Volksbegehren Artenvielfalt Bayern - unterstützenswert?

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#1
Der Titel sagt ja schon alles.

Was haltet ihr vom in Kürze
startenden Volksbegehren?

Unterstützenswert oder nicht?

Von welcher Organisation/Gruppe geht dieses Volksbegehren aus?


Hier die offizielle Seite: https://volksbegehren-artenvielfalt.de

Dort kann man sich auch den Gesetzesentwurf durchlesen.
 
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#4
Die Stellungnahme vom BJV habe ich noch gar nicht gesehen.
Die massiven Eingriffe ins Eigentumrecht sind aber schon auffallend.
Ich werde dass auf jeden Fall so nicht unterstützen. Obwohl im Grundgedanken nicht ganz verkehrt.
 
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#7
Wer das angestoßen hat ist mir eigentlich egal, das einzige was hinterher zählt ist der Gesetzestext:
https://volksbegehren-artenvielfalt...ulassung-des-Volksbegehrens-Artenvielfalt.pdf

Da bin ich noch etwas gespalten. Was ich mag, sind beispielsweise Änderungen bzgl Auslgeichsflächen, Außenbeleuchtung und der Fokus auf Artenvielfalt.

Was ich nicht mag, ist wie stellenweise der Karren vor den Ochsen gespannt wird. x% Ökolandbau als Ziel finde ich kurzsichtig, das eigentliche Ziel sollte eine Reduktion an tatsächlich eingesetzten Pflanzenschutzmitteln sein - ob das per Ökolandbau, konventionellem Anbau oder Einsatz von GMO geschieht ist meiner Meinung nach zweitrangig. Wenn wir Neonikotinoide durch Spinosad ersetzen, sterben immer noch Bienen, nur eben an einem 100% Biopestizid. Das ist doch Murks.
 
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#8
Dieses Volksbegehren wurde von der ÖDP initiiert, erst als die anderen mitbekommen haben, dass es gut ankommt, sind die mit auf den Zug aufgesprungen.
Typische Oportunisten eben.

Da stehen wirklich ganz "schlimme" Sachen drin :

" ...
2. Art. 3 wird wie folgt geändert:
a) Abs. 2 Satz 2 wird wie folgt gefasst:
„2 Die Forstwirtschaft hat die Vorschriften des Waldgesetzes für Bayern und die sonstigen für sie geltenden Regelungen zu beachten, wobei im Staatswald das vorrangige Ziel zu verfolgen ist, die biologische Vielfalt des Waldes zu erhalten oder zu erreichen.

b) Folgende Abs. 4 und 5 werden angefügt:
„(4)1 Bei der landwirtschaftlichen Nutzung ist es verboten
1. Dauergrünland und Dauergrünlandbrachen umzuwandeln,
2. den Grundwasserstand in Nass- und Feuchtgrünland sowie -brachen abzusenken, davon unberührt bleiben bestehende Absenkungs - und Drainagemaßnahmen,
3. Feldgehölze, Hecken, Säume, Baumreihen, Lesesteinhaufen, Natursteinmauern, natürliche Totholzansammlungen, Feldraine und Kleingewässer als naturbetonte Strukturelemente der Feldflur zu beeinträchtigen; eine solche Beeinträchtigung ist jede Schädigung oder Minderung der Substanz dieser
Elemente, insbesondere das Unterpflügen oder Verfüllen; unberührt von diesem Verbot bleiben gewerbliche Anpflanzungen im Rahmen des Gartenbaus,
4. Dauergrünlandpflegemaßnahmen durch umbrechende Verfahren wie Pflügen oder umbruchlose Verfahren wie Drill-, Schlitz- oder Übersaat auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, die als gesetzliche Biotope nach § 30 Abs. 2 Nr. 2 BNatSchG sowie nach Art. 23 Abs.
1 eingestuft sind, durchzuführen,
5. bei der Mahd auf Grünlandflächen ab 1 Hektar von außen nach innen zu mähen,
davon unberührt bleibt stark hängiges Gelände,
6. ab dem Jahr 2020 auf 10 % der Grünlandflächen der Landesfläche Bayerns die erste Mahd vor dem 15. Juni durchzuführen,
7. ab dem Jahr 2020 Grünlandflächen nach dem 15. März zu walzen und
8. ab dem 1. Januar 2022 auf Dauergrünlandflächen flächenhaft Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

2 Dauergrünland im Sinn dieses Gesetzes sind alle auf natürliche Weise entstandenen Grünlandflächen sowie angelegte und dauerhaft als Wiese, Mähweide oder Weide genutzte Grünlandflächen und deren Brachen.
3 Nicht auf Dauer angelegte Ackerfutterflächen sind kein Dauergrünland im Sinn dieses Gesetzes ..."
 
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#9
Nun, ich sehe das etwas gespalten. Ich meine die Landwirtschaft hätte früher in die Offensive gehen sollen.
Nehmen wir als Beispiel das sinnlose Mulchen der angebl. ökologischen Vorrangflächen. Wir machen vor Ort einen Arbeitskreis um aus dem ganzen Dilemma herauszukommen, gerade was das Mulchen angeht. Neben beratungsresistenten Verantwortlichen in de Kommunen ist das Mulchen für viele Landwirte ein gutes Geschäft geworden. Da kannst predigen was Du willst: Es wird sinnlos alles kurz und klein gehauen, weitab von einer sinnvollen Ackerrandhygiene. Im Lehr- und Forschungsrevier des BJV wurde eine Niederwildhecke (Reisigeinbau, Totholz) mit Fütterung (Heckenpflege durch Knicken, super Deckung entstanden) mit der Pflegezange dem Erdboden gleich gemacht, der Futterautomat steht wie ein Wachposten in der Wüste. "Den Saustall musste wir halt mal aufräumen". Es gab keinerlei Behinderung der landwirtschaftlichen Flächen. Sicher steigt die Zahl der Bienenvölker in Deutschland. Aber wer mit dem Bestandsrückgang der Wildbienen kommt, gewinnt keinen Blumentopf. Interessant ist, dass der BJV mit den Imkern kooperiert, ihnen aber jetzt über die Kumpanei mit dem BBV in den Rücken fällt. Bei der ganzen Problematik mit dem Insektenrückgang zeigt sich folgende Einstellung:
"Ist ja dramatisch das Ganze, aber dagegen angehen sollen doch "die anderen". Schuldige sind schnell gefunden. Wäre von der Landwirtschaft schon früher in dieser Richtung was gekommen und nicht nur Alibiblühstreifen um Maisfelder, dann gäbe es dieses Volksbegehren nicht.
Anlage von mehrjährigen Buntbrachen! Antwort: "Das regeln wir über den Zwischenfruchtanbau" Wo wir doch längst wissen dass er zwar Deckung (auch noch mehr Sauen) bietet, aber ansonsten für Insekten wertlos ist. Wenn man mit so etwas zu lange schlampert, dann holt es einem irgendwann ein. Wer nicht selbst zur Einsicht kommt, der wird dazu auch mal gezwungen. Dann geht der Schuss aber weit über das eigentliche Ziel hinaus, das kennen wir ja.
 
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#10
Auf jeden Fall unterstützen. Das wird auch dem Wild nützen.

Die Stellungnahme des BJV liest sich für mich als Mitglied auch so, als fänden sie es prinzipiell sehr unterstützenswert, bleiben aber vorgeblich neutral um es sich mit den Bauern (=Jagdgenossen) nicht zu verscherzen. Ein eher politischer Schachzug.

Das die Bauernschaft jammert, zeigt doch erstmal nur, dass man den richtigen Nerv getroffen hat. Es wäre ja merkwürdig wenn sie hurra schreien würden, wo neue Einschränkungen drohen.

Ich bin der Meinung, die Landwirtschaft hatte lang genug Zeit ihre Probleme eigeninitiativ in den Griff zu bekommen. Neben Artensterben ja auch Gewässerbelastung etc. Dazu waren sie entweder nicht willens oder nicht fähig. Nicht einmal ernsthafte Ansätze zur Besserung sieht man. Statt dessen wird unter dem Deckmantel der "guten landwirtschaftlichen Praxis" weiter Schindluder getrieben. Da brauchen sie sich jetzt nicht zu beschweren wenn sie konkrete Handlungsanweisungen und Auflagen bekommen.
Unverhältnismäßige Eigentumseinschränkungen die der BJV moniert sehe ich da nicht. Es ist ja nicht so dass man jetzt tun und lassen könnte was man will.
Wichtig wäre aber vor allem mal die Einhaltung der Auflagen auch zu kontrollieren.
 
Y

Yumitori

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#11
Zum Gruße,
ist mir klar, dass ich mich unbeliebt mache - aber allein beim Lesen der Initiatoren war mir klar, das k a n n ich nicht unterstützen - mag der Urzweck noch so toll sein - was auch von den Grünen kommt und unterstützt wird, unterstützt letztendlich die Grünen - und d i e sind ganz sicher nicht unsere Freunde!
 
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#12
Grundsätzlich ist das Begehren absolut berechtigt. Aber statt immer nur alles mit Zwang durchsetzen zu wollen, wäre die Schaffung von passenden Anreizen meiner Meinung nach deutlich sinnvoller. Der Staat erwirtschaftet jedes Jahr erhebliche Überschüsse bei den Steuereinnahmen. Statt diese dann anschließend in der ganzen Welt zu verteilen, könnte man mit dem Geld auch effizient einen Beitrag zum heimischen Naturschutz leisten.
 
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#13
Zu den Dödelvereinen: Wir hatten hier mal eine Planer für ein Pumpspeicherwerk. Ein Drittel des Revieres sollte unter Wasser gesetzt werden, frei weg über Landschaftsschutzgebiete. "Und die Jäger bekommen für die Wildgänse, die sie hier schießen können eine schwimmende Insel." Täglich 7 m Wasserstandsschwankung. Oben im SPA-Gebiet einen Pumpspeichersee, "da bauen wir für den Luchs künstliche Höhlen" Es gab einen große Bürgerinitiative, daran war ich maßgeblich beteiligt. Ich habe mich mit Kommunisten, Sozis, Grünen an einen Tisch gesetzt, weil deren Energieexperten bezüglich des Projektes mit einer schlüssigen Meinung daher kamen. Deswegen wähle ich sie heute aber trotzdem nicht.
 
Y

Yumitori

Guest
#14
Zum Gruße,
@colchicus - tja, wenn das so einfach wäre - wenn sich ein Jäger mit denen an einen Tisch setzt, dann sagen sie hinterher, auch die Jäger haben uns unterstützt - und kriegen dann die ein oder andere Stimme mehr. Und eben, weil ich davon überzeugt bin und ich das nicht will, auf gar keinen Fall, werde
ich n i e m a l s mit so etwas am Tisch sitzen - nie, nie, nie !
Es mag toll sein, dass Du was erreicht hast, Glückwunsch, sie nicht wählen bedeutet aber eben nicht automatisch, sie nicht zu unterstützen - bisweilen, ohne dass man es bemerkt.
 
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#15
Da stehen wirklich ganz "schlimme" Sachen drin :


b) Folgende Abs. 4 und 5 werden angefügt:
„(4)1 Bei der landwirtschaftlichen Nutzung ist es verboten


5. bei der Mahd auf Grünlandflächen ab 1 Hektar von außen nach innen zu mähen,
davon unberührt bleibt stark hängiges Gelände,
..."
Es wird doch immer gepredigt, dass die Landwirte von innen nach außen mähen sollen, oder täusche ich mich grad?

WMH

Flo
 
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