ausreichend langes (mind. 30 cm) und zugleich wirklich rasiermesserscharfes Messer mit sich führt.
Wichtig ist, das beide Halsschlagadern durchtrennt werden. Außerdem unterschätzen viele den Wiederstand von Drossel/Drosselkopf.
Lieber lassen.
 
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#88
Gehen wir, um Endlosdiskussionen zu vermeiden, mal einfach davon aus, dass alle drei Vorgehensweisen (Abnicken, Kehlschnitt und Herz/Lungen-Schnitt) in Bezug auf Schmerzempfinden und Sofortwirkung sehr ähnlich wären. Unter dieser Annahme hat der Herz/Lungen-Schnitt immer noch den grossen Vorteil, dass das Wild hierbei meist nicht fixiert oder in seiner Lage verändert werden muss, ganz im Gegensatz zu den beiden anderen Vorgehensweisen. Der letzte noch mobile Körperteil bei Unfallwild ist der Träger samt Haupt. Das alleine macht den Herz/Lungen-Schnitt schon "mehr Tierschutzkonform" ganz abgesehen von der Aussenwirkung der beiden anderen Methoden auf Unfallbeteiligte oder unerfahrene Polizisten.

Ich wiederhole mich gern: in 90% der Fälle (in der Mehrheit der Reviere wohl eher 95%+) ist ein Fangschuss mit der Kurzwaffe und zuverlässigem Hohlspitzgeschoss überhaupt kein Problem (Beiträge #5 und #56). Die Ablehnung einiger Jäger resultiert mMn meist aus reiner Unerfahrenheit bzw. Unsicherheit mit der Kurzwaffe oder kompletter Ablehnung derselben (Hundeführer bei Nachsuche mal ausgenommen)! Wir dürfen immer noch im Revier ein- bzw. zur Probe schiessen. Hierbei kann man auch schön beobachten wie Geschosse auf verschiedene Beschussmedien und den Boden (Abprallerneigung) reagieren. Wie gesagt, nur selten ist der blanke Asphalt (oder steiniger Untergrund im Graben) und umstehende Personen ein Problem.

Wer beides - Abfangen mit der kalten Waffe und den Schuss mit der KW - sicher beherrscht ist klar im Vorteil, weil er flexibel auf die jeweilige Situation reagieren kann. Wenn ich den Entschluss zum Erlösen mit der kalten Waffe getroffen habe, ziehe ich den Herz/Lungen-Schnitt immer vor - bei Wild stärker als Rehwild sowieso! Es gibt für mich also gar keinen Grund, mich auf "barbarisch" anmutende Ringkämpfe gefolgt von Kehlschnitt oder Stich ins Genick (unter Umständen noch) vor Publikum einzulassen. So werd ichs wohl auch für den Rest meines Jägerlebens halten.

Wünsche Allen möglichst wenig Strassenopfer, viel Anblick und immer ne sichere Kugel - Grüsse Wisent
Kurzwaffen für Fangschuss sind unnötig wie ein Kropf!
Visierlinie kurz zudem im dunkeln schlecht sichtbar -> Fehlschusswahrscheinlichkeit

Und das schreibt jemand der als Sport IPSC-schießen mit der KW macht und einige tausend Schuss im Jahr in allen möglichen und unmöglichen Stellungen und Situationen verbraucht.

LW = im Deutschuss präziser, Stoppwirkung höher!
 
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#89
Kurzwaffen für Fangschuss sind unnötig wie ein Kropf!
Visierlinie kurz zudem im dunkeln schlecht sichtbar -> Fehlschusswahrscheinlichkeit

...
Wie reden hier nicht von der klassischen Nachsuche, sondern von Unfallwild am/beim Unfallort. Du darfst natürlich im Schein des Blaulichts auch am Strassenrand mit der Langwaffe rumwerkeln - wenn Du Dich dabei wohler fühlst. Wenn Du aber auf 1-2m Entfernung mit der KW nicht mehr triffst weil die Visierlinie zu kurz ist, solltest Du evtl. mal über nen anderen Sport nachdenken ;).

Ich habe mein Schlussplädoyer bereits gehalten. Gute Nacht.
 
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#90
Kurzwaffen für Fangschuss sind unnötig wie ein Kropf!
Visierlinie kurz zudem im dunkeln schlecht sichtbar -> Fehlschusswahrscheinlichkeit

Und das schreibt jemand der als Sport IPSC-schießen mit der KW macht und einige tausend Schuss im Jahr in allen möglichen und unmöglichen Stellungen und Situationen verbraucht.

LW = im Deutschuss präziser, Stoppwirkung höher!
Du schiesst also mit der LW im Deutschuss ? Ich hab bis jetzt noch jedem Stück Unfallwild mit der Kurzwaffe einen tödlichen Treffer anbringen können .
A pro po IPSC schiessen viele , bis in die vorderen Regionen der Ergebnislisten schaffts ned jeder .
 
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