Waffenrechtsnovelle vom Tisch - ein Signal für eine Chance?

Anzeige
Registriert
2 Jul 2019
Beiträge
1.067
@rico 61
Dank für deinen Beitrag
Können wir gerne beim Bier diskutieren, hier aber nicht hilfreich.
Lass uns beim Thema bleiben.
 
Registriert
28 Mrz 2015
Beiträge
585
Die Probleme sind schon sehr Komplex. Da ich jahrzehntelang im Naturschutz recht aktiv war, auch Mitglied des Naturschutzbeirates und mit Dienstausweis versehener Naturschutzbeauftragter, weiß ich sehr genau wie dort über uns Jäger gedacht und gesprochen wird.
Die Gräben werden nicht nur von Seiten der Naturschützer tiefer gegraben. Auch die Jägerschaft schaufelt da fleißig mit. Und manche Jäger schaufeln da mit ganz schwerem Gerät.
Das man in manchen Kreisen Jäger nicht für voll nimmt, ist einfach dem oft sehr sehr geringem Wissen über die meisten Dinge rund um die Natur geschuldet. Der allgemeine Tenor da ist, daß "solange das Tier keine Hörner hat, haben die sowieso keine Ahnung". Und leider ist es meistens auch so.
Die Tatsache das ein Jäger über eine staatlich anerkannte Prüfung verfügt, bedeutet nicht unbedingt das man deshalb in Sachen Natur auch kompetent in allen Fächern ist.
Fast alle Naturschützer und Ornithologen, die ich persönlich kenne, stecken so gut wie jeden Jäger in Sachen Biologie und Artenkenntnis, außer beim Schalenwild, spielend in den Sack.
Auch wenn sie keine staatlich anerkannte Prüfung besitzen.
Im Gegensatz zum Jäger, haben die meisten Naturschützer das Bestreben ihren Wissensschatz stetig zu erweitern. Viele Jäger machen ihren Schein und das war es.
Wenn ich morgen mit den meisten Jägern hier mal ein kleines Wissenstoto über Artenkenntnis machen würde, würden die meisten schon an den ersten und einfachsten Fragen scheitern. Ganz zu schweigen wenn es um tiefere Kenntnisse, wie Biologie und Lebensweise, gehen würde.
Das muss ein Jäger auch nicht immer haben. Aber, und das ist das was ich mit diesen Sätzen eigentlich zum Ausdruck bringen möchte, ein Jäger sollte gegenüber dem Naturschutz nicht ständig sein "Grünes Abitur" raushängen lassen. Das kommt nicht gut an. Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit für den Naturschutz schon einige ausgesprochen lächerliche Anekdoten erlebt, wo die gesamte Jägerschaft in diesem Kreis hier sich voll zum Clown gemacht hat.
Ein Beispiel : Die Wildzählungen , hier lieferte man Listen ab, mit einfach utopischen Zahlen, speziell von Greifvogelarten. Manche wurden im Bestand auf der abgelieferten Liste so hoch eingeschätzt, daß man vor lachen fast unter den Tisch rutschen musste.
Hier hatte es im Kreis plötzlich mehr Wanderfalken gegeben als im gesamten Bundesgebiet .
Diese eine, sehr hochkarätige Art, nur als Beispiel genannt. Auf andere Arten will ich nicht weiter eingehen, nur so viel dazu, daß es bei denen auch nicht viel anders aussah. Entweder fehlte der hiesigen Jägerschaft die nötige Artenkenntnis, oder man wollte durch manipulation der Bestandsverhältnisse, Abschussfreigaben bei Greifvögeln erreichen, so wurde es von Seiten des Naturschutzes zumindest vermutet bzw. unterstellt.
Man hätte sich ja mal über die Bestandssituation einfach im Internet schlau machen können, bevor man diese idiotische Liste der Wildzählung abgab, aber nicht mal das hatte man nötig, man hat ja das "Grüne Abitur".
Die absolute Krönung an dieser ominösen Wildzählung war auch noch das es im Kreis mehrere Falkner gab, die man ja durchaus hätte konsultieren können, um so ein Desaster zu verhindern. Machte man aber auch nicht. Falkner sind ja nur die Folkloretruppe der Jägerschaft und nur dann gern gesehen wenn es um Öffentlichkeitsarbeit geht.
So und nun jetzt zum Thema zurück, Glaubt hier wirklich jemand das man so einer Jägerschaft noch Kompetenz zutraut ?
Die Geschichte von damals sitzt heute noch sehr tief in den Köpfen der Naturschützer.
Und in anderen Kreisen , so vermute ich, wird es auch nicht viel anders aussehen.
Die Jägerschaft sollte zuerst mal an sich selbst runter schauen und am eigenen Ansehen und der erforderlichen Kompetenz arbeiten, bevor immer auf den Naturschutz gewettert wird.
Von mir aus könnt ihr mich jetzt steinigen, ich weiß das es wahr ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
7 Dez 2018
Beiträge
3.026
Die reine Machtpolitikerin AM allerdings in # 9 als "das beste, was der BRD passieren konnte"
zu bezeichnen, offenbart allerdings eine erschreckende, heute meist in den alten
Bundesländern ohne FDJ-, und "Sozialismus"Erfahrung verbreitete Blindheit

Haben deshalb die Sachsen Frau Merkel 2005 fast geschlossen gewählt ?
Trotz Sozialismus und FDJ Erfahrung ?
 
Registriert
21 Jan 2016
Beiträge
725
Die Jägerschaft sollte zuerst mal an sich selbst runter schauen und am eigenen Ansehen und der erforderlichen Kompetenz arbeiten, bevor immer auf den Naturschutz gewettert wird.
Von mir aus könnt ihr mich jetzt steinigen, ich weiß das es wahr ist.

Man kann es nicht dick genug unterstreichen. Aber schau doch hier im Forum.... sobald m. E. absolut notwenige Änderungen wie zwingender Schiess- und Treffernachweis und verbindliche Fortbildungen in Wildtierbiologie, Naturschutz etc erwähnt werden, machen doch 80% den Laden zu und kommen mit so scheinheiligen Argumenten wie "man will uns die Jagd wegnehmen" oder "Argumente von den Grünen".
Es ist halt so bei den Konservativen.. man will, das es so bleibt wie es ist und war.... und dass sich die Welt ausserhalb von Jagdhütte und Schüsseltreiben weiterentwickelt, das ist einem egal und man macht sich arroganterweise drüber lustig. Ich habs hier im Forum schon mal geschrieben... wieso glaubt der durchschnittliche Jäger, Biologen, Naturschutzbeauftragte, LAndwirte, Fortswissenschaftler und sonstiges Fachpersonal fachlich in die Tasche stecken zu können?
 
Registriert
28 Mrz 2001
Beiträge
1.291
Man kann es nicht dick genug unterstreichen. Aber schau doch hier im Forum.... sobald m. E. absolut notwenige Änderungen wie zwingender Schiess- und Treffernachweis und verbindliche Fortbildungen in Wildtierbiologie, Naturschutz etc erwähnt werden, machen doch 80% den Laden zu und kommen mit so scheinheiligen Argumenten wie "man will uns die Jagd wegnehmen" oder "Argumente von den Grünen".
Es ist halt so bei den Konservativen.. man will, das es so bleibt wie es ist und war.... und dass sich die Welt ausserhalb von Jagdhütte und Schüsseltreiben weiterentwickelt, das ist einem egal und man macht sich arroganterweise drüber lustig. Ich habs hier im Forum schon mal geschrieben... wieso glaubt der durchschnittliche Jäger, Biologen, Naturschutzbeauftragte, LAndwirte, Fortswissenschaftler und sonstiges Fachpersonal fachlich in die Tasche stecken zu können?
Es steht jedem NABU Menschen frei, den Jagdschein zu machen und zu pachten. Über Gleichgesinnte geht das sicherlich unter drei Jahren.

Wenn aus ehtischen, was immer Gründen nicht selbst aktiv gehegt werden soll, können es handverlesene Begeher unter seinen / ihren Vorgaben erledigen.

Pächter / Pächterin kann sich mittlerweile mit Herzblut jeder Unterart von z.B Insekten, Kröten und Vögeln widmen.

Wenn sich nach Pachtablauf nichts substantiell geändert hat, erkennt auch dieser Selbstversuch, dass Flächeneigentümer, Landwirtschaft und der Gesetzgeber den Takt vorgeben.

Dann darf mn sich zwar 9-12 Jahre als idealistischer König auf einigen hundert Hektar fühlen, singt aber trotzdem als (pachtender) Kanarienvogel in einer (Revier-) Voliere
 
Registriert
6 Aug 2017
Beiträge
577
... sobald m. E. absolut notwenige Änderungen wie zwingender Schiess- und Treffernachweis und verbindliche Fortbildungen in Wildtierbiologie, Naturschutz etc erwähnt werden, machen doch 80% den Laden zu ...
Das hat nix mit "Konservativen" im politischen Sinne zu tun.
80% aller Jäger - so die Schätzungen derjenigen, die ich dazu befragte und meine eigenen Beobachtungen - schiessen weder mit der Flinte noch flüchtig mit der Kugel. Die beschränken sich halt aus Neigung auf die Ansitz- und Fallenjagd.
Das ist mMn nichts verwerfliches, obwohl es mir persönlich "zu wenig Jagd" wäre.
Ein wirklich echt durchgeführter Schiessfertigkeitsnachweis - also ein absolvierter jagdlicher Durchgang mit Mindestwertung - würde eben diesen 80% die Jagdmöglichkeit entziehen - obwohl die nachweislich nur Ansitz / Falle machen und das wahrscheinlich auch sehr gut, also gar nicht Flinte/Flüchtig schiessen (brauchen).
Man sieht: "absolut notwendig" wäre ein solcher Nachweis nur für diejenigen, die mit Flinte oder mit der Kugel flüchtig schiessen (wollen). Für die anderen wäre das "absolut unnötig".
Kein Wunder, daß die sagen: " habt Ihr noch alle..?"

Und wenn schon die Jägerschaft in vielen Dingen völlig uneins ist - wie soll da eine Aussenwirkung in geschlossener Formation entstehen?

Es gibt unter den Jägern (dieses Forum spricht da eine deutliche Sprache) viele völlig versteifte Meinungen und die werden bis auf das Blut verteidigt. Ich stelle mir vor, 10 Jäger, bunt zusammengewürfelt, stehen vor Politikern und tragen Ihre Wünsche vor.
"10 Schuß auch für Selbstlader!" der eine. Der nächste "Keine Selbstlader mehr" .. usw..
Auch "moderne" Entwicklungen wie Drohnenjagd, Nachtzieltechnik , Monsterkaliber usw werden sich am Ende gegen die Jagd wenden, aber das sehen "Progressive" nicht.
Das Gegenteil, das starre Festhalten an Traditionen, die aber den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr gerecht werden, ist ebenfalls falsch.
Nun finde da mal einer den Stein des Weisen ..
 
Registriert
13 Mrz 2009
Beiträge
8.251
Naja, wenn ich daran denke, was ich in jungen Jahren unternommen habe, ( ab 1976 ) um zu verhindern, das die bekannten und sich schon damals abzeichnenden Verschärfungen bzgl. Waffengesetz, darf sich heute keiner beklagen.
Jeder HR und die Schütz.-Vereine, die ich angesprochen habe, winkten alle ab und der LJN sowie der DJV taten das Übrige.
Als Einzelperson erreicht man (n) leider nix, da ist die Mehrheit gefragt und wer keine Lobby hat, hat es doppelt so schwer
Schon damals, 1971/76, haben die Verbände abgewiegelt, ja, dass man sogar LG/LP in WBKs eintragen könnte, kam vom DSB.... "...des guten Willens wegen..."
Im Grunde braucht sich keiner beschweren. Ja.
Und heute ist es nicht anders. Ich haben vor paar Jahren das Spiel mitgespielt, Politiker angeschrieben, selbst mit Politiker geredet, die selber Jäger waren. Über all das selbe Spiel, entweder wird man ignoriert, bekommt irgendeinen Standardschmarrn zu geschickt, oder das Gegenüber verfällt in das übliche Geschwurbel.
Auf der anderen Seite kann ich es nicht lassen, mich in den Verband ein zu bringen. Auf mögliche Gefahren für den Waffenbesitz, usw. hin zu weißen. Auch hier, sehr pragmatische Vorgehensweisen. Am Ende steht Licht und Blasrohr...
Ich für meinen Teil. Ich geh schießen, setz mich für mein Hobby ein, unterstütze andere Vereine/mit Schießständen mit Gastbeiträgen und mach soweit mein Ding. Aber. All zu große Ausgaben tätige ich nicht mehr. Ich mach auch nicht mehr alles mit. Letztens hat mich mein Vater gefragt, ob es mir was aus macht, wenn er nun nach und nach seine Waffensammlung, die er seit 1966 zusammen getragen hat verkaufen würde. Ich meinte, Verkauf was geht, leider ist nun seine schwere Erkrankung dazwischen gekommen, bevor wir uns da drum kümmern konnten.
Dazu kommt auch. Ich sag es nicht gern. Die Masse der Waffenbesitz sind Deppen. Im Sinne, dass sie sich nie um was kümmern, nie informieren. Mich heute kommen welche und fragen was es mit dieser EU Richtlinie auf sich hat. Oder was da mit den Magazinen nun ist. Auch hat die Masse der Schützen nur Luft oder grad noch KK. Ich seh das in meinem BSSB Verein. 330 Mitglieder, davon grad mal 65 in der GK Abteilung "gemeldet ", aktiv kommen tun da vielleicht 25...

Somit. Warum groß aufregen. Für wen oder was. Hinterher juckt es eh keinen mehr....
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
28 Jan 2019
Beiträge
3.861
Somit. Warum groß aufregen. Für wen oder was. Hinterher juckt es eh keinen mehr....
genauso sehe ich es auch 👍 , warum soll ich mich in meinem Alter noch aufregen, es ist vergebene Mühe!
Und wenn alles verboten wird, dann ist das so, dann gebe ich alles ab und genieße mein Dasein mit Urlaubsreisen im WOWA.:D
D.T.
 
Registriert
27 Jan 2006
Beiträge
11.606
Merkt ihr nichts ? Unsere Zunft hat nichts mehr zu melden,obwohl wir zahlenmäßig immer stärker werden. Wir passen uns nur noch den ungleich personell geringer besetzten NGOs an und reagieren auf jagdliche Laien mit Verständnis und Untertänigkeit. Gestalten tut der deutsche Jäger schon lange nicht mehr,wir nehmen alles nur noch klaglos hin,was wir vor den Kopf geschmissen bekommen,unsere Vertretungen sind keine mehr ,nur noch Opportunisten.Nur weiter so,der Abgesang kommt bald.
 
Registriert
2 Jul 2019
Beiträge
1.067
Merkt ihr nichts ? Unsere Zunft hat nichts mehr zu melden,obwohl wir zahlenmäßig immer stärker werden. Wir passen uns nur noch den ungleich personell geringer besetzten NGOs an und reagieren auf jagdliche Laien mit Verständnis und Untertänigkeit. Gestalten tut der deutsche Jäger schon lange nicht mehr,wir nehmen alles nur noch klaglos hin,was wir vor den Kopf geschmissen bekommen,unsere Vertretungen sind keine mehr ,nur noch Opportunisten.Nur weiter so,der Abgesang kommt bald.
1. Die Vertretung der Jägerschaft gehört übrigens zu den NGO`s
2. Machs doch einfach besser und lass dich aufstellen. Meckern kann jeder.
 
Registriert
17 Feb 2015
Beiträge
2.295
... und reagieren auf jagdliche Laien mit Verständnis und Untertänigkeit....
Eben gerade nicht. Ich komme oft mit Spaziergängern und anderen Leuten im Berufs- und Privatleben ins Gespräch über Jagd und Natur. Das sind zumeist Leute, die sich noch kein klares Bild über "uns" gemacht haben. Denen ich aber durch eine normale Gesprächsführung einiges näher bringen kann und die sich nicht selten dann auch bedanken für die Einblicke.

Diametral entgegengesetzt agieren da andere Waidgenossen. Beispiele kennt wohl jeder von uns einige, damit könnte man Kopfschüttel-Bücher füllen. Das derlei angepampte, bisher unbedarfte Menschen eine Abneigung gegen die Jägerschaft, die Jagd und alles drum herum aufbauen liegt in der Natur des Menschen.

Hier können wir also selbst durch unser Auftreten viel erreichen oder kaputt machen. Und den Schaden, den einer anzurichten vermag, können keine 10 andere wieder wett machen...
 
Registriert
30 Jul 2011
Beiträge
1.781
2030, sagt die Expertise, werden ca 60 % aller Menschen in Grosstädten leben.
Das sind dann die Mnschen, die mit ihrer Stimme bei den Wahlen die Zukunft bestimmen.
zB sind 80 % der Einwohner in Stockholm für den Wolf, solange er nicht in ihrer Nähe rumläuft. Bei der Landbevölkerung, die damit leben muss liegt die Akzeptanz bei 25 %. Das inklusive der Menschen in Kleinstädten. Kann Jemand ausrechnen wie gross die Möglichkeit der Jäger ist Irgendwas zu ändern oder auch nur mitzubestimmen? Wahrscheinlich nichtmal 0,0 sondern eher minus 10.
 
Registriert
14 Dez 2000
Beiträge
2.111
Angeregt durch den o.g. Faden ein paar Gedanken zur Anregung und vielleicht zur Diskussion:

Nie war seit 1945 der Wandel schneller als in den letzten zwei Jahrzehnten. Neozooen, Waldsterben, Wölfe, Energiewende, Naturschutz sind nur ein paar Stichworte.
Und wie so oft nehmen fast alle von uns dies zum Anlass, die aktuelle Entwicklung zu beklagen anstatt sie als Herausforderung und Chance zu nutzen. Dabei waren die Zeiten nie besser als gerade jetzt, um unser Image und unseren Wert publikums - und politikwirksam auf zu polieren.

Nehmen wir das Thema Neozooen. Waschbär und Nutria entwickeln sich mit einer ungeahnten Rasanz und eine natürliche Populationsbegrenzung zeichnet sich nicht ab. In aller Stille forschen Einrichtungen wie das Helmholtz - Institut (https://www.ufz.de/index.php?de=36329) oder die Uni Göttingen an den Auswirkungen der Neubesiedlung. In den Niederlanden hat die Aufwendung alleine für die Nutriabekämpfung die 50 Mill. € Grenze längst passiert.

Oder das Thema Waldsterben/Waldumbau. Eine Mammutaufgabe für alle Formen des Waldbesitzes. Die ohne Unterstützung der Jagerei kaum gelingen wird, da sind sich alle Beteiligten einig. Wir sind aufgefordert, in neuen Dimensionen zu denken, alte lieb gewordene Gewohnheiten über Bord zu werfen, uns in den Kreis der Waldbewirtschafter aktiv einzubringen und unseren Teil dazu beizutragen, neue, stabile Wälder zu begründen. Wir werden neue Jagdstrategien überdenken und entwickeln müssen, werden inhaltliche und räumliche Schwerpunkte setzen müssen. Wir werden revierlose Jäger brauchen, die uns unterstützen, Wildvermarktungswege entwickeln müssen.

Obwohl über Wölfe unzählige Beiträge geschrieben wurden:
Selbst Robert Harbeck als Mit - Vorsitzender der Grünen ist sich darüber im Klaren, dass die Wolfspopulation immer wieder gesteuert werden muss, um intolerable Schäden zu minimieren. Auch wenn er mit seiner Ansicht an der Basis einige Unruhe hervorgerufen hat, hat er als Umweltminister einige unpopuläre Entscheidungen getroffen. Dieses zu erwartende Wolfsmanagement muss jemand mit ausreichender Qualifikation in die Hand nehmen und wer könnte das besser als wir. Wer könnte das überhaupt, wenn nicht wir? Auch in diesem Punkt müssen wir mitarbeiten, dürfen uns nicht in Ablehnung und Absage abarbeiten, sondern konstruktiv mitarbeiten, so wie es unser Aufgabe ist. Nicht nur mit der Hege und Bejagung selbst, sondern auch, indem wir bei der Betrachtung der ökologischen Folgen der Wiederansiedlung mitwirken. So ist zum Beispiel nie öffentlich wirksam diskutiert worden, dass und warum sich die erwartete Reduktion des waldwirksamen Schalenwildes eben nicht eingestellt hat. Auch hier ist noch unglaublich viel zu tun.

Was hat Energiewende mit Jagd zu tun? Heute erzählte mir mein jagdlich sehr passionierter Nachbar von SW - Rotten jenseits der 50-Stück-Grenze, die allnächtlich über den Energiemais herfallen. Er berichtete, dass er mit einem halben Dutzend Mitstreiter die Jahresstrecke von 150 Sauen passiert habe. Das muss man erst einmal leisten. Die sind ja nicht nur zu erlegen, die wollen geborgen, versorgt und vermarktet werden. Hierzu ist jagdliche Infrastruktur erforderlich, die Zeit und Geld kostet.
Strecken wie die o.g. in Revierchen von um die 500 ha sind kein Einzelfälle. Ich kenne Reviere, Eigenjagden, die zu 95 % aus Energie - Maisanbauflächen bestehen und die seit Jahren unverpachtet sind, weil sich niemand findet. Die Ernteverluste liegen in manchen Revieren in manchen Jahren bei > 20 %!
Wir müssen unserer Gesellschaft klar machen, dass wir diese Aufgabe nur leisten können und wollen, wenn man uns nicht gleichzeitig als entbehrliche Randgruppe der Landnutzer betrachtet und wenn man uns die notwenigen Rahmenbedingungen schafft. Die Freigabe von Nachtsichtgerät und Schalldämpfer sind ein klares Signal, dass man uns verstanden hat. Mit dem, was hier geleistet wird, was bei der Bekämpfung der ASP geleistet wird, hinterm Berg zu halten, ist falsch.

Selbst Landkreise mit fast krankhaft anmutend überzogenen Vorstellungen von vertretbaren Forderungen zum Wohle der Naturschutzgebiete wissen, dass ihre Bemühungen ohne Jagd Stückwerk bleiben. Beispielhaft sei die Bejagung von Fuchs und Co in Vogelschutzgebieten genannt, die von den Naturschutzverbänden an einigen Orten vehement gefordert werden. Von den Land - oder Fischwirten nicht mehr akzeptierbare Schäden durch Gänse oder Kormorane können nur durch uns begrenzt werden. Hier ist konstruktive Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschützern gefordert.

Das sollen nur einige Beispiele sein, jedem von uns wird noch das eine oder andere dazu einfallen. Eines sollte uns allen aber klar sein - Verweigerungshaltung hilft uns nicht, alte Zöpfe weiter flechten hilft uns nicht. Wenn irgendwann in ein paar Wochen die Ministerämter in Land - und Forstwirtschaft sowie im Umweltschutz neu besetzt werden, müssen wir offensiv starten und in einen konstruktiven Dialog eintreten, um unsere Rolle in Gesellschaft und Politik für die nächsten Jahre und Jahrzehnten zu definieren. Wenn Konzerne wie VW 0,5 % ihres Jahresumsatzes in Werbung investieren, tun die das nicht ohne Grund. Da sollte es uns auf ein paar Stunden gezielter Verbandsarbeit und / oder politischer Arbeit nicht ankommen, um Werbung für uns zu machen.
Und vor allem - den Ewig - Gestrigen in unseren Verbänden dürfen wir diese, Professionalität und Freude an der Arbeit voraussetzende Aufgabe nicht überlassen.
Hallo.

Inhaltlich hast Du ganz sicher recht.

Leider zünden fachliche und sachliche Argumente nicht (mehr), so wie es eigentlich sein sollte. Ideologien versperren den Argumenten den Raum und damit die vorhandenen Möglichkeiten. Beispielhaft nenne ich mal den Rückgang der Bodenbrüter / Singvögel und stelle die Verbote und Einschränkungen bei der Fallenjagd dem gegenüber. Wir wissen, dass Prädatoren, und auch teilweise Neonzoen ohne Fallenjagd nur schwer bis garnicht vernünftig zu regulieren sind.
Man könnte auch sagen, der Zug hat den Bahnhof bereits verlassen ☹️

Dennoch sollte die Jägerschaft sich aufraffen und entsprechend deinen Vorschlägen aufstellen. Dann bleibt sie bei ihren Leisten und kann weiter argumentativ auftreten, denn eines ist sicher: der nächste Zug wird wieder in den Bahnhog einlaufen 🤓

wipi
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
29
Zurzeit aktive Gäste
229
Besucher gesamt
258
Oben