Wälder sind keine Holzfabriken - es reicht!

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#61
Bei uns ist das Altholz eine Flächenziel!!! Hier wird massiv am Abbau des Altholzes gearbeitet, damit eben die Jungs keinen Interesse mehr haben...
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#62
großes Absatzproblem für überstarkes Holz. Das Holz wird jetzt (sturm- und käferbedingt) für ca. 50-60€/fm in die Container gesteckt
Das resultiert aus dem großen Massenanfall in der Fichte ingesamt im Jahr 2018, unabhängig von der Dimension. Die heimischen Nadelholzsäger haben volle Lager bei momentan nicht dem besten Mengenumsatz.
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#63
Wozu altes Holz noch älter werden lassen, in die schlechte Vermarktung hinein und das gesteigerte Interesse des NatSch auf Nutzungsverzicht darauf lenken - dann lieber etwas früher nutzen !
Bei "normalem" Holzmarkt ist das sicher leichter, doch werden die Störungen weiter zunehmen.
Die örtlichen Starkholz-Überhänge sind für Manche nicht immer beliebte Vermächtnisse der forstlichen Vorgänger.
 
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#64
Wozu altes Holz noch älter werden lassen, in die schlechte Vermarktung hinein und das gesteigerte Interesse des NatSch auf Nutzungsverzicht darauf lenken - dann lieber etwas früher nutzen !
Bei "normalem" Holzmarkt ist das sicher leichter, doch werden die Störungen weiter zunehmen.
Die örtlichen Starkholz-Überhänge sind für Manche nicht immer beliebte Vermächtnisse der forstlichen Vorgänger.
DA gilt wieder die Geiz ist geil-Mentalität. Statt den alten Buchen-Krempel als Brennholz zu nutzen, wird letzteres lieber aus Rumänien importiert. Vllt bekommt man ja doch in ein paar Jahren noch ein paar Euro mehr für den Schrott. Daß drunter die Verjüngung verhockt wird in Kauf genommen. Wird ja eh dann douglasiert.

Das resultiert aus dem großen Massenanfall in der Fichte ingesamt im Jahr 2018, unabhängig von der Dimension. Die heimischen Nadelholzsäger haben volle Lager bei momentan nicht dem besten Mengenumsatz.
Das geht schon seit Jahren so. Starkholzgatter sind finanziell einfach nicht lukrativ, wenn selbst Holzhäuser aus Schichtholz gebaut werden.
 
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#66
Liebe Foristen in diesem Thread,
besten Dank für die vielen extrem interessanten und lehrreichen Beiträge in diesem Faden.(y)
Ich bin Forst-fachfremd, hatte aber einen Weihenstephaner-Förster als Ausbilder an der Jagdschule und habe großen Respekt vor dem insgesamt umfassenden und fundierten Wissen.

Laubholzeinsatz in vielen Bereichen derzeit technisch nicht möglich und / oder ebenfalls nicht wettbewerbsfähig, ...
Zum Thema "Verklebung von Buche und Esche für tragende Holzbauteile" und im weiteren Sinne "bauen mit Laubholz" hat ein Spezl an der TU München promoviert. Kann sein dass das noch nicht "wettbewerbsfähig" ist, aber es ist allemal interessant und möglicherweise noch nicht in adäquatem Maße angewandte Praxis. Das Problemholz war damals die Esche, hat sich ja aber leider wenig später vorerst von alleine erledigt...

In Deutschland sind mehr Menschen im Cluster forst und Holz beschäftigt, als jeweils in den hochgelobten Branchen autobau und Maschinenbau
Das klingt ja interessant. Wenn dem tatsächlich so ist (und mir sollte es recht sein!) dann wäre die gebetsmühlenartige Huldigung der Automobilbranche mit der entsprechenden öffentlichen Wahrnehmung ja schon fast Ideologie!;)

Gruß Concolor
 
G

Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#67
@concolor:
Offensichtlich gibt es auch Foristen-Jäger, die unter forstlich ausgebildeten und in dieser Branche arbeitenden Fachleuten nicht ausschließlich anrüchige, eiskalte Wildhasser mit Jagdschein vermuten.
Das ist hier leider eine häufig wiedergebene Meinung.
Lese also weiter aufmerksam und bild Dir Deine eigene Meinung.

Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland hat heute mehr denn je mit intensiver Arbeit an für uns alle lebenswichtigen Ressourcen zu tun. Nachhaltige Nutzung von Wirtschaftswäldern ist Umwelt-Vorsorge und angewandter Klimaschutz. Bei keiner anderen Landnutzungsform wird weniger Energie fossiler Energieträger eingesetzt.
Die Verwendung von Holz- oder faserbasierten Produkten vom Dachbalken bis zum Blättchen beim WC-Gang nutzt der Pflege des für viele jagdbare Tierarten eminent wichtigen Lebensraums Wald.
Daher verwundert mich der immer noch geführte Grabenkrieg zwischen "grauen und grünen Jägern".
Unsere Kontrahenten als naturverbundene Menschen, die sich zu schonender Naturnutzung bekennen, stehen in anderen Lagern, wie wir längst wissen. Schade, daß es so wenig Bestrebungen einer schlagkräftigen Allianz gibt. Die große Linie sollte Jägern wie Förstern gleichermaßen am Herzen liegen !

In Politik und Bevölkerung fehlt bzgl. Forst und Holz tieferer Einblick und Verständnis, der Cluster-Vergleich von @Mannlicher764 ist aber eine bekannte Tatsache.

Es gibt im übrigen durchaus bereits Technologien der Brettschichtholz-Herstellung aus Buche bzw. Furnierschichtholz für Platten und Träger - weitere Forschungsbedarf besteht hier eindeutig.
 
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#68
Moin!

Das Stichwort für die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft ist "Cluster-Studie Forst und Holz".

"Das" Problem ist, dass es eine Menge technischer Möglichkeiten gibt, die aktuell nicht lukrativ sind. Was sich da politisch tut, kann man ansatzweise in der sogenannten "Charta für Holz" nachlesen. Man muss sich dabei auch vor Augen halten, dass da ganz gewaltige Lobbyinteressen gegenstehen. Die "Betonlobby" hat zum Beispiel mal das Landwirtschaftsministerium vor der EU verklagt, weil die im Ministerium meinten, öffentlich sagen zu können, dass Holz ein nachhaltigerer Baustoff als Beton wäre ... :whistle: (inzwischen haben die "Betonköppe" den BEweis wohl geschluckt, aber da kommen immer wieder mal lustige Papiere raus ... )
 
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#70
Die Problembaumart für die Holzverwendung ist die Buche. Für die Eiche gibt es sehr diversifizierte Verwendungsmöglichkeiten, es gibt auch mengenmäßig viel weniger Eiche als Buche. Der Buchendurchschnittserlös über alle Sortimente vom Zellstoff bis zum Schälfurnier liegt nur wenige EURO über dem Brennholzpreis. Höherwertige und durchschnittliche Stammolzqualitäten machen unter 10% des Einschlages aus, der weitausgrößte Teil wird verheizt.
Technologisch darf man schon noch einige Fortschritte erwarten, aber die neuen Produkte stehen in Konkurrenz zu Nadelholz. Wenn die Fichte hier weiter abnimmt, dann hängt es davon ab, wie teuer Holz aus Skandinavien und Russland ist. Dort wird die Fichte (+Kiefer + Lärche) auch bei 3 Grad Klimaerwärmung es noch gemütlich haben.
Zahlreiche Forstbetriebe haben in den letzten 30 Jahren ein großes Buchenvorbauprogramm gefahren, das bedeutet, das Angebot nimmt weiter zu bei stagnierenden Absatzmöglichkeiten.
 
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#71
Die Problembaumart für die Holzverwendung ist die Buche. ...
War mir im geschilderten Ausmaß nicht klar. Wobei mir schon auffiel, dass in den ersten 2 Jahrzehnten der Ikea-Ära Massivholzmöbel aus Kiefer die billigsten waren, heute dagegen die Buche das Angebot dominiert und zumindest bei Sonderangeboten schlagend billig geworden ist. Ich hatte das aber eher der modernen Leimholztechnik zugeschrieben, die aus dem was in meiner Jugend für einen Schreiner Abfall war heute Möbelholz macht. Ikea-Kiefer war aber auch schon immer Leimholz, daher hinkte meine Erklärung von Anfang an...
Technologisch darf man schon noch einige Fortschritte erwarten
Bzw. damit beginnen den schon vorhandenen Fortschritt zu nutzen.
aber die neuen Produkte stehen in Konkurrenz zu Nadelholz...
Das dürfte der Punkt sein. Wir sind ja keine deutsche Insel und verbieten den Import von Nadelholz... Zumindest als Bauholz bleibt das Nadelholz bei gleicher Verfügbarkeit wohl das wirtschaftlichere und bessere (haltbarer bei Bewitterung...)
Höherwertige und durchschnittliche Stammolzqualitäten machen unter 10% des Einschlages aus, der weitausgrößte Teil wird verheizt.
Wenn das so ist könnte man als forstlicher Laie versucht sein zu denken dass es nicht so schlimm sein kann wenn mal ein einsames Hirschlein am Brennholz knabbert...:unsure:;)

Gruß concolor
 
G

Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#72
Aber keine Trugschlüsse ziehen: ;)...in dem Alter, in dem das Hirschlein ein Bäumlein schält, ist seine Entwicklung meist noch nicht festgelegt, nach dem Schälen aber dann schon...(n)
Schälschaden betr. auch eher die Fichte und die will außer in ein paar Regionen S-Deutschland´s niemand für den Ofen haben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#73
Buchenholz und die zusammengeklebten Teile von Ikea sind zwei Welten. Aus Schreinerabfall macht man auch heute noch keine ansprechenden Holz-Möbel.
Massivholzmöbel werden interessanter, je größer die verwendeten Teile sind.
Auch Rotkern-Buche ("Wildbuche") hat längst Einzug gehalten in der Möbelproduktion.
Andererseits muß man um die Verleimungs-/Keilzinktechnik froh sein, um eben auch minderwertigeres oder unterdimensioniertes Holz verarbeiten zu können.

Es sind aber mehr konstruktive Holzelemente gemeint, wenns um Wettbewerbsfähigkeit und technologische Weiterentwicklung gegenüber Nadelholz geht.
 
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#74
Buchenholz und die zusammengeklebten Teile von Ikea sind zwei Welten. Aus Schreinerabfall macht man auch heute noch keine ansprechende Holz-Möbel.
Massivholzmöbel werden interessanter, je größer die verwendeten Teile sind.
Auch Rotkern-Buche ("Wildbuche") hat längst Einzug gehalten in der Möbelproduktion.

Es sind aber mehr konstruktive Holzelemente gemeint, wenns um Wettbewerbsfähigkeit und technologische Weiterentwicklung gegenüber Nadelholz geht.

Sorry ,aber ich glaub Du warst schon lang nicht mehr Möbelhaus!

"Wildbuche" will kein Mensch mehr ! Wurde auch noch nie ersthaft gut bezahlt. Der "neuste Schrei " ist Eiche in allen Qualitäten . Was man aktuell auf den Wertholzplätzen sieht und gut verkauft wird, haette man vor ein paar Jahren noch verheizt.
 
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#75
Sorry ,aber ich glaub Du warst schon lang nicht mehr Möbelhaus!

"Wildbuche" will kein Mensch mehr ! Wurde auch noch nie ersthaft gut bezahlt. Der "neuste Schrei " ist Eiche in allen Qualitäten . Was man aktuell auf den Wertholzplätzen sieht und gut verkauft wird, haette man vor ein paar Jahren noch verheizt.
Eiche Landhausstil in der Möbelbranche ist schon seit Jahren wie Calvin Klein bei den Unterhosen!:sneaky::p Alles ab L4 wird auf die Submission geworfen, auch C-Ware, zu erschreckend guten Erlösen.
 
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