Waffe einschießen - Reihenfolge?

Mitglied seit
24 Sep 2017
Beiträge
324
Gefällt mir
477
#1
Hallo,
ich bitte um Hilfestellung bzw. Rat zum einschiessen einer Neuwaffe 223rem. Die Waffe ist vorkonfiguriert und sollte die Scheibe schon treffen.
Ich möchte die am besten geeignete Teilmantelmunition herausfinden und die Waffe einschießen. Sie soll mir als Trainingswaffe auf dem Stand dienen ( lfd. Keiler, Schießkino ) und im Revier von Krähe über Raubzeug und Hasen. Wenn nötig, auch mal ein Reh.
Ich würde von mir aus in folgender Weise vorgehen ( hab nur 100m Stand zur Verfügung ).
Zunächst möchte ich das ZF so einrichten, das die Schüsse gut auf der Scheibe liegen. Anschließend schaue ich mir an, welche Munition das beste Trefferbild erbringt.
Mit der Munition des besten Trefferbildes schieße ich die Waffe Fleck an.
Abschließend Kontrolle mit Vollmantenmunition wegen Trefferlage für den Stand.
Denkefehler?
 
Mitglied seit
19 Mrz 2018
Beiträge
531
Gefällt mir
908
#2
Hab ich das richtig verstanden, du willst mit der Waffe im Schießkino und auf laufenden Keiler trainieren und dann mit anderen Waffen/Kalibern auf die Drückjagd/Ansitzjagd gehen?
Wenn ja, dann liegt hier meiner Meinung nach der Denkfehler, denn das Training bringt in meinen Augen nur etwas, wenn man es mit der Jagdwaffe durchführt, mit der man dann auch das Reh, Schwein, usw. schießt, aber das ist nur meine persönliche Ansicht.

WmH
Schorse
 
Mitglied seit
8 Apr 2016
Beiträge
4.400
Gefällt mir
2.955
#3
Bedenke beim einschießen einer Neuwaffe, das unter Umständen erst der lauf Glattgeschoßen werden muß. Meine Vorgehensweise ist ähnlich, Glas wird optisch ausgerichtet, dann einig Schuß günstige Mun zu glätten des Laufes, danach auf 50m grob kontrolle der TPL, jetzt auf 100m TPL in die 10. Dafür sollten 30-50 Schuß gereicht haben. Jetzt kommen die Versuche mit verschiedenen Labo´s, wobei man unter Umständen die ersten (5) Schüße zum "tapezieren" des Laufes nicht überbewerten sollte. Desweitern braucht es bei mancher Bleifreien zwischendurch eine chemische Reinigung
 
Mitglied seit
22 Mrz 2016
Beiträge
1.181
Gefällt mir
444
#4
Mit der Munition des besten Trefferbildes schieße ich die Waffe Fleck an.
Abschließend Kontrolle mit Vollmantenmunition wegen Trefferlage für den Stand.
Denkefehler?
Ich würde einen anderen Weg gehen. Für Präzision auf Entfernung würde ich mir ein Matchgeschoss holen, das geht auch gut für Krähe, Jungfuchs, etc. Das würde ich dann für Long-Range und Jagd holen.

Und für laufender Keiler und Schießkino - mit der Einschränkung wie Schorse2210 schon schrieb - nicht lang rumtun, auf 25m/50m hat da bisher noch alles funktioniert (auf den letzten cm kommts da auch nicht an).
 
Mitglied seit
22 Mai 2017
Beiträge
244
Gefällt mir
350
#5
Hallo Hans,

natürlich kann man das so machen wie Du schreibst. Ich schieße meine Jagdaffen grundsätzlich mit genau der Munition ein, mit der ich auch jagen werde und verwende dieselbe Munition auch zum Übungsschießen. Zu teuer? Ja. Ich mache es aber trotzdem, da ich mir beim Schießen absolut sicher sein will, dass ich genau dorthin treffe wohin ich gezielt habe. Das sind mir die paar Euro mehr auch wert.

Waidmannsheil!

Bernhard
 
Mitglied seit
24 Sep 2017
Beiträge
324
Gefällt mir
477
#6
Danke bisher!
Bleifrei liegt bisher nicht in meiner Planung.......
Es sieht so aus, als läge ich nicht ganz weit weg mit meinen Gedanken. Werde also erstmal was rauslassen um den Lauf freizuschiessen:) und danach mit den entsprechenden Laborierungen weitermachen...
Reichen 30 Schuß vorweg? Immer zwischendurch auskühlen lassen?
 
Mitglied seit
24 Sep 2017
Beiträge
324
Gefällt mir
477
#7
In meiner letzten Übungsphase schiesse ich dann auch mit meiner Drückjagdwaffe und der entsprechenden Munition. Das hat bislang immer geklappt.
Mit der Trainingswaffe überbrücke ich den Sommer und Frühherbst, um dann kurz vor den Jagden
auf die Jagdwaffe und die Jagdmunition umzusteigen. Das alles mit Jagdmunition zu bestreiten, kostet ja mehr als der Begehungsschein. Muß nicht sein
 
Mitglied seit
3 Jan 2006
Beiträge
5.065
Gefällt mir
668
#9
Ich würde von mir aus in folgender Weise vorgehen ( hab nur 100m Stand zur Verfügung ).
Zunächst möchte ich das ZF so einrichten, das die Schüsse gut auf der Scheibe liegen. Anschließend schaue ich mir an, welche Munition das beste Trefferbild erbringt.
Mit der Munition des besten Trefferbildes schieße ich die Waffe Fleck an.
Abschließend Kontrolle mit Vollmantenmunition wegen Trefferlage für den Stand.
Denkefehler?
Grundsätzlich Nein!
Anfangen würde ich mit 50 m (das spart Munition; so ziemlich jeder Stand läßt die Scheiben bei 50m anhalten).
Da kannst du dann nochmal kontrollieren ob das Zielfernrohr halbwegs justiert ist - neudeutsch heißt das "barrelscoping".
Die ersten Schüsse sollten dann auf der Scheibe - nimm die nicht zu klein, ein Meter auf einen Meter wäre gut, sein Jetzt noch mit Laborierung deiner Wahl ein paar Schüsse zur Sicherheit und dass der blanke? Lauf eine Grundpatina kriegt.
Je nachdem wie viele Labos du testen willst, machst du pro Labo - jede mit eigenem Zielpunkt, mindestens drei Schuß.
Du hast jetzt zwei, vielleicht auch drei Munitionssorten, die halbwegs passen (maximal zwei Zentimeter umschlossen) mit denen arbeitest du weiter - auf 100m.
Da ermittelst du dann mit jetzt mindestens fünf Schuß die Bestlabo.
Hast du diese dann, justierst du das ZF auf Fleck oder besser auf ca. drei Zentimeter Hochschuß.
Ein glattschiessen des Laufes ist nicht notwendig und bringt bei Läufen von Jagdgewehren nichts. Vor allem nichts, wenn wie vorgeschlagen man einfach 10 bis 30 Schuß durchrauschen läßt.
Umschiessen auf Vollmantel solltest du dir sparen, ausser der Stand erlaubt nur Vollmantel.
Zum Üben auf den Laufenden oder im Schiesskino kannst du dann die übergebliebene Munition verwenden (im weiteren Verlauf dann eben die billigste). Lass dir nichts einreden, auch wenn du nicht mit deiner Drückjagdwaffe schießt, auch mit der .223 läßt es sich hervorragend und zielgerichtet üben auf bewegte Ziele, wie auch auf statische.
 
Mitglied seit
16 Jan 2003
Beiträge
28.038
Gefällt mir
1.747
#10
#1
mach es so wie du schreibst.
Das mit dem "Glattschießen" wird oft überschätzt.
Wenn du mit der gleiche Muni üben und jagen willst, such dir was mit guter Präzision und Wirkung aus. Präzis lässt sich mit 10 Schuss schneller ermitteln als Wirkung, die jedesmal anders ein kann.
Zu was soll VM gut sein? TM geht für alles.
 
Mitglied seit
24 Dez 2014
Beiträge
301
Gefällt mir
93
#12
Danke bisher!
Bleifrei liegt bisher nicht in meiner Planung.......
Es sieht so aus, als läge ich nicht ganz weit weg mit meinen Gedanken. Werde also erstmal was rauslassen um den Lauf freizuschiessen:) und danach mit den entsprechenden Laborierungen weitermachen...
Reichen 30 Schuß vorweg? Immer zwischendurch auskühlen lassen?
Ich hatte bei insgesamt drei neuen Läufen nur einmal einen Lauf, der bei den ersten Schüssen vereinzelte größere Ausreißer produziert hat. Letztlich ist jedoch auch das Theorie, da man andere Fehlerquellen letztlich nicht völlig ausschließen kann.
Zwei der Läufe lagen von Anfang an unter 3 cm auf 100 Meter. In Abhängigkeit deiner Schießfertigkeiten ist es also nicht unbedingt erforderlich erst 30 Schuss sinnlos durch den Lauf zu blasen.
Auskühlen lassen auf jedem Fall. Lass dir Zeit. Ist auch für den Trainingseffekt m.E. besser.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
5 Aug 2013
Beiträge
3.956
Gefällt mir
1.798
#13
Hallo,

Ich würde von mir aus in folgender Weise vorgehen ( hab nur 100m Stand zur Verfügung ).
Zunächst möchte ich das ZF so einrichten, das die Schüsse gut auf der Scheibe liegen.
Denkefehler?
genau umgekehrt:

zuerst eine gut schießende Labo ermitteln, dann das ZF auf diese einrichten.
Für ZFs gibt es opt. Gerätschaften, die man mittels Kaliberdorn in der Laufmündung aufsetzt und das ZF danach grob einstellt.
Ist solch ein Gerät nicht zur Hand hilft folgende Praktik:
Waffe ins schießgestell legen und mit dessen Verstellung die Waffe (Zielfernrohr) in die Scheibenmitte bringen.
Dann den Verschluß aus der Waffe ausbauen und gerade durch den Lauf gelinst. So lange das Schießgestell justiert, bis die Zielscheibe mittig durch den Lauf sichtbar wird.
Dann das Absehen des ZFs auf die Scheibenmitte ausgerichtet und mit den ersten Testlabos begonnen Streukreise zu schießen.
Jede Streukreisgruppe ausgemessen und abgeklebt.
Von der Labo mit dem besten Streukreis einen Schuß auf die komplett abgeklebte Scheibe abgegeben und auf diesen das Absehen des ZFs ausgerichtet (Fleck, oder gewünschter Hochschuß). Dafür werden mit dem Referenzschuß etwa 3-5 Schuß benötigt.
Dann Scheibe wieder abgeklebt und zur Endkontrolle 4-5 Schuß gemacht. Nun sollte die Schußgruppe den gewünschten Streukreis und Hochschuß/Fleckschuß haben.

Mit den 10er-Ring-Scheiben (26x26cm) mit schwarzem Spiegel finde ich das Einschießen recht mühsam.
Ich drehe die Scheibe um und auf das Blanko-Papier klebe ich in die Mitte mit schwarzem Schußpflaster ein ca. 5DM-Stück großen Punkt.


Grüße
Sirius
 
Mitglied seit
12 Dez 2015
Beiträge
96
Gefällt mir
69
#14
Hört sich eh gut an, wie du es machen willst. Zum grob einstellen ZF ist eine „Red Dot Laser Bore Sight“ Patrone nicht schlecht. Gibt’s ab ab ca. 10€. Bei meiner sieht man den Laser halt nur ca. 20 m bei Tageslicht, aber die richtige Richtung vom Lauf zum ZF ist damit gut einstellbar.
Ist halt nicht für Präzision gedacht. Gut auch, wenn man wissen will, wo die Waffe in 5, 10 oder 15 m genau hinschießt, bezüglich Fangschuss, dass übt man ja nie scharf.
 
Mitglied seit
11 Aug 2012
Beiträge
2.495
Gefällt mir
1.284
#15
Was den Einzelansitz angeht:
Seitdem Sauen bei uns derzeit ganzjährig aufgrund der ASP frei sind, bin ich gar nicht mehr mit der .223 rausgegangen. Was eigentlich sehr schade ist, denn das Erlegen von Rehwild ist damit eine sehr feine Sache! Auch im bei mir vorgeschriebenen Bleifrei...
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben